Nur kleine Klatschen oder doch in der Summe große „Politik“?

Es sind dem Grunde nach eher kleine bis mittlere Pressemeldungen.

Da wird im Eilverfahren dem Antrag von Inge Hannemann aufWeiterbeschäftigung nicht stattgegeben. Die am 30. Juli stattgefundene zweite Anhörung berücksichtigte weder die Gründe der Freistellung, noch die im Nachhinein am 6. Juni durch Jobcenter team.arbeit.hamburg eingereichten vermeintlichen Verstöße durch Inge Hannemann gegen das Sozialgesetzbuch II. Stattdessen bewertete die Richterin ein alternatives Arbeitsangebot vom März 2013 durch die Freie Hansestadt Hamburg als einfache Sekretärin mit reiner Dateneingabe, ohne Kundenkontakt, nicht nach qualitativen Gesichtspunkten.
Pressemitteilung altonabloggt

Da werden beide Wiederaufnahmeanträge im Falle Gustl Mollaths mit teils abenteuerlichen Begründungen zurückgewiesen. Gabriele Wolff, Oberstaatsanwältin a.D., hat diese trefflich zerpflückt.Der Fall Mollath – Die letzte Bastion

Da ergeht am 24ten d.M. ein (noch nicht rechtskräftiges) Urteil gegen einen Raucher in Düsseldorf. http://www.stern.de/panorama/urteil-vermieterin-darf-raucher-kuendigen-2045203.html

(Rassistisch motivierte) Gewalt gegenüber Migranten und „südländisch aussehenden“ oder „schwarzen“ Menschen nimmt offenbar bei der Polizei zu. Erschreckend, wie über den Einsatz in einem Flüchtlingsheim beispielsweise zu lesen ist, mit welcher Selbstverständlichkeit Menschenrechte (im Wortsinn) mit Füßen getreten werden.
Zitat:
Es ging dabei offenkundig nicht nur um die Festnahme von Verdächtigen und die Beschlagnahme von Beweismitteln. Dieser Zweck hätte nach langwierigen Ermittlungen kein solches Polizeiaufgebot erfordert. Das erklärte Ziel „rechtsfreie Räume in Freiburg zu verhindern“ (Polizeiliche Pressmitteilung, 24.7.) hat wohl eine deutliche Demonstration polizeilicher Macht mit dem Blick auf die Öffentlichkeit und die Medien veranlasst. Darauf weist auch der Einsatzzeitpunkt (16:00 Uhr) hin.
Während des Einsatzes wurde massiv und unverhältnismäßig auch gegen offenkundig Unbeteiligte vorgegangen: Unverdächtige Bewohner und Besucher wurden mit Kabelbindern gefesselt, sie wurden auf dem Boden liegend fixiert sowie einer Ganzkörperuntersuchung unterzogen, bei der sie sich nackt ausziehen mussten. Dies ist ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, der durch den Einsatzzweck nicht gerechtfertigt ist.

http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/008063.html#ixzz2aiykOJrj

Was haben Hannemann, Mollath, ein alter Raucher und Migranten/Flüchtlinge gemein?

Auf den ersten Blick: Nichts.
Der zweite Blick aber zeigt, dass sie alle in irgendeiner Form „dem System“ entgegenstehen. Widerstand gegen das eine Tentakel -Hartz4- der neoliberalen Krake ist ebenso unerwünscht wie ein „unproduktiver“ Rentner, der, beharrend auf seinem Recht, seine günstige Wohnung nicht freigeben will. Beide stehen dem neoliberalen „Marktgedanken“ entgegen.
Gustl Mollath passt auch nicht in ein System des Götzen Geld. Und die „ausländischen Sozialschmarotzer“ ebensowenig.

Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt

Meiner Einschätzung nach läuft alles darauf hinaus, eine konformistische Gesellschaft zu schaffen aus Menschen, die lediglich mehr arbeiten und konsumieren. Oder besser, arbeiten, um zu konsumieren. Alte Werte sind da nur störend. Und wer diese alten Werte vertritt (Gerechtigkeit, Anstand, Ehre, Ethik, Familiensinn ect) wird früher oder später vom System kaltgestellt. Wenn er zuvor nicht aufgefressen wurde…
Ebenso störend sind die Überflüssigen. Da wären die Erwerbslosen, die verarmten Rentner, die Behinderten, die Asysuchenden ff. Denn auch sie sind nicht nützlich im Sinne des Kapitalismus.Zumindest nicht in dieser hohen Zahl (eine geringe Anzahl ist jedoch ein Muss, sie können und sollen ja als abschreckendes Beispiel dienen)
Und was geschieht ansonsten in einer Überflußgesellschaft mit Überflüssigem??
Eben…

Vom „Hölzken auf’s Stöcksken“?

Vielleicht. Vielleicht ist meine gedankliche Querverbindung unzutreffend.
Und dennoch:
Ziehe ich einen Summenstrich unter so viele Gegebenheiten, läuft in mir immer wieder die Vision eines vor der Vollendung stehenden Filmes ab, Titel Consumere et labora
Die Protagonisten dieses Films sind gleichgeschaltete, unkritische, konsumierende Wesen, die sich auch optisch immer mehr ähneln. Emsige, puppenhaft – künstlich „schöne“ Arbeitsdrohnen…
Für Menschen wie den obdachlosen „Penner“, den „Krüppel“, den „Sozialromantiker“, den Altruisten oder den kritischen Selbstdenker ist in diesem Film nicht einmal mehr eine Statistenrolle vorgesehen…

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