Kunden (Menschen) erster und zweiter Klasse

 

Nein, es verwundert mich nicht. Nicht einmal mehr erstaunt bin ich.
Nur zutiefst empört.

Worum geht’s?
Noch immer um das skandalöse Handling rund um die Erstausstattung der Wohnung

Heute haben wir (eine Freundin und ich) den ersten Testlauf gestartet.Die stadteigene Firma „Zebra-Möbel“ beharrte ja gegenüber der MainArbeit auf Anlieferung nur bis Bordsteinkante…zumindest wurde mir das so von der MainArbeit übermittelt.
Zebra verkauft nicht nur an „Kunden“, die mittels Anforderungsschein der MainArbeit dort ihre Erstausstattung „kaufen“ dürfen.
Meine Freundin „interessierte“ sich im „Geschäft“ dann für einen großen Artikel und erhielt zunächst (!) auch den Hinweis…nur bis Bürgersteig wird geliefert.
Als sie anmerkte, dass sie Selbstzahler sei und der Möbel-Boss nebenan mit geringem Aufpreis die Ware ja auch in die Wohnung liefere, war es urplötzlich kein Problem mehr!
Die Lieferung bis in die Wohnung ist selbstverständlich (!) möglich gegen eine Mehraufwandszahlung von 59.-€.

Wer hat hier die Hosen an?

Da die MainArbeit sich bereit erklärte, den Transport mittels Spedition zu ermöglichen (nach Einreichens dreier Kostenvoranschläge) scheint es wirklich so, dass der Träger GOAB gegenüber der MainArbeit diesbezüglich weisungsbefugt ist, seine „Spielregeln“ aufstellt und knallhart durchzieht. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wieso die MainArbeit als kommunales Jobcenter der hochverschuldeten Stadt Offenbach bereit ist, die hohen Spediteurkosten zu übernehmen.

Hohe Kosten und der „Rettungsschirm“

Offenbach ist unter den Schutzschirm des Landes Hessen gekrochen

Will heißen, Ausgaben müssen vorher „abgenickt“ werden. Dies betrifft vermutlich nicht derart geringe Ausgaben wie Spedition im vorgenannten Fall. Dennoch ist es aus meiner Sicht ein Hammer, dass Transportkosten i.H.v. ca. 450.-€ entstehen müssen, weil ein stadteigener und nahezu  insolventer Bildungsträger nicht willens ist, die Kunden der MainArbeit wie Kunden erster Klasse zu bedienen. Ob so etwas bei einem „Controlling“ auffällt? Ob da vielleicht angemahnt wird, mit den Mitteln sparsamer umzugehen? Ich weiß es nicht…
Spekulativ ist natürlich auch, ob „man“ das Projekt Zebra mit Gewalt am Leben erhalten will und daher die „Kunden“ ausschließlich dorthin verweist. Vielleicht zählt  jeder Euro Umsatz, um die drohende Insolvenz abzuwenden? Auch das weiß ich nicht…

Vielleicht rechnet sich es dennoch für die MainArbeit. Wenn die Praxis in 9 von 10 Fällen erfolgreich angewandt wird, dann gleicht es sich nahezu aus:
9x   59.-€ gespart = 531.-€
1x 450.-€ ausgegeben
Das erbringt zunächst (vordergründig) eine Einsparung von 81.-€.
Rechnet man aber unnötigen Arbeits/Verwaltungsaufwand hinzu und die mögliche „Schelte“ der kommunalen Finanzaufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt (inkl. möglicher Konsequenzen), sind wir unweigerlich beim Thema Milchmädchenrechnung angelangt…

Fazit

Hier ergibt negativ + negativ nicht positiv 😉 .
Es bleibt die entmündigende und demütigende Umgehensform mit den betroffenen Menschen. Es bleibt ein hoher Verwaltungsaufwand. Es bleiben schlußendlich höhere Kosten. Es bleibt bei Wettbewerbsverzerrung.
So willentlich handeln zu wollen, letztendlich zum Schaden fast aller Beteiligter, ist einfach nur töricht…

 

Advertisements

2 Kommentare zu “Kunden (Menschen) erster und zweiter Klasse

Teile uns deine Gedanken mit:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s