Aachen: Jobcenter gegen Gewalt (Aktion) vs. gegen Jobcentergewalt (Reaktion)

Als ich vor geraumer Zeit von der Plakataktion „Jobcenter gegen Gewalt“ in Aachen las, war ich einmal mehr erstaunt, wie leicht es offenbar ist, Tatsachen teils zu verdrehen, teils durch emotionalisierte Darstellung von anderen Sachverhalten abzulenken.
Schlicht: Da werden (potentielle) Täter zu Opfern und (potentielle) Opfer zu Tätern erklärt.
Übergriffe auf Jobcenter-Mitarbeiter sind schlimm (wie jeder gewaltsame Übergriff), dennoch ist die Anzahl der Übergriffe durchaus „überschaubar“. In der Presse werden daraus jedoch Berichte, die mit Begriffen wie „zunehmend, häufig,immer öfter“ suggerieren, dass „der Erwerbslose“ zunehmend gewaltbereiter wird.
Anders hingegen sieht es bei den unzähligen täglichen Opfern der strukturellen Gewalt aus.
Dies wird medial unter den Teppich gekehrt und sollte ein besonders „schlimmer“ Fall doch einmal an’s Licht der allgemeinen Öffentlichkeit gelangen, dann war es natürlich nur ein „bedauerlicher Einzelfall“
Der Kollege der Aachener Erwerbslosen-Initiative tatendrang beschrieb es wie folgt treffend:

Zu Bismark´s und Kaiser´s Zeiten waren Sozialdemokraten die „Volksschädlinge“ und Täter, kurze Zeit später waren es Juden, “Arbeitsscheue” und Homosexuelle und heute sind es die Leistungsbezieher oder „Kunden“, die nicht nur als „Sozialschmarotzer“ und „Sozialbetrüger“ von Steuermitteln leben sondern sogar ihre „Helfer“ mit Gewalt überziehen.

Während Sozialbetrug aber wenigstens noch in einem messbaren Bereich – je nach Statistik zwischen 1,5 und 5 %, liegt, entzieht sich der einseitige Gewaltvorwurf jeder messbaren Größenordnung.
Ca. 2000 tägliche Kundenkontakte ergeben bei 220 Arbeitstagen jährlich 440.000 Kontakte. Bei jährlich ca. 50 „Übergriffen“ ergibt das eine Quote von 0,012 %.
(Quelle: Jobcenter)
Quelle und weiterlesen-klick

Ich fand es daher nur folgerichtig und gut, dass auf die -vorsichtig formuliert- irreführende Plakataktion der Aachener Jobcenter nunmehr eine Plakataktion anlässlich des allmonatlichen Zahltags erfolgte.
Nachstehend die beiden Plakate, für die Gestaltung des Antiplakates zeichnet die Initiative tatendrang verantwortlich, alle Rechte liegen hier bei tatendrang. Weiterverbreitung ist bitte dort ebenso zu erfragen wie alles Andere rund um diese Initiative
http://wp3.t-ac.de/

Ich bedanke mich auf diesem Wege bei den Aachener Aktivisten und wünsche ihnen weiterhin Kraft, Ideen und Durchhaltevermögen.

„Original“ Jobcenter gegen Gewalt

Quelle http://www.jobcenter-staedteregion-aachen.de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/einzelansicht/artikel/jobcenter-gegen-gewalt.html

„gegen Jobcenter Gewalt“

https://i2.wp.com/wp3.t-ac.de/wp-content/uploads/2013/01/gewalt2a4.jpg

Quelle http://wp3.t-ac.de/archive/1279

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