MainArbeit Offenbach – Ein Goldtaler unter vielen Blechmünzen…

so in etwa könnte mensch den Arbeitsvermittler bezeichnen, den ich heute anlässlich Beistandschaft kennenlernen durfte.

Wer mich nur ein klein wenig kennt, weiß, dass ich mit Lob für Jobcenter-Mitarbeiter nicht wirklich großzügig bin. Nicht ganz ohne Grund, denn innerhalb von mehr als sechs Jahren als Beistand ist Herr R. leider erst der dritte Arbeitsvermittler, dem ich persönlich sowohl Empathie, Engagement, Sachkenntniss als auch kerngesunden Menschenverstand attestieren kann.
Exkurs:
Eigentlich ein Armutszeugnis.
Niemand käme auf die Idee, einen Busfahrer zu loben, weil er nicht in die falsche Richtung fährt.Kein Mensch mit Verstand würde einen Chirurgen beglückwünschen, weil er nicht das gesunde Bein amputiert…will heißen:
Es sollte eigentlich die Regel sein, dass ein Arbeitsplatzbesitzer seine Arbeit bestmöglich erledigt. Insbesondere, wenn er mit fühlenden (Menschen)Wesen zu tun hat.
Doch leider sind meine Erfahrungen in Bezug auf die MainArbeit überwiegend negativ…die wünschenswerte Regel ist hier die löbliche Ausnahme…

Ehre, wem Ehre gebührt 😉

Ein Mitarbeiter, der den Auswüchsen des SGB“forderns“ kritisch gegenüber steht, der alles dran setzt, Sanktionen für „seine Kunden“ zu vermeiden, der Eingliederungsvereinbarungen für weitestgehend sinnfrei hält und der sich sofort in’s Zeug legt, auch ihm unbekannte (zukunftsoriente) Ausbildung mittels Bildungsgutschein zu realisieren…
Der gesundheitlich beeinträchtigte Leistungsberechtigte sieht somit nach langer Zeit endlich wieder eine Perspektive.
Ein Mensch, der das Wort „Arbeitsvermittlung“ nicht umdeutet in das Ausdrucken von Zeitarbeitsangeboten, der sich die Akte des Arbeitssuchenden – angelegt vom Vorgänger – nicht ansieht, um sich selbst ein Bild zu machen, der sein Gegenüber respektvoll und „auf Augenhöhe sitzend“ behandelt…

Solche Mitarbeiter verdienen Respekt

Ja, sie dienen dem „System“. Ja, sie sind ebenso Erfüllungsgehilfen. Aber auch Inge Hannemann arbeitet noch als Arbeitsvermittlerin und dem Aktiven Norbert Wirsbien gehörte noch vor kurzer Zeit der Platz hinter einem Jobcenterschreibtisch.
Es steht mMn niemandem zu, alle Mitarbeiter über einen Kamm zu scheren (mit Ausnahme der  Feststellung, dass eben alle dieses System am Leben halten)
Wenn „wir“ zu Recht nicht unter pauschalen Vorurteilen leiden wollen, sollten „wir“ uns ebenso vor Pauschalierungen hüten. Sonst sind auch „wir“ keinen Deut besser…
Zudem:
„Wir“ brauchen Verbündete, und jeder „echte Mensch“ kann ein solcher sein bzw. werden. Das gilt auch -oder insbesondere?- für „die andere Seite des Schreibtischs“. Und sei es , dass dieser Mensch (anfänglich) „nur“ gute Arbeit leistet und nicht blind – unter Ausschaltung von Herz und Hirn – jede noch so rechtswidrige Dienstanweisung abnickt ect.
Das ist schon mal ein Anfang und wer weiß, was noch Gutes daraus wird…

 

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