Nahrungsmittelspekulation – Deutsche Bank belog Bundestag – Mailaktion

Schon als Kinder lernten wir (überwiegend):
Mit Essen spielt man nicht
Die Vertreter der Deutschen Bank und Allianz haben dies wohl weder erlernt, noch verfügen sie über ein ethisch-moralisches Bewusstsein. Dies zeigt sich nicht zum ersten Mal. Daher ist der nachstehende Bericht eher erwartungsgemäß denn erschreckend…

foodwatch hat es ans Licht gebracht: Während Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen die Spekulation mit Nahrungsmitteln verteidigt, warnt seine eigene Forschungsabteilung vor den schweren Folgen. Öffentlich behauptet Deutschlands größtes Geldhaus, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Spekulation und steigenden Nahrungsmittelpreisen – dabei belegen mehrere Dokumente von „DB Research“, dass die Deutsche Bank selbst von einem solchen Zusammenhang ausgeht. Sogar den Deutschen Bundestag hat die Deutsche Bank über ihre eigenen Erkenntnisse belogen, nur, um die erträglichen Wetten auf Kosten der Ärmsten fortsetzen zu können. Und das, obwohl es hier um Leib und Leben von Menschen geht! Ganz ehrlich: So viel Skrupellosigkeit hätten auch wir nicht erwartet. Bitte helfen Sie mit und fordern Sie die Deutsche Bank zum Ausstieg auf – unterzeichnen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion:

www.foodwatch.de/aktion-deutschebank

Eigene Forschungsabteilungen warnten Deutsche Bank und Allianz vor schweren Folgen – Deutsche Bank belog den Bundestag

Insgesamt sechs Papiere aus den Forschungs- abteilungen von Deutscher Bank und Allianz belegen: Entgegen öffentlicher Äußerungen gehen die Unternehmen selbst davon aus, dass Spekulation mit Agrarrohstoffen zu höheren Nahrungsmittelpreisen und damit zu Hunger führen kann.

In einem als „ausschließlich zur internen Nutzung, vertraulich“ gekennzeichneten Dokument des Allianz-Konzerns, das der Verbraucherorganisation foodwatch vorliegt, heißt es: Es sei „doch wahrscheinlich“, dass „spekulative Kapitalströme (…) die Preisentwicklung zumindest verstärkt haben“. In einem weiteren Papier hielt die Forschungsabteilung von Allianz bereits 2008 fest: „Die Preisausschläge an den Agrarmärkten wurden durch spekulative Faktoren nicht ausgelöst, aber verstärkt.“

Deutsche Bank belog Bundestag

Vier Dokumente der Abteilung „DB Research“ zeigen, dass die Deutsche Bank den Deutschen Bundestag über ihre Erkenntnisse belogen hat. Vor dem Bundestagsaus- schuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatte der Chefvolkswirt des Unternehmens, David Folkerts-Landau, am 27. Juni 2012 gesagt: „Es gibt kaum stich- haltige empirische Belege für die Behauptung, dass die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten zu Preissteigerungen oder erhöhter Volatilität geführt hat.“

Die Forschungsabteilung der Deutschen Bank dagegen schreibt: „Auch die Spekulation hat zu Preissteigerungen beigetragen.“ DB Research warnt ausdrücklich und unmissver- ständlich vor den Konsequenzen: „Solche Spekulationen können für Landwirte und Verbraucher gravierende Folgen haben und sind im Prinzip nicht akzeptabel.“ Folkerts-Landau könnten die Einschätzungen von „DB Research“ durchaus bekannt sein – er selbst ist der Leiter der Abteilung.

„Der eigentliche Skandal ist, dass Deutsche Bank und Allianz ganz genau wissen, welchen Schaden sie mit ihren Finanzprodukten anrichten – aber die Öffentlichkeit täuschen und sogar den Bundestag belügen, um weiterhin ohne Skrupel Geschäfte auf Kosten Hungernder zu machen“, erklärte foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.

Insgesamt werden in den Papieren von Deutscher Bank und Allianz immer wieder die uneinheitlichen empirischen Erkenntnisse über den Einfluss von Spekulation auf die Preise dargestellt. Die Hauptursache für steigende Preise wird in fundamentalen Ent- wicklungen (steigende Nachfrage, Biospritproduktion etc.) gesehen.

Doch entgegen den öffentlichen Aussagen von Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und Allianz-Vorstand Jay Ralph, die spekulative Finanzprodukte sogar als Instrument im Kampf gegen die Hungerkrise darstellten, gehen die Forschungsabteilungen beider Un- ternehmen davon aus, dass Spekulation Preisentwicklungen verschärfen kann:
Es sei „nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Spekulation übermäßige Preisent- wicklungen zumindest fördert“, heißt es in einem Allianz-Papier.

foodwatch forderte Deutsche Bank und Allianz auf, sämtliche Finanzprodukte, die auf die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen wetten, sofort vom Markt zu nehmen.
„Schon kurzfristige Preissteigerungen können insbesondere bei chronisch mangeler- nährten Kindern dauerhafte Schäden verursachen oder zum Tode führen – allein eine Wahrscheinlichkeit für solche Folgen verpflichtet dazu, die exzessive Spekulation aus Vorsorgegründen zu beenden“
, so foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.

In einem Dokument aus dem Jahr 2010 machten sich die Deutsche-Bank-Forscher sogar noch für politische Eingriffe stark: „Eine stärkere Regulierung auf den Derivatemärkten würde insgesamt einen positiven Beitrag dazu leisten, Exzesse zu vermeiden.“ Geboten wäre das – aber davon ist heute keine Rede mehr.

www.foodwatch.de

Hinweise:
Alle Zitate aus den Forschungspapieren von Allianz und Deutscher Bank sowie Links zu den Originaldokumenten:
bit.ly/WbCama
Stellungnahme von Deutsche-Bank-Chefvolkswirt David Folkerts-Landau im Deutschen Bundestag:
bit.ly/Xtys5v

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