Übergriff im Leipziger Jobcenter: Mann schlägt mit Hammer auf Mitarbeiterin ein

Leipzig. Im Leipziger Jobcenter ist es am Dienstagvormittag zu einem brutalen Übergriff auf eine Arbeitsvermittlerin gekommen. Gegen 9.30 Uhr attacktierte ein 34-jähriger Mann eine Angestellte (52) mit einem Hammer. Die Frau wurde am Kopf verletzt. „Wie schwer, können wir derzeit noch nicht sagen“, so Polizeisprecher Michael Hille.

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Es gibt keine Rechtfertigung, wohl aber Erklärungen

Kein Mensch hat das Recht, ein anderes Lebewesen zu schädigen, zu quälen oder gar zu töten. Für Gewalt gibt es keine Rechtfertigung.
Es scheint aber, als wenn von Seiten der politisch Verantwortlichen nichts, aber auch rein gar nichts seit Neuss dazugelernt wurde.
Dass nach wie vor schlicht ausgeblendet wird, wie sehr dauerhafte strukturelle Gewalt Einfluß nimmt auf das seelische Gleichgewicht derer, die dieser Gewalt ausgesetzt sind.
Es ist eine simple Tatsache, dass es Menschen gibt, deren Frustrationstoleranz niederschwellig ist. Erniedrigung und Demütigung ist häufig der Auslöser für Aggressivität, auch das ist nun wahrlich nichts Neues. Und bei manchen Menschen ist es wohl so, dass sich Wut in blanken Hass verwandelt. Mit den teils dramatischsten Folgen.

Alles spekulativ…

…denn niemand weiß bisher  um das Warum. Also steht auch hier nur zu vermuten, dass mehrere Faktoren zusammenwirkten. Die wenigen Fakten habe ich oben benannt:
1. Die Jobcenter sind Horte struktureller Gewalt
2. Dauerhafte Demütigung kann zum Eklat führen
Lese ich dann allerdings die scheinheiligen Worte des BA-Vorstandes Alt, Zitat:

 
„…Menschen, die in die Jobcenter kommen, stünden oft mit dem Rücken an der Wand. „Das wissen alle Mitarbeiter. Umso wichtiger ist es, ein Gefühl füreinander zu bekommen, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.“

dann kommt mir ein Stück weit die Galle hoch. Alt weiß (!) nur zu genau, dass seine Behörde jährlich die Marschrichtung vorgibt, um wieviel % die passiven Mittel einzusparen sind. Alt weiß ebenso, dass Sanktionen als probates Mittel eingesetzt werden, um den Sparvorgaben nachzukommen. Alt muss es – denn ansonsten wäre sein IQ anzuzweifeln – wissen, dass es in einem „Betrieb“ mit derart repressivem Charakter niemals zu einem „Vertrauensverhältnis“ zwischen den Beteiligten kommen kann (und gewiss auch nicht soll!) – wenige Ausnahmen bestätigen hier die Regel –
Last but not least ist Alt nicht so lebensfremd, dass er nicht genau weiß:
Mit einem übergroßen Machtinstrument ausgestattet, mutieren manche Menschen zu „Un-Menschen“. Wie und warum sollten da ausgerechnet Jobcentermitarbeiter die Ausnahme sein?
Der kausale Zusammenhang zwischen Gewalt und Gegengewalt ist auch nichts Neues.
Somit kann ich nur schlußfolgern, Alts Äußerungen sind

Verlogenheit in Reinkultur

Ehrlicher wäre es von ihm, zu sagen: „Um die mir bekannten politischen Ziele um-und durchzusetzen, müssen Kollateralschäden eben hingenommen werden.Auf beiden (!) Seiten.

Der verletzten Frau aus Leipzig wünsche ich alsbaldige Genesung.

 

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7 Kommentare zu “Übergriff im Leipziger Jobcenter: Mann schlägt mit Hammer auf Mitarbeiterin ein

  1. über die gründe /motive kann man nur mutmassen …alles aus dem reich der spekulation .

    auch wenn man geneigt ist , derartige taten zu entschuldigen und irgendwelche gründe für ne rechtfertigung zu finden …sone tat ist aus meiner sicht nicht zu rechtfertigen .

    aber, es zeigt wieder mal :

    die saat , die unsere poltik ausgesät hat , geht auf …man geht sich gegenseitig an die „gurgel „..die SBs indem sie ihren „kunden „das „wasser abgraben „und dieser /jener „kunde „der meint , sein natürliches recht , seine exitenz zu schützen in anspruch nehmen zu müssen und eben einen menschen mit ner waffe anzugreifen (der hammer )..im endeffekt werden es wieder alle „kunden „(leistungsbezieher )zu spüren bekommen , das die „bedrohungslage „in den JCs gestiegen ist …und es wird in folge zu noch mehr gewalt führen .(es ist also KRIEG )

    solange wie die menschen nicht lernen , ihr HIRN zu gebrauchen und den gesunden menschenverstand und „schnallen „, das ALLE opfer der gier sind /werden und konsequenzen ziehen in ihrem tun und handeln …wird es keine auflösung des „gordischen knotens „geben .

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gordischer_Knoten

    • Liebe Carola,
      genau das von Dir Benannte beschrieb ich ja. Und ich wählte bewusst den Begriff Spekulation, Fakt sind eben „nur“ die strukturelle Gewalt und die Tatsache, dass manche Menschen irgendwann unter Druck „austicken“ können bzw. zu einem Haßverbrechen fähig sind.
      Ich rechtfertige oder relativiere die Tat(en) auch nicht, ich versuche, (auch für mich selbst!) eine Erklärung zu finden.
      Alles Andere, was Du schriebst – also divide et impera – klar, so funktioniert es eben auf der Galeere. Wenn Anpeitscher und Ruderer sich miteinander beschäftigen, haben beide keine Zeit, dem Galeerenbesitzer auf den Pelz zu rücken.
      Wobei, mit „Hirn“ oder „kein Hirn“ hat so eine Tat eher weniger zu tun, denke ich mal. Hass als starkes Geistesgift ( Geist sitzt ja im Hirn) schaltet dieses vermutlich (temporär) einfach aus.

      • deswegen, wegen dem „hass „, ist die saat aufgegangen , die , mit vollem bewusstsein /absicht , gesät wurde…jeder geht jedem an die gurgel , weil jeder versucht , ein quentchen macht zu erheischen /auszunutzen (rangordnung )…und der, der unterliegt , dem bleibt im schlimmsten falle nur der hass/die verzweiflung .

        und doch , es hat was mit hirn zu tun , auf beiden seiten des schreibtisches…mit wissen (erlangen WOLLEN )und über wissen zur wehrhaftigkeit und macht übers eigene leben .
        aus wissen erfolgen (richtige )konsequenzen …wenn nicht , hats wissen eben noch nicht ausgereicht 🙂

        • jepp, die Saat ist aufgegangen.
          Das mit dem „Hirn“ jedoch…nee, da müssen „wir“ eine andere Begrifflichkeit finden. Mit bösem Willen könnte sonst daraus entnommen werden, das nur Minderintelligente sich von Hass verzehren lassen. Und das ist eben nicht der Fall, das Geistesgift Hass kann ausnahmslos jeden vergiften, unabhängig vom IQ.
          Ich weiß natürlich was Du meinst ;), mir geht es da eher um Worthygiene und dass wir versuchen sollten, kein Mißverständnis aufkommen zu lassen…

          • „hass is“ ne emotion , die ursächlich wenig mit bildung zu tun hat ..eher was mit empfindsamkeit (besser, deren verletzung )…allerdings, wer sich bildet , und WISSEN sammelt , weiss, wie er es einsetzen kann , also das „hass „nicht übermächtig werden kann (bis hin zu so einer tat ) weil er nicht nur „eingebildet „:) is..sondern eben wirklich GEbildet und er hat gelernt, seine emotionen in die richtigen bahnen zu lenken …bildung is nicht nur eine bildung des geistes, sondern auch der seele …seelenhygiene sozusagen .

            also, „hass „hat nischt mit intelligenz (oder eben minderbemittelt sein )zu tun …sondern, wie man seine intelligenz einsetzt , sie bildet …ausbildet …und somit souverän wird /werden kann .

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