Geschäft mit der Armut – Sondertarife für Autofahrer mit Geldproblemen geplant

Diese Meldung ist nicht mehr ganz taufrisch, dennoch wichtig, wie ich meine

Autofahrer  mit Bonitätsproblemen, dazu zählen selbstredend auch oder insbesondere  Leistungsbezieher, Aufstocker, Lohnsklaven in der Leiharbeit ect., sollen künftig eine höhere Kfz-Versicherung zahlen. Laut einem Bericht wollen die Versicherer Ende dieses Jahres entsprechende Tarife einführen. Die Anbieter rechtfertigen den Schritt unter anderem damit, dass Menschen mit einer schlechten Bonität häufiger Unfälle bauen würden.

Davon abgesehen, dass mensch  schnell zu Unrecht mit Negativeinträgen in Auskunfteien landet (falsche oder längst „erledigte“ Einträge gibt es nicht nur bei der SchuFa), empfinde ich  ein solches Geschäft mit der Armut als einfach nur widerwärtig.
Auch dass die von Versicherern bevorzugte Auskunftei eine Tochter der Bertelsmann-Krake ist, trägt nicht eben zur Beruhigung bei. Ob die Rechtfertigung der höheren Unfallquote tatsächlich auf empirischen Erhebungen fußt,  wage ich anzuzweifeln.
Auch denke ich, dass der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz nicht gegeben ist.  Mussten die Versicherungen erst vor Kurzem auf Grund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes ihre geschlechterspezifischen Eingruppierungen zurücknehmen und  die neuen Unisex-Tarife einführen,  greift man jetzt erneut zu unwürdigen und  diskriminierenden Einstufungs-Modellen .
Näheres hier: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kfz-versicherung-autofahrer-mit-geldproblemen-muessen-mehr-zahlen-a-892759.html

und etwas zurückliegend in der „Süddeutschen“ http://www.sueddeutsche.de/auto/kfz-versicherungen-geschaefte-mit-der-not-1.1640705

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2 Kommentare zu “Geschäft mit der Armut – Sondertarife für Autofahrer mit Geldproblemen geplant

  1. Da es sich hier um Versicherungen handelt wundert es mich, die sind doch eigentlich auf Profit aus, oder? Bei einem teuren Auto sind die Reparaturkosten hoch und bei einem alten Auto gibt es ( bei einem Totalschaden/ ist schnell erreicht) den Wiederbeschaffungswert.

  2. naja…es ist anzunehmen , wenn es sich nich grade um einen oldtimer handelt (der ja im wert steigt )ist anhand des (gebrauchtwagen)kaufverhaltens schon ersichtlich , wer geld hat , oder nich .(alter , fabrikat …)

    also, wer sich e mercedes(neuern baujahrs ) kaufen kann (nun nich die älteste „schlorre „)hat vermutlich eher geld in der tasche, wie eben der , der nur e paar 100 E aufwenden kann für e auto und beten muss, das er ihn beim nächsten TÜV durchkriegt ..wo beim kauf eindeutig der preis DAS argument ist , nicht umweltverträglichkeit , benzinverbrauch ..enfach , weil er mobil sein MUSS um seine existenz zu erhalten und /oder überhaupt vermittelbar zu sein .

    ausserdem ,es war ja erklärtes ziel , alte autos von den strassen zu holen (naja, der absatz an neuwagen und hochpreisigen gebrauchtwagen scheint ja auch nicht mehr so zu laufen nach der abwrackpämie )angeblich aus klimaschutzgründen …oK . jetzt macht mans über den versicherungsbeitrag ..ich vermute , es wird auch eine rolle spielen , das eben bestimmte fabrikate anfälliger sind /andere eben nicht

    stellen die ELOS,(die autobesitzer sind ) sollten die pläne umgesetzt werden doch e antrag auf mehrbedarf ,:) 🙂 🙂 denn das JC verlangt ja mobilität rund um die uhr und quer durch die republik. um seiner pflicht nachzukommen , seine bedürftigkeit zu vermindern /zu beseitigen .

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