Weiterbildungsmaßnahme, die ihren Namen kaum verdient – eine Schilderung

Ich berichtete ja vor geraumer Zeit über den „Kampf“ um einen Bildungsgutschein

Diese Fortbildungsmaßnahme meiner Freundin ist nunmehr beendet, das Ergebnis katastrophal!
Da ich bereits seit Wochen mir das Dilemma (und die daraus resultierenden Zukunftsängste) anhören muss in Bezug auf die „Bildungsinhalte“ und Vieles mehr, bat ich meine Freundin darum, sich täglich Notizen zu machen.

 
Exkurs: Dass die sogenannten „Maßnahmen“, mit welchen die AfA und die Jobcenter ihre „Kunden“ beglücken, häufig sinnentleert sind, dürfte hinreichend bekannt sein. Dass diese Art Maßnahmen (Bewerbungstraining,PC-Kurs und häufig das „Auffinden persönlicher Hemmnisse“ ect.) weitestgehend nur der statistischen Bereinigung dienen – Maßnahmeteilnehmer zählen nicht als erwerbslos – hat sich mittlerweile auch herumgesprochen. Dass aber Bildungsträger, die -teuer bezahlt- tatsächlich benötigtes Fachwissen vermitteln sollen, derart grottenschlecht arbeiten, war auch mir neu.

 
Aus den Notizen und den vielen Gesprächen mit meiner Freundin ist zu entnehmen, dass die letzte Klasse eine Quote von 90% „Durchfallern“ aufwies, dass die Dozenten(?)Fluktuation extrem hoch war, dass permanent der neue Dozent das als Unfug abtat, was der Kollege vor ihm vermittelte.
Dauerhafte Verunsicherung der Schüler also, die zum Schluß nicht mehr wussten, was nun aktuelle Gesetzeslage ist, welche Vorgänge zwingend vorgeschrieben sind.
Für viele der meist älteren Schüler ist dies die letzte Chance, einen halbwegs „gut“ bezahlten Arbeitsplatz zu erlangen, insofern ist das, was da stattfindet, in meinen Augen eine Schweinerei und Abzockmentalität in Reinkultur.
Das schriftliche Unterrichtsmaterial ist nachweislich nicht mehr aktuell, die Dozenten überließen die Schüler häufig sich selbst, da sie paralell 2 bis 3 Klassen unterrichteten.
Statt schwierige Gesetzestexte einzuüben wurde schwadroniert über Eigenerleben in der beruflichen Laufbahn, statt an den Röntgenanlagen zu üben, wurden „lustige Fliegerfilme“ auf you-tube gezeigt – von der Dozentin, wohlbemerkt –
Ein Praktikum fand nicht statt, stattdessen sollen die Schüler nach Ablauf der Maßnahme jetzt „irgendwann“ von einer Sicherheitsfirma angerufen werden, die ihnen dann das Praktikum zuweist.

Mir ging als Erstes die völlig unklare versicherungsrechtliche Bedeutung durch den Kopf, dann ist ein Praktikum, welches nicht während einer Fortbildung stattfindet, zumindest vertraglich abzusichern und ggfs. auch zu dotieren. Und wo bleibt übrigens der Datenschutz, wenn private Telefonnummern seitens des Trägers an eine Firma weitergegeben werden?
Ein Prüfungstermin steht noch nicht fest, teilweise sind jetzt „Durchfaller“ aus dem Sommer 2012 in die Klasse integriert worden, die als erstes „irgendwann im Februar“ geprüft werden sollen.
Für eine solche Maßnahme zahlt die Afa pro Nase schlappe 4000.-€, und im Endeffekt wird denen, die mangels geeigneten Unterrichtes durch die Prüfung rasseln (es werden erneut viele sein) , wahrscheinlich gesagt werden: „Selbst schuld“.
Die Schuld wird ja Erwerbslosen immer gegeben, es sind ja immer „persönliche Defizite“, die den Betroffenen angelastet werden. Oder glaubt hier irgendwer daran, dass den Schilderungen des jeweiligen Schülers von seiner jeweiligen „Beraterin“ der AfA/des Jobcenters Glauben geschenkt wird?
Schon allein aus diesem Grund habe ich beschlossen, die Zustände in dieser Bildungsmaßnahme den zuständigen „Chefeinkäufern“ der AfA schriftlich zu schildern. Und das Luftfahrtbundesamt wird ebenfalls Kenntniss erlangen. Beide Institutionen müssen zertifizieren (das LBA prüft alle 3 Jahre) und einem solchen Bildungsträger ist die Zertifizierung mMn abzuerkennen. Ich werde dahingehend mein Bestes tun…

Das Sahnehäubchen zum Abschluss: Diejenigen die durchfallen, können sich für nur 450.-€ (bitte selbst bezahlen, so der Schulungsleiter) 2 Wochen Nach-Unterricht kaufen.
Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen 😉
Gestern behauptete die Dozentin, dass es Luftsicherheitskräften verboten sei, an Demonstrationen teilzunehmen, dass das familiäre Umfeld im Hinblick auf eventuelle Kriminalität überprüft würde und
dass  stichprobenartig die privaten Telefonate abgehört würden.

Nun würde ich ja zunächst sagen, dass die Gute entweder zu viele amerikanische Krimis gesehen hat oder sich einfach nur zu wichtig nimmt.
Dem Grunde nach könnte man also lächeln…wäre da nicht die Verunsicherung der Teilnehmer und mein (verschwörungstheoretischer?) Gedanke im Hinterkopf, dass hier Mitbürger massiv und bewusst manipuliert werden sollen. Generell aber ist eine solche Art der „Kenntnissvermittlung“ zumindest ungebührlich und wer solchen Schwachfug erzählt, sollte nicht mehr als Dozent auf -ohnehin schon unsichere- Menschen losgelassen werden.

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8 Kommentare zu “Weiterbildungsmaßnahme, die ihren Namen kaum verdient – eine Schilderung

  1. Pingback: Arbeitslosenstatistik / Jubelmeldung Teil 1 | WIR Der ZeitBote Saarland

  2. Pingback: Hartz IV – Bildungsgutschein und Umsetzung – die unendliche Geschichte der Unfähigkeit | WIR Der ZeitBote Saarland

  3. „Gestern behauptete die Dozentin, dass es Luftsicherheitskräften verboten sei, an Demonstrationen teilzunehmen, dass das familiäre Umfeld im Hinblick auf eventuelle Kriminalität überprüft würde und
    dass stichprobenartig die privaten Telefonate abgehört würden.

    an was erinnert mich das ?

    als ich , vor x jahren , noch in der DDR bei einer, in lizenz erworbenen (west )chemischen anlage arbeitete , wurde ich voher auch durchleuchtet (und mit sicherheit auch während meiner arbeit )..wann mir meine westverwandtschaft die letzte geburtstagskarte geschrieben hat :(..gut, telefon hatte ich ja nich ..und wann ich einen ingeneur der „baumannschaft „(aus österreich )freundlich „guten tag „gesagt habe .

    naja, das man an solchen „neuraligischen punkten „wie flughäfen vielleicht e erweitertes führungszeugnis braucht ..hm, ich habe ja keene ahnung , aber, ich denke, bei dem, was da ggf. an einem vorbei zieht und „begehrlichkeiten „wecken kann /könnte…aber, ich denke /vermute , das dies auf gar keinen fall das abhören (wenn auch nur stichpunktartig )von telefongesprächen rechtfertigt und /oder das lesen von mailen …aber, zutrauen würde ichs ..im rahmen der (allgemein vorgeschobenen )terrorabwehr …nix is unmöglich :(..

    naja..luftsicherheitskräfte haben ja auch mal feierabend und ich denke, was jemand in seiner freizeit /dienstfreien zeit tut , is jedem seine sache…also, er kann auch mit ner blume in der hand aufn markt sitzen und dagegen protestieren , das „fridolin der stier „keine gänseblümchen fressen darf :)..jedenfalls habe ich nix gegenteiliges gelesen .

    solchen mist zu erzählen hat vermutlich nur einen sinn /zweck ..:( :(..

    mann …solche lehrgänge sind ne „lizenz zum gelddrucken „das man nich selber auf sowas gekommen is, solche lehrgänge zu veranstalten ..ich meine, tiefen inhalt müssen die ja nich haben 😦 😦

    unglaublich , da wird den teilnehmern die lebenszeit geklaut 😦 😦 😦 ..gehste unschuldig in den „knast „, kriegste noch ne entschädigung …hier zahlste drauf mit deiner lebenzeit /deinem nicht vorhandenen geld ..und vorallem : mit deiner lebensperspektive , welche nach dem prinzip „hoffnung „wie ne „gabe „verteilt wird, oder eben och nich 😦

    naja…dieser ganze „bildungsträgersumpf „…eine „ehrenwerte „gesellschaft 😦

    • Zitat “ naja…dieser ganze “bildungsträgersumpf “…eine “ehrenwerte “gesellschaft 😦

      Ja, Carola, nicht umsonst nutze ich gelegentlich das böse Wort „Träger-Made“. Maden leben nun einmal, gut eingebettet, bekanntermaßen im Speck 😦

      Das sog. erweiterte Führungszeugnis wird bereits zu Beginn der Fortbildung eingefordert, alles für die Sicherheit…

      Mich ärgert ungeheuer (zumal ich seit Wochen nahezu täglich mit diesem Thema über Stunden konfrontiert werde) die maßlose Verunsicherung, die mit den Menschen da betrieben wird.
      Und eben auch die Abzocke…der Leiter meinte beispielsweise, dass diejenigen, die bereit wären, an der 14tägigen Privatschulung (450.-€ aus eigener Tasche) teilzunehmen
      (für eine Zertifizierung, die Voraussetzung ist, dass derjenige dann 7,60 €/h verdient, nicht etwa Schulung für die Luftsicherheit, welche mit knapp 11.-€ bezahlt wird!!)
      nicht auf die Idee kommen sollen, bei der AfA Fahrtkosten zu beantragen. Diese Schulung sei „intern“.
      Da fällt mir echt nichts mehr ein!

      Und Demoverbot…das ist der Hammer!
      Desweiteren unbezahltes Praktikum ausserhalb (!) einer Weiterbildung. Auf telefonischen Zuruf! Ein No-go, wenn Du hier mal liest http://www.studis-online.de/Karriere/art-723-praktikumsverguetung.php

      • machs doch kurz :

        das scheint ein mitglied der mafia zu sein …..

        nun ja, ich denke /vermute , es ist /bleibt ne frage des „machens „und „mit sich machen lassens „..und genau da is das problem, die meisten lassen es mit sich machen , im austausch gegen eine vermeindliche perspektive im berufsleben ..nun ja, nun kenne ich den markt nicht , ob sich ein „kuschen „lohnen würde .?????????????

        nur, wenns an die finanzielle existenz geht ..also, man mehr mitbringen muss, als die sache wert ist …und das bei so unsicheren aussichten ..hm ?????????????

        „…nicht auf die Idee kommen sollen, bei der AfA Fahrtkosten zu beantragen.“

        • Ach Carola…die schittern sich doch fast alle in die Bux.
          Wie mir berichtet wurde, ist einer der Dozenten eine, hmmm, sehr maskuline Dame ;), die wenig Selbstbeherrschung hat. Da werden Teilnehmer häufig angebrüllt („ich reiße Euch den A*** auf“)…gestandene Männer!, und die lassen es sich gefallen.
          Beschwerden bei der Leitung? Fehlanzeige! Beschwerden beim Arbeitsvermittler? Vergiss es! Mein (weitergegebener) Vorschlag, alle Mißstände aufzulisten und mittels Unterschrift zu bestätigen, um diese weiterzuleiten (AfA,LBA)…abhaken!
          Das ist wohl nicht anders als beim Rest der Erwerbslosen…Wehrhaftigkeit kann mensch mit der Lupe suchen…Angst essen Seele auf?

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