CampactAktion – Fracking stoppen – bitte um Mitzeichnung

Was ist Fracking? Welche Gefahren drohen? Die nachstehende Info von Campact informiert.
Ich bitte einmal mehr herzlich um Unterstützung und Weiterverbreitung.
Danke.

5-Minuten-Info:
Fracking stoppen

Mit Hilfe des so genannten Fracking wollen Energiekonzerne deutschlandweit Erdgas fördern. Um an das Gas zu gelangen, pressen Konzerne wie BASF und ExxonMobil einen hochgiftigen Chemie-Cocktail unter hohem Druck in den Boden. Das Gestein im Untergrund wird aufgesprengt und gibt so das eingeschlossene Erdgas frei. Diese Fördermethode gefährdet unser Grundwasser und produziert Millionen Liter giftiger Abwässer für deren sichere Entsorgung es derzeit keine Lösung gibt. Solange die Risiken nicht ausgeschlossen sind, muss Fracking nach Ansicht von Umweltverbänden verboten werden.

Stattdessen will die Bundesregierung dieser Hochrisiko-Technologie jetzt mit einem Gesetz den Weg ebnen. Der Gesetzentwurf verbietet zwar Fracking in Trinkwasserschutzgebieten – aber Grundwasserströme machen an deren Grenzen nicht einfach halt. Zudem könnte auf weit über 80 Prozent der Landesfläche die Risikotechnologie weiter eingesetzt werden. Dafür reicht eine Umweltverträglichkeitsprüfung: Die ist aber ein zahnloser Tiger, solange Studien zu den Langzeitfolgen und Risiken von Fracking fehlen.

Wie funktioniert Fracking?

Nicht überall kommt Erdgas, das hauptsächlich aus dem Treibhausgas Methan besteht, „frei“ unter der Erde vor. Auch Schiefer-, Sandstein- oder Kohleschichten können in kleinsten Poren und Bruchzonen große Mengen an Erdgas enthalten. Dieses Gas entweicht beim Anbohren nicht selbständig aus dem Gestein.

Beim Fracking werden Gesteinsschichten durch eine Mischung aus Millionen Litern Wasser, Sand und Chemikalien aufgebrochen, die mit hohem Druck, bis zu 1.300 bar, unter die Erde gepresst wird. Aus den so erzeugten Rissen kann das Erdgas entweichen und abgesaugt werden.

Trinkwasser in Gefahr

Eines der Probleme des Verfahrens sind die chemischen Stoffe, die dem Wasser zugesetzt werden, darunter aggressive Säuren, giftige Korrosionsschutzmittel und Biozide. Diese Stoffe können über die durch das Fracking geschaffenen Risse, durch undichte Bohrungen oder über das Oberflächenwasser bis ins Grundwasser gelangen und sich über große Distanzen verteilen.

In den USA wurden entsprechende Grundwasserverseuchungen dokumentiert. Grundwasserströme sind bislang in Deutschland unzureichend erforscht und die Gefährdung im Vorfeld einer Bohrung ist deswegen nicht verlässlich zu bewerten. Auch das Tiefengrundwasser kann durch den Chemie-Cocktail verseucht werden, außerdem kann Gas ins Grundwasser gelangen.

Zudem entstehen beim Fracking durch Ausspülung aus dem Wirtsgestein große Mengen an mit radioaktiven Substanzen und Schwermetallen belastete Abwässer. Diese führten in der Vergangenheit auch immer wieder zu Verseuchungen des Grundwassers. Dieser sogenannte Flow Back ist bei Fracking besonders problematisch, da sich in ihm die natürlich vorkommenden und die im Rahmen des Frackings eingebrachten Stoffe vermischen.

Bislang pumpen die Unternehmen dieses Gemisch einfach wieder in den Boden und drücken sich so um die Verantwortung für die Abwässer. In Niedersachsen gibt es dafür 800 km Abwasserleitungen, die zum Teil undicht sind. Täglich fahren auch viele LKWs zu den Bohrplätzen, die nicht an das Abwassernetz angeschlossen sind. Denn die umweltgerechte Reinigung der Abwässer in Industriekläranlagen und die Entsorgung der dabei anfallenden Reststoffe ist bisher völlig ungeklärt.

Erdbeben durch Fracking

Die unmittelbar durch das Fracking ausgelösten Erdbeben sind relativ unbedeutend. Wenn dann aber die Abwässer in Disposalbohrungen entsorgt werden, führt das – wissenschaftlich belegt – in seismisch instabilen Regionen zu Erdbeben.

Fracking in Deutschland

Das Umweltbundesamt (UBA) schätzt, dass in Deutschland 1,3 Billionen Kubikmeter Gas in unkonventionellen Lagerstätten, also in Gesteinsschichten gebunden, liegen. Nach Einschätzung einer vom UBA in Auftrag gegebenen Studie, ist derzeit unklar, wie viel davon zu welchen Kosten und unter welchen Risiken überhaupt technisch und wirtschaftlich förderbar ist. Unkonventionelle Gasvorkommen gibt es vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, in kleineren Ausmaßen aber auch in allen anderen Bundesländern.

Bislang wird in begrenztem Umfang in Niedersachsen „gefrackt“. In den letzten dreißig Jahren wurden in Niedersachsen ca. 250 Fracks an etwa 90 Bohrungen durchgeführt – ohne dass dabei die Umweltauswirkungen überwacht worden wären. Diese Fracking-Vorgänge betrafen konventionelle Lagerstätten, deren Ergiebigkeit durch Fracks gesteigert werden kann.

Doch überall, wo Fracking-Bohrungen ankündigt werden, gründen sich Bürgerinitiativen, hagelt es Protest. Aufgrund des massiven Widerstands in der Bevölkerung hat ExxonMobil im November 2012 verkündet, für weitere sechs Monate auf Fracking zu verzichten. In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung Fracking per Moratorium vorläufig sogar ganz gestoppt.

Studien zu Umweltauswirkungen fehlen

Mit Fracking soll eine Technologie großflächig Einzug erhalten, deren Risiken völlig unabschätzbar sind. „Wir stellen zusammenfassend fest, dass zu einer fundierten Beurteilung dieser Risiken und zu deren technischer Beherrschbarkeit bislang viele und grundlegende Informationen fehlen“, schreiben Wissenschaftler/innen im Herbst 2012 in einer umfangreichen Studie, im Auftrag von Bundesumweltminister Altmaier. Bislang gebe es noch keinerlei systematische Erfassung über Art, Menge, Verhalten und Verbleib der eingesetzten Stoffe und keine gezielte und systematische Überwachung der Umweltauswirkungen.

Und der Klimaschutz?

Schmutzige, fossile Energien oder Sonne, Wind und Wasser? Mithilfe hochgiftiger Chemikalien und unter massiven Umweltrisiken fossile Energieträger auszubeuten, anstatt in saubere, Erneuerbare Energien zu investieren, ist geradezu absurd. Jede weitere, neu erschlossene fossile Energiequelle führt zu einem weiteren Anheizen des Klimawandels und verzögert den Einstieg in das regenerative Zeitalter mit Erneuerbaren Energien.

Weitere Informationen

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