„Claqueure“, Verblendete oder schlicht „nur“ hirngewaschen?

Vorweg: Mein direktes Umfeld (Freunde und Bekannte) besteht  nahezu ausschließlich aus kritischen Menschen. Menschen, die nicht unhinterfragt alles glauben, was „man“ sie glauben machen will. (Links)Intellektuelle, Selbstdenker ohne politische Ausrichtung, Buddhisten, Menschen mit Empathie und Bauchgefühl…und manchmal gilt für sie: „sowohl als auch“ 😉

Es wäre aber lebensfremd, anzunehmen, dass mensch nicht auch mit anderen Zeitgenossen in Berührung kommt. Da gibt es Nachbarn, Bekannte von Bekannten usw.usf.
Meist ist es für mich interessant, oft auch lehrreich, zu hören, welche Meinung diese Menschen so vertreten. Manchesmal jedoch gelingt es mir nicht, völlig gelassen mit diesen „Meinungen“ umzugehen.
So auch an diesem Wochenende.

Immer feste druff

Irgendwie bin ich noch immer etwas geschockt. Und irgendwie weiß ich nicht wirklich, wie ich mit Menschen umgehen soll, die dem Grunde nach „nett“ sind, auch hilfsbereit ect. Mit denen sich zudem ein zumindest oberflächlicher Kontakt nicht ganz vermeiden lässt.
Menschen, welche sich aber im Brustton der Überzeugung über „diese kriminellen Randalierer und Vandalen“ dergestalt äußern, dass „man sie totschlagen müsse“ – im Hintergrund lief NTV mit Berichten über die Demonstrationen in der Türkei –
Menschen, die der Ansicht sind, dass die Polizeigewalt anlässlich der Blockupy-Demo in Frankfurt nicht nur „völlig gerechtfertigt“ sei, vielmehr hätten die Ordnungskräfte „viel fester druff schlagen sollen“
Ganz normale Menschen, die sich auf die TV-Berichte berufen, O-Ton:“ wir haben das in den Nachrichten gesehen“ und deren Begründung unter anderem auch die „Vermüllung nach solchen sinnlosen Demo’s“ war.

Hübsch, aber hochgradig kriminell

Und da gibt es  andere (männliche) Mitmenschen, die ihre „Bürgerpflicht erfüllen“ und das Ordnungsamt kontaktieren, weil die „gelbe Tonne“ (Wertstoff) mit Pflanzenresten und merkwürdiger Folie gefüllt ist.
Wie sich herausstellte, waren es Überreste einer „Hanf-Plantage“.
Und natürlich wußten genau diese männlichen Mitmenschen jetzt plötzlich „von Anfang an“, dass mit der „Gärtnerin“ etwas nicht stimmte. Dass sie schon immer gewusst haben, sie sei gewiss kriminell.
Merkwürdig nur, dass die Äußerungen noch vor wenigen Wochen sich völlig anders anhörten, da wurde die Dame als „süß,sexy,hübsch,lecker“ usw. bezeichnet.

Vermeidungsstrategie: ja, nein, vielleicht?

Ich gebe es gerne zu:
Diese „Ambivalenz“ mancher meiner Mitmenschen macht mir zu schaffen. Zwar bin ich mir sicher, dass  ihnen das „Gute“ innewohnt (wie geschrieben, zeigten sie sich in der Vergangenheit durchaus als „menschlich“ und hilfsbereit) und nein, ich verurteile sie nicht, wohlwissend um die Macht der Geistesgifte, insbesondere der Verblendung, klick
Nur:
Ich weiß derzeit nicht, wie ich künftig mit ihnen „umgehen“ soll.
Da war soviel Hass in den Augen bei den einen, als sie über die Demonstranten schwadronierten und soviel Abscheu in den Blicken der anderen, als es um die „Kriminelle“ ging.
Klar, ich muß es so hinnehmen, sie sind wie sie sind und ich werde keinesfalls versuchen, politisch aufzuklären, zu missionieren oder andererseits Verständnis/Mitgefühl für „kriminelle“ – pardon, törichte – Handlungen wie Hanfanbau zu wecken.
Das alles wäre ein sinnloses Unterfangen, gegen derart verfestigte Meinungen komme ich nicht an.
Und doch fehlt mir seit diesem Wochenende meine Unbefangenheit.
Ich will auch diese Menschen verstehen…und kann es irgendwie nicht. Das macht mich durchaus etwas unsicher den künftigen Umgang betreffend. Es bleibt wohl (vorerst) nur Vermeidung jedweden Kontaktes mit diesen Menschen…

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10 Kommentare zu “„Claqueure“, Verblendete oder schlicht „nur“ hirngewaschen?

  1. 🙂 🙂 man muss wohl eher insider sein , um zu verstehen , um was es geht …

    aber, mal so allgemein :

    ich MUSS nicht jeden menschen bis in seine grundtiefen verstehen …ich bin da recht einfach gestrickt :

    wenn ich das gefühl habe, jemand passt so gar nicht (mehr)zu mir ,in seinen ansichten /in seinem tun …dann führe ich (geistig )das „SIE „ein …schon is die sache (die beziehung )geklärt …eben höflich /distanziert …man sucht keinen kontakt /nähe mehr ..lässt sie nich zu .,.eben : selbstschutz .

    dabei isses für MICH unerheblich , welchen beziehungsstatus man vorher gepflegt hat ..

    es ist nun mal so , das viele dinge ein ende haben (können )..nur die wurst hat eben zwei 🙂 ..is zwar schmerzlich , manchmal aber unumgänglich …man kann nicht erwarten , das alle menschen sich in die gleiche (in meinen augen positive) richtung entwickeln (werden )..dazu spielen zu viele faktoren im leben eines menschen eine rolle ..

    der kreis wird um einen zwar immer kleiner …dafür aber qualitativ besser /nachhaltiger /verlässlicher …was ja durchaus als vorteil zu betrachten sein dürfte .

    • Naja, es ist dem Grunde nach egal, in welcher Verbindung ich zu den betreffenden Menschen stehe 😉
      Es ist eine einerseits immer eine „prinzipielle Qual“ für mich, dieses „Mitläufer-Gen“ so deutlich wahrnehmen zu müssen.
      Andererseits finde ich es dazu ganz übel, wenn dieses „Gen“ bei Menschen zutage tritt, die ansonsten ganz nette sind.
      Mir würde es bestimmt leichter fallen, wenn Menschen, die so verächtlich und teils wirklich hasserfüllt über andere reden, auch ansonsten richtig fiese Typen wären.
      Sind sie aber nicht…und genau das macht mir zu schaffen.
      Und leider, der oberflächliche Kontakt lässt sich nicht vermeiden, von „Haus aus“, sozusagen…Du verstehst?

      • Jepp. Das macht müde, manchmal fühle ich mich wie in einer Endlosschleife.
        Ich bin dankbar, dass ich ansonsten weitestgehend nur mit empathischen und denkenden Freunden „gesegnet“ bin 🙂 ohne die wäre die Herausforderung an meine Gelassenheit noch viel größer…

    • Gewiss, Emil.
      Mir persönlich hilft verstehen -i.S.v. nachvollziehen- jedoch enorm, um mit gewissen Dingen umgehen zu können. Wenngleich ich ruhig blieb und die Gespräche zügig abbrach, spürte ich trotzdem einen gewissen Zorn und ganz ehrlich jetzt: Ich habe einmal mehr Rotz und Wasser geheult danach.Und mein Mittel ist es eben, mit rationalem „Verstehenwollen“ meine Emotionen im Griff zu halten.
      Eben weil ich ihn nicht begreifen kann, diesen Widerspruch zwischen „liebevoller Frau/Mutter/Oma/Vater/Opa“ und zeitgleich Befürworter-Sein von Gewalt inkl. Tötung.
      Weil irgendwie „tief innen drin“ glaubte ich zu spüren, dass solche Menschen ziemlich identisch sind mit denen, die „damals“ auch unreflektiert alles abgenickt haben. Mitläufer eben. Und ich weiß nicht, ob die Macher oder die Mitläufer die gefährlicheren sind…

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