Unions-Mittelstand will bei älteren Arbeitslosen kürzen

Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.”
(Napoleon I. Bonaparte, Kaiser der Franzosen)

Es scheint, als habe sich seit Napoleon kaum etwas verändert. Die Mär vom „Fachkräftemangel“ dient einmal mehr dazu, völlig schamlos denen, die sich in jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit kaputt malocht haben, das restliche Schwarze unter dem Fingernagel wegnehmen zu wollen.
Sieht man einmal von der Tatsache ab, dass es sich hier um Versicherungsbeiträge (!!) dieser Menschen handelt – was in meinen Augen ohnehin einem „Versicherungsbetrug anders herum“ gleichkommt – ist dieses Ansinnen auch ansonsten skandalös.
Eine Verkürzung der Bezugszeit von ALG bedeutet ein noch schnellerer Einstieg in „Hartz4“. Und hier können und werden diese Menschen, die (häufig) aus Altersgründen vom Arbeitsmarkt ausgespuckt werden – nachdem sie zuvor über Jahrzehnte gründlich durchgekaut wurden – dann zu Spottpreisen an Arbeitgeber verramscht. Wenn sie denn einer will…

Hauptsache billig und willig

Die Zeitarbeitsfirmen (und andere Ausbeuter) wird dieses Ansinnen gewiss erfreuen. Es ist doch wunderbar, wenn unter repressivem Druck ein Facharbeiter zu Helferlöhnen buckeln darf. Natürlich nur, wenn zuvor ein Eingliederungszuschuß gewährt wurde und der Arbeitnehmer somit fast nichts mehr kostet. Läuft der EGZ aus, steht auch der Arbeitnehmer wieder auf der Strasse…der Nächste bitte. Menschenmaterial ist schließlich genug vorhanden und wird, wenn diese Idee zum Gesetz mutiert, sich noch schneller vergrößern.

Politisch brisant? Quatsch!

Im Artikel wird dieser „Vorstoß“ als politisch brisant bezeichnet. Das halte ich für völligen Blödsinn. Brisanz könnte dieses Thema nur entfalten, wenn es eine starke Gegenstimme gäbe. Und die ist derzeit unauffindbar. Ich denke vielmehr, dass die Union sich derart sicher positioniert sieht, so dass ein solcher Vorschlag ohne Bedenken vor der Wahl geäußert werden kann. Ein wenig Geplänkel noch, ein paar – kaum ernst zu nehmende – „Diskussionen“ inkl. aller bekannten Lippenbekenntnisse und Sprechblasen, das war’s.
Und nach der Wahl wird sich zeigen, welche weiteren Ideen aus dem – noch verschlossenen – „Giftschrank“ dann dem Wahlvolk präsentiert werden.

Der Artikel ->

In der Union gibt es Bestrebungen, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I generell auf zwölf Monate zu beschränken. Eine solche Reform würde vor allem ältere Arbeitslose treffen. „Der Fachkräftemangel kann nicht nur international beseitigt werden, vielmehr gilt es, auch national das Potential, das in Teilzeitbeschäftigten, älteren Mitbürgern und Arbeitslosen existiert, für den Arbeitsmarkt zu gewinnen“, heißt es in den Empfehlungen des Parlamentskreises Mittelstand in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für das Wahlprogramm der Unionsparteien. Die Forderung ist politisch brisant. Zwar ist die Bezugsdauer für die meisten ALG-I-Empfänger derzeit ohnehin auf ein Jahr beschränkt. Ausnahmen gibt es jedoch vor allem für ältere Arbeitslose, die besonders lange beschäftigt waren (…)

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/unions-mittelstand-will-bei-aelteren-arbeitslosen-kuerzen-a-899282.html

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