Viele Hartz-IV-Empfänger laut Studie psychisch krank

(Vorsicht: Biss-ich!)

„Hartz-IV-Empfänger leiden einer Studie zufolge viel häufiger an psychischen Erkrankungen als Berufstätige. Bei über einem Drittel der Bezieher von Arbeitslosengeld II wurde innerhalb eines Jahres mindestens eine psychiatrische Erkrankung festgestellt, wie aus einem in Nürnberg veröffentlichten Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.“ (Quelle)

Da haben wir es wieder. „Vermittlungshemmnisse“ wohin man schaut. Die Hartzer sind nicht nur bildungsfern, faul, vermehren sich für´s Kindergeld wie die Karnickel, schmarotzen und saufen gern, viele sind auch noch krank im Kopf.

Das IAB ist eine Abteilung der Bundesagentur für Arbeit, das sollte man wissen. Dieses „Forschungsinstitut“ ist damit selbstverständlich alles andere als unabhängig. Die BA untersteht dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, also Frau von der Lügen. Da kommt dann natürlich nichts als die Wahrheit raus.

Wenn sich die Zahl der Langzeiterwerbslosen partout nicht wirklich verringern will, muss doch wer Schuld sein. In so einem Fall bekommt das IAB den Auftrag herauszufinden, dass es – welch Wunder – die Erwerbslosen selbst sind. Das Dumm, das Faul, das Sonstwas haben wir durch. Leider nutzen sich solche Erklärungen mit der Zeit ab, darum muss ab und an etwas Neues her. Heute ist es halt mal der Sprung in der Schüssel. Demnächst findet das IAB möglicherweise heraus, dass Hartz-IV-Empfänger viel öfter inkontinent sind als Berufstätige. Dann wird die Sache noch klarer. Kein halbwegs vernünftiger Arbeitgeber stellt schließlich grenzdebile, faule und geisteskranke Bettnässer ein.

Nein, es ist natürlich nicht die Erwerbslosigkeit selbst, die Erwerbslose krank macht. Es ist nicht das gesellschaftliche Stigma, nicht die schäbige Behandlung in den Erwerbslosenverwaltungsbehörden, nicht die an Sterbehilfe grenzende finanzielle Ausstattung von Hartz-IV-Empfängern.

Zitat aus dem Artikel: „In ihrer Untersuchung plädieren die Forscher für mehr Unterstützung und Förderung der Betroffenen. So erscheine es beispielsweise mit Blick auf die Jobcenter „hilfreich, die personellen Voraussetzungen für eine möglichst adäquate Betreuung von Personen mit psychischen Beeinträchtigungen zu verbessern“.“

Der Metzger als Tierarzt. Vor dieser „Betreuung“ kann einem nur grauen.

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4 Kommentare zu “Viele Hartz-IV-Empfänger laut Studie psychisch krank

  1. @ulrichsblog

    Ihre Aufwärtsmeldung mag für Sie erfreulich sein, für andere ist sie zusätzlich depremierend. Wiedermal soll man als Betroffener etwas verstehen, und prompt verschwindet das Problem.

    Kleine Nachricht mal hier aus der Provinz (= Südniedersachsen):

    Monatlich veröffentlicht die Tageszeitung HNA die Anzahl der Arbeitssuchenden und die Anzahl der offenen Stellen. Das Zahlenverhältnis (mit leichten Schwankungen) nahezu gleichbleibend: auf 10 Arbeitssuchende kommt eine offene Stelle – mit oft sehr speziellen Anforderungen.

    Können Sie uns mitteilen, wie sich diese verzweifelte Dskrepanz „wegverstehen“ läßt, damit es „aufwärts“ geht?

  2. Klar klingt es auf den ersten Blick schlimm, wenn die Schuld an der Joblosigkeit dem einzelnen aufgesetzt wird. Dennoch (und hier kann ich aus eigener Erfahrung als Kunde des Wiener AMS, der ich vor vielen Jahren einmal war, sprechen:) ist die Situation so ungleich aussichtsloser, wenn ich NICHT an meiner Lage mitschuld bin. Ist nur „die Gesellschaft“, „das System“ oder „die anderen“ an meinem Problem schuld, dann können auch nur diese etwas daran ändern.
    Liegt aber ein Teil der Verantwortung auch bei mir, so kann ich das Werk in Bewegung setzen.
    Als ich dies verstanden hatte, ging es bald aufwärts.

    • Holdger Platta hat es bereits gesagt, bei dem Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitssuchenden ist es eher eine Art Lotterie, ob man den einen von Vielen begehrten Arbeitsplatz ergattert. Je mehr „Verstehende“ es gibt, umso mehr davon werden ebenfalls leer ausgehen.

      Zum gegenwärtigen AMS kann ich wenig sagen, meine Zeit in Wien liegt auch schon viele Jahre zurück, aber die Behandlung von Erwerbslosen damals beim AMS kann man definitiv nicht mit den Zuständen in den deutschen „Jobcentern“ vergleichen. Zum besseren Verständnis kann ich da nur Ellens Schilderungen hier im Blog empfehlen. Und auch das ist nur eine kleine Spitze des Eisberges.

      Diese Verhältnisse machen Menschen krank. Es war leider schon immer eine deutsche Spezialität, dass Behördenmitarbeiter zu Sadisten und Menschenschindern mutieren, wenn man ihnen ein wenig Macht gibt. In den „Jobcentern“ haben die Mitarbeiter nahezu unbeschränkte Macht. Sie können (und tun es auch) als Ankläger, Richter und Henker in Personalunion erwerbslose Menschen bis in Hunger, Obdachlosigkeit und Suizid hineinsanktionieren. Verstoßen sie dabei gegen geltendes Recht, so what? Selbst wenn es Betroffenen gelingt, in jahrelangen zermürbenden Gerichtsverfahren genau das in Urteilsform feststellen zu lassen, werden diese Gestalten nie zur Verantwortung gezogen.

      Mich wundert fast, wie niedrig die Zahl der psychisch Erkrankten im Hartz IV-Bezug angesichts der ganzen elenden Schikanen ist. Aber vielleicht hinkt ja – wie bei den getürkten Arbeitsmarktzahlen – auch hier die Statistik.

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