MainArbeit, Obdachlosigkeit und die Sophistik der Verantwortlichen

Mit Verlaub, ich könnte speien!

Heute war das Abschlußgespräch mit dem Journalisten des Extra-Tipp. Der Artikel über „meine“ -ab morgen nicht mehr obdachlose- junge Schwangere erscheint am Wochenende. Eine Offenbacher Story mit Happy-End, sozusagen…
Mit Blick auf mein „Seesterne-Prinzip“, klick könnte ich mit dem schnellen und positiven Ergebnis also durchaus zufrieden sein (und wäre ich Helena Fürst, würde ich mich medial lobpreisen lassen 😉 )

Ich bin alles Andere als zufrieden

Wer die Geschichte um die junge Frau mitverfolgt hat, dem entging auch mein offener Brief an den Offenbacher OB und den Sozialdezernenten nicht. Mein dort aufgeführter Fragenkatalog, klick war sowohl einzelfallbezogen als auch (überwiegend) die -aus meiner Sicht- Mißstände hinterfragend. Der OB reagierte zeitnah, verwies auf das zuständige Dezernat und wünschte uns Erfolg.
So weit, so gut.
Am 12.08.2013, also 3 Wochen nach Eingang des Briefes bei Herrn Dr. Schwenke, erhielt ich auch von ihm eine kurze Antwort. Unbefriedigender geht es kaum!
Zusammengefasst kann ich sagen, dass aus Sicht Dr. Schwenkes „umsichtig,sachgerecht und effektiv“ mit diesem „Einzelfall“ umgegangen wurde. Die Arbeit der ZVU sei nicht zu beanstanden, das Zusammenwirken zwischen ZVU und der Stadt Offenbach ist „vertrauensvoll“.
Allgemeine Fragen (also nahezu alle) könne ich ja im gemeinsamen Arbeitskreis des Sozialausschusses vorbringen.

Eristische Dialektik anstelle von Ehrlichkeit

Wie ich erfuhr, bedient sich  der GF der MainArbeit, Herr Dr. Schulze-Boeing auf Nachfragen einmal mehr dieser Art „Sachverhaltsdarstellung“. Warum auch nicht, die Methode des Sophismus
( Der Sophismus (Mz. Sophismen) oder das Sophisma (Mz. Sophismata, griechisch: sophízesthai = „ausklügeln“, „aussinnen“ und: sophós = „geschickt“, „klug“) ist ein logischer Scheinbeweis, ein mit den Mitteln der Logik bewusst herbeigeführter Trugschluss.)
ist eine wirklich erfolgreiche – leider –
Zusammengefasst könnte man also sagen, dass aus Sicht der Verantwortlichen alles in Ordnung ist, von den wenigen „Einzelfällen“ einmal abgesehen. Und selbst diese haben zumeist Unrecht, denn die angeprangerten Mißstände existieren natürlich nicht…oder waren – Zirkelschluss – ein wirklich bedauerlicher Einzelfall…

Recherchen

Es widert mich zutiefst an, wenn ich lese/höre, wie Tatsachen verdreht, Mißstände weg-geredet und beschönigt werden. Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als sämtliche Hotels/Notunterkünfte abzuklappern und Nachforschungen anzustellen. Recherchen in Richtung:
Wer ist wo und wie lange bereits „untergebracht“? Wie reagierte die MainArbeit, wenn Wohnungsangebote vorgelegt wurden? Warum wurde keine Wohnung gefunden/bewilligt? Wie wurden Ablehnungen begründet?

Ich habe es so satt, immer wieder hören/lesen zu müssen, dass ausschließlich den Betroffenen die Schuld an ihrer Situation zugewiesen wird.
Da aber sachliche Anfragen lediglich mit Worthülsen beantwortet werden und die Einlassungen von Dr. Schwenke und Dr. Schulze-Boeing nahezu deckungsgleich sind (unbewiesen dazu!), müssen wohl zwingend Zahlen auf den Tisch.
Was mir damit „antue“, weiß ich noch nicht wirklich. Vermutlich wird die „Erhebungsarbeit“ mir sehr viele „Einzelschicksale“ offenbaren und ich hoffe, dass ich mit derart „geballter Ladung“ halbwegs vernünftig (= nicht über Gebühr emotional) umgehen kann.
Den nächsten „Einzelfall“ ( hier kurz unter „Schande“ angerissen ) traf ich heute wieder. Situation unverändert, noch. Am Montag werde ich versuchen, ob ich helfen kann…

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3 Kommentare zu “MainArbeit, Obdachlosigkeit und die Sophistik der Verantwortlichen

  1. Pingback: MainArbeit, Obdachlosigkeit und die Sophistik der Verantwortlichen | WIR Der ZeitBote Saarland

  2. „Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als sämtliche Hotels/Notunterkünfte abzuklappern und Nachforschungen anzustellen. Recherchen in Richtung:
    Wer ist wo und wie lange bereits “untergebracht”? Wie reagierte die MainArbeit, wenn Wohnungsangebote vorgelegt wurden? Warum wurde keine Wohnung gefunden/bewilligt? Wie wurden Ablehnungen begründet?“

    Das dürfte eine ziemliche Sch…arbeit werden. Ich habe die Befürchtung, als Einzelkämpferin reibst Du Dich dabei auf. Gibt es vor Ort Gleichgesinnte, die Dich bei der Lauferei unterstützen?

    • Gute Frage, nächste Frage bitte…
      Ich arbeitete ja Hand in Hand mit dem SGB2Dialog (Ini). Die Aktiven da sind aber auch schon gut ausgelastet mit 2x wöchentlich Beratung, div. Beistand ect. Zudem haben wir 1x wöchentlich Plenum und machen zudem gemeinsam die Vorarbeit für den Arbeitskreis (Sozialausschuß), der nach der Sommerpause die Arbeit aufnimmt. Vermutlich werde ich das also allein angehen (müssen), da die Ini sich künftig doch eher politisch aufstellt.Und so viele Mitstreiter sind das ohnehin nicht.

      Naja, es sind ja „nur“ 6 feste Notunterkünfte und 3 oder 4 Hotels. Das erste feste Haus ist am Montag dran, wenn ich die Unterlagen von der Frau sichte, die ich im Beitrag als „nächsten Einzelfall“ bezeichnete.
      Aber bevor ich ausbrenne, nehme ich mir Auszeit 😉 Ich habe Einladungen nach Hannover und Schleswig-Holstein. Glaub mal, das realisiere ich, solange das Wetter noch ok ist…Fernbus macht’s günstig möglich.

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