MainArbeit – Obdachlosigkeit und mangelnde Transparenz

Ich könnte bzgl. der „Obdachlosenverwaltung“ jetzt titeln: Nix Genaues weiß man nicht
Nach scherzhaften Formulierungen ist mir derzeit aber nicht zumute…

Im nachstehenden Artikel wird aufgezeigt, wie der Zusammenhang ist zwischen Sozialbehörden, der ev. Kirche/Diakonie und der ZVU.

Diakonie/ZVU, klick

Man verwehrt sich dort gegen das Wort „outsourcing“. Das verwundert mich stark, denn nichts Anderes findet letztendlich statt. Die Sozialbehörde gibt einen wesentlichen Teil ihres Aufgabenbereiches in die Hände der
ev. Kirche->Diakonie->Verein der Diakonie->“Projekt ZVU“.

Wohlfeile Worte

Es liest sich richtig gut, dieses Interview. Aber angesichts der Tatsache, dass auch die MainArbeit Offenbach als Sozialbehörde den Aufgabenbereich Obdachlosenunterbringung an diese Frankfurter  „Institution“ vollständig ausgesondert hat und ich diverse Male miterleben durfte, wie das „Vergabeverfahren“ von Notunterkunftsplätzen läuft, sehe ich die Darstellung im Interview äußerst kritisch.
Der Bereich Offenbach obliegt einem einzelnen Mitarbeiter der ZVU (?).
Das Fragezeichen deshalb, weil nicht vollständig klar ist, wer der Arbeitgeber dieses Herrn konkret ist. Vermutlich ist es aber der ev. Verein

Eine undankbare Arbeit?

Ich vermute, dass diese Tätigkeit nicht einfach ist. Ich vermute weiter, dass, um diese Arbeit gut zu machen, neben Durchsetzungsvermögen auch Engagement, Herz und Einfühlungsvermögen vorhanden sein müssen.
An Durchsetzungsvermögen mangelt es nicht….

Erinnere ich mich an die jungen Leute, welche ich seinerzeit aufnahm, fällt mir die Vorgehensweise des ZVU-Mitarbeiters wieder ein. Die beiden lebten ja im Keller und ich versuchte zunächst, sie in einer Notunterkunft unter zu bringen. Als Pärchen.
Dies wurde verweigert, der junge Mann sollte in eine Sammelunterkunft, weil er in einem Einzelzimmer “ vor 2 Jahren alles hätte vermüllen lassen“.
Die Anwesenheit von 3-4 weiteren Wohnsitzlosen hätte „einen erzieherischen Effekt“.
Völlig klar, dass in einem kleinen Raum mit 4 Stockbetten und einem Tisch die (teils alkoholkranken) Mitbewohner ein positives Vorbild sind…und die Erde ist eine Scheibe.
Klar auch die dahinterstehende „psychologische Einschätzung“: Einmal Chaot, immer Chaot, ergo keine zweite Chance…

Die junge Frau flog damals aus ihrem „Hotel“zimmer, weil sie sich wütend darüber beschwerte, dass in ihrer Abwesenheit alles durchschnüffelt wurde.
Merke:Als obdachloser Mensch hast Du nicht einmal mehr das Recht auf Intimsphäre, der Hotelbetreiber kann, darf und wird jederzeit Dein Zimmer durchsuchen, und das wird fast immer in Abwesenheit des Bewohners vorgenommen.
Auch hier sah sich der ZVU-MA zu erzieherischen Maßnahmen genötigt. Er würde, so sagte er, das Mädel wieder unterbringen, „aber zuvor müsse sie sich in aller Form entschuldigen“

Schuld an desolaten Zuständen und an der Zuweisung in solche, war auch im Fall „meiner“ Großfamilie auch nur genau diese. Warum in dieser Bude 9 Menschen auf 60m² nur 4 Betten zur Verfügung standen, hat mit der ZVU natürlich nicht das Geringste zu tun…ja nee, is klar.

Die Sache mit der Macht

Natürlich sage ich nicht, dass es einfach ist, Unterkünfte zu finden. Gefährlich wird es aber, wenn nur ein Einzelner nach Gutsherrenart Entscheidungen treffen darf, es keine übergeordnete Beschwerdestelle gibt. Die MainArbeit delegiert und ist somit aussen vor.
Im aktuellen Fall um die junge Schwangere habe ich versucht, eine Einzelbelegung zu erwirken. Ich weiß, dass in „Sonderfällen“ auch schon 2Bett-Zimmer zur Einzelnutzung zur Verfügung gestellt wurden.

Und genau solche Einzel“maßnahmen“ finden unter dem Siegel der Verschwiegenheit statt. Das gilt auch für die Anzahl der Kontingente in den Hotels. Das gilt für die (horrend hohe) Preisgestaltung.
Nichts davon ist öffentlich und tranparent.
Wieviel und durch wen da wer von unseren Steuergeldern profitiert, bleibt ein Mysterium.
Fakt ist, dass „Unterbringungen“ pro Monat/Bett zwischen 300.- und 1000.-€ kosten.

Aus  „gut informierten Kreisen“ erfuhr ich heute, dass (verfügt durch wen?) gerade im Fall der jungen Schwangeren aber eine Zuweisung in ein 3-4-Bettzimmer erfolgen soll. Unbedingt!
Da der MainArbeit und auch dem Herrn von der ZVU bekannt ist, dass sie einen Freund hat, befürchtet man, dass sie ihn – den Kindesvater – „illegal“ in ihrem Zimmer schlafen lassen würde, bekäme sie einen Einzelraum.
Das geht ja mal gar nicht!
Da muss ein Riegel vorgeschoben werden!

In solchen Zimmern darf man nämlich nicht einmal Besuch empfangen, nicht männlichen, nicht weiblichen, nicht Familie oder Freunde! Da darf niemand rein ausser des Bewohners. Besuch bedeutet umgehenden Rauswurf!

Damit hätte sich für mich auch geklärt, warum der „Godfather of ZVU“ im Telefonat mit mir derart abweisend -kaltschnäutzig – arrogant rüberkam. Anmaßend obendrein, denn er wagte es tatsächlich, das Attest der Fachärztin anzuzweifeln. Es war deutlich wahrnehmbar, dass er dieses Attest für einen „Fake“ hielt (um ein Einzelzimmer zu bekommen).
Das „Fake“ saß jedoch nicht vor Herrn N., sondern neben mir, als sie total verängstigt weinte und sagte:
„Wenn ich mein Kind verliere, bringe ich mich um!“

Ich schreibe es noch einmal in aller Deutlichkeit:

Die Angst vor Infektionen, welche eine Fehlgeburt im Frühstadium der Schwangerschaft auslösen können, ist berechtigt! Auch meine Gyn war entsetzt, als ich sie um eine „zweite Meinung“ ersuchte!
Eine Gemeinschaftsunterkunft ist gefährlich, punktum.

Ich könnte grad verzweifeln, an Sparwut auf der einen Seite, verbunden mit selbstherrlichem Machtgehabe der anderen Seite, scheitert eine vernünftige Unterbringung. Nicht am Platz!
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Aber „man“ will offenbar nicht!
Das macht mich so zornig.

Kann denn nicht Einer einmal menschlich agieren statt auf (vermeintliche) Gesetze zu starren?

Das Wort „menschlich“ ließe sich ersetzen durch „unbürokratisch“…

Für’s Jugendamt zu alt, für’s Mutter-Kind-Heim ist es noch zu früh, für’s Frauenhaus fehlt die Grundlage, für die Pärchenunterbringung in Frankfurt ist Offenbach als Kostenträger unzuständig, für’s Krankenhaus zu gesund, für die Jugendhilfe-Unterbringung (bis 21J.) müsste das Jugenamt  die Kosten übernehmen, geht aber nicht, da zuvor keine unmittelbare Inobhutnahme war…und für die MainArbeit offenbar zu kostenintensiv und/oder zu unglaubwürdig.

Mehr und mehr stelle ich fest, dass ich mich  dieser kalten Welt völlig unzugehörig fühle…

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