Polizeigewalt im Rechtsstaat – Rede von Thomas Wüppesahl / Kritische Polizisten anlässlich S21

Wie bereits hier Bewährungsstrafe für Gewalttäter in Uniform geschrieben, ist  die“laxe“  Untersuchung und das vergleichsweise milde Urteil für den gewaltausübenden Beamten für mich kaum nachvollziehbar.
Insbesondere wenn man bedenkt, dass es bei vielen Strafanzeigen wegen körperlicher Übergriffe durch Polizeibeamte häufig nicht einmal zur Anklageerhebung kommt, siehe beispielsweise die Erhebung von Amnesty International und wenn, diese dann seltenst mit einer Verurteilung enden (im Gegenzug dann aber mit Gegenanzeigen wg. „Widerstandes gegen die Staatsgewalt“ zu rechnen ist) verwundert es kaum, dass „der Polizist“ schlechthin in Verruf gerät.
Exkurs:
Grundsätzlich bin auf davon überzeugt, dass nahezu jeder Mensch „gerecht und gut“ sein kann. Das gilt auch für Polizeibeamte. Es erschreckt mich aber zunehmend, dass das Mitmenschlichkeits/Gerechtigkeits/Rechts-Empfinden – auch/ oder insbesondere von Polizisten – offenbar immer mehr abhanden kommt, sei es dem „Corpsgeist“ zuzuschreiben, dem „veränderten Menschenbild“ (mitausgelöst durch die zunehmende Reduzierung des Menschen auf „Humankapital“) oder vermutlich  einem Konglomerat aus diesen und anderen Ursachen.
Am eigenen Leib habe ich Übergriffe noch nicht zu spüren bekommen, bei Demonstrationen jedoch (Essen, Frankfurt) waren diese für mich zu beobachten.
Auch ist es meiner Einschätzung nach natürlich Wasser auf die Mühlen der „Allmachtsphantasien“ so mancher Gewalttäter in Uniform, bereits im Vorfeld zu wissen, dass ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach nichts angelastet wird, trotz Foto/Videobeweise.Und,dass man seitens der Staatsanwaltschaft belastendes Material nicht zur Kenntniss nimmt, stellvertretend seien die in meinen Augen mit-gravierendsten Fälle hier genannt:
Adem Özdamar
Oury Jalloh
Christy Schwundeck

Unzählige andere brutale Übergriffe, die nicht tödlich endeten, sind hinreichend (auch foto/videodokumentarisch) fest gehalten und im www verbreitet, nicht zuletzt Bilder des schwarzen Donnerstags in Stuttgart bei den S21 Demo’s. Und hier komme ich nun auf Thomas Wüppesahl von der Vereinigung der Kritischen Polizisten

Er bringt es in seiner Rede anlässlich des 2ten Jahrestages zum „schwarzen Donnerstag“ in Stuttgart klar auf den Punkt, woran es auch meiner Meinung nach in (aber nicht nur da) Deutschlands „Verstrickungslandschaft“ aus Politik, Staatsanwaltschaften und Polizei krankt. Insbesondere scheinen sich Bayern und BW negativ hervor zu tun, Zitat Wüppesahl
„…und immer, wenn ich nach Bayern oder Baden-Württemberg gelange, stelle ich fest, hier gibt es Verhältnisse in den Ermittlungsapparaten, bei Polizei und Staatsanwaltschaft, aber auch gerade bei den Landesämtern für Verfassungsschutz, dass man den Eindruck bekommen kann, man hätte die Grenze der BRD überschritten und befände sich in einem Sonderrechts-Status…“

Der Redebeitrag ist ab Stunde 1.53 zu finden

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