Bloggen nach der Blogpause – Gedanken über geäußerte Meinungs-und Gefühlsvielfalt

Wie in Blogpause geschrieben, hatte ich zuletzt tiefe Zweifel an der Sinnhaftigkeit meines Blogs.

Ausgelöst wurden die Zweifel -letztendlich- durch die tranchiermesserscharfe Kritik eines Einzelnen. Vielleicht kennt das ja der ein oder andere Leser: „Kritik“ hat durchaus unterschiedliches Gewicht, je nach dem, wer sie wann und vor Allem, wie hervorbringt. Und manchmal ist sie eben tonnenschwer…

Angeregt durch den Kommentar von Ronald in „Blogpause“, dachte ich darüber nach, weshalb ich überhaupt mit dem Bloggen begann, welchen Zweck der Blog erfüllen soll und was ein Blog eigentlich ist. Auf diesem Weg herzlichen Dank für den Gedankenschubs…

Warum bloggen?

Diese Frage war schnell geklärt.
Ich war lange Jahre in Sozialforen unterwegs, anfangs, um zu lernen, später dann, um selbst Hilfestellung geben zu können. Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass u.A. der Umgangston immer rauher wurde, bis hin zur Grenze des für mich Erträglichen.
Ich musste irgendwann die Reißleine ziehen und aus der „Forenarbeit“ aussteigen.
Dennoch ist es mir ein Anliegen, nützliche Informationen weiterzugeben und damit evtl. helfen zu können. Aber finde es auch wichtig, sich „Dinge von der Seele“ schreiben zu dürfen – in Foren geschieht dies meist im sog. „Off Topic“ Bereich.
So in etwa formulierte ich es dann auch auf meiner Begrüßungsseite. Was also lag näher, als zu bloggen?

Die Freiheit nehm ich mir

Unbeleckt von Wissen darüber, dass ein Blog ein Kürzel ist für web-log = Internet-Tagebuch ist, schrieb ich wohl „instinktiv“ dementsprechend.
Jetzt erst (!) las ich, dass ein „ansprechender Blog“ eine erkennbare Unterscheidung bieten sollte zwischen Fakten und eigener Meinung. Nun, ich denke, auch ohne dass ich um diese Wichtigkeit wußte, habe ich dennoch die Balance halten können.
Wikipedia dazu […] Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen.
Womit ich beim Thema „publizieren der eigenen Meinung“ angelangt wäre.

Meine Meinung, Deine Meinung

Ich vertrete (hier) meine Meinung, ich beschreibe meine Empfindungen.Diese Meinung kann geteilt werden, muss sie aber nicht.
Es kann darüber diskutiert werden, oder eben nicht.
Für mich ist meine Lebenseinstellung richtig, das bedeutet aber mitnichten, dass meine Wahrheit DIE Wahrheit ist. Auch wenn ich sie für heilsam halte und mir wünsche, mehr Menschen würden sie teilen.Meine Empfindungen sind deutlich dargestellt als Gefühle. Ich habe sie nie als unumstößliche Fakten verkauft.
Somit schreibe ich meine Meinung, beschreibe meine Gefühle in meinem Blog.

Der werfe den ersten Stein

Vielleicht wählte ich ab und an „ungeschickte Formulierungen“ (schwurbeln tu ich sowieso 😉 )
Na und?
Vielleicht bin ich damit unbeabsichtigt Menschen auf die Füße getreten. Das bedaure ich, sollte dies so sein.
Und doch, wenn es so wäre, habe ich das Recht, „Fehler“ begehen zu dürfen.
Gerade über die „Richtigkeit“ von Gefühlen zu befinden, zu urteilen gar, steht niemandem zu.
Wie bereits geschrieben, im Bereich des Empfindens und der daraus resultierenden Meinung gibt es nun einmal keine allgemeingültige Wahrheit.

Faktencheck

Ein wenig anders ist es bei „Aktionen mit Aussenwirkung“ wie Strafanzeigen, offenen Briefen, Petitionen und Ähnlichem. Hier ist ein vorheriges Sammeln von Basisfakten natürlich unabdingbar.
Dennoch sehe ich mich keinesfalls in der Pflicht, vor eigenen Aktionen Recherchen bis in den Nano-Bereich hinein anzustellen. Sollte mangels Vorbereitung etwas daneben gehen, bin ich die Verantwortliche, kein Anderer. Und mir als unbedeutender Person dürfte es kaum möglich sein, dadurch wirklichen Schaden bei Mitmenschen versehentlich zu verursachen
Ich nehme „etwas“ wahr, reagiere emotional.
Wenn es mich extrem „mitnimmt“, möchte ich es ändern oder zumindest nicht tatenlos zusehen. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass etwas bewirkt wird, sammele ich Fakten, so gut ich es vermag.
Triebfeder aber ist und bleibt meine Emotion.

Würde ich den Anspruch erheben, journalistisch aktiv zu sein, wäre eine Erwartung hinsichtlich „Tiefgang“ sicherlich gerechtfertigt (wobei, auch die professionelle Journaille zeichnet sich nicht immer dadurch aus)
Ich bin aber kein Profi.
Ich kann und will auch nicht manipulieren. Ich befinde meine „Aktionen“ für richtig,punktum. Aber das können alle Mitmenschen natürlich völlig anders sehen…

Wenn ich beispielsweise um Beteiligung -bei was auch immer- bitte, dann, weil ich diese Sache für mitmachenswert erachte.
Meine Meinung, mein Empfinden.

Ausschalten, wegklicken, zur Seite legen

TV, Blog und Zeitung haben eines gemein:
Der Konsum des Inhalts ist freiwillig und selbstbestimmt. Niemand wird dazu gezwungen.

Ich schreibe meine Meinung, ich zwinge sie aber niemandem auf.
Und selbst wenn ich hier die Meinung veröffentlichen sollte, dass rosa Latzhosen das Non-plus-Ultra sind und zum Kauf derselben aufrufe, fällt das unter

Meinungsfreiheit

Macht es mich traurig, dass nicht die ganze Welt in rosa Latzhosen herumläuft, ist das mein persönliches Empfinden.

Und schreibe ich nun darüber, dass es mich bestürzt, wie wenig Menschen nur  rosa Latzhosen mögen und dass ich das so gar nicht verstehen kann, dann fällt das erneut unter Meinungsfreiheit.
Im Rahmen meiner persönlichen Freiheit muss ich auch nicht alles über die Entstehungsgeschichte von rosa Latzhosen wissen. Es genügt, dass sie mir gefallen.

Ich verantworte nur, was ich schreibe und nicht, was hinein interpretiert wird

Glaubt ein Leser nun, nur weil ich schreibe, wie bestürzt ich darüber bin, dass rosa Latzhosen so gar keinen Anklang finden, ich werte ihn dadurch ab (halte ihn für einen geschmacklosen Menschen, einen modischen Deppen) dann hat er meine Worte leider völlig falsch verstanden.
Das aber entzieht sich meiner Verantwortung.
Die „rosa Latzhosen“ haben hier natürlich nur eine Stellvertreterfunktion, ich wählte sie deshalb weil sie (man stelle sich sie bildlich vor 😉 ) sehr speziell sind…

Fazit

Ich bin ich, mein Blog ist mein Blog, meine Empfindungen sind meine Empfindungen.
Leben und leben lassen – lesen oder lassen…

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15 Kommentare zu “Bloggen nach der Blogpause – Gedanken über geäußerte Meinungs-und Gefühlsvielfalt

  1. Huhu Ellen

    Ich werde nicht mit dir über Klamottenfragen diskutieren – freu mich einfach, dass du wieder da bist 🙂

    • Schade eigentlich 😉 wollte ich doch auch Dich von rosa Latzhosen überzeugen…

      Nein, Synonym-Geblödel beiseite. Ich bin mir sicher, dass die „Botschaft“ – für die ich einen „Modebegriff“ als Platzhalter wählte, verstanden wurde.
      Und danke, dass Du Dich freust.
      lG
      Ellen

    • Ich meinte latürnich den [url=http://www.smilies.4-user.de][img]http://www.smilies.4-user.de/include/Optimismus/smilie_op_001.gif[/img][/url] nicht den [url=http://www.smilies.4-user.de][img]http://www.smilies.4-user.de/include/Eklig/smilie_iek_008.gif[/img][/url]

  2. „Sonnengott“ thank you !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      • Der Sonnengott hat mir erzaehlt: hoere „radio eins“, dort „Radio Affair
        mit Anja Caspary“. (wird -glaub’i wiederholt[Nachts]“,
        gucks’tu:
        http://www.radioeins.de/programm/index.psdoc.!content!rbb!ein!programm!sendungen!sendungen!48!1303!130306_eins_radio_affair_whg_2996.from.05-03-2013_05-00.to.06-03-2013_05-00.html
        )

        dort janis joplin (stueck ?-f.ck: keine playlist, bis jetzt) und
        Carolyne Mas ~ „Sittin‘ in the Dark“
        oder letzte short-link-t:

        handelt von „Iglu’s“…. sitting in the dark …
        🙂

        P.S.
        selber „Sonnentanz“ machen, Sonne kommt …., die Tage …; you know ?

        • 😉 Danke, nur hierzu müsste sich der Sonnengott an seinen Kollegen Apollon wenden. Da ich (mal wieder) mit Stick am Start bin, gehen derzeit weder Radio noch Videos 😦
          Der Musikgott möge es richten…oder mein DSLAnbieter endlich in die Puschen kommen

  3. welcome back 🙂
    du hast es wunderbar auf den punkt gebracht!
    wem nicht gefällt, was du schreibst, kann wegbleiben oder sogar ein gegenblog aufmachen … wobei gegenblog jetzt nur bedeutet, das er/sie das eigene ding fährt.

    hier ist dein „zuhause“, hier bist du der bestimmer.

    im übrigen finde ich, das orange latzhosen das non-plus-ultra sind 😛

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