Wir werden als Originale geboren, sterben aber als Kopien.

Ein bemerkenswerter Artikel, gefunden bei akademie-integra

Zitat (…) Die Krise unserer Welt lässt sich eben nicht auf nationale, ökonomische oder technologische Probleme reduzieren. Sie liegt in unserer Definition, in unserem eigentlichen Verständnis des Menschen.

An diesem Punkt bin ich vor Längerem schon angelangt. Doch das „untrügliche Gefühl“, dass ein Wandel – besser, der dringend nötige Wandel – nur dann beginnen kann, wenn in den Köpfen und Herzen der Menschen eine Umdenke stattfindet, war und ist eben „nur“ ein Gefühl. Ein Gefühl, welches ich selbst umzusetzen, zu leben versuche.
Dennoch, gerade weil es mir so klar und schlüssig erscheint, dass der Mensch „dem Grunde nach gut“ bzw. zumindest „neutral“ ist ( „Buddhanatur“) und er „nur“ Phänomenen und Verblendungen unterliegt, macht mich die allgegenwärtige Situation irgendwie hilflos.

Alte Wahrheit vs. moderne Psychologie

Gerade in Diskussionen mit „klugen Köpfen“ fühlte ich mich häufig unterlegen, konnte ich doch nur mit einem „Bauchverstehen“ und „Küchenkalender-artigen Weisheiten“ aufwarten…jenseits (vermeintlichem?) akademischen Wissens.
Insbesondere bei „Online-Diskussionen“ war es mir meist nicht möglich, meinen Standpunkt verständlich rüber zu bringen (ob es mir hier im Blog gelingt, weiß ich naturgemäß auch nicht).
Vielleicht hilft ja der nachstehend verlinkte Artikel und das Interview mit Arno Grün ein wenig dabei, zu verdeutlichen, was ich eigentlich meine…

Zitat (…) Wir nennen das, worin wir leben, stolz Zivilisation. Doch haben unsere Gesetze und Techniken ein Eigenleben entwickelt, das sich gegen unser seelisches und körperliches Überleben richtet. Die politischen Verhältnisse schwanken zwischen Konsolidierung bürokratischer Herrschaft und Ausbrüchen ohnmächtigen Zorns. Die Frage über das Menschsein geht deswegen weit über Auschwitz hinaus. Auschwitz war ein Mahnmal dessen, wozu Menschen im Stande sind und berechtigt zu der Frage, was denn ein Mensch überhaupt ist. Wie kommt es dazu, dass wirtschaftliche Zusammenbrüche, Rezessionen, Kriege, Zerstörung, Hass, Bruderstreit, Gewalttätigkeit, Drogenkonsum, Kriminalität, Verachtung Frauen und Kindern gegenüber, Verrohung und Grausamkeit überall zunehmen? Warum lernen wir nicht aus unserer eigenen Geschichte? Warum (werden wir) heute, in einer Zeit voller Informatik und wissenschaftlicher Erkenntnisse, wieder von unserer Vergangenheit eingeholt? Ist es möglich, dass unsere Denkweisen so festgefahren sind, dass die wahren Ursprünge unseres selbstzerstörerischen Tuns verdeckt bleiben? Wir leben in einer Welt, in der wir zunehmend von einander abhängig sind, gleichzeitig uns aber vermehrt gegeneinander einsetzen. Warum also stellen sich Menschen gegen das, was sie miteinander verbindet, gegen das, was sie miteinander gemeinsam haben? Es ist schwierig, sich dieser Thematik zu nähern (…)

Arno Grün über die politische Dimension des Mitgefühls

Liebe und Wärme sind das Wichtigste, was der Mensch braucht, um ein positives Verhältnis zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen zu entwickeln, sagt der Schweizer Psychoanalytiker Arno Gruen. Das Bekenntnis zur Menschlichkeit hält er für den Schlüssel zur Bewahrung der Demokratie (…)

 

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3 Kommentare zu “Wir werden als Originale geboren, sterben aber als Kopien.

  1. „Gerade in Diskussionen mit “klugen Köpfen” fühlte ich mich häufig unterlegen“ genau das ist das Problem. Die klugen Köpfe sind so klug, dass sie sich leider nicht mehr verständlich ausdrücken können. Was bringt ihnen ihr Wissen, wenn sie es dem „normalen“ Bürger nicht mehr verständlich machen können. So kann man nicht wirklich etwas bewirken.

  2. Sich der Thematik anzunähern ist halt sehr kompliziert, wenn man es nicht selbst schon erfahren oder praktiziert hat. Vor allen Dingen trägt fast jeder die Brille des Christentums. Dieser Artikel http://www.zeit.de/2013/32/traum-wayne-shorter beschreibt ganz gut, den wesentlichen Unterschied und impliziert quasi die eigene Buddhanatur zu entdecken…

    Ansonsten kann kaum aus Geschichte gelernt werden, weil diese selten objektiv ist und dahinter zu sehen doch sehr kompliziert ist.

    • Ganz lieben Dank für den link zu diesem wunderbaren Artikel.
      Besser als Shorter kann mensch es kaum beschreiben:
      Wir müssen um Selbsterkenntnis kämpfen. Es ist wie mit den kleinen Schildkröten, die ins offene Meer wollen: Viele schaffen es, manche nicht. Aber auch für diejenigen, die es nicht schaffen, muss das noch nicht das Ende sein. Begriffe wie Anfang und Ende existieren für mich nicht. Es gibt den Moment, und es gibt Potenzial.
      Panta rhei eben 😉
      Aber es ist in der Tat wohl so, dass das eigentlich Einfache zeitgleich sehr kompliziert ist/scheint…

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