Kritik unerwünscht – welche Konsequenzen drohen Inge H., Jobcentermitarbeiterin aus HH ?

Wer ist Inge H.?
Inge H. ist Bloggerin. Aber sie ist in erster Linie Mitarbeiterin eines Jobcenters in Hamburg.
Inge H. ist kritisch, sehr kritisch. Sie ist mutig. Ihr „Brandbrief“ – und vermutlich nicht nur der – sind der Stein des Anstoßes, weshalb die Personalleitung nun zum Gespräch „bat“

Inge H. klagte an – mit Empathie und spitzer Feder –  das Hartz-System  verstoße gegen die Menschenwürde  und  die Sanktionspraxis treibe Menschen in den Tod. Darüber will die Behörde jetzt mit Inge H. sprechen.

Die Anklage der Inge H. – „Und die Bundesagentur für Arbeit schaut zu“

Sehr geehrte Bundesagentur für Arbeit

Wie viele Tote, Geschädigte und geschändete Hartz IV-Bezieher wollen Sie noch auf Ihr Konto laden? Wie viele Dauerkranke, frustrierte und von subtiler Gehirnwäsche geprägte Mitarbeiter wollen Sie in Ihrem Konstrukt Jobcentermaschine durchschleusen?

Fragen, die mich als Jobcenter-Mitarbeiterin bewegen. Fragen, auf die ich keine Antwort erhalte. Und Fragen, die öffentlich Ihrerseits diskutiert werden sollten. Das Internet quillt über von Meldungen über verhungerte, selbstmörderische und schwerst gekränkten „Hartzern“. Nicht geringer sind anonyme Aussagen und Berichte über Jobcenter-Mitarbeiter zu finden, welche den Druck, die gewollte Unmenschlichkeit gegenüber den Leistungsberechtigten und die Erfüllung von Quotenkollonen nicht mehr gewachsen sind. Anonym, aus Angst vor Repressalien und Kündigung durch die Zentralen der Jobcenter oder Ihrer Behörde (…)

Quelle und weiterlesen auf altonabloggt

Ihre Forderungen kann man hier nachlesen

http://altonabloggt.wordpress.com/2012/11/03/eine-jobcenter-mitarbeiterin-fordert/

Erinnerungen an Fabienne Brutus werden wach

Fabienne Brutus war eine Mitarbeiterin der französischen Arbeitsagentur.
Zitat:
Fabienne, ein Beispiel aus Frankreich, wie eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit Frankreich nicht mehr mitspielte. Zuerst anonym, später offen entstand eine soziale Dynamik „Nein das machen wir nicht mehr mit“! Ergebnis ein Buch, die Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik von Sud ANPE (Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit).

Die „deutsche Fabienne“ wird noch immer gesucht

Quelle und weitere Informationen

Zurück zu Inge H.
Wie geschrieben und hier veröffentlicht, wurde diese engagierte und couragierte Frau nun zum Personalgespräch geladen.

Der Tenor dieses Gespräches dürfte eindeutig sein, wenngleich ich mich mit diesen Worten einmal mehr spekulativ aus dem Fenster lehne.
Ich gehe davon aus, dass „wir“ über Inhalte nichts erfahren werden. Über Inhalte von Personalgesprächen darf der Arbeitgeber wohl berechtigt Stillschweigen fordern.

Wie wird es weitergehen und wo bleibt die Solidarität der Kollegen?

Wie, nicht erst seit Inge H.’s Veröffentlichung, bekannt ist, gibt es eine (hohe) Anzahl von Mitarbeitern in Jobcentern, die nicht unkritisch sind.
Mitarbeiter, die an dem Spagat zwischen ihrem Gewissen und Angst um ihre eigene Zukunft erkranken.

Auch ich möchte diesen Mitarbeitern zurufen:

Fangt an, Euch zu wehren!

Wehrt Euch gegen unerfüllbare Vorgaben, gegen den Druck von oben, den Ihr an das letzte Glied der Kette – den Leistungsbezieher – durchreichen sollt.
Sagt NEIN zu dieser in Gesetz gegossenen Unmenschlichkeit!
Ihr seid nicht allein, und es gibt durchaus legale Möglichkeiten, Eure Rechte zu wahren. Sucht Rückenstärkung bei den Gewerkschaften, und wenn Ihr verbeamtet seid, erinnert Euch an Euer Remonstrationsrecht!
Fangt an zu begreifen, dass Leistungsbezieher und Jobcentermitarbeiter Sklaven eines menschenverachtenden Systems sind, welches damit auch Euch nur durchkaut und wieder ausspuckt, ganz wie es ihm beliebt!

Vielleicht nicht ganz passend, dennoch drängt sich mir in diesem Zusammenhang  die nachfolgende Szene unweigerlich auf

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3 Kommentare zu “Kritik unerwünscht – welche Konsequenzen drohen Inge H., Jobcentermitarbeiterin aus HH ?

  1. Schrei, hier, sowas aus dem Fenster, ruck zuck kommt der liebe Onkel, im weißen Kittel, mit der engen Jacke die man auf dem Rücken zubindet.

    • 🙂 Es war ja nur eine sich mir plötzlich aufdrängende Erinnerung…
      Ich fand diese Satire klasse, einer der besten Filme dieser Art.
      Und wie nun „kollektives Schreien“ seitens der JC-MA umzusetzen wäre, das habe ja nicht nur ich geschrieben, da gab es andere vor mir…

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