Arbeitsvermittlung und Vollbeschäftigung

Es erfreut mich immer wieder, wenn ich lese, dass „meine“ Einstellung manchmal auch die (teils sehr) kluger Köpfe ist.Ganz neben der Spur kann ich also nicht liegen… 😉
So also freute ich mich auch, als ich „meine“ Gedanken zum Thema „(un)qualifizierte Arbeitskräfte“ und Arbeitsvermittlung im Blog von Gerd Flegelskamp niedergeschrieben fand.

Wenngleich in einem etwas anderen Zusammenhang – Flegelskamp nimmt hier spitzzüngig die Mär von der Vollbeschäftigung auf’s Korn – so könnten doch weite Teile des Artikels auch meiner „Feder“ entspringen.
Diese Passagen zitiere ich nachstehend, empfehle aber den ganzen Artikel, klick

(…)denn bei jedem Job gibt es spezifische Eigenheiten, die man erst wirklich lernt, wenn man sie praktiziert. Und immer spielt dabei auch eine gewisse Veranlagung eine Rolle. Der oder die Eine hat ein Talent und Gespür für technische Dinge, andere sind besonders für Verwaltungstätigkeiten geeignet, wieder andere haben besondere künstlerische Fähigkeiten, um nur ein paar Eigenschaften aufzuführen. Ob jemand gut oder besonders gut in seinem Job ist, liegt oft vor allem daran, dass sich jemand gefunden hat, der diese schlummernden Fähigkeiten erkannt und vielleicht sogar gefördert hat.

(…) ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns über Fähigkeiten verfügt, oftmals Fähigkeiten, von denen wir selbst nichts wissen. Dabei ist die Vorbildung oftmals zweitrangig, denn Arbeit hat immer mit Praxis zu tun. Die Theorie ist nur dafür da, den Weg zu weisen und darin kann man durchaus versagen, um dann in der Praxis festzustellen, dass man es nicht nur kann, sondern sogar gut kann. Und manche Arbeiten haben völlig zu Unrecht ein schlechtes Image. Ein Beispiel: Eine Friseuse mag vielleicht Schwierigkeiten in der Mathematik und in der Rechtschreibung haben. Doch mit den Utensilien eines Friseurs entwickelt sie sich zur Künstlerin, wird regelrecht zur Visionärin, denn aus meiner Sicht gehört viel Vorstellungskraft dazu, aus nassem und vielleicht auch verfilztem Haar Frisuren zu zaubern, die dem Typ der Kundin oder dem Kunden entsprechen. Sicher, das gilt nicht für alle, aber aus meiner Sicht für eine Menge der Damen und auch Herren in diesem Gewerbe. Zu Unrecht einer der am schlechtesten bezahlten Berufe.

In der Presse und in einigen Blogs (auch bei Egon W. Kreutzer) wurde über die Hamburgerin Inge Hannemann berichtet, eine Arbeitsvermittlerin, die sich geweigert hat, Arbeitslose zu sanktionieren, die sich mit den Arbeitslosen unterhalten hat, sie auf die vielen Fallstricke des SGB II hingewiesen und auch versucht hat, die Fähigkeiten der von ihr betreuten Menschen herauszufinden, um ihnen evtl. Jobs zu vermitteln, die eine wirkliche Chance darstellten. In Ihrem Blog altonabloggt hat sie einen offenen Brief an ihre Kolleginnen und Kollegen veröffentlicht, in denen sie diese darauf verweist, dass vor ihnen keine „Kunden“, sondern oftmals verzweifelte Menschen sitzen.

(…) Es war nur eine Frage der Zeit, bis das System diese Frau nicht mehr duldete, denn dieses System ist nicht darauf ausgelegt, den Menschen zu helfen, sondern sie zu demütigen und sie als nutzlos abzustempeln. Weil Frau Hannemann nicht bereit gewesen ist, dieses Spiel mitzuspielen, wurde sie freigestellt. Dabei hat sie die Lösung des Problems aufgezeigt. Wer wirklich die Arbeitslosigkeit bekämpfen will, muss die Fähigkeiten eines Talentsuchers besitzen. Dazu muss er aber auch wissen, welche Anforderungen jeweils gestellt werden.

(…) Statt Leute wie Inge Hannemann freizustellen, sollte man versuchen, mehr Leute wie sie zu finden und für den Job in der Arbeitsvermittlung zu interessieren. Und das Management der Arbeitsbehörden, allen voran Ursula von der Leyen, Weise und Alt sollten wenigstens ein wenig von ihr lernen. Das hätten sie bitter nötig.

Advertisements

Teile uns deine Gedanken mit:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s