Nur (?) ein kleiner Glücksmoment – mein Highlight des Tages

Liebe Leser, liebe Freunde

machen wir uns nichts vor, die Zeiten sind  nicht gut (ja, ich schmeichle) sie sind – gerade für die “Überflüssigen”, die Abgehängten dieser Leistungsgesellschaft oft (v)erschreckend , brutal, kaum erträglich.

Und doch, es gibt sie noch  – die kleinen Glücksmomente – und ich denke, es ist wichtiger denn je, sie bewusst wahrzunehmen.Wir sollten lernen, sie (wieder) zu sehen. Und derjenige, der es noch kann, sollte es bitte immer beibehalten…Ich möchte an dieser Stelle nun täglich als letzte Niederschrift in diesem Blog meine ganz persönlichen “Highlights” des Tages beschreiben, in kurzen Sätzen

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Lange, sehr lange ist es her, dass ich in dieser Kategorie schrieb. Dies mag nicht unbedingt damit zu tun haben, dass es in meinem Leben nun seit fast sechs Monaten keinerlei glückliche Momente mehr gab (wenngleich es extrem wenige waren), aber irgendwie schienen mir diese kleinen Ereignisse derart unbedeutend, dass ich sie schlicht nicht „würdigen“ konnte…hier im Blog. Die Macht der selektiven Wahrnehmung kann daran durchaus einen großen Anteil haben, ich sehe/lese/höre nun einmal mehr (unfassbar) Schlimmes denn Schönes und will es niederschreiben,aufzeigen…und damit auch ein Stück weit verarbeiten.

Ein Gedicht und ein seltsamer „Zufall“

Heute allerdings ist es wieder soweit 😉 derzeit gleicht mein Gesichtsausdruck dem einer Grinsekatze.
Der Grund:
Zum Einen erhielt ich per Mail ein sehr persönliches und wunderbar warmherziges Gedicht. Solche Gesten kosten nichts und bringen doch so viel Freude…zumindest mir geht das so.

Zum Anderen verwandelte sich mein Ärger über eine „typische Randerscheinung“ Offenbachs in helle Freude. Verärgert war ich zunächst, als ich gestern ein Plakat entdeckte, frisch angebracht (!) für eine Veranstaltung, die bereits seit 26.06. läuft. Mir war sofort klar, dass ich bezüglich Eintrittskarte die goldene Popokarte gezogen habe, denn der Auftritt von Konstantin Wecker bei den Burgfestspielen war, wie befürchtet, schon gelaufen.
Typisch für die Offenbacher Schnarchnasen, so grummelnd suchte ich im Netz nach möglichen weiteren Auftritten im näheren Raum. Und ich war geplättet!
Am 16.07. (mein Geburtstag!) tritt Wecker in der Burg Wertheim auf. Wertheim, hier verbrachte ich die schönste Zeit meiner Jugend und verbinde nur positive Erinnerungen mit dieser urigen,gemütlichen Stadt.

Zufall?Ich glaube ja nun nicht daran 😉 , aber dem Grunde nach ist es mir auch piepegal. Das Ticket ist geordert , dieser Geburtstag wird ein sehr schöner werden und die eher deprimierenden
(es machte mich traurig, dass aufeinanderfolgend ein, mir seinerzeit sehr wichtiger, Mensch diesen Tag unbeachtet ließ)
der letzten Jahre vergessen machen.
Ich freue mich bannig auf Wut und Zärtlichkeit, klick und wer weiß, vielleicht treffe ich gar meinen damaligen Physiklehrer wieder? Wundern würde es mich nicht, mein „Jugendschwarm“ 😉 war ein 68er, da läge ein Wecker-Konzert doch recht nahe…

 

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2 Kommentare zu “Nur (?) ein kleiner Glücksmoment – mein Highlight des Tages

  1. „Ich möchte an dieser Stelle nun täglich als letzte Niederschrift in diesem Blog meine ganz persönlichen “Highlights” des Tages beschreiben, in kurzen Sätzen“

    Hallo Ellen,

    so sehr ich mit Dir übereinstimme, dass wir zu oft die kleinen aber schönen Dinge, die das Leben lebenswert machen nicht genug würdigen, werde ich mit täglichen „persönlichen Highlights“ in Deinem Blog nicht warm.

    Es gibt absolut nichts daran auszusetzen, wenn auch Lichtblicke in einem kritischen Blog benannt/erzählt werden. Wenn man aber täglich solche „Highlights“ präsentieren will, muss man schon ziemlich krampfhaft danach suchen. In der Folge ist die Gefahr einer rosa Brille schon fast greifbar.

    Du kannst natürlich nichts dafür, aber Dein eingangs zitierter Satz hat bei mir die Erinnerung an eine Geschichte aus 1998 geweckt. Damals wurde ein gewisser Martin Lohman Chefredakteur der Rhein-Zeitung. Einer seiner ersten Leitartikel in dieser Funktion befasste sich genau mit „Deinem Thema“. Sinngemäß führte er aus, er wolle in der Rhein-Zeitung der Berichterstattung über positive Dinge wesentlich breiteren Raum geben. Das tat er dann auch.

    In der Folge wurde die Zeitung – die auch schon vorher keine besonders kritische oder gar investigative war – zu einer „Alles-ist/wird-gut-Postille“.

    Ich mag Dich lieber kritisch, auch wenn das manchmal zulasten von „persönlichen Highlights“ gehen mag.

    Btw. mit dem unsäglichen http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Lohmann vergleiche ich Dich natürlich nicht. Ralph Boes würde wohl in seiner manchmal sehr autoritären Ausdrucksweise sagen: „Ist das klar?!“

    Frank

    • Hallo Frank,
      ich gebe Dir absolut Recht, seinerzeit war ich etwas euphorisch und dachte, auch ein noch so kleines High-Light könne ein Gegengewicht bilden zu dem alltäglichen Mist, der uns umgibt.
      Um Dich zu zitieren…“Es gibt absolut nichts daran auszusetzen, wenn auch Lichtblicke in einem kritischen Blog benannt/erzählt werden. Wenn man aber täglich solche “Highlights” präsentieren will, muss man schon ziemlich krampfhaft danach suchen.
      Diese Gefahr wurde mir recht schnell klar, weshalb auch in Folge die geschilderten High-Lights ausblieben für fast sechs Monate. Ich merkte ja selbst, wie sehr ich suchte…und Verkrampfung ist nicht Sinn der Sache.
      Meiner Faulheit 😉 (copy/paste der Einleitung) ist es zuzuschreiben, dass da noch immer das Wort täglich steht, das werde ich ersetzen durch „in unregelmäßigen Abständen“, schon aus dem Grund, weil „täglich“ schlicht nicht mehr stimmt.
      Daher lieben Dank für Deine konstruktive Kritik.
      Nun weiß ich natürlich nicht, wie Du den Wecker so findest. Die Konstellation Konzert/Geburtstag/alte Heimat ist für mich persönlich aber ein so richtig dicker Glücksmoment, da musste ich einfach drüber schreiben.
      Und nö, ich fühlte mich nicht verglichen mit dem Lohmann (einmal im TV gesehen und mich gegruselt vor soviel bigotter Intoleranz)… und meine Pipi-Zöpfe habe ich auch lange schon abgeschnitten. Wenn man einmal aus Taka-Tuka-Land ausgereist ist, gibt es keine Rückfahrkarte mehr.Deshalb wird es hier im Blog kritisch bleiben (mit ab und an kleinen Erbaulichkeiten)

      lG
      Ellen

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