Im Netz der Soziopathen

Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.

Diese Worte von Altkanzler Kohl sind -unabhängig von seiner Person- schlichte Wahrheit.
Die neuesten „Wertevorstellungen“, wie mit den Schwachen umgegangen werden soll, publizierte ich bereits vor Tagen in Form der aktuellen Dienstanweisungen der Bundesagentur für Arbeit.

Am Montag dann eröffnete die „BILD“  das „Halali auf erwerbslose Blaumacher“. Die Dienstanweisungen wurden als „Geheimdokumente“ bezeichnet, der Inhalt in gewohnt hetzerischer Manier verbreitet.Die Empörung über das geplante Vorgehen gegen erkrankte Leistungsbezieher war (selbst unter den Bild-Kommentatoren)  entsprechend groß.
Da ich seit Beginn der Einführung des SGB2 bereits warne, dass das Ende der sozialen Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist, sind auch die neuerlichen Entrechtungs- und Entwürdigungsversuche bei erwerbslosen Menschen für mich absehbar gewesen.
Vor 5-6 Jahren unterstellte man mir Paranoia, als ich warnte … ja, ich wäre jetzt – rückblickend – sogar sehr gerne paranoid gewesen… denn dann wären meine damaligen Befürchtungen Hirngespinste geblieben.

Kluge Bewertungen

gibt es mittlerweile zuhauf. Ich habe stellvertretend zwei Autoren herausgegriffen, welche als (ehemals) Betroffene mit spitzer Feder die neuerlichen Perversitäten gegenüber Erwerbslosen skizzieren.
Es sind der Schriftsteller Roberto de Lapuente – er kennt den Umgang mit „Hartzern“ aus eigener, früherer Erfahrung – und Thomas M. , ein entrechteter Leistungsbezieher nach SGB12, welcher unermüdlich die Mißstände publik macht trotz größter körperlicher Einschränkungen und Repressionen seitens der Sozialbehörden.
Daher kann ich getrost auf eine weitere, eigene Stellungnahme verzichten. Ich gehe am Ende dieses Artikels lieber auf (un)mittelbare Zusammenhänge zwischen entarteter A-Sozialpolitik und kranken Persönlichkeitsstrukturen ein.

http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=34465&tx_ttnews[backPid]=7&cHash=524e718725

von Thomas M.

Zitat (…)Und wieder sind es oft unfähige, weil schlecht ausgebildete und falsch motivierte, Sachbearbeiter, die entscheiden sollen, wem die Prüfer auf den Leib rücken und wem in Folge dann empfindliche Kürzungen des Nötigsten drohen. Und ausgerechnet der MdK der Krankenkassen, der ja in den letzten Jahrzehnten oft dadurch aufgefallen ist, dass er zugunsten der Krankenkassen kranke Menschen wieder besseren Wissens gesund schrieb, soll als Bock zum Gärtner gemacht werden.

Vergessen wird dabei, dass der MdK selbst im Auftrag der Krankenkassen keine Ent- scheidungen treffen darf, sondern lediglich Empfehlungen ausspricht. Mehr darf er auch für die Jobcenter nicht tun. Diese Empfehlungen, aber auch die Folgerungen der Job- center können aber weder eine Krankschreibung aufheben noch ein Attest. Im Gegenteil muss hier in der Konsequenz ein korrektes medizinisches Gutachten erstellt werden. Nur wie soll das in der Praxis funktionieren?

Ein Sozialstaat am Stammtisch – von Roberto de Lapuente

Zitat (…) „… wenn sie eines Tages einen Weg finden, wie man ohne Briefkasten auskommt, werden wir eine Menge Probleme los sein“, schrieb Charles Bukowski mal in einer Kurzgeschichte. Dieser Satz klingt wie das Flehen sämtlicher Hartz IV-Bezieher.

Ist dieser Alpdruck schon Krankheit? Reicht das für Krankschreibung? Aber genau das ist das Perfide an dieser Diskussion. Denn es gibt keine „Krankschreibung“, sondern lediglich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Krankheit im klassischen Sinne ist nur ein Aspekt von Arbeitsunfähigkeit. Das verschweigt man in dieser Debatte aber. Es gehört zum Blendwerk der Behörden und ihrer Helfer im Boulevard, Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit zu ersetzen, um damit Assoziationen wie Blaumachen oder Bettlägerigkeit zu erzeugen. Um zu suggerieren, dass da jemand nicht krank ist, obgleich er krankgeschrieben wurde. Aber arbeitsunfähig kann auch der sein, der psychisch seinem Alltag nicht gewachsen ist. Deshalb muss er nicht krank sein und macht trotzdem nicht blau.

Die ewige Frage nach dem Warum

Warum sind manche Menschen unfähig, die Tragweite ihrer schlimmen Handlungen zu erfassen?
Warum rennen solchen Menschen, wenn diese sich in Führungspositionen befinden, so Viele hinterher wie einstmals Ratten hinter dem Rattenfänger?
Warum wird unsere Gesellschaft immer „seelenloser“?
Das nachstehend verlinkte Interview (lang aber wirklich lesenswert) mit den  Herausgebern der Les Editions Pilule Rouge Ausgabe des Buches Politische Ponerologie versucht, Antworten zu geben.
Wenngleich manchesmal ein Hauch „Verschwörungstheorie“ anhaftet, so ist die wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung des „Bösen“ für mich sehr interessant.
Die moralische Wertung aus Sicht diverser Philosophien ist die eine Seite…und hier haderte ich sowohl mit der christlichen Version als auch mit der buddhistischen.
Beide Überlegungen gehen davon aus, dass der „Mensch an sich“ gut sei ( „göttlicher Funke“ bzw „Buddhanatur“) zumindest aber zunächst als „neutrales“ Wesen geboren wird.
Dass Einflüsse von außen, Geistesgifte ihn verderben.
Das bejahe ich auch weiterhin, mit einer Ausnahme: Ich war schon immer der Meinung, dass es einen gewissen Anteil Menschen gibt, bei denen gewisse Defizite von Geburt an da sind.
Ganz früher bezeichnete ich solche Menschen als „ohne Seele geboren“.
Der Autor des Buches „Politische Ponerologie“ geht von ca. 6% solcher Menschen aus.

politeia.org – Die Psychopathen und ihre Herrschaft über die Welt

Politische Ponerologie präsentiert das Thema auf radikal andere Art als die anderen Texte über Psychopathie und schlägt vor, dass der Einfluss der Psychopathen und anderer [psychologisch] Abweichender nicht nur einer der vielen Einflüsse auf unsere Gesellschaft ist, sondern, unter passenden Umständen, der Haupteinfluss ist, der unsere Lebens- und Denkweise und unser Urteilsvermögen, was rund um uns vorgeht, prägt. Wenn man die wahre Natur dieses Einflusses zu verstehen beginnt – dass sie gewissenlos, emotionslos, selbstsüchtig, kalt, berechnend und ohne jegliche moralische oder ethische Standards ist – , wird man richtiggehend entsetzt; aber gleichzeitig beginnt alles, Sinn zu machen. Unsere Gesellschaft wird immer seelenloser, weil die Menschen, die sie führen und das Beispiel abgeben, selbst seelenlos sind – sie haben buchstäblich kein Gewissen.

Wenn man zu verstehen beginnt, dass die Zügel der politischen und wirtschaftlichen Macht in den Händen von Leuten ruhen, die kein Gewissen, keine Fähigkeit zu echter Empathie haben, eröffnet das eine komplett neue Sichtweise auf das, was wir als “böse” bezeichnen. “Böses” ist nicht länger ein moralischer Standpunkt; es kann nun wissenschaftlich analysiert und verstanden werden.

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