Polizeigewalt – Alles wird gut. Bayerns interne Ermittler bekommen eine Chefin

 

Hat irgendwer beim Lesen der Überschrift einen Hauch Ironie wahrgenommen? Wenn ja, prima, denn so war es gedacht 😉

Zum Thema Polizeigewalt habe ich ja mehrfach schon geschrieben. Auch darüber, dass es offenbar in Bayern häufiger zu derart „Einzelfällen“ kommt als in anderen Bundesländern.
Bislang waren die internen Ermittler dem Polizeipräsidium München unterstellt, man ermittelte also gegen sich selbst. Nach dem Vorfall um  Gewaltopfer Theresa Z., klick wurden die Stimmen lauter, die eine objektive und polizeiexterne Ermittlung fordern. Österreich, England, ja selbst die USA verfügen über eine solche Institution.
Doch so schnell (seit wann gibt es diese Forderung eigentlich? Ist so so alt wie die Forderung nach Kennzeichnung von Polizisten?) schießen die Preußen bekanntlich nicht.
Wie dem nachstehend verlinkten Artikel der Süddeutschen zu entnehmen, funktionierte es nun hierzulande so:
Bayerns Innenminister Herrmann verfrachtete jetzt die internen Ermittler zum LKA, von nun an gibt es also das Dezernat 13, welches dann ermitteln soll, Zitat:

wenn eine Person durch einen Polizeieinsatz nicht unerheblich verletzt wird

Aha. Diese Formulierung ist klasse. So eindeutig, so überhaupt nicht schwammig (mich erinnerte sie sofort an den unbestimmten Rechtsbegriff „Angemessenheit“, sattsam bekannt aus dem SGB).
Die internen Ermittler haben also den Standort gewechselt, ein Garant für künftige Objektivität.
Der Komiker Atze würde dazu sagen:  Ja nee, is klar…“
Ich behaupte mal, dass das Krähenprinzip -mit Augen aushacken und so- auch künftig bestehen bleibt.
Ein Standortwechsel ist nun mal kein Gesinnungswechsel, nach wie vor werden Beamte gegen Kollegen ermitteln. Dass nun eine Frau die leitende Ermittlerin ist, lässt mich im Hinblick auf eine wirkliche Veränderung leider auch nicht hoffen.

Zufall, Quotenfrau oder psychologische Finesse ?

Warum wurde nun eine Frau zur Chefin ernannt ? Ich glaube da nicht an Zufall, vielmehr an Quote oder „Beruhigungspille“. Ich bleibe mal bei Letztgenanntem und spekuliere:
Was soll eine Frau in dieser Position signalisieren? Empathie, Einfühlungsvermögen, Gerechtigkeitssinn bedingt allein durch das Geschlecht? Ein „Hinweis“, dass nun alles besser wird, weil eine Frau eher weniger dazu neigt, Gewaltexzesse zu relativieren? Ein Fingerzeig, dass dem männlichen Korpsgeist entgegen getreten wird?
Ich habe wirklich keine Ahnung, alles was ich schreibe, sind Vermutungen.
Sollten aber Menschen nun wirklich auf diese mögliche, unterschwellige Beruhigung „hereinfallen“ und an künftige echte Aufklärung glauben, dann wird die Enttäuschung groß sein.
Vermutlich.
Denn allein „Frau zu sein“  ist noch kein hinreichender Beweis für Eigenschaften, wie ich sie oben nannte.
Das sollten eigentlich sehr viele Mitmenschen mittlerweile in Bayern beMERKt  haben, und auch im Rest der BRD ist ein noch größeres AufMERKE(L)n längst überfällig…

http://www.sueddeutsche.de/bayern/polizeigewalt-in-bayern-interne-ermittler-bekommen-chefin-1.1638988

 

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Ein Kommentar zu “Polizeigewalt – Alles wird gut. Bayerns interne Ermittler bekommen eine Chefin

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