MainArbeit Offenbach – Keine Annahme von Unterlagen/keine Empfangsbestätigung!

Keine?
Nein, es gibt durchaus die Möglichkeit, bis 11.00 Uhr morgens ein Wartemärkchen zu ziehen und dann – je nach Andrang – zwischen einer und drei Stunden zu warten, um schlußendlich Unterlagen nachweislich (!) in der Zentralen Anlaufstelle (ZAS) abgeben zu können.

Dass nicht jeder Leistungsberechtigte Zeit ohne Ende hat (Aufstocker, Elternteile ect), interessiert nicht.Mit etwas Pech muss mensch eben am nächsten Tag erneut vorsprechen, oder am übernächsten, oder…
Unabhängig davon ist ein solches Vorgehen schlicht unzumutbar.

MainArbeit.Securitas

Da könnte mensch doch mal wieder lachend in eine laufende Kreissäge rennen 😦
Diese neue Anweisung der Geschäftsführung ist  m.E. rechtlich zumindest bedenklich, Zitat:
Das Jobcenter ist in der Pflicht eine Eingangsbestätigung auszugeben. Diese Pflicht lässt sich nicht direkt aus dem Recht herleiten. Sie ergibt sich aber aus den behördlichen Pflichten als solche. Denn „der Verwaltungsträger ist verpflichtet, die Vorsprache auf Verlangen schriftlich zu bestätigen. Aufgrund der in § 37 Abs. 2 S 1 SGB II zum Ausdruck kommenden Bedeutung des Antrags auf der einen und der den Hilfebedürftigen treffenden objektiven Beweislast auf der anderen Seite, ergibt sich ein solcher Anspruch auch ohne ausdrückliche Normierung bereits aus den allgemeinen verwaltungsverfahrensrechtlichen Grundsätzen“. (Gemeinschaftskommentar SGB II, Hohm, Luchterhandverlag, Rz 30 zu § 37).

oder nach Ansicht des BMAS, Zitat:
(…)Ich teile Ihre Ansicht, dass die Arbeitsgemeinschaft nicht berechtigt ist, die Bestätigung des Einganges von Schriftstücken der Bürger zu verweigern.(…)
BMAS – Eingangsbestätigung

Verschollen im Bermuda-Dreieck

So könnte man titeln, denn Unterlagen verschwinden hier mit schöner Regelmäßigkeit. Wie ein Betroffener nun nachweisen soll, ob und wann er Unterlagen abgegeben hat, bleibt das Geheimnis des Geschäftsführers, von dem diese neue Anweisung erging. Ein Briefkasten erteilt nun einmal keinen Eingangsstempel…
Direkt in der Leistungsabteilung bei dem zuständigen SB abgeben, das wird ebenfalls verwehrt.
Es bleibt schlußendlich nur das Fax über, und das besitzen die wenigsten Leistungsberechtigten. Also Versand vom Internet-Cafe aus…mit Kosten verbunden.
Dass für das häufige Verschwinden abgegebener Schriftstücke die Securities verantwortlich seien, dient als Begründung für diese neue Maßnahme.
Aber das ist Usus, schuld sind grundsätzlich ja immer die „Anderen“, MainArbeit’s – intern ist selbstverständlich alles im grünen Bereich.
Nicht nachvollziehbar, warum erneut völlig unnötig Probleme verursacht werden. Vermutlich sind genau diese Probleme aber ohnehin nicht relevant für die Geschäftsführung, denn ausbaden müssen sie schließlich die Betroffenen…

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6 Kommentare zu “MainArbeit Offenbach – Keine Annahme von Unterlagen/keine Empfangsbestätigung!

      • Nö, mir wurde vom Vorgesetzten der „Empfangsdame“ gesagt dazu haben die keine Zeit,es werden ja manchmal auch über 50 Blatt auf einmal abgegeben, müsste ja alles verglichen und abgestempelt werden.
        Ist übrigens ne interne Anweisung von oben.

        • …und der Teufel erschlug seine Großmutter, weil ihm keine Ausrede mehr für sie einfiel…
          Also bleibt i.d.T. nurmehr das Fax als gerichtsfester Nachweis für alle Eventualitäten. Verstehe dieses handling wer will.

  1. Die Leute, die diesen Aushang fabriziert haben, sollten zumindest erst einmal richtige deutsche Rechtschreibung und Grammatik lernen.
    Es ist ein Trauerspiel, dass eine DEUTSCHE BEHÖRDE ein derartiges, mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern behaftetes Pamphlet aufhängt.

    Oder hat sich da nur jemand einen Scherz mit den „Kunden“ des Jobcenters erlaubt? Bei einem solchen Dilettantismus möchte man es fast glauben.

    • Was soll mensch dazu sagen?
      Die Mitteilung wurde von Securitas angefertigt und (unten rechts und ziemlich undeutlich) mit dem Stempel der MainArbeit versehen. Der Security, den ich ansprach, suchte nach einer Zweitschrift, hatte aber keine mehr. Somit blieb mir nur, das am Empfang angeklebte und laminierte Teil abzufotografieren. Der Sicherheitsmensch hatte da überhaupt kein Problem mit, im Gegenteil 😉 …denn die armen Kerle (bezahlt nach Tarif der GewO34a mit 7,61€ brutto/Std.) fangen den ganzen Frust der „Kunden“. Auf Nachfrage hieß es, es beschwert sich fast jeder.
      Aber, die GF der MainArbeit denkt mit, oh jaaa! Denn die Securities wurden mit einem Stapel brauner Umschläge beglückt und haben Anweisung, denjenigen, welche „Unterlagen pur“ dabei haben, einen solchen auszuhändigen, darauf hinzuweisen, dass die BG-Nr.darauf vermerkt werden soll und dann ab in den Briefkasten…
      Das „Deutsch“ auf diesem Wisch ist i.d.T. „bemerkenswert“. Ich gehe davon aus, dass dieses Schreiben von den Sec. selbst verfasst wurde – auf Anweisung –
      Das entschuldigt den Dilletantismus aber nur bzgl. der Mitarbeiter von Securitas (nicht jeder beherrscht die Rechtschreibung). Dass der Weisungsgeber das so hinnimmt….tscha…zeugt wohl davon, dass man die „Kunden“ für derart bildungsfern hält, dass es ihnen entweder nicht auffällt, oder sie es nicht als Hohn empfinden.
      Dies ist natürlich eine pure Unterstellung, würde aber in’s Gesamt-Menschenbild passen…

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