Offenbach – Erwerbslosen-Initiative SGB2 Dialog = menschenverachtende Provokateure, sonst nix ??

Nach Meinung der Personalräte De Brake (Kreisvorstand die Grüne) und Abendschein, beide Ver.Di, offenbar schon…

Wie bereits hier geschildert, haben sich zwei Vertreter des MainArbeit-Personalrates (Ver.Di) ohne den Ansatz des Hinterfragens hinter die Handlungsweisen- und Anweisungen von Dr. Schulze-Boeing gestellt.

Waren die Behauptungen im Artikel der Frankfurter Rundschau schon als grenzwertig zu betrachten, werden diese noch getoppt durch die offizielle Stellungnahme, hier in aller Polemik und mit allen Behauptungen inkl. unterschwelliger schmutziger Unterstellungen

Ver.di_BetrGr_Ma_InFo__ _März nachzulesen.

Die unangenehmsten Auszüge gleich hier:

(…) Wir fordern deshalb die Akteure auf, ihren Protest in der angemessenen Form dorthin zu richten wo die Verantwortung liegt und die Rufmordkampagne gegen die MitarbeiterInnender MainArbeit einzustellen!

(…) Wir wissen, dass unter den gegebenen Umständen immer eine schwierige Atmosphäre in den Beziehungen zwischen Behörde und Antragstellern herrscht. Hier durch provokative Aktionen, die nichts bewirken und nichts bewirken wollen, als die Komplizierung der Situation

(…) Aggression zu stiften ist menschenverachtend. Sie richten sich nicht nur gegen die MitarbeiterInnen, sondern instrumentalisieren die Menschen die auf SGBII Leistungen angewiesen sind für ganz eigene Ziele. Darüber hinaus besteht immer das Risiko (hoffentlich) nicht gewollte Konfliktdynamiken in Gang zu setzen.

Der letzte Satz ist besonders perfide,

unterstellt er doch -gekonnt unterschwellig durch die Anwendung der Klammer- den Aktivisten des SGB2 Dialoges, möglicherweise bewusst Konflikte und Eskalition provozieren zu wollen.
Die Folgen einer eskalierten Auseinandersetzung kennen auch die Personalräte spätestens seit Frankfurt und Neuss.

Mein nachstehend offener Brief geht an die MainArbeit, den Personalrat i.V. v. te Brake und Abendschein, an Ver.Di und div. Internet-Portale

————————————————————————————————————————————–

Offener Brief an Claudia te Brake und Gerhard Abendschein – Ver.Di Personalräte

Werte Frau de Brake, werter Herr Abendschein,

ich nehme Bezug auf Ihre Stellungnahme zu den Vorkommnissen in der MainArbeit vom 01.03.2013.
Als Bürgerin der Stadt Offenbach sehe ich mit wachsender Besorgnis, wie auch hier mit hilfebedürftigen Bürgern umgegangen wird. Erschreckend ist für mich auch, dass nun ehrenamtliche Helfer offensichtlich öffentlich diffarmiert und nach meiner Einschätzung kriminalisiert werden sollen.
Anders kann ich sowohl Ihre Einlassungen in der Frankfurter Rundschau als auch die als in Funktion des Personalrates verfasste Stellungnahme nicht werten.

Ohne der Erwerbslosenhilfe SGB2 Dialog direkt zugehörig zu sein -wenngleich ich mich solidarisch zeige- fühle auch ich mich durch Ihre Stellungnahme in ein unpassendes Licht gesetzt.
Denn auch ich unterstütze seit Jahren Menschen bei Problemen mit der MainArbeit. Und ich darf Ihnen versichern, die Mischung aus Willkür, Rechtsunkundigkeit, ersichtlichen Rechtsbrüchen,Selbstherrlichkeit und Gleichgültigkeit seitens vieler Mitarbeiter ist erschreckend!

Und genau diese jahrelang gemachten Erfahrungen führen Ihre Worte ad absurdum.
Sie schreiben, Zitat:
Der Protest hat aber da anzusetzen, wo die Verantwortung liegt. Das ist zu allererst die Bundesregierung in Berlin und nicht die Beschäftigten bzw. ein Geschäftsführer. Das dürfte einerBundestagsabgeordneten nicht unbekannt sein

Von dem völlig überflüssigen Seitenhieb auf Frau Buchholz MdB einmal abgesehen, geht es in Offenbach nicht darum, dass „protestiert“ werden soll gegen die SGB2-Gesetzgebung.
Hier vor Ort geht es in erster Linie um den Umgang mit den Leistungsberechtigten.
Berlin zeichnet gewiss nicht verantwortlich dafür, dass Leistungen falsch berechnet werden oder gar nicht zur Auszahlung kommen.
Berlin zeichnet nicht verantwortlich für gesetzeswidrige Verweise auf Lebensmittelgutscheine, wenn Leistungsberechtigte mittellos sind.
Berlin wimmelt auch keine existenziell bedrohten Offenbacher Mitbürger ab.
Das Alles geschieht hier, in Offenbach, in der MainArbeit!

Da Betroffene sich in Unkenntniss oder Angst vor weiteren Repressalien oft nicht selbst adäquat wehren können, ist daher eine, günstigenfalls rechtskundige, Begleitung erforderlich.
Dass es Menschen unter existenzieller Bedrohung schwer fällt, sachlich und ruhig zu bleiben, ist für jeden Menschen mit etwas Empathie nachvollziehbar.
Dass, kommen dann noch Behandlung „von oben herab“ und Abwimmeln dazu, sich das Mißfallen in durchaus lauten und unschönen Worten Luft macht ist ebenso verständlich.
Hier sollten die Mitarbeiter der MainArbeit froh sein, dass Beistände, die den Betroffenen zu ihrem Recht verhelfen wollen, deeskalierend wirken.

Lästig sind sie, diese Beistände, das kann ich schon (fast) „verstehen“.
Sie verursachen Arbeit, lassen sich nicht abwimmeln und keine rechtswidrigen Märchen erzählen.
Noch dazu klären sie Betroffene über deren Rechte auf.

Das Alles aber berechtigt weder Sie, noch Herrn Dr. Schulze-Boeing dazu, die Unterstützer dergestalt zu diffarmieren, indem Sie Vermutungen Raum geben und diese als Tatsächlichkeit vermitteln.

Ganz übel wird es, wenn sie mittels semantischer Kniffe versuchen, die Unterstützer in die Nähe von Gewaltbereitschaft zu rücken. Dies hat auch Herr Dr. Schulze-Boeing bereits versucht.
Es ist einfach nur unanständig, die Unterstützer kriminalisieren zu wollen!

Sie als Gewerkschafter sind gefordert, Ihre Mitglieder zu unterstützen, das ist richtig. Die Stellungnahmen haben aber mit Unterstützung nichts gemein!
Diese Aussagen sind völlig unreflektiert und blenden Tatsachen schlicht aus.
Das Wort „Rufmord“ im Zusammenhang mit Kritik an der Vorgehensweise vieler Mitarbeiter der MainArbeit zu postulieren, hat die Grenze jedweden Geschmacks überschritten.

Mein Vorschlag an Sie:Tun Sie als Gewerkschafter das, was Sie sollten, unterstützen Sie die Mitarbeiter.

Aber tun Sie das bitte richtig. Fragen Sie doch einfach einmal, wie viele unter Druck stehen, weil sie wissen (!) die x-te Anweisung von oben ist mit rechtskonformem Handeln nicht vereinbar.
Und mit oben ist nicht Berlin gemeint, vielmehr die ehemals 5te Etage der MainArbeit.
Ich persönlich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich hörte …“das ist aber die Dienstanweisung“ – egal, wie widerrechtlich diese war.
Einige Mitarbeiter waren sogar so „mutig“, mir zu sagen…“ich würde es ja anders machen, aber der Druck von oben, schreiben Sie halt Widerspruch“.
Helfen Sie den Mitarbeitern, die unter ihren Vorgaben leiden. Geben Sie denen Rückendeckung, die sich gegen rechtswidrige Dienstanweisungen stellen wollen und es nicht wagen!

Das! wäre gewerkschaftliche Arbeit im positiven Sinn.

Es grüßt Sie

Ellen Vaudlet

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16 Kommentare zu “Offenbach – Erwerbslosen-Initiative SGB2 Dialog = menschenverachtende Provokateure, sonst nix ??

  1. Wenn dieser Blog auch leider erst sehr spät entdeckt wurde……..

    ….hier sind mehrere Dinge von einander getrennt zu betrachten,

    Zum einen handelt es sich bei den beiden Genannten zwar um VERDI-Mitglieder,
    aber sie haben sich aus Sicht der Personalratsvertretung der Mainarbeit zu den
    Vorfällen geäussert und reflektieren von daher in erster Linie die Politik und das
    -massgeblich vom Geschäftsführer, Herrn Dr. Schulze-Boeing- geprägte Selbst-
    verständnis der Behörde. Merke: auch für Personlräte gilt die Devise „wessen
    Brot ich ess, dessen Lied ich sing“. Aus Sicht der -indirekt für ihre Inkompetenz
    und ihr Desinteresse- angesprochenen Mainarbeit-Mitarbeiter haben sie dagegen einen guten Job gemacht -ihnen im Sinn der Aussage „ich mache hier nur meinen Job, fürs Denken werde ich nicht bezahlt, und ich tue was man mir sagt“ den Rücken gestärkt und die Verantwortung für Missstände und Misswirtschaft abgesprochen und an die Beschwerdeführer zurückdeligiert.
    Das beide Personen bei näherer Betrachtung an sich qua Einstellung nicht für
    eine gewerkschaftliche Verwendung geeignet sind, ist unbestreitbar.

    Zum anderen muss festgehalten werden, dass bei der Auswahl der Mitarbeiter
    der Mainarbeit, -sowohl aus dem Pool städtischer Verwaltungsangestellter, als
    auch aus dem Outsourcing-Pool der Ex-Postler und Ex-DB-Mitarbeiter als auch
    der Vertragsmitarbeiter- von vorne herein darauf geachtet wurde, dass diese
    Mitarbeiter nicht durch übermässige Individualität, persönliche Integrität und
    fachliches Wissen, sondern einer ausgeprägten Opportunitätsannahme durch
    die Vorgesetzten ausgegangen werden konnte. Die dümmlichen und z.T. klar
    rechtswidrigen „Dienstanweisungen“ eines Geschäftsführers einer faktisch ausserhalb der Kontrolle stehenden „zkT“ (Optionskommune) lassen keine anderen Auswahlansprüche zu unterstellen zu.
    Ein aus der bäuerlichen Grenzregion „Hessen/Bayern“ stammender Sachbear-
    beiter mit argonomischer Berufserfahrung sitzt eben lieber am Schreibtisch, be-
    kommt sein Geld ohne dafür wirklich arbeiten zu müssen, und entwickelt daher
    keinen Ehrgeiz der einer weiteren Beschäftigung (Vertragsmitarbeiter!) im Wege
    steht und ihn u.U. wieder aufs Feld oder den Stall zurückbefördert!

    Dem gegenüber steht die Gruppierung „SGBII-Dialog“, die sich in der Vergangenheit weniger durch sach- und lösungsorientierte Arbeit als durch populistische Selbstdarstellung hervorgetan haben. Die Gruppe ist parteipolitisch instrumentalisiert, verfügt über keine geordnete Struktur und Führung und verfügt nicht gerade über fachlich versierte Vertreter. Das Verteilen von bunten „Info-Zetteln“ vor der Haustüre der Mainarbeit ist in sich wenig geeignet die Betroffenen um fassend über ihre Rechte und Möglichkeiten zu informieren und deren Interessen gegenüber der Mainarbeit fundiert zu vertreten.
    Überdies kann davon ausgegangen werden, dass die Geschäftsleitung der Main-
    arbeit durchaus die Erkenntnis „teile und herrsche“ kennt und selektiv anzuwen-
    den versteht.

    Auf mittlerer Sicht helfen da nur 2 Veränderungen:

    Zum einen bedarf es der Gründung einer neuen, unabhängigen Interessenver-
    tretung mit breitgefächerter Rahmenkompetenz, deren Vertreter tatsächlich die
    Interessen der Betroffenen gegenüber der Geschäftsleitung der Mainarbeit, un-
    abhängig davon ob Hr, Dr. oder Fr. oder, oder.., zu vertreten in der Lage und
    Willens sind, und
    zum anderen der konsequenten Veröffentlichung aller Missstände unter Benenn-
    nung der Verantwortlichkeit in lokaler oder überregionaler Presseorganen, die
    Einschaltung kritischer TV-Formate sowie der gleichermassen konsequenten
    Einreichung von Dienstaufsichtsbeschwerden und ggf. Verdachtsanzeigen bei
    anzunehmenden Rechtsbrüchen gegen die verantwortlichen Mitarbeiter gegenüber der zuständigen Staatsanwaltschaft.
    Sowohl Fachvorgesetzte als auch die unabhängigen Ermittlungsbehörden -Staatsanwaltschaft, Hess. Ministerium für Soziales – sind amtsermittlungspflich-
    tig. Den Mitarbeiter, der sich regelmässig massiven Vergehensvorwürfen aus-
    gesetzt sieht, sich rechtfertigen muss ohne die Personalräte für sich sprechen
    lassen zu können und ggf. Fragen der StA beantworten muss, und dann weiterhin seine inkometente Handlungsweise fortsetzt als sei nichts geschehen, möchte ich sehen!
    Bei einem, zwei oder drei Beschwerden könnte man noch von „Einzelfällen“ (
    dem Lieblingsterminus des Herrn Dr. … neben seiner ansonsten hoch gepflegten
    Untätigkeit) sprechen, aber bei einer sich stetig erweiternden Lawine von Be-
    schwerden und Eingaben liesse sich das durch die Verantwortlichen nicht mehr
    ignorieren und diese liefen Gefahr von der Lawine aus dem Amt gespült zu
    werden!

  2. Pingback: Offenbach – “Alles nur Verunglimpfung” | WIR Der ZeitBote Saarland

  3. das ist eine Schande wie Gewerkschafter hier agiertren, wenn der Personalrat zum Mittäter im System wird , muss man sich nicht wundern. nichts anderes ist die Stellungnahme, die Offenbarung gefälligst in Ruhe, das perfide System Hartz IV umsetzen zu wollen, zum Teufel mit denen, wenn das eine Gewerkschaft tut!

    ihr seid noch viel zu leise! Das Konfliktpotenzial muss sogar noch erhöht werden, wenn eine gewerkschaftliche Vertretung sowas zulässt, ist nicht auf der Seite der Betroffenen, sondern das Gegenteil ist hier zu vermuten.

    aber man muss sich auch nicht wundern, die Gewerkschaft ist bei den Bildungsträgern der Nutznießer der Hartz IV Gesetzgebung.

    lasst Euch mal von solchen Deppen einer Gewerkschaft nicht für dumm verkaufen, voller Breitseite müssen die bekommen so viel Feuer unter dem Hintern gemacht werden, dass sie ihren Hintern wieder hochkriegen.

    • Wenn ich Dir auch grundsätzlich Recht gebe, Klaus…
      Aber „das Konfliktpotential erhöhen“, das käme dann wirklich dem Instrumentalisieren von Betroffenen gleich.
      Und gerade weil „wir“ unterschwellig als gewaltbereit dargestellt werden (sollen), muss eine wie auch immer geartete Eskalation verhindert werden.
      Es ist genügend Konfliktstoff vorhanden, das Problem ist, den „Gegner“ zunächst einmal in die Position zu bringen, dies auch öffentlich einzugestehen.
      Der Sermon seitens Schulze-Boeing ist (siehe nächster Artikel) seit Jahren identisch:
      „Einzelfälle, Bedrohung durch Leistungsempfänger, Schuldzuweisung iR Betroffene und/oder Technik, ansonsten läuft es doch supi“ 😦
      Bei Offensiven wird mittlerweile ja die Kriminalisierungskeule (Hausfriedensbruch) ausgepackt.
      Offenes Auftreten und öffentliches Aufzeigen der Mißstände muss künftig noch vehementer geschehen, denn seitens der Gewerkschaften ist mit keiner Unterstützung zu rechnen, auch nicht für JobcenterMA mit dem Willen zur Veränderung.
      Siehe Frau Hannemann, sie wurde von Ver.Di auch abserviert…keine Rückendeckung. Da waren die Kollegen der franz. ANPE ganz anders drauf…

  4. Auch wenn die abstrusen Vorkommnisse zu Lasten der Job-Center gehen, wollen wir nicht vergessen, dass auch Bundesregierung, Bundesbehörden, Bundestag sowie die Abgeordneten aller Parteien insoweit mitschuldig sind, dass z.B. die Sanktionen bei Hartz nicht stärker -viel stärker und viel lauter und viel öffentlichkeitswirksamer- kritisiert werden.

    • Wer könnte die Verursacher vergessen, Fritz ?
      Gerade jetzt, inmitten der Jubiläumsreden anlässlich der Agenda2010.
      Namhafte Menschen, die so viel mehr Wissen haben als ich, haben angeprangert, analysiert und den vermeintlichen „Erfolg“ als das entlarvt, was er ist: Die faktische Abschaffung des Sozialstaates – im eigentlichen Sinne.
      Wenn Du Größen wie Helga Spindler, Nescovic, Butterwegge u.v.A. nimmst, was könnte ich da noch hinzufügen?
      Von daher richte ich mein Augenmerk etwas mehr auf Zustände „vor Ort“, in der Hoffnung: Steter Tropfen höhlt den Stein.
      Meine ganz persönliche Meinung ist, dass es „erwachter“ und mutiger Mitstreiter bedarf, welche derzeit dem System noch dienen.Ein Schulterschluß zwischen „beiden Schreibtischseiten“ wäre ein erster wichtiger Schritt.
      Sanktionen gingen in’s Leere, wenn keiner mehr bereit wäre, sie umzusetzen…Wenn die kleinsten Rädchen sich nicht mehr drehen, schafft es auch das teuerste Uhrwerk nicht mehr, die Zeit richtig anzuzeigen 😉

  5. Pingback: Ellen Vaudlet zu Gewerkschaften und Hartz IV | norbertwiersbin.denorbertwiersbin.de

  6. Hallo Frau Vaudlet,
    danke für Ihren Bericht und Ihren Einsatz.

    Das folgende Zitat ist zwar anspruchsvoll zu lesen, finde ich, belohnt jedoch mit Verständnis und, meine ich, mit der Möglichkeit zur Einsicht.

    „Das Thema Grundeinkommen polarisiert oft. Was könnten die Gründe sein?

    Ob bei Anthroposophen, Sozialisten, Liberalen, Gewerkschaften – überall, wo starke Ausprägungen einer Ideologie oder Herzensangelegenheit schon lange stehen, wo das vehemente Gefühlt des Richtigen und Gerechten auch in die Selbstgerechtigkeit eingewachsen ist und sich erhalten will, fällt es besonders schwer, im Grundeinkommen zwar Quellen der eigenen Überzeugungen zu sehen, die einem da aber wegschwimmen hinein in die Gesellschaft, wo man sie nicht mehr als eigenen Besitz umgrenzt von eigener Bestimmungsgewalt in der Hand hat. Das Phänomen tritt häufig auf, dass eine neue Idee in die Welt tritt, die alle festgefahrenen Ideale neu in den Fluss bringen kann, mit neuem Geist anders ins Spiel bringen und mehr als vordem einlösen kann, dies allen in die Hand gibt, und dass aber die gegenteilige Tendenz da ist, das Neue wenn dann nur für sich haben zu wollen, neuen Wein in alte Schläuche, die frische Kraft nur zur Nahrung für das eigene Alte haben zu wollen, das in sich reinziehen zu wollen, was aber stark ist nur, weil es frei in die Welt geht. Und weil es nicht Partei ist. Weil es nicht alte Kriege anfacht. Weil es nicht mit Gewalt gegen vermeintliche Gewalt vorgeht und nicht verbrannte Erde schafft. Das Selbstgefühl aber ist stark, wenn man sich mit einer Sache verwechselt hat.“

    Zitat: newsletter Volksinitiative Grundeinkommen vom 15.3.2013, Frage an Enno Schmidt

    FG, mn

    • Herzlichen Dank für dieses Zitat.
      Ich werde es – mit unbelastetem Gehirn – Punkt für Punkt durcharbeiten.
      Wenngleich ich glaube, verstanden zu haben, ist es idT aufgrund seines Anspruchs wichtig, sich nicht nur oberflächlich damit auseinander zu setzen.
      fG
      E.V.

  7. Pingback: Offener Brief an Claudia te Brake und Gerhard Abendschein – Ver.Di Personalräte « Kritische Standpunkte

  8. Große Klasse, der offene Brief. Danke dafür an Ellen Vaudlet. Ich empfinde es als skandalös, wie dort angebliche Gewerkschafter agieren. „Angeblich“ deshalb, weil Frau te Brake und Herr Abendschein (in diesem Fall fällt es mir schwer, von „Kollegen“ zu sprechen), das grundlegende Anliegen und den Auftrag von Personalräten und Gewerkschaften entweder nicht verstanden haben, oder nicht verstehen wollen. Einen vergleichbaren Umgang mit der Problematik finden wir bis heute leider auf allen gewerkschaftlichen Ebenen. Dort wird das Thema zu gerne ausgeblendet und wenn überhaupt, immer beschwichtigend behandelt. Man will ja keinen Ärger vom Zaun brechen. Zum Beschwichtigen brauche ich aber keine Gewerkschaften, dazu kann ich auch zum Pfarrer gehen. Inzwischen bin ich an dieser Stelle nur noch traurig, auch hier werden bitter und zäh erkämpfte Rechte der arbeitenden Menschen dem Mülleimer der Geschichte geopfert. Deshalb: Großes Kino, wie Du diesen Herr – schaften den verdienten Marsch bläst. Respekt!

    • Hallo Norbert,
      ich schrieb irgendwo einmal von „Gerechtigkeitsempfinden“.
      Wohlwissend, dass ich nur ein winziges Sandkorn bin, versuche ich mit den mir gegebenen Mitteln dennoch, im Getriebe der Gleichgültigkeit (wahlweise auch: des brain-washing, des Egoismus‘, des Falschverständnisses) ein kleines Knirschen zu verursachen.
      Ich halte mich dabei an ein Wort des Dalai Lama:
      „Wenn Du glaubst, Du bist zu klein um etwas bewirken, dann versuche doch einmal, mit einer Moskito im Zimmer zu schlafen“ 😉

      Die Hoffnung, dass aus vielen kleinen Sandkörnern doch noch ein Sandsturm werden kann, bin ich nicht bereit, aufzugeben

  9. Pingback: Offener Brief an Claudia te Brake und Gerhard Abendschein | mein name ist mensch

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