MainArbeit – Zukunftsgedanken oder: Wie lassen sich Verbesserungen erreichen?

Zunächst ein kurzes update zu der jungen, schwangeren und obdachlosen Frau, klick

Die Bereichsleitung hat sich kompetent gezeigt, heute kann ein Barscheck abgeholt werden. Diese Art des mit „Problemfällen umgehen“ zeigt in einem gewissen Maß „Bürgernähe“, welches ich in der MainArbeit sonst häufig schmerzlich vermisse.
Keinerlei Fortschritt hingegen konnte ich erzielen, was die Unterbringungssituation betrifft. Ein Option ist noch offen, wenn das nicht klappt, sieht es ganz düster aus…diese Option hat sich aufgetan durch die Information einer ebenfalls wohnsitzlosen Frau, morgen vormittag werde ich in dieser Institution vorstellig.
Ich bitte meine Leser herzlich um „Daumendrücken“…

Einzelfälle oder strukturelles Problem?

Viele Probleme der postulierten „Einzelfälle“ (teils extrem katastrophal, teils kurzfristige Abhilfe möglich) sind definitiv durch die MainArbeit hausgemacht und haben mit der ohnehin schwierig-schwammigen Gesetzeslage des SGB2 nur am Rande zu tun. Die Unkenntniss dieser Rechtslage ist teils erschreckend hoch, wie (wenn nicht, wie bei einigen Mitarbeitern, der „gesunde Menschenverstand“ dazwischen geschaltet wird) soll ein pAp oder ein SB beurteilen können (!), ob die erfolgten Dienst/Handlungsanweisungen von geltendem Recht gedeckt sind?
Es bestehen sehr hohe Wissenslücken, zu denen sich fatalerweise teils noch Unlust und/oder Willkür einzelner Mitarbeiter gesellt.
Und selbst wenn klar ist, dass die von den Mitarbeitern eingeforderten Handlungen „nicht rechtens“ sind, wer von ihnen wagt es schon, sich gegen DA’s „von oben“ zu stellen?
Ich lehne mich also keineswegs zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt.
Meine/unsere Erwartungen sind dabei wirklich nicht hoch:

Korrektes Benehmen, Professionalität (“Widerstandshandlungen” nicht persönlich nehmen) ausreichend fachliche Kenntnisse, um sachlich richtige Entscheidungen zu treffen, den Ermessensspielraum  zugunsten (!!) der Bürger einzusetzen und lbnl

Ich erwarte, dass das Selbst-Denken vorherrscht und nicht blind(stellend) jeder (Sparwut)Blödsinn via Dienstanweisung stupide abgenickt wird!

So kommentierte ich unlängst.

Es kann doch so nicht weitergehen

Die hier mitlesenden Mitarbeiter der MainArbeit werden mir (insgeheim) Recht geben, wenn ich behaupte, dass es auch zu ihrer Entlastung enorm beitragen würde, gäbe es eine Art „Feuerwehr-Einheit“ im Jobcenter, welches in „Fällen, bei denen es brennt“, zum Einen strikt auf der Gesetzeslage basierend, zum Anderen aber mit hoher Sozialkompetenz ausgestattet, kurzfristig wichtige Entscheidungen trifft.
Für die sog. „Kunden“ wären diese „Feuerwehrleute“ die ersten Ansprechpartner.
Perfekt wäre es, wenn sich ein solches Team aus sowohl empathischen als auch fachlich kompetenten Menschen zusammensetzte, vertreten durch Jobcenter-Mitarbeiter und Betroffenenvertreter. Ansässig im Jobcenter. Erreichbar zu festgelegten Stunden. Mit direktem Zugang zu den Entscheidungsträgern wie (stellv.) Geschäftsführung und Bereichsleitung.
Wieviel Leid könnte vermieden werden?
Wieviel unnötige Arbeit bliebe den Mitarbeitern erspart?

Was also spricht dagegen?

Dem Grunde nach…nichts!
Noch immer ausgehend von einem positiven Menschbild 😉 blende ich jetzt die Mitarbeiter, welchen es leider echte Freude bereitet, willkürlich und schädlich zu handeln, bewusst aus.
Diese hätten an einer „Feuerwehr“ natürlich kein Interesse.
Alle anderen Involvierten könnten nur profitieren, wissenstechnisch und durch Arbeitsentlastung die Mitarbeiter, der vielzitierte Steuerzahler müsste nicht für unnötige Gerichts/Anwaltskosten aufkommen und dem leidgeprüften Leistungsbezieher bliebe vieles erspart.

Wer könnte warum dagegen sein? Mir zumindest fällt kein vernünftig (!) nachvollziehbarer Grund ein…..

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10 Kommentare zu “MainArbeit – Zukunftsgedanken oder: Wie lassen sich Verbesserungen erreichen?

  1. Zitate:

    „Die hier mitlesenden Mitarbeiter der MainArbeit werden mir (insgeheim) Recht geben, wenn ich behaupte, dass es auch zu ihrer Entlastung enorm beitragen würde, gäbe es eine Art “Feuerwehr-Einheit” im Jobcenter, welches in “Fällen, bei denen es brennt”, zum Einen strikt auf der Gesetzeslage basierend, zum Anderen aber mit hoher Sozialkompetenz ausgestattet, kurzfristig wichtige Entscheidungen trifft.“

    „So lange (wie lange?) dieses Verelendungssystem nicht abgeschafft ist, solange das SGB2 in all seinen Unsäglichkeiten (und den verschärfend dazu kommenden “Rechtsauslegern” in den Jobcentern) noch besteht, braucht es vor Ort schnelle Eingreiftruppen.“

    „Was also spricht dagegen?“

    Ich fange hinten an: Eine Menge!

    Du beschreibst das grundsätzliche Problem zutreffend. Wenn Du aber eine “Feuerwehr-Einheit” forderst, wird das der Problematik nicht gerecht. Im Gegenteil.

    Profitieren würden bestenfalls einige Wenige. Um den Preis, dass halbwegs gesetzesfeste und mit „hoher Sozialkompetenz ausgestattete“ empathische arge Gestalten (btw. gib´s die überhaupt, bzw. wo in den argen Gewölben könnten die gezüchtet werden?), den Nicht-Härtefällen vermindert bis gar nicht mehr begegnen würden. Mal davon abgesehen, dass ich nicht die Entscheidung würde treffen wollen, wo die Grenze zwischen „es brennt“ und „es brennt nicht“ liegt. Das ist im Zweifelsfall die Grenze, die den Hilfesuchenden an der Selektionsrampe nach links oder rechts schickt: Links zum Empathen, rechts zum Charakterschwein.

    Solange das Verelendungssystem nicht abgeschafft ist, braucht es keine Pflästerchenkleber inform von wie auch immer gearteten Eingreiftruppen, sondern einen flächendeckenden Bewusstseinwandel in argen Hirnen! Institutionelle Pflästerchenkleber würden allenfalls dazu beitragen, einem unmenschlichen System einen pseudomenschlichen Anstrich zu geben.

    • So richtig Dein Gedanke ist, Frank, (Zitat „Pflästerchen kleben“) so wenig packe ich es, darauf zu warten/zu vertrauen/ zu was auch immer, dass dieses System schnell begraben wird.
      Die Bewusstseinsveränderung in den Köpfen der Ausführenden zu erreichen – völlig richtig! Daran ackern wir ja seit Jahren wie die Blöden, ohne nennenswerten oder gar flächendeckenden Durchbruch.
      Klar, im Hinterkopf dämmert es so manchem JC-MA, dass „da etwas nicht richtig läuft“, aber das Hannemann-Syndrom ist doch eher unansteckend.

      Frage: Wo bleibt dann aber in der Zwischenzeit der betroffene Mensch, der genau hier und jetzt in der Sch… sitzt?

      Man kann doch nicht billigend „Kollateralschäden“ in Kauf nehmen und warten, bis das System zusammenbricht.Auch warten in Verbindung mit (politischer)Aktivität ist warten schlußendlich warten.
      Das wäre quasi so, als würde man einem leidenden Menschen kein Schmerzmittel verabreichen, weil das Heilmittel für die schmerzverursachende Krankheit noch nicht gefunden ist.

      Weißt Du, ich erlebe das hier (wie so viele Aktive bundesweit) derart hautnah mit, dass es oft unter die Haut geht. Und betrachtet man es richtig, sind ja auch die Aktivisten (Zahltage, Beistände ect) nur Pflästerchenkleber. Es wird einzelnen Menschen geholfen, es werden bestenfalls kommunale Einzelzustände etwas verbessert durch die unermüdliche Arbeit von „uns“ (hier in OF beispielsweise endlich rechtskonforme KdU-Festlegung).
      Aber ansonsten?

      Wie ich schrieb, betrachte ich so eine „Feuerwehr“ als Zwischenlösung. Und selektieren sollte da nicht lediglich ein JC-MA, es sollte eine Zweckgemeinschaft sein aus MA und Betroffenenvertreter.
      Mein persönlicher Ansatz wäre da in Sachen Priorität:
      Akute Mittellosigkeit
      Obdachlosigkeit (auch drohende)
      Unterschriften, welche keinen Aufschub dulden (beispielsweise für die Anmietung von Wohnraum, weil der sonst anderweitig vermietet wird)
      Das mal so ganz spontan. Da geht sicher noch was…

      Natürlich ist es schwierig, zu unterscheiden. Aber eine solche „Feuerwehr“ könnte durchaus auch die Funktion einer „Beschwerdestelle“ mit innehaben.
      Und dementsprechend dem „Charakterschwein“ den Marsch blasen, in Form von sachlich basierter Intervention und schneller Korrektur von (willkürlichen) Fehlentscheidungen.

      Btw, ja, es gibt empathische MA. Sogar in Offenbach. Nur ist auch denen das eigene Hemd näher als die Jacke. Die riskieren nicht ihren Job, wie es Inge Hannemann tat. Die machen, teils „subversiv“, was sie können.

      Noch ein abschließender Gedanke:
      Ich weiß, dass es nicht ungefährlich sein kann, wenn Verbesserungen erreicht werden. Das lässt unter Umständen den Widerstandsgeist der Betroffenen schmelzen, weil „es ja dann erträglich(er) ist“
      Aber mal Hand aufs Herz: Wo war/ist der Widerstand zu Höchstzeiten der Unerträglichkeit? Wo sind die „vielen“ Wehrhaften?
      So gesehen habe ich den Gedanken an die Verelendungstheorie drangegeben.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Verelendungstheorie
      Widerstand und dadurch flächendeckende Veränderung (Abschaffung des Systems) ist durch Verelendung nicht erreichbar. Damit erreicht man Resignation, Depression und gewiss auch Aggression. Meine Meinung, basierend auf meiner Erfahrung…

      Es sind schlußendlich eh nur Gedanken von mir, denn es für mich kaum vorstellbar, dass ein solches „Team Red“ in der MainArbeit etabliert werden kann.
      Aus vielerlei Gründen…
      Das politische „Endziel“ ist völlig klar, der Mist muß weg!
      Aber auf dem (langen und steinigen) Weg dahin dürfen die Menschen als leidende Wesen nicht aussen vor gelassen werden.
      Auch wenn dies wie Pflästerchenkleben wirkt…

      lG
      Ellen

      • liebe ellen

        wohl, in dem bewusstsein , das auch ICH ein „kollateralschaden „sein könnte, gehe ich mit der meinung von frank durchaus konform …denn ich denke, diese „eingreiftruppen „mildern die auswirkungen dieses unrechtsregime auf unsichtbarkeit /unwahrnehmbarkeit für die breite masse …so das das hervorgerufene elend eben nicht für JEDEN sichtbar /nachvollziehbar ist /wird und somit eine warnende /bewusstseinsverändernde wirkung entfalten kann , nach dem motto „auch mich betrifft es morgen „egal, wie gesellschaftskonform ich mich verhalte /verhalten habe /mich bemühe , mich zu verhalten .(denn das ist heute KEIN garant mehr, für ein sicheres leben in menschenwürde, mit wohnen und eben der befriedigung der einfachsten bedürfnisse

        https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie

        bis jetzt ist es im rest der (noch nicht direkt betroffenen )bevölkerung nur ein diffuses gefühl der (lebens)unsicherheit ….aber, das gefühl muss (anscheinend )greifbar /sehbar /erlebbar werden ,,,

        ich verweise auf den film von/mit will smith :

        „das streben nach glück “

        https://www.google.de/search?q=will+smith+&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&gws_rd=cr#client=firefox-a&hs=jP2&rls=org.mozilla:de:official&q=das+streben+nach+gl%C3%BCck&stick=H4sIAAAAAAAAAGOovnz8BQMDgw4HsxCnfq6-gaGJeUq2EphpVpRRZa4l5Jhckl8Ukh8S5piX4ptflpla_OTRo-NRzj_dtsnl13MET96WqVT5FwAupgB3SQAAAA&sa=X&ei=qgjlUaLCGsSXtQb8tYGgDQ&ved=0CIUCELEOMBc&bav=on.2,or.r_qf.&bvm=bv.48705608,d.Yms&fp=23832533056eb28e&biw=1280&bih=523

        welcher sicherlich eher „yes wi can „suggerieren sollte …allerdings, ich habe da was anderes drin gesehen …JEDEN kann /wird es treffen ….er muss nicht mal was dafür tun 😦

        wir, als helfer , „kleben „sicher von humanismus geleitet, „pflästerchen „und nehmen somit der „fratze „seinen schrecken …das ist sicher für den einzelnen betroffenen ein segen , allerdings , für die gesellschaft (denke ich )ein fluch ..weil wir, in der fülle der helfer , die auswirkungen abmildern /verschleiern …also, im prinzip auch dazu beitragen , das die statistik so schööööööön sauber is /sein kann …deswegen gehe ich an keinem vorbei , der meine hilfe braucht /anfordert , aber, ich gebe offen zu , das ich im zwiespalt mit mir selbst bin , weil ich (andere )durch die hilfen , die wir leisten , ne art „steigbügelhalter „sind …und das leben dieses unsäglichen , menschenverachtenden systems helfen zu verlängern …unterstützen ….WIR , in konkreten sorgen (unter anderem )mit unserer hilfe auch dafür, das diese /jene lebenskatastrophen der einzelnen eben nicht öffendlich sichtbar sind /werden ..für jeden ein „mahnmal „….ne abschreckung …ich denke, das würde viel mehr zum nachdenken und auch handeln (zum schutz der eigenen existenz )animieren ..

        • Carola und Frank,

          wir sind völlig beieinander!
          Das ist wohl der alte Zwiespalt in der „sozialen Arbeit“, als Helfer zementiert man letztlich das System, überschminkt eine hässliche Fratze zu einem „normalen Gesicht“. Und schon wird das Monster „unsichtbar“.
          Ich bin mir dessen bewusst und befinde mich permanent in der Zerrissenheit.
          Eine Lösung gibt es da nicht.
          Was bleibt, sind die unzähligen Menschen, die auf der Strecke bleiben…
          Daher ja mein Gedankenspiel, zumindest als Übergangslösung ein solches Krisenteam zusammen zu stellen.
          Es ist kein Königsweg, das weiß ich genauso gut wie Ihr.
          Aber was tun, in der aktuellen Ist-Situation ?
          Die einzelnen Helfer, privat/ehrenamtlich bluten aus, können sich nicht zerreißen und resignieren (häufig) am Ende. Und schon hat die „Behörde“ etwas mehr freies Spiel, je weniger Unterstützer, desto mehr Willkür…
          Daher ja meine Idee, ein Team zu bilden aus Betroffenenvertreter und Mitarbeiter, um zumindest als ersten Ansatz das Jobcenter in die Pflicht zu nehmen und eben nicht jeden Mist durch private Sachkundige ausbügeln zu lassen…

          Etwas müde Grüße
          Ellen

      • liebe ellen ,

        für MICH steht es ausser frage , das es einzig und allein ein strukturelles (gewolltes /provoziertes ..gehegtes /gepflegtes )problem ist ..welches, wenn es wirklich gewollt werden würde, mit einem handstreich zu den akten gelegt werden könnte….und es sind auch keine einzelfälle, die uns begegnen , sondern , es sind die fälle, wo sich verzweifelte mit aller gewalt wehren ..aber, ich frage dich : wieviel millionen wird es geben , die eben resignieren …ggf . freiwillig aus dem leben scheiden , nachdem ihnen die existenz den „bach runter gegangen ist „(oder „runter zu gehen droht )..wieviele ggf. in so einer situiation der obdachlosigkeit /mittellosigkeit bei verwandten /freunden unterkommen (sicher auf zeit )und somit in der statistik gar nicht auftauchen ..wieviele einsam /verlassen in ihren (noch vorhandenen )“buden „verrecken (sterben dürfte man das kaum nennen )…es ist kein problem der einzelfälle…es ist ein problem der massen (schon allein der massen derer, die in irgendeiner form ne leistung vom staat beziehen müssen )

        es dürfte sich mittlerweile , auch wenn man gutwillig ist, im „sehen “ , um eine breite masse der bevölkerung handeln , die mehr /weniger haarscharf jeden tag an der existenziellen katastrophe vorbei schrammt …wo nur ein tropfen in dem fass fehlt , das es über läuft ..und den tropfen liefert dann die völlig ausgeuferte bürokratie (meistens )

        was wir als helfer tun (was wir allerdings auch immer bei anderen kritisieren )ist das „umschiffen der klippen „mit unendlichen engagement /einfalssreichtum …wobei man allerdings feststellen muss, das alles nur MOMENTANE lösungen sind /sein können ..denn der nächste „gau „steht ja eigendlich schon vor der tür , denn wer einmal in den „sumpf „geraten ist , kann sich nur durch „survival-training „über wasser halten , von leben kann keine rechte rede sein ..ein falscher schritt (auch wenn der betroffene ihn nicht verschuldet…also, man ist von faktoren abhängig , die ausserhalb seiner eigenen einflussphäre liegen ).und man geht unter ..meist „sang,-und klanglos “

        wir, die helfer , schliessen kompromisse zu dingen , zu denen es KEINE kompromisse geben darf , wenn man sich auf menschenrechte /-würde ,das GG beruft , mit denen , die all das abschaffen wollen !

        ich denke, wir helfer manifestieren , durch unsere hilfe (nicht nur wir allein )diese „achterbahn des lebens „..weil wir als „eingreiftruppen „eben das schlimmste verhindern , indem wir uns mit der materie befassen ..allerdings ermöglichen wir auch , das sich der staat (wie bei den tafeln )aus seiner verantwortung „stehlen „kann …und wir unterstützen die schlampige arbeit in den JCs…irgendwie isses ja gut gemeint , aber schlecht gemacht ..denn , wenn MEHR menschen jeden tag ihre niederste existenz schützen /verteidigen müssten ..ich denke (das führe ich nich weiter aus 🙂 )

        wir werden /sind ..so unterstützer /in gewisser weise förderer ….aber zu mindest dulder ..

        ich verweise hier auf den film :

        http://de.wikipedia.org/wiki/Nackt_unter_W%C3%B6lfen

        ein klassiker der DDR-literatur , den ich nur wärmstens empfehlen kann , die parallelen springen einem ins auge und schlagen einen an den kopf 🙂

        (gibts bei youtube …bin nur zu faul zum suchen 🙂 )

        ich denke, wir verlieren uns in der hilfe für einzelfälle …und da schliesst sich für mich der kreis zu frank , und vergessen(haben keine zeit , was beabsichtigt ist )das grosse ziel :

        die schaffung einer gesellschaft , in der es jedem menschen möglich sein soll, ohne existenzangst zu leben , nach seiner fasson …ich denke, damit haben wir die arbeit nicht abgeschafft , nur eben anders definiert .

      • Was ich an erster Stelle anmerken will, hast Du ja bereits im vorletzten Absatz selbst gesagt: Eine Zweckgemeinschaft aus argen Gesellen und Betroffenenvertretern gebildet, die auch tatsächlich im argen Alltag Entscheidungsbefugnis hat (und sei es nur eine Selektion), das gehört ins Reich der Träume. Und Betroffenenvertretern – was zwangsläufig sein müsste – einen Blick ins Innere der Armuts- und Schikanemachine zu gewähren, dürfte der Albtraum eines gewissen Dr. S.-B. sein. Da stürzt ehr das gesamte Hartz-IV-System, als dass promovierte Menschenschinder sich von Betroffenen auch nur marginal in ihr Reich hineinreden lassen.

        Mit “Pflästerchen kleben” meinte ich ausschließlich in der Institution selbst angesiedelte Stellen, die letztlich das System stützen und seine ganze Abscheulichkeit verkleistern und nach aussen hin aufhübschen. Selbst wenn so eine Stelle formal unabhängig wäre/ist, hätte sie doch dem Interessenausgleich zwischen argem Amt und Hartz IV-Opfern zu dienen. Mich interessieren die Interessen dieses Systems nicht die Bohne. Mir geht es um die armen Schweine, die unser fabelhaftes Wirtschaftssystem ausgespuckt hat (oder erst gar nicht hineinlässt) und denen man nun auch noch die elementarsten Rechte und Grundbedarfe vorenthält. Für Ausgleich und Pflästerchen ist der Ombudsmann zuständig. (Hattest Du den eigentlich schon einmal erwähnt?)

        Beistandsleistungen von Aktivisten sehe ich hingegen ganz und gar nicht als “Pflästerchen kleben”. Menschen bei ihren Auseinandersetzungen mit dem Amt zu unterstützen, sehe ich als Nothilfe und als Widerstandshandlung, die gegen das System gerichtet ist.

        Du hast sicherlich Recht, der bisherige Widerstand hat sein Ziel bis heute nicht oder nur punktuell erreichen können. Aber: Ich sehe trotzdem etwas in Bewegung. Du kannst jetzt empört sein, aber die tote arge Dame aus Neuss und die verschiedenen bedrohten Ämterschergen haben in den argen Köpfen mehr ausgerichtet, als es flehende/freundliche Worte jemals vermocht hätten. Angst um den eigenen Hintern scheint zum Nachdenken anzuregen. Darüber hinaus lässt sich die Uhr nicht mehr auf vor Hannemann zurückdrehen. Ich sehe in Inge Hannemann zwar nicht die reine Lichtgestalt, die viele Betroffene in ihr sehen wollen. Aber sie hat trotzdem etwas in Bewegung gesetzt … und das ist noch nicht ausgereizt. Hinzu kommt der gegenwärtige Manipulationsskandal der BA, in dessen Kielwasser ja auch offen von der Benachteiligung von Hartz IV-Abgehängten gesprochen wurde.

        Hinsetzen und warten bis Hartz IV von alleine verschwindet, das habe ich nicht ansatzweise empfehlen wollen.

        • Du schriebst:
          Und Betroffenenvertretern – was zwangsläufig sein müsste – einen Blick ins Innere der Armuts- und Schikanemachine zu gewähren, dürfte der Albtraum eines gewissen Dr. S.-B. sein. Da stürzt ehr das gesamte Hartz-IV-System, als dass promovierte Menschenschinder sich von Betroffenen auch nur marginal in ihr Reich hineinreden lassen.“

          Punktlandung! Daher waren es ja auch nur meine „Gedanken“…weitestgehend illusionsfrei.

          In Bezug auf „warten“ haben wir uns, glaube ich, mißverstanden. Warten heißt für mich ja nicht, tatenloses Zuschauen, sondern auch mit allen Aktivitäten „warte-nmüssen“, ob und wann sie Wirkung zeigen.
          Was das Umdenken als solches betrifft, hast Du sicher Recht…es tut sich langsam etwas (und sei es nur aus Sorge um das persönliche Wohlergehen seitens der Mitarbeiter)

          Beistands-und ähnliche Handlungen habe ich bis dato immer nur als zweierlei betrachtet:
          1. Helfen, weil es (mir) der innere Mensch so gebietet (nenn es Humanität, ethisch-moralische Pflicht oder wie auch immer)
          2. Veränderungen (langfristig) damit versuchen, zu bewirken (Positives erreichen und bestärken bei den MA, umdenken anstoßen)
          Sie auch als Widerstandshandlung, ergo ein Stück weit durchaus politisch motiviert zu sehen, hmm, tat ich bisher nie. Vielleicht, weil ich „politische Handlungen“ gedanklich immer zusammengebracht habe mit der direkten Auseinandersetzung wie Parteiarbeit, Demobeteiligung, Petitionen ect.
          Ich sehe mich als politischen Menschen, habe da aber bisher gedanklich getrennt…
          Wir (SGB2-Dialog und Privarpersonen) sind zumindest kommunalpolitisch auch dabei, zu versuchen, Bewegung in die Sache zu bringen. Meine „Arbeit“ beinhaltet quasi 2 getrennte, aber miteinander verknüpfte Baustellen.
          Aufgeben und resignieren kommt für mich nicht in Frage, auch wenn mich das (ganz kleine) „politische Parkett“ zugegeben noch sehr unsicher macht, ich versuche es – und mit mir sind recht fitte und teils eloquente, politisch erfahrene Menschen – Teamwork im besten Sinne.

          lG
          Ellen

  2. „Die Bereichsleitung hat sich kompetent gezeigt, heute kann ein Barscheck abgeholt werden“

    ein lichtblick …denn was nützt ein dach übern kopf , wenn man unter dem dach verhungert ?

    naja…da verhungert man wenigstens trocken 😦

    zu deinen anderen gedanken …nun ja, eine „schnelle eingreiftruppe „mag sicher sinn bringend sein , allerdings sehe ich eher einen tieferen sinn darin , das solche „einzelfälle „erst gar nicht vorkommen /zu stande kommen (können )…wir müssen es zum ziel machen /werden lassen , zu zeigen , wer der souverän auf diesem (staats)gebiet ist …nämlich das VOLK und nicht irgendwelche menschen , die gut versorgt auf irgendwelchen parlamentsstühlen sitzen und entscheidungen mehr /weniger nach ihren interessenlagen fällen , so das der „kleine mann „(wie zB. bei der energiewende )das nachsehen hat .

    denn wenn man sich mal in ner ruhigen minute hinsetzt und mal so alles überdenkt , dann kann es einem bei der frage „wo soll das alles noch hinführen ?“nur noch grausen …dieses ganze konstrukt der SGB-gesetzgebung ist doch ein widerspruch in sich …eigendlich ne reine „lebensbremse „..das gehört nicht reformiert , sondern abgeschafft ..das soll /muss das oberste ziel sein , alles andere ist nur an symptomen doctern , wo hinterher gesagt wird „siehste …geht doch !“nur….zu welchem preis für den einzelnen ?(und in der gesamtsumme für die gesellschaft der gegenwart /zukunft und wir sollten /müssen uns fragen : ist das die gesellschaft , in der wir leben WOLLEN (mal vom müssen abgesehen ).

    • Das muß/müsste zunächst paralell laufen, Carola.
      So lange (wie lange?) dieses Verelendungssystem nicht abgeschafft ist, solange das SGB2 in all seinen Unsäglichkeiten (und den verschärfend dazu kommenden „Rechtsauslegern“ in den Jobcentern) noch besteht, braucht es vor Ort schnelle Eingreiftruppen.

      Ziel muss natürlich sein, dass dieses System in all seiner letztendlichen Sinnlosigkeit erkannt wird. Und folgerichtig eingestampft!
      Zunächst scheint es ja einem geringen Anteil Menschen sinnvoll – den Profiteuren –
      Was aber, wenn auch „die Reichen“ in mehr und mehr Angst leben werden (müssen), weil der „Pöbel“ anfängt, sich das zu nehmen, was man ihm vorenthält?
      Da dürften auch „gated communities“ keinen ausreichenden Schutz mehr gewährleisten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die „Eliten“ das Leben in ‚Schland noch frei und freudig genießen können, wenn sie nach einem Besuch im Restaurant jederzeit damit rechnen müssen, überfallen/verprügelt ect. zu werden.
      Und die Armen werden immer mehr, somit wächst auch der Anteil derer, die glauben, nix mehr zu verlieren zu haben.

      Letztendlich bergen soziale Unruhen (die sich hier wohl eher in einer erhöhten Kriminalstatistik bemerkbar machen werden als in „Banlieu-Methoden“) ein großes Risiko für die Besitzstandswahrer.
      Ein repressionsfreies, im bescheidenem Maße auskömmliches Leben, wie zu Zeiten des BSHG wäre ein erster (!), sinnvoller Schritt – für ALLE –

      Das Ergebnis, gesamtgesellschaftlich mal nur mit Fokus auf Offenbach betrachtet, ist bereits jetzt eine Katastrophe…und vielerorts dürfte es ähnlich aussehen.
      Diese „Entmenschlichung“ ist spürbar, fühlbar und erlebbar.
      Gerade vorhin traf ich vor der MainArbeit auf weitere Opfer. Darüber werde ich nachher noch gesondert schreiben, helfen müssen da aber die Kollegen von der Ini, denn nach wie vor kann ich mich nicht klonen…

      Und nein, die (angestrebte) inhumane Gesellschaft – bestehend aus einer Mischung von wenigen Besitzenden und vielen „Homo plasticus-ökonomikus“ – ist eine keinesfalls lebenswerte Gesellschaft, für niemanden.
      Wir, die am unteren Ende der Nahrungskette, haben das begriffen (mehr oder weniger).
      Wenn die „Anderen“ es nicht sehr schnell begreifen, wird das Erwachen schmerzhaft, im Wortsinne (s.o. Ausführung).
      Es ist noch nicht zu spät für ein Umdenken, wenngleich es 2 vor 12 ist…

      • „Und nein, die (angestrebte) inhumane Gesellschaft – bestehend aus einer Mischung von wenigen Besitzenden und vielen “Homo plasticus-ökonomikus” – ist eine keinesfalls lebenswerte Gesellschaft, für niemanden.“

        das kannste so nich sagen , is nur ne frage der perspektive …es gibt ja viele volkswirtschaften , die auf diesem prinzip basieren …und da wir ja jeden schund vom „grossen bruder „toll /erstrebens,-nachahmenswert finden ..wobei sich die verhältnisse nicht 1:1 übertragen /vergleichen lassen …müssen sie auch nich , das kommt nun mal dabei raus, wenn man unbesehen etwas übernimmt /übernehmen will…wo die „jacke „nich passt 😦

        ich habe mal ne geschichte von einem kind aus südafrika gelesen …südafrika ist gezeichnet von einem geringen prozentsatz reicher , die sich wahrlich einmauern müssen , um ihren reichtum zu schützen /zu erhalten …vor allem aber ihr leben ..

        http://www.suedafrika.net/suedafrika/gesellschaft.html

        auch nicht 1:1 übertragbar /vergleichbar …allerdings ein ausblick, was , modifiziert auf deutsche verhältnisse , auf uns zu kommt …(und die reaktion der staatsmacht auf den aufbegehrenden pöbel …jetzt schon zu erahnen ,in den wenigen fällen , wo polizeigewalt öffendlich wird )

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