INSM, Clement und „Agenda2020“ – Ich kann gar nicht so viel…

…fressen, wie ich kotzen möchte.
(Max Liebermann soll das beim Betrachten eines Fackelzugs zu Adolf Hitlers Machterübernahme gesagt haben)

Ich bitte um Nachsicht ob des Liebermann-Zitates, aber nichts trifft meine momentanen Empfindungen besser.Ich zitiere nachstehend aus dem Telepolis-Artikel Wir haben da mal was vorbereitet

Die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl könnte sich lange hinziehen. Für den Freitag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein erstes Sondierungsgespräch mit der SPD vereinbart, am Montag folgt ein ähnliches Treffen mit den Grünen – Ausgang ungewiss. Der Entwurf eines künftigen Reformpakets liegt trotzdem schon vor. Es trägt den Titel „Chance 2020 – Mit sozialer Marktwirtschaft für ein gerechtes und leistungsfähiges Deutschland“ und stammt von der Initiative Neue Soziale Martkwirtschaft **(INSM). Maßgeblich mitgeschrieben hat an dem Papier niemand geringeres als Gerhard Schröders (SPD) Ex-Superminister Wolfgang Clement* (ehemals SPD).

* Clement, da war doch noch was? Ach ja, richtig, er war der, der erstmals  den Nazi-Duktus wieder salonfähig machte, als er erwerbslose Menschen ungestraft als Parasiten bezeichnen durfte.
** INSM
, da fällt „alten Hasen“ sofort deren Miet-Maul Oswald Metzger ein. Entzückend seine Äußerungen über Erwerbslose in 2007:
„Viele sehen ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen. Die wachsen dann verdickt und verdummt auf.“

Auszüge aus dem Reformprogramm

(…)Die INSM spricht sich in ihrem Reformpaket deutlich gegen dessen Einführung aus – ganz egal, ob es sich um einen von der Politik oder von Arbeitgebern und Gewerkschaften festgelegten Mindestlohn handelt. Ein Mindestlohn reduziere die Zahl der Arbeitsplätze und erschwere den Einstieg in Arbeit…

(…)Dem demographischen Wandel will Clement mit einer Rentenreform begegnen. Grundlage dafür ist die Rente mit 67 – für Clement ein „Muss, an dem die Politik nicht mehr rütteln darf“. Zusätzlich soll künftig das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden…

(…)Genau wie bei der Agenda 2010 soll auch bei der „Chance 2020“ der INSM noch einmal Hand an die Sozialleistungen angelegt werden. Der Wohlfahrtsstaat müsse seine Hilfen auf die Schwächsten konzentrieren, so der Tenor – was im Umkehrschluss bedeutet, dass nach Ansicht der INSM derzeit noch zahlreiche Menschen Sozialleistungen erhalten, die sie eigentlich nicht benötigen…

(…)Auch die Gesundheitsversorgung wird von der INSM nicht verschont(…)Deshalb sollen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung von den Arbeitskosten entkoppelt und Zusatzbeiträge eingeführt werden(…)Im Gegensatz zum alten Modell soll jedoch jeder Arztbesuch eine Gebühr kosten, wobei es Ausnahmen für chronisch Kranke geben soll. Die kostenfreie Mitversicherung von Ehegatten und Lebenspartnern soll gestrichen werden.

(…)Das Papier dürfte der Auftakt einer Kampagne sein, mit der die INSM auch die Koalitionsverhandlungen begleiten und damit auch die Verhandlungsführer auf allen Seiten unter Druck setzen wird. INSM-Geschäftsführer Pellengahr nannte die Vorstellung der Reformvorschläge einen „Auftakt unserer Reformagenda“. Es werde Anzeigen in Tageszeitungen und Plakate geben, um die Botschaft unters Volk zu bringen.

Cassandra-Rufe

Was nur ist mit dem Deutschen Michel los? Blind und taub für Warnungen aus so vielen Mündern haben Kalb und Schaf ihre Schlächter selbst gewählt.
Aber auch damals verhallten Cassandras Warnrufe ungehört…und der neue Deutsche ist auch nicht schlauer als es die alten Griechen waren.
Wenn „nur“ die Hälfte der „Vorschläge“ Gehör findet…

…dann gute Nacht, Ihr Mitbürger

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4 Kommentare zu “INSM, Clement und „Agenda2020“ – Ich kann gar nicht so viel…

  1. Pingback: INSM, Clement und “Agenda2020″ – Ich kann gar nicht so viel… | WIR Der ZeitBote Saarland

  2. Zitat von Ellen: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

    Richtig, liebe Ellen. Schon gar nicht, wenn Du SGB II-ler oder SGB XII-ler (Hartz IV- oder Sozialhilfeempfänger, egal ob aufstockend oder nicht) bist. Denn dann kannst Du Dir so viel zu „fressen“ schlicht nicht leisten. 😉

    Könntest Du´s, käme Clement & Co. sicher sofort in den Sinn: Wenn es diesen undankbaren Parasiten so gut geht, dass sie von den Steuergeldern der Leistungsträger großzügig finanzierte Lebensmittel einfach so herauskotzen können, sind beherzte Kürzungen an der Leistungshöhe alternativlos. 😉

    Nein, mich wundert´s eigentlich nicht, was die „INSM“ da absondert. Weder vom Inhalt her, noch vom Zeitpunkt. Den Herrschaften und Dämlichkeiten sind schließlich gerade mit der FDP ihre besten parlamentarischen Schoßhündchen und Sprechpuppen abhanden gekommen. Darum muss der Hahn auf dem Mist halt besonders laut krähen, damit er gehört wird. Es steht leider zu befürchten, dass die Pseudo-Grünen diesen Misthaufen mit romantischem Landleben gleichsetzen.

    Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer und sein anatolischer Schwabenkollege Cem Özdemir propagieren bereits eine neue „libertäre“ Ausrichtung der Partei.

    http://www.n-tv.de/politik/Verunsicherte-Gruene-debattieren-8-4-Prozent-article11458366.html

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article120478108/Oezdemir-will-Gruene-zur-Partei-der-Freiheit-machen.html

    In diesem Sinne: Mahlzeit!

  3. Hurra, es geht vorran!

    70er Jahre: „Du sollst es mal besser haben als wir.“

    90er Jahre: „Du sollst es mal genauso gut haben wie wir.“

    10er Jahre: „Du sollst es mal nicht viel schlechter haben als wir.“

    30er Jahre: „Du sollst die Hoffnung nicht aufgeben, dass es dir bald
    besser gehen kann.“

    • Im 14ten Jahrhundert hatten wir in Deutschland die große Pest, den schwarzenTod.
      Im 19ten Jahrhundert grassierte andernorts die Cholera, der sog. Rote Tod.
      Was erwartet uns mit einer erneuten schwarz-roten Kombination im 21ten Jahrhundert?

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