13 Tage vor der Wahl – Hochkonjunktur für Linken-Bashing

Oskar Lafontaine elektrisiert bis heute auch ohne machtvolle Ämter Freund und Feind. Seine Weltsicht erinnert mittlerweile an religionsgeschichtliche Phänomene: Er gibt sich als Erweckter unter lauter Verblendeten. Seine Anhänger lieben diese Selbststilisierung. Eine Analyse.

So beginnt die Einleitung zu einem Artikel in der RP-online

Analyse, ah ja. Das sehe ich – auch jenseits journalistischer Ausbildung – nun doch etwas anders.
Wie hier Lafontaines Wahlkampfrede in Krefeld – jenseits von Sachlichkeit , strotzend vor Polemik und Substanzlosigkeit – verunglimpfend in den Dreck gezogen wird, hat mit Journalismus rein gar nichts mehr zu tun.

Zitat (…) Bei aller demagogischen Brillanz des Redners Lafontaine stellte er doch gleich zweimal die für einen Okkultisten immer auch problematische Frage: Wenn doch die Linke allein die Wahrheit kennt und allein die Interessen der Mehrheit der Menschen vertritt – warum wählt die Mehrheit nicht links? Auch hier hat Lafontaine eine Antwort: „Weil wir die ganze Medienwelt gegen uns haben“ – die Medien seien die Sprachrohre der Reichen.

Damit geht die letzte Tür zu Lafontaines Welt zu: Alle anderen sind manipuliert, und die Manipulierten manipulieren sich gegenseitig. Nur Lafontaine steht mit den Seinen hoch über all den verblendeten Verblendern, erleuchtet und rein auf dem Gipfel seiner Insel Felsenburg.

Erhält ein Linken-Bashing vor der Wahl den Arbeitsplatz des Schreiberlings?

Das könnte man fast meinen, denn auch die Süddeutsche entblödet sich nicht mit diversen haltlosen Unterstellungen.
Doch zurück zu Lafontaine.
Mensch muss ihn nicht „mögen“, und auch ich würde ihm das Schild „Sympathieträger der Nation“ nun nicht unbedingt um den Hals hängen. Anders als in Liebesbeziehungen geht es aber in der Politik nicht um „sympathisch/unsympathisch“, es geht um Inhalte.
Und wenn in der Rede die typischen Oskar-typischen Bissigkeiten vorkamen, Zitat:

Die FDP – ein „Sauladen“; die Gewerkschaften – „lahmarschig“; alle anderen Parteien – „gekauft“; die Agenda-Politik der SPD – „menschenunwürdig“

70er Jahre, als in Deutschland noch Renten und Löhne Jahr für Jahr kräftig stiegen, als die Kassen noch Brillengestelle zahlten und als jede Stadt noch ihre Stadtwerke hatte.

er dem Westen vorwarf, immer nur dann Milliarden auszugeben, wenn es um Militäreinsätze geht. Beispiel Afghanistan, Beispiel Irak – mit dem Geld für diese Feldzüge, argumentiert er, hätte man Millionen Menschen vor dem Hungertod und dem Sterben an längst heilbaren Krankheiten retten können.

Ja, Menschenskinder noch mal, dann hat er hat doch Recht!

Da die Krefelder Rede vermutlich der Wuppertaler sehr ähnelt 🙂 hier ein Mitschnitt für selbstdenkende Mitmenschen

Die Frage stellt sich einmal mehr, wie käuflich und/oder blind „Ad Sinistram – Phobiker“ 😉 ( ad sinistram = nach links, vgl. „Homophobie oder Islamophobie“) sind…oder leben manche Journalisten doch in ihrer ganz eigenen Welt, dem Taka-Tuka-Land der schreibenden Zunft?

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4 Kommentare zu “13 Tage vor der Wahl – Hochkonjunktur für Linken-Bashing

  1. … aber was erwartest du von einer Zeitung aus dem tief schwarzen Rheinland/Niederrhein ?
    – Frau (Dr. a.D.) Schavan ist aus Jüchen (Ecke Neuss/Krefeld)
    – „Printe“ Ulla Schmidt kommt aus Aachen (50 km suedlich)
    alles klar ?!

    [Randnotiz]
    Und ICH musste DA meine Sturm-und Drangzeit verbringen !!!
    ich armer Tropf !
    NUR Dank meines meines revolutionären Geist („Jetzt erst recht !“), Hendrix, Joplin, „SixPacks“, etc, konnte ich „uninfiltriert“ bestehen !

    Insbes. gegen meinem Klassenlehrer (CDU und [1]) ,spaeter Schuldirektor [2] und anderen ansaessigen „subversiven Elementen“…

    [1] Statur, Outfit, Habitus, GEL (hies frueher: P-om-a-d-e): Patrick Döring käme ihm sehr nahe.

    [2] nach g-a-n-z- v-i-e-l-e-n (O-Ton):
    „Frau S. (Mitschülerin) bestellen Sie ihrem Herrn Papa (CDU, Dorf-Buergermeister, something… ) einen recht schönen Gruss von mir.
    – Boah, B-o-o-o-a-a-a-a-a-a-h-h-h, war mir schlecht… –

    [/Randnotiz]

    In Berlin gibt’s auch so eine Hetze gegen links im Tagesspiegel….
    Fuer mich ist die „demagogische Hetze“ eigentlich *eine* Empfehlung a la „Jetzt erst recht !“ (siehe oben)

    JETZT ERST RECHT !!!
    😉

    Good Night, and Good Luck …

    http://de.wikipedia.org/wiki/Good_Night,_and_Good_Luck
    http://www.parteienavi.de/#

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