„Bayern-News“ 4 – Arbeitsvermittlung ohne Augenmaß: Augsburgerin soll in einer Bordellbar arbeiten

Vorab: Selbstverständlich sollte es jedem Menschen freigestellt sein, wo und als was er nun arbeiten möchte.
Ich habe auch keinerlei Probleme oder Berührungsängste in Bezug auf das sog. „Rotlichtmilieu“.
Leben und leben lassen…solange auch solche Arbeit auf freiwilliger Basis stattfindet.
Ich bin dennoch der Meinung, dass „Arbeit in der Sexbranche“ nicht durch Agenturen oder Jobcenter angeboten oder vermittelt werden sollte.

Da Vermittlungsvorschläge – anders als durch die AfA im Artikel dargestellt – nahezu immer ohne Ansicht, Neigung oder „Qualifikation“ des Erwerbslosen verschickt werden, „Prinzip Gießkanne“ – dazu überwiegend sanktions-oder Sperrzeitbewehrt sind – sind „Fehlgriffe“ vorprogrammiert.
Und die Abwehr solcher Angebote kann durchaus – mit etwas Pech – zunächst einmal an die existenziell nötigen  Einkünfte gehen. Auch wenn eine mögliche Sperre schnell von den Sozialgerichten einkassiert würde, so wären doch zuerst Ärger, Widerspruch und vorübergehende finanzielle Einbuße angesagt.

Auch die Verniedlichungen, Verharmlosungen und Relativierungen in Kommentaren und anderen Medien halte ich (nicht nur) aus den genannten Gründen für reichlich daneben.

Zitat
Die Augsburger Agentur für Arbeit hat einer 19-Jährigen eine Stelle als Servicekraft in einem Bordell vorgeschlagen. Die Frau sollte in dem Bordell Gästen an der Theke Getränke ausschenken. Voraussetzung sei ein „ansprechendes Auftreten„, heißt es in einem Brief des Arbeitsamtes…

der ganze Artikel hier

„ansprechendes Auftreten“ , altbekannt unter Animieren in entsprechend aufreizender Kleidung, zieht zwangsläufig Gegrapsche und weiterführende Angebote potentieller Freier nach sich, da hat sich nun rein gar nichts geändert in Bordellen. Und deshalb widert mich der Januskopf der Leserschaft und Journalisten momentan einmal mehr gewaltig an:
Ein medialer Aufschrei geht durch’s Land, weil ein Politdarsteller sich zu schlüpfrigen Sprüchen hinreißen ließ. Die Empörung über ein absurdes „Angebot“ einer deutschen Behörde wird jedoch als „überflüssiger Hype“ betitelt und der Vorgang (fast schon schmunzelnd) als „kurios, Panne oder Versehen“ bezeichnet.

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4 Kommentare zu “„Bayern-News“ 4 – Arbeitsvermittlung ohne Augenmaß: Augsburgerin soll in einer Bordellbar arbeiten

  1. ich weiss…ich kriege jetzt „watschen :)“..aber…ne servicekraft ist KEINE prostituierte …und in JEDEM lokal erhofft man ansprechende servicekräfte zu finden und ich vermute, es wird auch bei der einstellung von personal wert gelegt , das nicht „baba jaga “ http://89.146.219.173/files/filemanager/piper-fantasy/images/Baba%20Jaga.jpg die drinks serviert …ok..als servicekraft in einem bordell zu arbeiten is nicht jedermanns sache , gebe ich zu , aber, ich denke , das sich die gastronomische einrichtung nun im „rotlichtmilieu „befindet , ist eher nebensächlich (wenn man bedenkt , was in manchem noblen etablissiment passiert , was NICHT offiziell zum „rotlichtmilieu „gehort . und „anbaggern „/angrabschen „des servicepersonals is nich nur im rotlichtmilieu „mode „sondern , da läuft man in der ganzen gastronomie gefahr )..

    und da liegt die „krux: wenn man das „angebot „ablehnt ,weil man es für sich selbst für unzumutbar hält (ethisch /moralisch )..isses eben sanktionsbewährt …nix mit dem freien willen in der berufsausübung und eben auch „wo „.

    mir persönlich wäre es wurscht , wo ich drinks ausgebe…aber eben NUR drinks mixen und ausgeben ..und /oder betten beziehe /putze .,,,,

    nun ja…aber, der (aus meiner sicht )undifferenzierte aufschrei , das die arbeit als servicekraft in einem bordell per se unzumutbar ist , weil man automatisch dann zu „freierdiensten „eingeteilt wird…hm….

    allerdings, ne bessere prüfung mancher jobangebote seitens des arbeitsamtes wäre schon nicht schlecht ..es ist die frage, warum sollen diverse kriminelle vereinigungen /privatpersonen …durch den staat subventioniert werden , indem sie ihrem personal niedriglöhne zahlen die aufgestockt werden müssen /sollen?.

    das ist , aus meiner sicht das verwerfliche …es wird(indirekt)prostitution gefördert /erhalten /gefördert..indem man personal „zuschustert „seitens der ämter,das freiwillig nie auf die idee kämen , in solchen brancen zu arbeiten ..

    nun ja…das das „tun“ der ämter teilweise kriminell ist und oder kriminalität begünstigt /animiert ….kein geheimnis 😦

    mal was witziges :

    ich habe , vor einigen jahren , auch mal e angebot ausn rotlichtmilieu bekommen , das war völlig ernst gemeint (von e tankstellenkettenbesitzer mit noch anderem „geschäftsbetrieb „,:) ) als „puffmutter „…nun ja…ich bin bestimmt nich der typ frau, auf den männer in bordellen stehen ..eher in dominastudios 🙂 ..deswegen bin ich mir ganz sicher, es wäre in dem aufgabengebiet auch das drin gewesen, was „draufgestanden „hätte ..service 🙂 zu organisieren und den betrieb am laufen zu halten .

    naja…ich habe , trotz grosszügig in aussicht gestellter bezahlung dankend abgelehnt .., aber, das war eben meine FREIE entscheidung ..heute würde ich vielleicht ne sanktion bekommen , wenn ich ALGII -empfänger wär (und auch nich mehr so e grosszügiges gehalt angeboten bekommen , denke ich , denn auch „puffbetreiber „müssen beim personal sparen :und wenn sie ihr personal vom staat „gesponsert „kriegen 😦 😦 )

    • 😉 Nö, keine Watschen – warum auch? Hier herrscht Meinungsfreiheit/vielfalt…

      Also ernsthaft jetzt, wenn die Behörden schon meinen, sie müssten zunächst jeden potentiellen Arbeitgeber ungeprüft (Fakt) in ihre Anbieterliste aufnehmen, dann sollte zumindest eine Differenzierung nach Branchen erfolgen.
      Und entsprechend um eine weitere Abteilung „Erotik-Business“ erweitert werden, welche auf Nachfrage (!) dann Angebote herausgibt.

      Klar ist die Gastrobranche besonders anfällig für Grapscherei und co, aber dennoch ist es ein riesiger Unterschied, ob mensch nun in einem „normalen“ Abendlokal – meinetwegen sogar am Rande des Milieus – arbeitet oder eben direkt IM Puff.
      Ich kenne diese Etablissements, die Bar ist überwiegend das Entree, in welchem sich die Freier die Mädels zunächst ausgucken.
      „Ansprechend“ ist hier im doppelten Wortsinne zu verstehen: Die Gäste sollen angesprochen = animiert werden, die „Service-Kräfte“ müssen Umsatz generieren. Optisch ansprechend ist schlicht als sehr, sehr aufreizend zu verstehen.
      Nein, es ist keinesfalls vergleichbar mit sonstiger Gastroarbeit!

      Und – das vernachlässigst Du sehr gerne, meine Liebe 😉 :
      Du bist tough, ich bin es auch und viele andere Frauen ebenso.
      Aber eben nicht alle. Und sich gegen einen aufgegei**** Freier zu wehren, wenn Cheffe Umsatz sehen will, wird ungleich mehr als in anderen Kneipen quittiert mit einem
      „Stell Dich nicht so an…“ von Cheffe UND Kunden.

      Ich war viele Jahre im Milieu „zu Hause“, durfte berufsbedingt auch als Frau in manchen Puff. Glaub mir mal, die Kunden dort unterscheiden nicht wirklich (und ich bin da generell nur in Jeans aufgeschlagen).
      Frau -> im Puff -> käuflich -> Ende der Logik!
      War so, ist so und wird vermutlich auch so bleiben.

      Nee, die Herren und Damen Bordellbetreiber mögen sich ihr Personal bitte auf anderem Wege suchen, das ging schließlich (bevor Prostitution als Beruf anerkannt wurde) lange Jahre gut. Und an Service-Personal mangelte es nie, auch ohne behördliche Vermittlung. Warum also jetzt über die AfA?
      Hach, ich bin gut drauf und schmeiß‘ mal ne Runde Polemik 🙂 :
      Zum Thema behördliche Vermittlung in’s Milieu fiel mir vorhin als Erstes der Spruch ein – Herr, lass Schei$$e regnen, der Acker ist gut bestellt…

      • ih denke das hauptaugenmerk sollte nicht liegen , „wo „ich zum arbeiten „zwangsverpflichtet“ werde ..sondern WIE ..das es eben , wenn man vom JC „zwangsverpflichtet „wird zum „arbeitsdienst“unter dem druck von sanktionen , eigendlich mehr /weniger IMMER unzumutbar ist …ich denke /vermute , wenn ich mir freiwillig ne arbeit in einem zweifelhaften etablissement suche , gehe ich doch ganz anders an die sache ran , als wenn ich dort , unter EXISTENZBEDROHUNG durch leistungsentzug arbeiten MUSS , mich also (arbeitsmässig )prostituieren muss, weil solche arbeitsverhältnisse nicht auf augenhöhe entstehen ..

        nicht das jobangebot ist unmenschlich , der sanktionsdruck isses !

        naja….und das eben der staat als „zuhälter „fungiert …naja, machter ja nich nur aufn gebiet der arbeitsvermittlung 😦

        • Natürlich Carola, „Arbeits“Angebote unter aller S** und unter Sanktionsdruck, das ist eine Form der Zwangsarbeit und das gehört ohne wenn und und aber abgeschafft.
          Siehe auch Einlassung der UNO zu diesem Thema.
          Wie ich schrieb, wer freiwillig im Milieu oder als Dixie-Reiniger arbeiten möchte…alles o.k. – ein jeder nach seiner Facon.
          Nur diese unzumutbare Auffassung von Zumutbarkeit, der existenzielle Druck, diese Angst – also alle Folgen dieser asozialen SGB2-Gesetzgebung – die Ursache hierfür ist abzulehnen/abzuschaffen.
          Aber noch schläft deutsche Michel…wenngleich seine Träume mittlerweile wohl schon unruhiger werden.

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