In eigener Sache: Blogpause, Respekt und Verletzlichkeiten

Zunächst:
Ich habe meine Blogpause jetzt vorzeitig beendet (beenden müssen), da ich denke, es ist in meiner Verantwortung, hier für respektvollen Umgang miteinander zu sorgen.
Zur Information:
Neben mir als Blogbetreiber haben noch Helen, Carola und Frank Schreibrechte. Die basieren auf meinem Vertrauen und meiner Wertschätzung diesen Menschen gegenüber.

Falls es also „Zweifel“ 😉 an meiner Blogpause gab, die letzten Beiträge entstammen der spitzen Feder Feder Franks, nicht meiner.
Für Interessierte:
Den jeweiligen Autoren eines Beitrags findet Ihr ganz unten in der Legende, direkt neben den Schlagworten

———————————————————————————————————————————-

Liebe Mitstreiter, Freunde und Leser

vor Antritt meiner Blogpause bat ich um respektvollen Umgang miteinander. Disrespect widerfährt uns schon genug, und mit dem „uns“ sind nahezu alle Mitmenschen gemeint, die vom herrschenden System manipuliert, vereinnahmt, ausgekaut und danach ausgespuckt werden.

Der Bürger, ob erwerbslos oder nicht, zählt in diesem Staat nicht einmal mehr so viel wie das Schwarze unter dem Fingernagel!

Und genau aus diesem Grund ist es für mich so schwer zu ertragen, wenn systemkritische Bürger (aus welchem „Lager“ auch immer) sich nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunterbrechen (können):

Das Mensch-Sein

Jeder Einzelne von uns kann sich auf die verschiedensten Weisen definieren. Ich z.B. könnte von mir sagen:
Ich – eine kranke, verarmte Frührentnerin
Ich – eine ambitionierte Person in Sachen Gerechtigkeit
Ich – eine Frau
Ich – Buddhistin

All das ist richtig. Und dennoch sage ich über mich:
Ich – ein Mensch.
Alles andere kommt mit weitem Abstand danach!

Was aber ist so bezeichnend für das Mensch-Sein?
Es ist fehlbar. Fehlbar vor Allem, weil, so denke ich zumindest, wir uns über „Unterordnungen“ (siehe meine persönlichen Beispiele oben) wahrnehmen.
Auch den anderen Menschen „gruppieren“ wir ein.
Wir, die wir dem Grunde nach eine Menschheitsfamilie sind, unterliegen diesen trügerischen Illusionen, die zwangsläufig zur Spaltung führen müssen.

Das Mitgefühl mit uns selbst schenkt uns das Vermögen, die Verurteilung in Vergebung zu verwandeln, den Hass in Freundschaft und die Furcht in Respekt vor allen Lebewesen.
Jack Kornfield

„Wir“ (s.o.) Alle tragen Verletzungen in uns, teils schwere, sehr schwere. Diese Verletzungen werden oftmals zu Verbitterung, zu Hass.
Aus diesen (mit Verlaub, im Buddhismus heißt es nun mal so) trügerischen Geisteszuständen heraus gelingt es uns oftmals nicht mehr, das Gegenüber als genau das wahrzunehmen, was man doch selbst ist:
Ein fehlbarer Mensch, mit fehlbaren Gedanken.
Wenn wir uns selbst mit Mitgefühl und/oder Nachsicht (verzeihen) begegnen, warum gelingt es uns nicht, bei anderen Menschen genauso zu handeln?
Der andere hat „Fehler“ – so wie ich.
Der andere ist Mensch – so wie ich.

Warum schreibe ich das Alles?

Die (aktuelle) Ursache liegt im Kommentarbereich des Beitrags – Aufruf, vorm Spiegel zu verweilen

Wie geschrieben, wertschätze ich alle Kommentatoren, bin mit einigen auch im „echten Leben“ befreundet.
Vor allem aber macht es mich traurig, dass offenbar Verletzungen auch bei Menschen in meinem (virtuellen) Umfeld so tief sitzen, dass sie nun ihrerseits (bewusst/unbewusst) andere Menschen tief verletzen.
Klar, es gibt (vordergründig) Erklärungen für dieses Verhalten. Die klingen oder sind teilweise auch klug und rational.
Dennoch behaupte ich, dass die letztendliche Ursache der ureigenste tiefe Schmerz ist.

Ich verstehe das, da gibt es kein Vertun!
Und doch wird der eigene Schmerz nicht geringer, wenn man (gewollt/ungewollt) seinerseits nun den Peiniger verletzt.
Noch sinnloser, wenn es nicht einmal der  Peiniger selbst ist, vielmehr nur ein „Stellvertreter“ – der zuvor „eingruppiert“ (s.o.) wurde.

„Läuterung“

Um jetzt direkt auf den oben genannten Beitrag zu kommen:
Mir ist es schnurz-piep-egal, warum, wer sich wie gegen das menschenverachtende, herrschende System stellt!
Wichtig in meinen Augen ist das Dass!

Drogendealer und Fallmanager

Verzeihen (auch sich selbst) ist aus meiner Sicht der einzig richtige Weg. Mit dieser Einstellung bewege ich mich in vielfältiger (nicht nur buddhistischer 😉 ) Gesellschaft.

Wir sollen immer verzeihen: Dem Reuigen um seinetwillen, dem Reuelosen und unseretwillen.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Um wieviel mehr sollten wir dann zumindest Respekt gegenüber denen anwenden, die, aus welchen Gründen nun auch immer, „geläutert“ sind, ihre Irrtümer erkannten, jetzt nurmehr hilfreich sind/sein möchten ?

Mein erklärtes Lieblingsbeispiel ist Sam Childers,klick
Nein, das war früher kein „guter Mensch“.
Und seine „Läuterung“ kam auch nicht direkt aus eigenem Erkennen.
Er war schlicht am Ende, fertig, ein Wrack.
Seine mutige Selbstlosigkeit, die er später anwandte, resultierte also zunächst einmal aus einem „egoistischen“ Motiv: Er wollte nicht verrecken.

Wäre es richtig, diesem Mann seine früheren (Un)Taten vorzuhalten?

Aus meiner Sicht ein klares NEIN!
Ich habe tiefsten Respekt vor dem JETZIGEN Sam Childers.

Und darum bitte ich Euch auch. Nur um Respekt.
Niemand erwartet, dass ein (ehemaliges) Opfer arger Machenschaften nun tiefe Zuneigung entwickelt zu (ehemaligen) Amtstätern.
Und so schön es wäre, könnten mehr Menschen die Vergangenheit ruhen lassen im verstehenden Verzeihen, so weiß ich doch, dass dies meist nicht möglich, zumindest aber Schwerstarbeit ist.

Also lasst uns meinethalben konstruktiv streiten, aber bitte verletzt „den Anderen“ nicht durch Respektlosigkeit. Nichts wird dadurch erreicht, doch zerstört es viel…

R.E.S.P.E.C.T

 

 

 

 

 

Advertisements

8 Kommentare zu “In eigener Sache: Blogpause, Respekt und Verletzlichkeiten

  1. Hallo Ellen, darf ich mal kurz nachfragen, worum es hier eigentlich geht?

    Als Freund sehr deutlicher und klarer Worte, würde ich gerne wissen, was genau „die spitze Feder“ mit dem Abbruch Deiner Blogpause zu tun hat.

    Von mir gab es genau einen Beitrag der „Schreibrechte“ erforderte (also nicht Kommentar war, den ohnehin jeder schreiben kann), der (von einem gewissen Herrn) moniert wurde. Den hab ich wunschgemäß sofort gelöscht (den Beitrag, nicht den Herrn 😉 ). Ich nehme an, Du kannst das im „Dashboard“ nachvollziehen.

    Wenn es gewünscht ist, nehme ich dazu noch einmal ausführlich Stellung.

    • Moinsen Frank,
      da hat sich einiges miteinander vermengt, ich ziehe ein „E“ und löse 😉

      Also, zunächst einmal gab es von einer Kommentatorin per Mail geäußerte Zweifel/Kritik, wieso ich gesundheitsbedingt eine Pause verkünde und dann doch Beiträge absetze.
      Daher mein Verweis darauf, dass die beiden letzten Beiträge von Dir sind (unter Hinweis auf die Legende/Autor)
      „Spitze Feder“ 🙂 lieber Frank…ich sag’s mal so: Das gereicht zur Ehre.So bezeichne ich (findet man hier auch irgendwo) u.A. auch die Schreibe des von mir hochgeschätzten „Böll der Neuzeit“ – Roberto De Lapuente.
      Also ein uneingeschränktes Positivum!

      Tja, Dein von Dir wieder gelöschter Beitrag (fand ich übrigens gut, dass Du Burkhards empörte Aufforderung zur Löschung dann auch umgehend umgesetzt hast)…ich hatte zunächst Probleme, den zu finden.
      Danach habe ich mich mit mittlerweile wieder halbwegs klarem Kopf durch Eure Diskussion gewühlt, davor war es schlicht unmöglich, weder Augen noch Hirn waren aufnahmebereit.
      Nun, Teile dieser Diskussion waren doch recht aggressiv und verletzend.
      Und der gelöschte Beitrag war keine sachliche Kritik, auch ich empfand ihn als Provokation, die ich so überhaupt nicht nachvollziehen konnte, weil damit Burkhards Versuch, Konstruktives einzuleiten, böse durch den Kakao gezogen wurde.

      Deine Offenheit – dafür Danke und Respekt – hat Deine Haltung (nicht nur) für mich noch verständlicher gemacht, verstehen im Sinne von nachzufühlen versuchte ich sie ja bereits zuvor.
      Wie arg jedoch die Schikanen waren und dass Du Dich damit in die Reihe von Bruno Schillinger, Frank Schönewetter und viele mir unbekannte Menschen „einreihen“ kannst, war mir zuvor nicht klar.

      Ich respektiere Deine unversöhnliche Haltung.Mir liegt es fern, Dich „missionieren“ zu wollen.
      Dennoch:Ich werde es nicht zulassen, dass hier persönliche Angriffe auf einen Menschen Raum finden.

      Nachdem ich -triefnasig-und äugig- Euren Disput las, beschloss ich, die Blogpause zu beenden.
      Ich will nicht, dass Menschen verletzt werden (in dem Fall Burkhard) oder sich scheiße fühlen,weil alte Wunden aufbrechen (in dem Fall Du).
      Jeder hat Anrecht auf Unversehrtheit!
      Es erschien mir wichtig, schnellstmöglich mal wieder auf die Wichtigkeit von „Menschheitsfamilie“, Mitgefühl und Respekt hinzuweisen.

      Es ist aus meiner Sicht ein Riesenunterschied, ob man widerwärtige Handlungen völlig „irregeleiteter“ Peiniger anprangert, nur „lästert“, allgemeine Spitzfindigkeiten formuliert (darin bist Du wirklich klasse) oder aber einen Menschen im schriftlichen Dialog rundum abwertet.

      Irgendwo schrieb ich mal, dass alle JobcenterMA dem Dreckssystem dienen.
      Das ist aber auch die einzige „Gleichmacherei“, die wirklich Sinn ergibt.
      Alle sind kleine Räder, welche das beschissene Uhrwerk am Laufen halten. Aber es sind eben nicht alles Drecksäcke, Sadisten oder kleine Eichmänner…wobei es die leider zuhauf gibt.Noch höher ist wohl die Anzahl der Gedankenlosen…
      Aber es gibt eben auch die Anderen. Klar, man könnte jetzt sagen, dass auch sie charakterlos seien und besser erhobenen Hauptes in die Erwerbslosigkeit gehen sollten, als an dieser menschenverachtenden Scheiße auch nur irgendwie zu partizipieren.
      Lieber Frank, ich selbst könnte niemals im JC arbeiten und hadere innerlich noch immer mit einer AV, die wie ich Buddhistin ist. Wie kommt sie mit diesem Konflikt klar? Ich kann es nicht verstehen…
      Aber das bin eben ich, so denkst wahrscheinlich auch Du und viele weitere Betroffene (ich hatte sogar mal die Ehre, einen erwerbslosen AV zu begleiten, der aus Gewissensgründen hingeworfen hat)

      Ich denke aber, es steht uns trotzdem nicht zu, über Menschen zu urteilen, welche an das Wohl ihrer Familie und ihr eigenes denken. Es ist einfach so, wie Brecht es schrieb: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
      Meistens.
      Manchmal ist auch Liebe zu den Allernächsten (Partner,Familie) die für den Rest „blind“ macht („Hauptsache, meine Lieben müssen nicht leiden“)…
      Und ganz ehrlich: Ich weiß nicht, wieviele der Betroffenen selbst (insbesondere der Forenschreiber) nicht mit Kusshand einen Job in der Armutsverwaltung annehmen würden.
      Das allgemein zu den Mitarbeitern.

      Zu Burkhard im Speziellen:
      Ich wertschätze seine Offenheit, mit der er sich zudem sehr angreifbar macht.Dass dies auf manche Menschen etwas „befremdlich“ wirken kann, steht ausser Frage…
      Ich glaube ihm, dass er aus lauteren Motiven an die Öffentlichkeit geht und eben nicht wegen „Ego-Politur“.
      Gerade weil er überall in den einschlägigen Blogs/Foren präsent ist und permanent auf die Fresse bekommt, dennoch weitermacht, ist er für mich glaubwürdig!
      Er ist aus meiner Sicht auch kein „Trittbrettfahrer“.Er war einfach nur nicht Erster…
      Ich glaube ihm auch, dass er sich zunächst von dem durchaus vielversprechenden Konzept des Fallmanagements hat blenden lassen.
      Dieses Konzept entspricht in weiten Teilen der „alten Sozialarbeit“, damit rannte man bei Burkhard gewiss offene Türen ein.
      Ich glaube ihm, dass, als er merkte, dass auch hier nur das Papier vielversprechend war und er auf dem Boden der Realität aufschlug, er begann, intern zu kritisieren (Petition ect)
      Für sein Augenmerk „soziale Arbeit“ muss er sich gar aus eigenen Reihen als „Sozialromantiker“ titulieren lassen, und er zieht sein Ding dennoch durch.
      Mir nötigt so etwas Respekt ab…
      Dass seine Erkrankung und das Mobbing ihm vielleicht „den letzten Funken Durchblick“ verschaffte, dass nahezu zeitgleich damit die Inge H. an die Öffentlichkeit ging und er ihr dann gleichtat…
      Nein, das ist alles Andere als verwerflich oder peinlich.

      Btw., vielleicht habe auch ich einen fauxpas begangen:
      Mein Beispiel von Sam Childers sollte nur zeigen, dass a) Menschen sich ändern können und b) unterstreichen, dass Vorhalte, die Vergangenheit betreffend, aus meiner Sicht nicht sinnvoll sind.

      Lieber Burkhard, falls Du noch mitliest:
      Das mit der „Läuterung“ war NICHT auf Dich bezogen!

      Tja, lieber Frank, von meiner Seite her ist somit alles klar(gestellt) Falls Du noch Fragen haben solltest, immer her damit 😉
      Ich denke, es ist kein Problem, hier weiterhin Spitzzüngig(fedrig)keiten, gekonnt-polemische Anwürfe und kritisches Mitgefühl unter einen Hut zu bringen, solange wir dem Menschen gegenüber respektvoll auftreten.
      Diejenigen, die überhaupt keinen Respekt verdienen bzw. ihn sich noch erarbeiten müssen, gibt es auf diesem Blog noch nicht…

      • Hallo Ellen, ui, was n langer Text.

        Ich hoffe, meine heute mal wieder sehr wackelige Internetanbindung gestattet mir einige kurze 😉 Anmerkungen.

        Zitat: „Nun, Teile dieser Diskussion waren doch recht aggressiv und verletzend.“

        Ich persönlich finde das Verteilen von Sanktionen an SGB II-Betroffene bei weitem agrressiver und verletzender. Aber lassen wir das an dieser Stelle.

        Zitat: „Und der gelöschte Beitrag war keine sachliche Kritik, auch ich empfand ihn als Provokation, die ich so überhaupt nicht nachvollziehen konnte, weil damit Burkhards Versuch, Konstruktives einzuleiten, böse durch den Kakao gezogen wurde.“

        Widerspruch: Wie kann ein Vollzitat eine Provokation sein? Wenn es zudem als Zitat gekennzeichnet und sogar noch ein Link auf den zitierten Ursprungstext gesetzt ist? Der Beitrag war der Spagat zwischen einem dummen Anfall von Fairness (ungeachtet was ich davon halte, wollte ich den Text herausgehoben zur Diskussion stellen) und der Notwendigkeit, mich zugleich von der Urheberschaft abzugrenzen. Der Titel „Werbespot“ war durchaus richtig gewählt, weil der zitierte Text – wieder einmal – vor Werbung für einen gewissen Blog nur so strotzte. Wie Du sicherlich weißt, wurde der Text mehr oder weniger gleichzeitig auf X verschiedenen Internetplattformen in laufende Diskussionen als Kommentar hineingestreut, ohne ihn als „Massenware“ zu kennzeichnen. Vornehm nennt man das Werbung, im Onllinezeitalter könnte man auch „Spam“ dazu sagen.

        Die Reaktion des Herrn B. kann ich nur als unangemessen (mir fallen dazu auch andere Worte ein) ansehen, besonders wenn man die vom ihm nachgeschobene „Erklärung“ (müsste auch noch im Dashboard rumschimmeln) betrachtet, die – wie das technisch überhaupt ging, verstehe ich nicht wirlich – nach Löschung des Beitrags einging. Mal davon abgesehen, dass sich mir die Logik nicht erschließt, zunächst die Löschung eines Beitrags zu verlangen, aber dann eben diesen Beitrag mit einer weiteren „Erklärung“ zu kommentieren. Klingt für mich irgendwie falsch verdrahtet.

        Zitat: „Es ist aus meiner Sicht ein Riesenunterschied, ob man widerwärtige Handlungen völlig “irregeleiteter” Peiniger anprangert, … oder aber einen Menschen im schriftlichen Dialog rundum abwertet.“

        Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man Tat und Täter nicht auseinanderdenken kann.

        Zitat: „Irgendwo schrieb ich mal, dass alle JobcenterMA dem Dreckssystem dienen.“

        So sehe ich das auch. Man kann auch nicht ausblenden, dass das „Dreckssystem“ durch die fortgesetzte „Mitarbeit“ der „Mitarbeiter“ erst funktioniert und am Laufen gehalten wird. Insofern großen Respekt vor Deinem Bekannten, der aus Gewissensgründen ausgestiegen ist!

        Zitat: „Zu Burkhard im Speziellen:
        Ich wertschätze seine Offenheit, mit der er sich zudem sehr angreifbar macht.Dass dies auf manche Menschen etwas “befremdlich” wirken kann, steht ausser Frage…

        Gerade weil er überall in den einschlägigen Blogs/Foren präsent ist und permanent auf die Fresse bekommt, dennoch weitermacht, ist er für mich glaubwürdig!“

        Nun ja, wenn jemand immer wieder mit dem Kopf gegen die gleiche Wand rennt, statt zu schauen, ob vielleicht eine Tür in der Nähe ist, durch die man gehen könnte, … das tut dann halt weh.

        Zitat:“ Für sein Augenmerk “soziale Arbeit” muss er sich gar aus eigenen Reihen als “Sozialromantiker” titulieren lassen, …“

        Ohne dass ich mich auch nur ansatzweise mit der Person gemein machen möchte (mit dieser völlig merkbefreiten üblen Schreibtischtäterin habe ich mich vor Jahren schon kräftig gezofft), scheint mir das gewählte Wort nur das Ersatzwort (weil´s netter klingt) für ein anderes zu sein.

        Kann man wirklich der Meinung gewesen sein, in einer in jeder Beziehung Monsterbehörde, in der das SGB II samt den unmenschlichen Sanktionsregelungen Bibel-Status hat, sei eine völlig losgelöste Form von Sozialarbeit überhaupt denkbar? Ich habe an anderer Stelle schon darauf hingewiesen, dass das SGB II in seiner ersten Fassung (inklusive Sanktionsregelungen) bereits Ende 2003 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Also ein ganzes Jahr vor der Arbeitsaufnahme der Argen am 1. Januar 2005. Da muss man schon kräftig weggeschaut haben, um das nicht zu sehen.

        In meinen Augen ist das Hartz IV-System nicht reformierbar. Es ist von vorn bis hinten menschenfeindlich und Armut und Ausgrenzung per Gesetz. Darum muss es weg! Hie und da ein paar Pflästerchen zu kleben dient diesem Ziel nicht.

        • Sorry, dass ich mich da in epischer Breite über Dich (Euch Alle) ergoss 😉
          Jetzt etwas verkürzt, da meine Augen schon wieder mosern:
          Also mit Provo meinte ich, das als Werbespot zu betiteln. Klar ist es eine Art Werbung, irgendwie…aber aus meiner Sicht eben nicht für die Person Burkhard (zwecks „Weihrauch“) sondern, um Menschen zu erreichen und auch, um Mauern einzureißen.
          Ob es geschickt ist…darüber lässt sich diskutieren.
          Ich persönlich würde mich eher an alle möglichen Pressestellen wenden, zuvor mit Ini’s Kontakt aufnehmen, Vorträge halten.Zwar sähe das aus wie Hannemann reloaded, wäre mir aber egal.
          Öffentlichkeit/Nachdenklichkeit schaffen, so nach dem Motto: „Ei gucke, noch einer…da muss doch was dran sein an dem, was die da labern“

          Wie das so mit wordpress funzte, kein Plan. Vielleicht kann Helen das erklären, sie ist dahingehend ja fit wie Turnschuh 🙂 (oder chucks, gell, Helen?)

          Die „Schreibtischtäterin“ ist wirklich extrem. Empathiebefreit nach beiden Seiten, vielleicht roundabout? Der Schluß liegt nahe und in ihre Nähe würde ich Dich nicht ansatzweise rücken.

          Wir beide sind in vielen Ansichten nah beieinander, in anderen unterscheiden wir uns grundsätzlich. Das macht eine Diskussion ja auch spannend. Bei mir hat sich das „Stock/Hass-Gleichnis“ eingebrannt, ich empfinde es als logisch und handele danach (Mensch und Handlung trennen)
          Irgendwann – falls es Dich interessiert – steige ich da gerne tiefer ein…
          Du siehst es anders. Das ist in Ordnung, wenn es für Dich so in Ordnung ist.

          Ob jeder, der im Sozialbereich arbeitete, auch das Bundesgesetzblatt liest?Ich vermute, nein.
          Gerade wenn man „am Mensch“ arbeitet, ist man oft derart platt, dass die Hintergründe an einem „vorbeischwirren“. Fatale Nachlässigkeit? Vielleicht.
          Aber wenn ich so zurück denke an meine Zeit im Milieu…nach dem dritten Mal an einem Tag Toilettentür eintreten (lassen) Notarzt rufen und zum wachhalten Ohrfeigen verteilen, weil sonst jemand vor meinen Augen jämmerlich an einer Überdosis H verreckt wäre, hatte ich auch für nix mehr nen Kopf…und das war „nur“ ehrenamtliches Streetwork.

          Nein, das System ist nicht reformierbar, da sind wir ganz zusammen. Nur wird es, um es zu stürzen, die nächste Zeit leider keinen „Sturm auf die Bastille 2.0“ geben.
          Also muss es irgendwie anders gehen. Ob „mein“ Weg (Aufklärung,Sensibilisierung Nichtbetroffener UND JC-MA) nützlich ist? Ich weiß es nicht, ich versuche es einfach.
          Es wird aber wohl so sein, dass es auch hier nicht DIE Wahrheit gibt, daher befürworte ich ja einen bunten Strauss an Mitteln, jeder wie er kann und will (die aktuelle Aktion der KEA finde ich total gut) nur eben ohne persönlichen Angriffe.
          Dr. S-B ist in meinen Augen beispielsweise ein derartiger Überzeugungstäter, den man zwingend kaltstellen muss. Dennoch: Kam er auf die Welt und krähte da bereits „…es ist geil, ein Arschloch zu sein…“?
          Eher nein 😉
          Daher (ich weiß, ich wiederhole mich): Diesen Kerle handlungsunfähig machen, Handlungen sabotieren, ect. ect.
          Und nein, IHM bringe ich keinen Respekt entgegen.
          Und doch ist er ein Mensch…

          Merde, jetzt ist es doch ein Monsterkommentar geworden, sorry 😦

          • Nur ganz kurz, versprochen.

            Zitat: „Ob jeder, der im Sozialbereich arbeitete, auch das Bundesgesetzblatt liest?Ich vermute, nein.
            Gerade wenn man “am Mensch” arbeitet, ist man oft derart platt, dass die Hintergründe an einem “vorbeischwirren”. Fatale Nachlässigkeit? Vielleicht.“

            Nein, nicht jeder der im Sozialbereich arbeitet(e), liest das Bundesgesetzblatt. Muss er auch nicht.

            Aber: Wie würdest Du jemanden nennen, der sich freiwillig um eine Arbeit bei einer Behörde in Planung/Aufbau bewirbt (bzw. seiner Versetzung dahin ausdrücklich zustimmmt), die einzig und allein zum Vollzug eines bestimmten Gesetzes geschaffen wird, das er aber gar nicht gelesen hat?

            Zitat: “ Dr. S-B ist in meinen Augen beispielsweise ein derartiger Überzeugungstäter, den man zwingend kaltstellen muss. Dennoch: Kam er auf die Welt und krähte da bereits “…es ist geil, ein Arschloch zu sein…”?“

            Da kann ich wenig zu sagen. Vielleicht weiß Herrn Sarrazin eine Antwort, der kennt sich mit Genetik doch super aus. 😉

  2. Danke, liebe Ellen, für Deine klugen abwägenden Worte zu dem unschönen Konflikt, der auch von mir erst jetzt nachgelesen werden konnte! Die Ruhe, die der eine zu bewahren vermochte, habe ich bewundert.

    Und der mir unbekannten Moni möchte ich sagen: was Du angedeutet hast, diese zutiefst verletzenden und deprimierenden und enttäuschenden Erfahrungen, kenne ich auch. Vielleicht steckst Du so mittendrin, daß Du im Augenblick dem folgenden Satz nicht glauben kannst (vielleicht aus Zorn auch nicht glauben willst): aber es gibt auch andere Menschen – Ellen zum Beispiel -, und genau diese Menschen sollten die Verbindung miteinander suchen. Menschen, die mit dem Kopf dabei sind – das ganz bestimmt auch -, aber vor allem auch mit dem Herzen.

    Leider fehlt mir zur Zeit die Zeit, mehr dazu zu schreiben. Ich hätte es sehr gern getan.

  3. Ach Moni…es tut mir weh, das zu lesen.
    Gerade weil ich weiß, wieviel Du für Betroffene getan hast. Und ja, es wäre aus Deiner Sicht vielleicht „gefährlich“, Ross und Reiter zu nennen (aber ich bin dennoch einigermaßen im Bilde 😉 )
    Es bringt jetzt auch nichts, über die Sinnlosigkeit von Hass zu philosophieren, über die zwingende Notwendigkeit von Respekt, über „Sinnestäuschungen“ oder über eine unnütze Erwartungshaltung.
    Das alles hilft Dir hier und jetzt nicht weiter, Du steckst in einer Art „Dreier-Enttäuschung“ (Der Hauptverursacher, die Undankbaren/Unsolidarischen und dem evtl.!! verbitterten Mitstreiter )fest und es geht Dir dabei verständlicherweise dreckig.

    Ich möchte Dich jetzt einfach mal umarmen – geht aber nicht.
    Ich würde Dir gerne einen Weg zeigen, mit all dem besser umzugehen – ich kann es nicht.
    Vielleicht ein kleiner Tip nur: Suche das Gespräch mit dem, der Dir emotional am nächsten steht (das werden weder der Jurist noch die Unsolidarischen sein, schätze ich mal)
    Es wäre dann vielleicht nützlich, eine „Ich-Darstellung“ einzunehmen statt einer „Du-Haltung“. Also zu beschreiben:“Ich fühle mich schlecht“ und NICHT „Du hast mich verletzt“.
    Wenn es Dir gelingt, zeige Deinen Respekt und Deine Zuneigung für den betreffenden Menschen offen, aber zieh‘ eine klare Grenze zwischen dem Menschen als solchem und seinen Handlungen.
    Es gibt dafür bei „uns“ einen wunderbaren Leitsatz (ich werde nicht müde, ihn zu wiederholen)

    Nicht gegen den Stock errege ich mich, der mich schlägt und mir Schmerz bereitet, sondern gegen den, der ihn führt. Ihn wiederum führt der Haß: So gilt es, den Haß zu hassen.

    Schade, bei Dir geht nur der AB dran…ich drück Dich mal aus der Ferne

  4. Upps,
    deine Worte haben mich so sehr berührt, dass ich unbedingt schreiben muss, denn es geht mir Sch…,
    weil ich mich eben respektlos behandelt fühle und das von einem Menschen dem ich voll vertraue, der mir vertraut.
    Alles das ist von außen auf uns zugekommen, vom Einsatz für andere Menschen die Hilfe und Unterstützung brauchten, vom Einsatz dafür, dass sich eben etwas ändern soll u. muss. Ich möchte die Dinge nicht klar benennen, ein paar Menschen die es lesen werden wissen was es ist.
    Was uns geblieben ist von denen die wir unterstützt haben und deren Probleme wir mitgeschleppt haben in uns, ist NICHTS es ist nicht einmal ein Stück Solidarität.
    Einer von uns hat nun noch wieder einmal für das alles eine Strafe bekommen, ist ein Jahr außer Gefecht gesetzt worden und da geht dann auch die Respektlosigkeit los, es gibt Schuldzuweisungen die ungerechtfertigt sind, weil der eine nicht in des anderen Kopf sehen kann. Es geht mir schon Wochen schlecht ich bin verletzt und der andere denkt das auch, dass ich ihn verletzt habe. Nun steht die Frage im Haus wie machen wir weiter, geben wir alles auf was wir aufgebaut haben, hat es noch Sinn für andere den Kopf hinzuhalten?

    Der Bürger, ob erwerbslos oder nicht, zählt in diesem Staat nicht einmal mehr so viel wie das Schwarze unter dem Fingernagel!

    Die, die den Bürgern helfen sich gegen ihre Peiniger zu wehren, werden verfolgt und abgestraft u. die Bürger nennen wir sie so, interessiert das zu 90% nicht die Bohne. Die/wir sind dann selber Schuld O-Ton derer, die dann Kritik üben müssen u, ansonsten zu feige sind sich zu wehren.

    Eines gibt es Hass, der nie endet und den bringe ich einer Person entgegen, der die Respektlosigkeit in Person ist einer der sich hochgedient hat u. noch höher will, noch ist er Geschäftsführer und er trägt die Schuld an vielen was uns jetzt aufreibt und wo es Schuldzuweisungen gibt, die nicht sein müssten.
    Da komme ich auf gegenseitiges Vertrauen und wieder auf das respektvolle Verhalten miteinander.
    Ich kann im Moment nicht weiter schreiben, es ist auch wie du Ellen immer sagst, ein Geschwubbel, weil ich auch Ross u Reiter nicht nennen will.

Teile uns deine Gedanken mit:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s