MainArbeit – Erstausstattung Wohnung – so nicht ! update (nochmals aktualisiert)

Der „erlösende“ Anruf kam kurz vor 17.00 Uhr.

Aber der Reihe nach.
Der Mitarbeiter des „Möbelhauses“ Zebra setzte die junge Frau derart unter Druck, dass sie ihre Unterschrift leistete unter einem Wisch…“Ich bin damit einverstanden, dass die Ware bis Bordsteinkante geliefert wird“.
Nebenbei fielen die üblichen Sprüche wie „sie sei jung und müsse Freunde haben, solle halt mal rumtelefonieren“ bis hin zur Androhung, wenn sie morgen der Lieferung nicht zustimme, wäre der nächste Termin erst in 1-2 Monaten. Auch im Telefonat mit der MainArbeit schreckte er vor Lügen nicht zurück und behauptete dreist, die Betroffene hätte 2x vorgesprochen, jeweils in Begleitung von einem anderen Herrn. Sie habe also „mindestens“ 2 kräftige Männer am Start!

Lügenmärchen

Es ist eine Unverschämtheit sondersgleichen, dreist, verlogen und einfach unanständig! Lediglich heute begleitete sie der künftige Kindsvater (1,60 M „groß“ und etwa 55 KG Lebendgewicht), das Mal zuvor war ich dabei.
Seh‘ ich etwa aus wie ein Mann? Nein.
Schlussfolgerung: Da keine Verwechslung vorliegen kann, ist die Aussage dreist gelogen!
Gelogen, um eine Leistungsberechtigte in den Dreck zu treten, sie unglaubwürdig dastehen zu lassen.

Widerwärtiger geht’s kaum!
Pfui und nochmals Pfui, Herr S.!
Heute sprach die junge Frau allein bei Zebra vor (ich war im Plenum für den künftigen Arbeitskreis des Sozialausschusses und konnte nicht anwesend sein) in der Hoffnung, dass die MainArbeit der Fa. Zebra vielleicht eine neue Anweisung gegeben habe. Dass vielleicht doch in’s Haus geliefert wird und wir das nur noch nicht wissen. Darauf entspann sich das beschriebene Szenario und das Mädel unterschrieb aus Angst, noch länger ohne Möbel zu sein. Völlig planlos, da mache ich ihr keinen Vorwurf draus…

Kostenproduktion

Der Anruf der Bereichsleitung erfolgte somit zu spät. Da die Unterschrift unter Druck geleistet wurde und klar ist, dass morgen niemand tragen helfen kann, wurde folgender Kompromiss mit der Bereichsleitung vereinbart:
Die Lieferung der großen Teile wird morgen früh gestoppt.Die kleinen Teile wie Wäschegestell, Geschirr sollen geliefert werden.
Ich erbringe drei Kostenvoranschläge für den Transport von Zebra bis in die Wohnung der Betroffenen. Dies wird umgehend bearbeitet, so dass nächste Woche dann ein externer Spediteur kommen kann.

Jetzt mal dumm gefragt: Ist das nicht ein Irrsinn? Die „Monopolisten Zebra“ hätten das binnen 20 Minuten mit-erledigen können. Jetzt werden Kosten produziert in bisher noch unbekannter Höhe…der Steuerzahler dankt es sicher.

Fraglich, ob das morgen auch so funktionieren wird. Wenn es nicht ordnungsgemäß abläuft, soll von „vor Ort“ die Assistenz der Bereichsleitung kontaktiert werden.
Uhrzeit ist völlig unklar, das heißt, ich warte auf Abruf.
Bleibt zu hoffen, dass das Ganze vor 14.00 Uhr über die Bühne gegangen ist, denn wir ( 3 Aktive der Erwerbslosenhilfe) haben um 14.30 ein Gespräch mit Katja Kipping/Die Linke zum Thema „Hartz4 in Offenbach“. Eine solche Einladung möchte ich ungern sausen lassen 😉

Update 05.09.2013 – 11.25 Uhr –

Die komplette Lieferung ist auf Stop gesetzt, also dementsprechend auch der „Kleinkram“. Nach Einreichen der Kostenvoranschläge wird dem günstigsten Anbieter der Zuschlag erteilt und die Möbel/Hausrat können bei Zebra eingeladen und in die Wohnung der Betroffenen verbracht werden. Also dürfte das Thema nächste Woche erledigt sein.
Die Küche ist ein Sonderthema.
Um festzustellen, wie was verbaut werden kann, kommt heute um 14.00 Uhr ein „Subunternehmer der Fa. Zebra“ und nimmt Maß. Das wird spannend, denn im Telefonat behauptete dieser (auch auf seinem flyer) Herdanschlüsse vornehmen zu dürfen. Dumm nur, dass er hierfür nachweislich nicht die Befähigung hat. Gemäß Auskunft der Handwerkskammer hat er lediglich eine Genehmigung für den „Einbau von genormten Baufertigteilen“ (also Fenster, Türen, Zargen, Möbel) Für den Herdanschluss (Starkstrom) ist zwingend ein Elektriker einzusetzen, da es sich hier um ein Vollhandwerk mit Meisterpflicht handelt.
Der Termin dürfte also spannend werden. Kurz ohnehin, da ja um 14.30 Uhr schon das Gespräch mit Kipping ansteht.

Päbstlicher als der Pabst?

Nein, bin ich nicht. Es dreht sich hier schlicht um eine Haftungsfrage, wenn etwas passiert. Mit Strom ist nun einmal nicht zu spaßen, mit Starkstrom schon gar nicht. Nebenbei mag ich es nicht, wenn Menschen verschaukelt werden.
Haftungsfrage ist überhaupt ein Thema. Da die Trägerfirma GOAB dem „Flurfunk“ zufolge insolvent ist (Frage: Welches Projekte setzt Offenbach eigentlich nicht in den Schuldensand? Stichworte Klinikum, Hafeninsel,Kickers ff) wer wäre dann der Garantieträger für die E-Geräte? Das nur so als Randgedanke, falls die -eigentlich glaubwürdige- Gerüchteküche stimmig ist…

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12 Kommentare zu “MainArbeit – Erstausstattung Wohnung – so nicht ! update (nochmals aktualisiert)

  1. Nachtrag zum Thema GOAB:
    Die Insolvenz dürfte kaum abwendbar sein.

    Zitat OffenbachPost:
    „…1985 gegründet, um Langzeitarbeitslose zu beschäftigen und nach Möglichkeit wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen, erhielt die GOAB bis Mitte der 90er jedes Jahr umgerechnet 300 000 Euro von der Stadt. Dann trug sie sich lange selbst. Der Löwenanteil der Einnahmen kam über vom Bund bezahlte Eingliederungsmaßnahmen, die von Arbeitsagentur und Jobcenter vergeben wurden. Diese Quelle versiegte seit 2010 zusehends, der Bund schrumpfte die Mittel innerhalb von drei Jahren von sechs auf drei Milliarden bundesweit.“
    http://www.op-online.de/lokales/nachrichten/offenbach/offenbach-stadt-gmbh-goab-versucht-sich-insolvenz-retten-3056661.html

    • 1985 gegründet. Respekt, da hat jemand sehr frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt, damals. Eine der Ur-Mütter der heutigen Abzock-Träger der Armutsindustrie.

      Und nun sind die Quellen versiegt, die, wenn man´s bei Licht betrachtet, immer nur eine war: die „öffentliche Hand“.

      Traurig, traurig. 😉

  2. da bewährt sich eben der satz „gehe nie ohne beistand , wenn man was aufn amt und seinen „zuträgern /ablegern …zu tun haben muss „..freilich isses sch…keinen schritt alleine machen zu können und immer einen am „händchen „zu haben /zu organisieren (was ja auch nich immer möglich is )…allerdings sollte man sich , um nachteile zu vermeiden , in geduld üben (können )auch , wenns angesichts der (lebens)situation schwer fällt .

    nun weiss jeder, warum ich wie e „fleischerhund “ 🙂 bin ….mit uneeeeeeeeendlicher geduld ..man lernt mit der zeit 🙂 🙂 :)(eigendlich isses nich zum lachen , nee..weil man immer auf der stelle trampeln MUSS )

    ich bin immer wieder erstaunt , über die unlogik..die sich aus irgendwelchen handlungen , an ner sache beteiligter ergibt , wenns eben mehr als 2 beteiligte sind, die noch einigermassen problemfrei miteinander kommunizieren könn(t)en .

    selbst , wenn man diverse faktoren einer kommunikationsstörung berücksichtigt ..es wird irgendwie immer nach dem motto gehandelt „warum einfach , wenns auch umständlich geht „..und warum billig , wenn man kosten produzieren kann (für die sich ja keiner verantwortlich zeichnen muss )..eigendlich völlig konträr zur eigendlich in deutschland vorherrschenden „geiz is geil“-mentalität , was ich völlig unlogisch finde.

    wenn eine privatperson so handeln würde , die würde im schuldensumpf ersticken ..der staat erstickt sowieso …

    mir ist es unbegreiflich …auch in einem amt sitzen doch im alltag bewährte personen , die wenigstens ne grundlage wirtschaftlichen denkens im privatbereich haben dürften …wenn man jetzt ne spedition (ne andere alternative /lösung )beauftragt , dann explodieren doch die kosten völlig unnötig um ein vielfaches…

    das is , „idiotie made in germany “ :)…angesichts klammer kommunaler kassen irgendwie völlig unverständlich , wenn man mal ne rechnung aufmacht , was 20 min. arbeit dieser „zebratruppe „, gegenüber der arbeitszeit ner spedition /möbelträger /sonstige varianten zu dem thema ,kosten .

    ich verstehe immer nicht , wie völlig normale dinge des täglichen lebens so verkompliziert werden können …freilich , die frage is nich sehr hilfreich , weil die fragt sich angesichts des lesens hier jeder stellt ..aber, das musste eben mal raus !!! 🙂

    ich glaube nich , das das was mit „geld „zu tun hat und somit dem „nicht bewilligen wollen „, denn offenbar , ist man ja im kompromiss bereit , wenn auch nach zähem kampf , die kosten für ne spedition/möbelträger /sonstige varianten zu dem thema , zu tragen .

    der „filz „/die „seilschaften „in dieser armutsindustrie muss so fest verwurzelt sein ..so „filzig „:) das, wenn nur annähernd dran gerührt wird /ne andere organisation der arbeitsabläufe installiert werden würde ..das „blut „was dicker als wasser ist , wirklich zum laufen kommen würde ..unglaublich , da hat man sich in der DDR über den „wasserkopf „(die bürokratie )/den „filz „aufgeregt ..ach gottchen 🙂 ..waren das dort doch paradiesische zustände 🙂

    • Jaja, Carola, der Filz hier…dagegen ist das Fell eines ungarischen Hirtenhundes nichts 🙂

      Was Logik und Vernunft, Kosteneffizienz und Alltagsverstand betrifft, ehrlich, ich gebe mich geschlagen. Meine Ratio kapituliert vor soviel Bürokratie-Filz-Subventionierungs-Irrwitz!
      Das Ganze ist vermutlich aber noch immer eine günstige Variante für die MainArbeit.
      Wenn mit 10 Leistungsberechtigten so umgegangen wird und sich nur einer „wehrt“…Rechenexempel. Unterm Strich wohl lohnend für das JC.

    • Das rechnet sich doch, wenn es auch das 5 fache kostet aber nur einer von zehn sowas durchdrücken kann und dann bei der Arbeit auch noch die eigenen Perversionen zu befriedigen.

  3. „danach Wahlparty im “Linken Eck”…“

    DIE gelegenheit …da werden doch e paar kräftige männer unter den partygästen sein und für ne „butterbemme „:) die kraft für ne schrankwand gibt ist ,auch gesorgt 🙂 ..wahlkampfträchtig dürfte so e termin auch sein und medienwirksam …na, wenn das nischt is, „die linke „bei tätiger , praktischer hilfe ..ohne rücksicht auf anzug und cocktailkleid 🙂 🙂 …

    • Ja, das versuchen „sie“.
      Dass aber auch Mitarbeiter einer Träger-Made ( <- hierfür ein fast ehrliches Pardon 😉 ) derart menschenverachtend vorgehen, hat nochmals eine andere Qualität.
      Zorn gegenüber dem ist aber ne gute Sache. Mein Zorn ist kanalisiert und lässt Kalkül zu, denn um hier vielleicht etwas zu verändern, braucht es zwingend einen kühlen Kopf

  4. Zitat: „Bleibt zu hoffen, dass das Ganze vor 14.00 Uhr über die Bühne gegangen ist, denn wir ( 3 Aktive der Erwerbslosenhilfe) haben um 14.30 ein Gespräch mit Katja Kipping/Die Linke zum Thema “Hartz4 in Offenbach”. Eine solche Einladung möchte ich ungern sausen lassen 😉

    Nun, Katja Kipping ist ja noch jung und knackig, warum sie im Fall des Falles nicht bitten, auch mit anzuzpacken. 🙂

    • „Nun, Katja Kipping ist ja noch jung und knackig, warum sie im Fall des Falles nicht bitten, auch mit anzuzpacken. 🙂 “

      Geht leider nicht, danach hat sie Pressekonferenz, danach Wahlparty im „Linken Eck“…und für uns ist um 18.30 Soz.Ausschuss angesagt. Grundsätzlich ist die Idee aber gut 😉

      Ich vergaß Deine Frage zu beantworten, entschuldige. Nein, es gibt (noch) keinen rechtsmittelfähigen Bescheid, es war ein „Schreiben“ mit informativem Charakter…
      Übrigens:Danke für den Tip mit dem Rechtsbeistand als Möglichkeit (mit wenns und abers)

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