Nichts übrig für den Tod – Sozialbestattungen in Offenbach um 40 Prozent gestiegen

Region Rhein-Main – Viele Menschen können sich die Beerdigungskosten für Angehörige nicht mehr leisten. Immer öfter kommen die Sozialämter für Bestattungen auf. Was jedoch zu einer würdigen Bestattung gehört, hängt von der Finanzlage der Städte und Kommunen ab.

(…) Wirthmann nimmt an, dass auch zukünftig den Leuten Geld für Bestattungen fehlt: „Wir gehen davon aus, dass aufgrund der sozialen Entwicklung in Deutschland die Zahl der Sozialbestattungen weiter steigen wird.“ Zahlen des Offenbacher Sozialamtes bestätigen diese Einschätzung. Im vergangenen Jahr gab es in Offenbach 217 Sozialbestattungen. Im Vorjahr waren es noch 157 (das ist ein Plus von 40 Prozent)…

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Ein Blick in die Zukunft ist auch ohne Glaskugel möglich:
Die Zahl der Armutsbestattungen wird noch gravierend steigen.
Wenn die Generation der jetzt über 50jährigen in Rente geht (oder durch die Jobcenter zwangsverrentet wird mit teils hohen Abschlägen), wird Altersarmut gang und gäbe sein.
Diejenigen, die dann noch in Lohn und Brot stehen, sind in hohem Maße zu prekären Löhnen beschäftigt (Zeitarbeit,Dumpinglöhne,Werksverträge).Somit ist es eine logische Schlußfolgerung, dass viele Bestattungspflichtigen nicht mehr leistungsfähig sind. Folglich wird das Sozialamt die Kosten übernehmen müssen.
Der Armutsrentner kann auch nicht vorsorgen, denn spätestens bei der Beantragung von ergänzender Grundsicherung im Alter („Sozialhilfe“) wird verlangt, bis auf einen Schonbetrag von 2600.-€ nahezu  jedwedes Vermögen in Geld umzuwandeln und zu verbrauchen.
Trotz gegenteiliger gefestigter Rechtsprechung, siehe geschütztes Vermögen bei Grundsicherung im Alter, verlangen noch viele Sozialämter auch die Auflösung von Sterbegeldversicherungen, bevor die Bedürftigkeit anerkannt wird.
Der wohlmeinende Rat des Pfarrers, Vorsorge zu Lebzeiten zu treffen, ist bereits jetzt schwierig umzusetzen und wird künftig für viele Menschen nahezu unmöglich sein.

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4 Kommentare zu “Nichts übrig für den Tod – Sozialbestattungen in Offenbach um 40 Prozent gestiegen

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