Offenbach – Hartz-IV-Albtraum: Schwanger und kein Zuhause…

…so lautet der Titel im heutigen Extra-Tipp.
Ich schrieb ja regelmäßig über die zunächst empörenden Formen des Umgangs mit „meiner“ schwangeren Obdachlosen

Auch wenn die Geschichte um diese (!) Betroffene ein gutes und zudem schnelles Ende fand, bleibt ein bitterer Beigeschmack. Denn dieser dramatische „Fall“ ist nun einmal kein Einzelfall, auch wenn es seitens der Verantwortlichen immer und immer wieder so dargestellt wird.
Die Fragen, welche ich in meinem offenen Brief an den Sozialdezernenten stellte, blieben unbeantwortet. Bedauerlich, aber nicht unerwartet…
Dieser Kritikpunkt wurde dankenswerterweise auch von dem Journalisten des Extra-Tipp aufgegriffen.

(…) „Es hat an Beratung gefehlt. Einen jungen Menschen in dieser Situation darf man doch nicht so hängen lassen“, sagt Vaudlet. Die Sparpolitik werde auf dem Rücken der Wehrlosen ausgetragen, meint sie. „Ab wie vielen Einzelfällen ist ein Einzelfall kein Einzelfall mehr?“, fragt sie (…)

Der ganze Artikel ist im nachstehenden link aufrufbar.

http://www.extratipp.com/news/aufreger/hartz-iv-helferin-ellen-vaudlet-junger-mutter-offenbach-3061264.html

Fass ohne Boden

Die insgesamt völlig verfehlte (A)Sozialpolitik der Agenda2010 und die oft willkürliche Auslegung der ihr innewohnenden Gesetze (SGB2 und 12) sind schon schlimm genug. Addiert sich dazu aber noch die kommunale Sparpolitik einer völlig überschuldeten Stadt wie Offenbach, welche die überwiegend hausgemachten finanziellen Probleme (Stichworte: Kickers-Stadion, Klinikum Offenbach und überteuerte private partnership Projekte) nicht auffangen kann (OF ist unter dem „Rettungsschirm“), dann ist es um die Leistungsberechtigten noch düsterer bestellt.
Sie sind die Leidtragenden dieses Desasters…aber damit erzähle ich nun wahrlich nichts Neues.

Die Situation der Betroffenen kann nicht oft genug öffentlich gemacht werden, denn die Hilfesuchenden werden mehr statt weniger, es ist wie ein Fass ohne Boden (ausgelöst durch den Artikel wurde mir vor 2 Stunden schon wieder ein „Fall“ von 2 jungen wohnsitzlosen Menschen angetragen).
Wenngleich ich finde, dass aus meiner Sicht der liebe Journalist meine Hilfe betreffend vielleicht ein wenig „dick aufgetragen“ hat 😉 – für mich ist so etwas eben selbstverständlich – hoffe ich doch, dass durch die emotionalisierte Berichterstattung noch mehr Nicht-Betroffene sensibilisiert werden.

Die „politische Arbeit“ – zunächst beginnend mit statistischen Erhebungen zur Offenbacher Obdachlosenproblematik ,wie in dem verlinkten Artikel beschrieben – beginnt morgen. Es bleibt zu hoffen, dass dadurch zunächst wenigstens eine Änderung in der „nach aussen“ kommunizierten, beschönigten Darstellung – nur Einzelfälle – erzielt werden kann.
Dies dürfte bereits schwer bis unmöglich sein, aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.
Ob und was konkret danach verbessert werden wird/kann, steht noch in den Sternen…

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2 Kommentare zu “Offenbach – Hartz-IV-Albtraum: Schwanger und kein Zuhause…

  1. Ich habe keine fundierten Sachkenntnisse, aber menschlich kann ich so etwas immer gar nicht verstehen. Die können alle froh sein, dass es dich gibt. Ich bin seeeeeehr stolz auf dich.

    • Danke, Monika.
      Sachkenntnisse haben viele der „Entscheider“ auch nicht unbedingt, auch daher rührt ja so manch Drama.
      Ansonsten, wie hieß es im Film „Der 200 Jahre Mann“ doch so schön? Man ist stets gern zu Diensten… 😉

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