Projekt Wohnen für Hilfe – eine prima Idee (nicht nur) wegen steigender Mieten

Schön, zwischendrin auch einmal von Positivem zu erfahren 🙂

Hintergrund:
Dem ein oder anderen Leser dürfte aufgefallen sein, dass Offenbach nun nicht eben die Stadt ist, der ich Zuneigung entgegenbringe. Dazu kommt erschwerend: meine Wohnung bringt mich zunehmend an den Rand meiner Belastbarkeit. Sie ist überteuert (ich zahle zu den KdU aus eigener Tasche dazu) sie ist so laut durch stetig zunehmenden Verkehrslärm, dass an durchschlafen nicht zu denken ist, sie ist mängelbehaftet noch und nöcher…und sie liegt in der Offenbacher Bronx.

Meine Affinität zum „hohen Norden“ ist -zumindest einigen Menschen- bekannt. Ich suche seit geraumer Zeit bezahlbaren Wohnraum in Küstennähe. Von hier unten gestaltet sich das schwierig, zudem ich ja nun nicht eben „die Traummieterin“ bin (kleine Rente + Aufstockung, Katzenhalter ect) und die KdU passen müssen.
Umso mehr freute ich mich, als ein langjähriger und sehr lieber Freund mir Informationen über das Projekt „Hand gegen Koje an Land“ zukommen ließ.

http://www.wohnlotsen-flensburg.de/startseite.html

Auszug (…) Als Faustformel gilt: pro Quadratmeter werden eine Stunde Hilfsdienste im Monat als Kaltmiete angerechnet. 
Wer also ein Zimmer mit 15 Quadratmetern zur Verfügung stellt, erhält als Gegenleistung 15 Stunden z. B. für Garten-, Hausarbeiten, Einkaufs-, Computer- oder Internet-Hilfe. Oder etwa für Arztbesuche, Fremdsprachentraining, Freizeitbedarf wie Bücher vorlesen, Theater, mehr Mobilität für Gehbehinderte .

Vielleicht für manch Leser ebenso interessant wie für mich?

Zumindest wollte ich dieses Projekt nicht „geheimhalten“. Die Grundidee des „ein jeder, wie er kann“ hat seit langer Zeit meine Sympathie. Was liegt denn näher, als sich mit menschlichen Fähigkeiten gegenseitig zu unterstützen, sich zu ergänzen? Wohin uns die egozentrierte Gesellschaftsform gebracht hat, ist unübersehbar.
Solche Projekte sind, um es überspitzt auszudrücken, vielleicht sogar ein erster, kleiner Schritt in Richtung der (vermeintlich) utopischen Skinner’schen Vision von einer besseren Gesellschaft

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2 Kommentare zu “Projekt Wohnen für Hilfe – eine prima Idee (nicht nur) wegen steigender Mieten

  1. Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ hat schon seinen Charme. Wenn man ernsthaft für sich in Erwägung zieht, als wohnender Helfer teilzunehmen, sollte man möglichst illusionslos auch die Grenzen der Sache betrachten.

    Abgesehen davon, dass sich BEIDE „Bewerbungsbögen“ an Studenten zu richten scheinen, also an vorwiegend jüngere Leute, impliziert die Frage „Fahren Sie regelmäßig am Wochenende nach Hause?“, dass es ein weiteres Zuhause gibt. Also scheint hier nur ein Zweitwohnsitz Gegenstand zu sein.

    Aus Sicht des „wohnenden Helfers“ kann man auch nicht von einem zeitlich unbegrenzten Arrangement ausgehen. Einerseits ist es an die Person des Hilfenehmers gebunden (ältere Menschen können versterben, bei Familien kann die Kinderbetreuung obsolet werden, etc.). Andererseits kann sich die Möglichkeit veränderen, die angebotenen Hilfeleistungen auch sicherstellen zu können (z.B. aus gesundheitlichen Gründen).

    Insgesamt aber finde ich das Projekt nützlich. Es erinnert mich sehr an die Idee der Tauschringe.

    • Insgesamt aber finde ich das Projekt nützlich. Es erinnert mich sehr an die Idee der Tauschringe.“

      So schaut’s aus 😉
      Zu den Detailfragen kann ich Dir (hoffentlich) bald mehr sagen, und nein, Illusionen habe ich keine. Aber Hoffnung (Du weißt schon, das Ding, welches zuletzt stirbt 😉 ), dass sich meine seit Jahren gehegte Idee -welche leider mit keinem meiner Freunde realisiert werden konnte aus den versch. Gründen – des ergänzenden Miteinanders auf diesem Weg machbar ist.

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