Reich durch Hartz4

Herzlichen Dank auf diesem Weg an Frank, der für diesen Artikel verantwortlich zeichnet. Prädikat: Lesenswert 😉 Auf weitere Beiträge von ihm als Co-Autor wage ich zu hoffen…

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Die unsägliche Rita Knobel-Ulrich, man kennt sie aus verschiedenen, Erwerbslose verunglimpfenden Fernsehbeiträgen, hat endlich auch ein Buch geschrieben:

„Reich durch Hartz IV: Wie Abzocker und Profiteure den Staat plündern“

Natürlich gibt´s wieder reichlich geifernde Rundumschläge gegen Erwerbslose, jedes noch so platte Klischee wird bedient. Das muss wohl bei ihr so sein, wenn sie schon auf der anderen Seite auch die Profiteure der Armutsindustrie anprangert.

Nun, dass (Bildungs- und sonstige einschlägige) Träger, Kommunen und die Jobcenter, sich zum gegenseitigen Nutzen Leckerlis zuschieben, wissen wir alle. Darum dachte ich, mich kann da nichts mehr wirklich erstaunen.Was sich aber im Zwickauer Land abspielt, diese rotzfreche, kaltschnäutzige Sauerei, das hat mich dann doch noch erstaunen können.

Die Recken des Gegenwind e.V. (vielen Dank für Eure unermüdliche Arbeit, liebe Gegenwindler!) haben unter dem fast harmlosen Titel „Eine Schlossruine und Sklavenarbeit, bei der man nur den Aufwand annähernd erstattet bekommt“ eine in meinen Augen sauber recherchierte Geschichte veröffentlicht, die zum Himmel stinkt. Sicher gibt es eine Grauzone zwischen „eine Hand wäscht die andere“ und eindeutig kriminellen Machenschaften. Ich persönlich denke, dass man hier darüber hinaus gegangen ist.

Aber zur Geschichte:

Es war einmal eine Hotelbesitzerin im schönen Hartenstein, die hatte eine „hauseigene Schlossruine“. Die war aber leider ziemlich kaputt und eine Instandsetzung kostet viel Geld. Da hatte sie zusammen mit Anderen eine prächtige Idee: Man gründet einen gemeinnützigen Verein, der sich der Restaurierung des alten Gemäuers animmt. Der darf für Geldeinahmen sogar steuerabzugsfähige Spendenquittungen ausstellen. Natürlich wurde die wackere Hotelbesitzerin auch Vereinsvorsitzende.

Aber so ein toller Verein kann noch mehr, er ist ja gemeinnützig. Er kann sich beispielweise an das örtlich zuständige Jobcenter wenden und anbieten, 1-Euro-Jobber mit Gartenhilfstätigkeiten fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Also zum Maßnahmeträger werden.

Das Jobcenter schaut dann auch nicht so genau hin, wenn die zwangsrekrutierten erwerbslosen Moorsoldaten gar keine Gartenhilfsarbeiten verrichten, sondern munter bei der Restaurierung der Ruine rackern. Obwohl das nun gar nichts mit der Beschreibung der Arbeitsgelegenheit nach §16d SGB II zu tun hat und selbstverständlich rechtswidrig ist.

Nun, die Instandsetzung des alten Gemäuers kommt scheinbar so gut voran, dass die geschäftstüchtige Hoteliöse inwischen sogar Veranstaltungen und „Events“ in der Schlossruine veranstaltet, die über ihr Hotel buchbar sind. Der Förderverein bekommt natürlich „einen Obolus“ aus den erzielten Einnahmen, eine feste Platzmiete. Aber den eigentlichen Reibach der Events macht … wer wohl?

Reich durch Hartz IV? Man kann jedenfalls prima verdienen, wenn man gute und bei Bedarf blinde Freunde im Jobcenter hat. Quatsch, NATÜRLICH nicht als erwerbsloser Leistungsbezieher!

Die ganze Geschichte hat Gegenwind hier dokumentiert:

http://www.ali-gegenwind.de/2013/09/03/eine-schlossruine-und-sklavenarbeit-bei-der-man-nur-den-aufwand-annähernd-erstattet-bekommt/

Realsatire vom Feinsten. Da gibt es sogar – köstlich – eine „Frau Eisenbeiß“, die sowohl als Ansprechpartnerin und Domina (im historischen Sinne) der 1-Euro-Sklaven, als auch als Finanzvorstand des Fördervereins fungiert. So macht Sklavendienst richtig Spaß! 😉

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Ein Kommentar zu “Reich durch Hartz4

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