Protestform? Na, ich weiß ja nicht…

…was das nachstehend Geschilderte bringen soll.

Gestern erfuhr ich über einen guten Freund von der Idee, sich selbst zu „outen“ als armer Mensch, öffentlich sichtbar durch einen getragenen „Wimpel“ (in „hübscher“ Analogie zu der Kennzeichnung für Asoziale im dritten Reich, siehe hier) Geboren wurde diese Idee im virtuellen Rahmen.

Nachdem ich ihn spontan fragte, ob ich von dem Zeug, welches er wohl geraucht haben müsse, um so etwas gut zu heißen, auch etwas abbekomme 😉 entspann sich eine lebhafte Diskussion.
Mich interessiert jetzt, wie meine Leser über diese Form des „Protestes“ so denken. Ich selbst kann dem nichts, rein gar nichts abgewinnen, hier meine

Gedanken, warum eine freiwillige Stigmatisierung aus meiner Sicht keinen Sinn ergibt

1.
Dass Betroffene des SGB/Prekäre/Erwerbslose nach Lesart vieler Mitbürger „asozial“ sind, ist leider Fakt. Sich dazu aber noch selbst und freiwillig mit einem „Assi-Wimpel“ schmücken zu wollen, hat mit „Ironie“ nichts zu tun. Es zeigt aus meiner Sicht von einem eher sehr merkwürdigen „Selbstverständnis“. Wo bleibt da der Selbst-Respekt? Zwischen arm (gemacht) und asozial liegen Welten…

2.
Protest soll etwas/jemanden erreichen. Um etwas zu erreichen, muss ich zwingend ernst genommen werden. Wer nimmt aber Menschen ernst, die sich freiwillig als „Asoziale“ kennzeichnen?

3.
Was soll das Ziel einer solch vereinzelten Aktion sein? Man stelle sich das bildlich vor: Da laufen in Köln 2 Menschen mit dem Wimpel herum, in München einer und in Flensburg 3 (mal so als Beispiel, viel mehr „Protestler“ sind es nicht) Was kann damit bewirkt werden? Im schlechtesten Fall werden diese „Protestler“ angepöbelt und mit Stammtischsprüchen wie…„dann geh doch arbeiten“… überzogen. Glaubt wirklich jemand, dass sich ein konstruktives Gespräch ergibt durch den Wimpel? Dass Neugierde geweckt wird, echtes Interesse gar?

4.
In der Vereinzelung ist nichts zu erreichen. Dazu kommt:Die Vereinzelten sind unter Umständen weder psychisch so stabil, dass sie mit Pöbeleien gut klar kämen,  noch -sollte sich tatsächlich doch einmal eine Nachfrage durch Passanten ergeben- könnten Alle sachlich und mit belegbaren Fakten argumentieren.

5.
Armut ist sichtbar. Wer sie sehen will (und nicht die Augen verschließt), der kann sie erkennen. Dazu braucht es keinen „Assi-Wimpel“. Wer die zunehmende Armut aber ohnehin leugnet, der wird gewiss nicht das Gespräch suchen, weil ihm im Penny oder Aldimarkt ein „Geouteter“ über den Weg läuft…

6.
Es verbietet sich eigentlich von selbst, mit Methoden und Symbolen, welche von den Nazis benutzt wurden, um (die zudem höchst unwahrscheinliche) Aufmerksamkeit zu heischen. Auch wenn es „selbst-ironisch“ angedacht ist, was löst es evtl. aus? Derartiges kann durchaus als Verhöhnung der NS-Opfer angesehen werden…und gerade auf die „politisch Korrekten“ wird es höchstwahrscheinlich abstoßend wirken.

7.
Phantasievoller Protest -insbesondere vor den Parteiständen kurz vor der Wahl- wäre eine sinnvollere Geschichte. Mit einem knackig-kurzen Flyer die Untaten der Agendaparteien aufzeigen, könnte Unentschlossene noch dazu bringen, ihre Stimmen nicht CDUSPDFDP zu geben.
Dazu ein Shirt, vielleicht mit dem Spruch: „arm im reichen Deutschland – heute ich, morgen Du?“
könnte u.U. zumindest einen kleinen Effekt haben. 2-3 Personen wären hierzu ausreichend.
Der Phantasie sind dem Grunde nach keine Grenzen gesetzt, wichtig aus meiner Sicht ist jedoch, dass sich die Aufmerksamkeit positiv auf den Protestler richtet, das Auge des Passanten „gefangen genommen“ wird. Sei es durch angenehme Farben, durch „witzige“ (dennoch seriöse!) Hingucker oder was auch immer.

Abstoßend, mit negativer Grundhaltung und offensichtlicher Bitterkeit versehen weckt man höchsten den Flucht-Instinkt der Passanten, aber keinesfalls Interesse, denn „der Mensch“ ist bereits überfrachtet mit Negativem. Ein schwarzer „Assi-Wimpel“ ist negativ, damit kontraproduktiv.
Das ist meine Überzeugung.

8.
Zu guter Letzt: Der Grundgedanke zum „Assi-Wimpel“ war wohl (so habe ich es verstanden), dass verarmte Menschen sich gegenseitig schnell erkennen UND solidarisieren. Entlehnt wohl dieser Überlieferung:

Im alten Rom hat ein Senator vorgeschlagen, man sollte alle Sklaven mit einem weißen Armband versehen, um sie besser erkennen zu können. „Nein“, sagte ein anderer weiser Senator. „Wenn sie sehen wie viele sie sind, dann gibt es einen Aufstand gegen uns.“

Das mag seinerzeit gewiss klug im Sinne der Herrschenden gewesen sein. Hier und heute sehe ich diese -wahlweise- Gefahr oder Chance jedoch nicht.
Die Betroffenen selbst sehen es tagtäglich, dass sie ihr Schicksal mit vielen teilen. Sie sehen es in den Jobcentern, in Maßnahmen, bei der Tafel usw. usf.
Und?
Bis auf eine „Handvoll Aktivisten“, die unermüdlich beistehen, anprangern,Klagen anstrengen, politisch aktiv sind ect.,ist von Solidarität im Sinne von Protest/offenem Widerstand  kaum etwas zu bemerken.
Der Löwenanteil Betroffener wurschelt sich irgendwie alleine durch und hofft vielleicht, dass „es irgendwann einmal besser wird“. Dass vielleicht ein neuer Polit-Messias wieder alles in Ordnung bringt. Oder auf was auch immer Menschen so hoffen…

Auch so gesehen macht ein „Wimpel-Outing“ also wenig bis keinen Sinn.

Dies ist nun also meine ganz persönliche Einschätzung.Dennoch bin ich für Gegenargumente offen.Wer will, darf somit gerne mit der Diskussion beginnen 😉 …

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11 Kommentare zu “Protestform? Na, ich weiß ja nicht…

  1. Ich hörte vor Zeiten von einer solchen Idee, allerdings mit dem Signet der Arbeitsagentur (jaja, das ist KEIN Amt mehr, das ist nicht mehr für den Bürger da; insofern ist die Entrechtung der Hilfebedürftigen vom Bürger zum Kunden schon auf diese Weise rückwirkend korrekt). Allerdings befürchteten die Initiatoren damals wohl, daß es zu rechtlichen Problemen ob der Verwendung des urheberrechtlich geschützten Zeichens kommen könnte …

    • stimmt, Emil.Da war auch mal etwas…
      Was ich aber meinte,war die Idee, mit einem (Mit Hartz4 beschrifteten) Davidstern im Jobcenter einzulaufen.Einer der Befüworter hatte dieses Ding auch als Avatar. War ein eher kleines Forum, ich las damals zufällig davon.
      Ich werde alt 😉 mir will partout der Name des Forums nicht mehr einfallen…naja, ist letzlich auch egal

  2. „r zwangsaktion werden“

    isses schon , wenn man sich ansieht , wie RECHTLOS leistungsempfänger (egal welche leistungen )sind /gestellt werden …mit welchen konsequenzen /folgen ….nicht nur für die betroffenen selbst , auch für ihre familien …bekannten (stichwort : einstandsgemeinschaft /eheähnliche gemeinschaft …unterhaltsplicht in der GRUSI usw. )

    naja…und um bei ellen zu bleiben , der mehrzahl der betroffenen sieht mans ja auch an (wenn auch nicht allen )…spätestens, wenn ein „zwangsumzug“(swagen)vor der tür steht und die habseligkeiten verladen werden (müssen )..tritt zu tage, was man peinlich berührt zu verbergen versuchte .

    auch kinder in der schule dürften kaum vermeiden können , als kinder von leistungsbeziehern geoutet zu sein /werden /stignatiesiert zu sein /werden …aber, da kennst du dich mit „schule „kindern „besser aus als ich , liebe helen

    die liste der „zwangsaktionen „könnte man noch unendlich fortführen ….

  3. die idee ging auf folgendes zurück :

    http://de.wikipedia.org/wiki/Asoziale_%28Nationalsozialismus%29

    und man wird doch zugestehen , das es sich beim umgang mit derart stigmatisierten menschen im „dritten reich „nicht um echte asoziale gehandelt haben dürfte ..sondern , dies war /ist (genau wie in der heutigen zeit die leistungsempfänger )ein willkürliches „feindbild „welches man zur erreichung gesellschaftlicher/militärischer ziele etablierte /missbrauchte .

    nun ja, ich denke , wir dürften uns einig sein , das diverse parrallelen zur damaligen (grauenhaften )zeit in umgang /konsequenz (mitunter bis zur letzten )nicht an den „haaren herbei gezogen sein dürften .

    “ Zwischen arm (gemacht) und asozial liegen Welten…“

    stimmt …traf /trifft auch gleichermassen auf die damals so diffamierten /verfolgten volksgruppen zu …die waren „asozial „per gesetz …nicht , was den inhalt der eigendlichen definition betraf

    http://www.gutefrage.net/frage/definition-von-asozial-und-unsozial

    es geht also rein um :

    „Asozial“ bezeichnet an sich ein von der geforderten oder anerkannten gesellschaftlichen Norm abweichendes Individualverhalten:“

    wer gibt die gesellschaftliche norm vor und entscheidet somit , wer „asozial „ist (und über den umgang mit , als „asozial „zu bezeichnenden gruppen (und die konsequenzen /folgen des umgangs ?)

    heut zu tage ist man nicht nur „asozial „wenn man rote haare hat ..nein , man ist ASOZIAL, wenn man leistungen bezieht (egal welche )und hat sich einem repressionsapparat zu unterwerfen , der NEGIERT , das es kaum noch möglichkeiten gibt , seinen lebensunterhalt auskömmlich zu verdienen und /oder , das man ja schon , durch arbeit beiträge zum aufbau dieser gesellschaft geleistet hat , also, keineswegs in dem sinne „asozial „war /gelebt hat .

    nun wird es ja immerin statistiken dargestellt , als wenn deutschland auf ner insel sitzt , alle krisen ziehen vorbei ..deutschland ist /bleibt unbeschadet …die arbeitslosen werden immer weniger , die vollbeschäftigung naht :)…wie erstaunt wäre doch die öffendlichkeit , wenn sie , weithin sichtbar , erkennen könnte /müsste , das es eben doch mehr „asoziale „(leistungsempfänger , egal welche leistung ..ich zähle dazu auch wohngeld /elterngeld usw. )gibt , als angenommen …alles menschen , die am staatlichen tropf hängen (müssen )TROTZ arbeit , weil sie sonst NICHT über die runden kommen würden ?

    „In der Vereinzelung ist nichts zu erreichen. Dazu kommt:Die Vereinzelten sind unter Umständen weder psychisch so stabil, dass sie mit Pöbeleien gut klar kämen, noch -sollte sich tatsächlich doch einmal eine Nachfrage durch Passanten ergeben- könnten Alle sachlich und mit belegbaren Fakten argumentieren.“

    ist ein argument , dem man sich nicht verschliessen kann …solche aktionen würden nur in der masse /menge was bringen …so vereinzelt ist das nur wirklich starken persönlichkeiten vorbehalten , an denen ggf. beschimpfungen usw. abprallen .

    „Armut ist sichtbar. Wer sie sehen will (und nicht die Augen verschließt), der kann sie erkennen. Dazu braucht es keinen “Assi-Wimpel”. Wer die zunehmende Armut aber ohnehin leugnet, der wird gewiss nicht das Gespräch suchen, weil ihm im Penny oder Aldimarkt ein “Geouteter” über den Weg läuft…“

    nicht in jedem falle ..das kommt auf viele faktoren an , zB. welchen „grundstock „man noch aus besseren zeiten hat , oder wie handwerklich begabt man is (zB. wenn man nähen /häkeln /stricken kann )und /oder wie erfinderisch /kreativ man ist , um seine lage zu kaschieren (tauschen zB)…fakt ist aber:

    wird eine sache visualisiert ist /wird sie präsenter …ich denke, viele (die meisten )wissen im unterbewusstsein durchaus vom ausmass der armut ..wollen sie aber nicht wahr haben , weil man armut eben nicht immer sieht ..ich denke, so eine visualisierung ist nicht die schlechteste idee …um das ALLTÄGLICHE ins bewusstsein zu rücken .

    „Es verbietet sich eigentlich von selbst, mit Methoden und Symbolen, welche von den Nazis benutzt wurden, um (die zudem höchst unwahrscheinliche) Aufmerksamkeit zu heischen. Auch wenn es “selbst-ironisch” angedacht ist, was löst es evtl. aus? Derartiges kann durchaus als Verhöhnung der NS-Opfer angesehen werden…und gerade auf die “politisch Korrekten” wird es höchstwahrscheinlich abstoßend wirken.“

    liebe ellen ….wer nutzt hier welche methoden? (sicher in verfeinerter /perfektionierterer art ..nicht so plump /offensichtlich …man hat gelernt !..aber, das ziel /die konsequenz bleiben doch die gleichen , oder ?)
    haste dir mal das logo der BA angeguckt ?

    nein , ich sehe da keine verhöhnung der NS-opfer…ich sehe eine WARNUNG , das der boden noch sehr fruchtbar is ….und ich denke, die NS-opfer hätten gewollt , das die saat endgültig ausgerottet ist /wird …und sie drehen sch im grabe um , weil sie sehen , das es nicht so ist !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    es kommt ja ne gewisse bewegung in die szene , ua. durch soziale netzwerke …das ist schon mal positiv anzuerkennen …die anonmität scheint nen gewissen zusammenschluss /“gemeinsames leiden „:)/erfahrungsaustausch zu begünstigen ..wenn auch wahrlich nicht zufrieden stellend und vom ziel einer gemeinsamen front weit entfernt .

    ich denke aber auch , nach ZEHN jahren ner ….wie soll man das bezeichnen ..schockstarre …kann man (leider )auch keine wunder erwarten , da viele wirklich mit dem täglichen survivel beschäftigt sind und keine zeit für grossartigen widerstand haben /aufbringen können (was ja auch der sinn /zweck des ganzen ist )..ergo: haben die „jammerforen 🙂 „in ner gewissen form auch ihren „therapeutischen „:) nutzen .

    sicher ..es gäbe auch noch andere formen des „aufmerksam machens „(ich bin sicher , etliche , von dir aufgeführten ideen wurden auch schon so , oder anders umgesetzt )..es muss nur noch MEHR aufmerksamkeit generiert werden …MEHR /MEHR …immer MEHR ….

    • Du schriebst:
      „sicher ..es gäbe auch noch andere formen des “aufmerksam machens “(ich bin sicher , etliche , von dir aufgeführten ideen wurden auch schon so , oder anders umgesetzt )..es muss nur noch MEHR aufmerksamkeit generiert werden …MEHR /MEHR …immer MEHR ….“

      Richtig.
      Aber auch die Form will und MUSS ein gutes Stück weit überlegt werden. Ich zitiere hier mal aus einem früheren Beitrag:

      (…) Langfristig wird sich keine sozialpolitische Änderung in Deutschland ohne Zustimmung der Mittelschicht durchsetzen lassen. Und ein Großteil der Mittelschichts-Milieus, die statistisch betrachtet häufiger zur Wahl gehen als ärmere Milieus, deren Bürger an Stammtischen über ach so faule Hartzer, zu hohe Sozialabgaben sowie Kopftuchmädchen schimpfen und der Aussage zustimmen, das Leistung nur erhalten solle, wer eine Gegenleistung erbringt, wird für Kritik an Hartz IV gerade nicht empfänglich, indem man das System möglichst schrill und anklagend als menschenunwürdiges Werk neoliberaler Post-Faschisten und Survival-of-the-Fittest-Kapitalisten zu brandmarken versucht.
      Im besten Fall verhallt dieses Gekeife über die angeblich menschenunwürdige Perversion Hartz IV ungehört. Im schlechtesten Fall erreicht man dadurch das Gegenteil dessen, was man beabsichtigt hat (…)

      Darum geht es mir, wenn ich diese Idee so vehement kritisiere!
      Du und ich und viele andere Mitmenschen wissen, dass es durchaus Parallelen zu den Anfangszeiten des Nazi-Faschismus gibt.
      Was aber kann man konkret erreichen, wenn man (neben der oben zitierten Sprache) nunmehr auf derart Symbole zurückgreifen will?
      Nichts, zumindest nichts Positives (s.o.)
      Die, die „wir“ gewinnen sollten/müssen, werden sich angewidert abwenden, weil die Gehirnwäsche ihnen eingetrichtert hat (s.o.), dass dieses neoliberale System doch „irgendwie stimmig“ ist, dass man sich nur genügend anstrengen müsse…Dogma Arbeit eben.
      Und dann kommen da „Schmarotzer“ her und vergleichen ihr Schicksal mit dem der Opfer von damals? Wie anmaßend, wie dreist…und tschüss…so wird es vermutlich ablaufen.
      Also das genaue Gegenteil von dem, was angestrebt wird.

      Es gilt, mit POSITIVEM Eindruck auf „Solidaritätsfang“ zu gehen. Den verfestigten Vorurteilen so entgegen zu treten, dass es evtl. im gewaschenen Hirn „klick“ macht….“ach, diiiie sind ja gar nicht so assi“…
      Sensibilisieren statt abschrecken und Vorurteile bedienen. Hannemann hat in diese Richtung öffentlichkeitswirksam „Vorarbeit“ geleistet.
      Am Ball bleiben heißt das Gebot der Stunde.

      Nebenbei, dass das Symbol seinerzeit die kennzeichnete, die in den „Augen des Systems“ asozial waren, wenngleich sie es nicht wirklich waren…wer weiß das heute noch? Du erwartest zuviel von Deinen Mitmenschen, liebe Carola, die denken meist nicht so um zwei Ecken…
      Wenn sie den Winkel/Wimpel ÜBERHAUPT zuordnen können (der DavidStern ist ja ungleich bekannter), dann in Verbindung mit „Asozialen“, und vermutlich nicht mit „zu asozial Erklärten“!
      Womit wir wieder bei der Falschbesetzung wären, denn ein Negativsignal im (Unter)bewusstsein wird keine positiven Folgen haben.

      Das Bild vom „Sozialschmarotzer“ in den Köpfen der (noch)nicht betroffenen Bürger hat erste Risse – das ist gut!
      Und daran muss man andocken. Mit verbittertem Zynismus kommen wir nicht weiter, so meine Meinung…

      • gut ..verbitterten zynismus vermag ich eher nicht zu erkennen …allerdings , da du ja die hintergründe des (entstehungs)gedankenganges eher nich kennst ..isses schon die „probe aufs exempel „wie sone aktion wirken KÖNNTE ..von der seite her sehe ich kritik an ihr (der NOCH IM DENKEN/DURCHDENKEN befindlichen aktion )durchaus positiv, wenn ich sie auch nicht in allen teilen teile /nachvollziehen kann .(was ja nischt zu sagen hat :))

        wie gesagt ,,,,ich denke, solcher mut zum outing dürfte eher nur einigen wenigen /gefestigten personen vorbehalten sein /zu zu trauen sein..denn das „echo „könnte durchaus „herb „ausfallen …deswegen wird sich die idee eher nicht flächendeckend eignen .

        „Es gilt, mit POSITIVEM Eindruck auf “Solidaritätsfang” zu gehen.“

        dem grunde nach gebe ich dir recht …allerdings…wie positiv müsste es denn sein , um all die , jahrzehntelang in die köpfe eingehämmerten vorurteile , wenn schon nicht zu eliminiren , aber zu mindest eine umdenkbereitschaft zu generieren ?

        hast du schon mal e idealen menschen gesehen …fehlerfrei …jeder ästhetischen vorstellung gerecht werdend ….und das müssten die betroffenen wahrlich sein /werden …um das zu erzeugen , was du meinst /beabsichtigst …der kleinste makel /(vermeindliche )bestätigung eines (und davon gibts ja reichlich ..für jeden /von jedem was , gelle )….

        • 😉 nee, die Entstehungsgeschichte kenne ich nicht, das lief bei mir so in Richtung „stille Post“
          Wobei: „Ihr“ seid ja nu mit so etwas auch nicht grad die Ersten, im virtuellen Forenraum sorgte ein solcher Vorschlag seinerzeit für ziemliche Empörung. Müsste so um 2010 gewesen sein…ich finde es auf die Schnelle nicht mehr (im ALG-Ratgeber wurde auch darüber diskutiert)
          Die Enstehungsgeschichte ist mir daher, mit Verlaub, ziemlich wurscht. Aus meiner Sicht zählt nur, ob Energieeinsatz (egal bei was) von vorne weg als zweckdienlich anzusehen ist. Und diese Zweckdienlichkeit kann ich nicht erkennen.
          Aber, wie ich gestern im Telefonat mit meinem Freund schon sagte…“macht ma und berichtet mir vom „Ergebnis“…entscheiden muss so etwas eh jeder für sich allein.

          Was das positive Entgegentreten betrifft:
          Niemand ist perfekt und jeder weiß das auch, irgendwie. Aber das ist kein Grund, es nicht zumindest zu versuchen, POSITIV zu überzeugen.
          Ich weiß, dass ich damit vielen Elo’s vor den Kopf stoße, aber ich vor-verurteile nun einmal niemanden, auch JobcenterMA sind nicht per se alle schlecht. Warum also nicht versuchen, das verschüttete „Gute im Menschen“ wieder auszubuddeln?
          Mit positiver Bestärkung zunächst arbeiten, statt mit „Kampfansagen“ als erste (!) Verhaltensform?
          Es schließt sich nicht gegenseitig aus, in der Sache knallhart zu sein und dennoch Mensch zu bleiben.
          Das ist meine Art, mit Dingen umzugehen und so würde ich auch Aktionen angehen, wenn ich denn eine plante…direkt auf das Herz der Mitbürger zielen, über das Herz das Hirn erreichen. Aktionen eben, die Menschen nicht unangenehm berühren, die sie nicht zum Wegschauen anregen, sondern zum Hinsehen.

          Beispiel (unausgegoren und spontan)
          Zwei Leute, einer mit rosaroten Luftballons, die verteilt werden (umsonst = gut/positiv 😉 )
          Dann den Flyer in die Hand:
          „Möchten auch Sie manchmal gerne in die Luft gehen?“
          Darauf klare, prägnante Hinweise auf den Zusammenhang von Hartz4 und gewollten Dumpinglöhnen. Am meisten schimpfen doch die Billig-Malocher über die „faulen Arbeitslosen“ (s.o. im Kommentar).
          Und wenn nur 10 Leuten die Augen aufgehen, wenn nur 5 Leute „umdenken“ ist schon viel gewonnen.
          Gerade für Ini’s dürfte es nicht schwer sein, die paar € für 100 Ballons zusammenzutragen…

          Das meine ich mit POSITIV.

  4. so ein wimpel-outing finde ich wie du mehr als fragwürdig.
    vor allem kann so eine „freiwillige“ aktion schnell zu einer zwangsaktion werden.
    nein auf keinen fall!!!

    • Da gab es einmal einen Ansatz einer „Tafel“, die ihren Kunden gelbe Armbänder angedeihen lassen wollte…ist schon etwas her und wurde auch zügig verworfen.

      • ich denke /glaube….es besteht ein unterschied, ob ich mich FREIWILLIG zu ner sache /lebensweise /ausrichtung …aber eben auch armut bekenne , oder ich gezwungen werde, mich unfreiwillig zu bekennen .

        wer(als beispiel )so einen „wimpel „als unterstützer einer eventuellen aktion tragen würde , würde dies FREIWILLIG tun ,,was man von machen outings, die man (unfreiwillig )über sich ergehen lassen muss und /oder die von behörden vorgenommen werden , nich behaupten kann .

        • Klar ist da ein Riesenunterschied.

          Zu seiner (verordneten) Armut „stehen“ und sich nicht verstecken, sich gemäß „arm, aber sexy“ 😉 selbst zu outen, verbunden MIT einer Aktion (Zahltag, Präsenz vor Parteitischen ect.pp), DAS befürworte ich ja auch zu 100%
          Da muss noch viel mehr passieren…

          Mir geht es um das WIE (s.o) und auch um das WER und WANN, weitere Ausführungen in meinem langen Kommentar

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