Oury Jalloh – Die Polizei, Dein Feind und Mörder?

Wenngleich ich häufig das Thema Polizeigewalt aufgriff, habe ich mich zum „Fall Oury Jalloh“ bisher bedeckt gezeigt, obschon ich mir – rein „spekulativ“, versteht sich – zu den Selbstverbrennungstheorien und der „Aufklärungsarbeit“ seitens der Staatsanwaltschaft natürlich so meine Gedanken machte…

Der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh und ihren Unterstützern ist es zu verdanken, dass es nun ein neues Gutachten gibt, welches die Behauptung/Theorie, der gefesselte Inhaftierte habe sich selbst verbrannt, offensichtlich ad absurdum führt, Zitat:

Im Fall „Oury Jalloh“ sorgt ein unabhängiges Gutachten für Aufsehen. Der Asylbewerber war im Januar 2005 in einer Zelle in einer Dessauer Polizeistation verbrannt. Eine Nachstellung zeigt, dass Verkohlungen wie an Jallohs Körper nur durch die Verwendungen von fünf Litern Brandbeschleunigern möglich war (…)

(…) Der Dessauer Oberstaatsanwalt Folker Bittmann sprach von „sehr ernsten, überraschenden und zum Teil erschreckenden Informationen“. Voraussichtlich müsse jetzt ein neues Gutachten durch die Ermittlungsbehörden erstellt werden. Er wies Vorwürfe zurück, dass die Ermittler absichtlich Erkenntnisse ignoriert hätten. Die Justiz hatte bisher keine Anhaltspunkte für eine Fremdbeteiligung am Tod des Asylbewerbers im Januar 2005 gefunden. Die genauen Umstände des Feuers konnten nie zweifelsfrei festgestellt werden.

Quelle und ganzer Artikel Frankfurter Rundschau

Der Unterschied zwischen können und wollen

Ich bin der Überzeugung, dass die Brandursache wie auch der Gesamt“vorgang“ durchaus hätte ermittelt werden können, wenn man dies gewollt hätte. Doch auch in Dessau gilt/galt wohl Korpsgeist bis in’s höchste,benachbarte Amt…

Bis heute fußt die Klage der Staatsanwaltschaft auf der Annahme, dass Oury Jalloh trotz Fixierung an Armen und Beinen mit einem Feuerzeug seine feuerfeste Matratze selber angezündet habe. Das fragliche Feuerzeug ist jedoch erst zwei Tage nach dem Brand aufgetaucht. Zudem wurde bei einer erneuten Untersuchung dieses Feuerzeugs ganz klar festgestellt, dass es sich zur Brandzeit nicht am Brandort befunden haben kann. Denn es weist keinerlei Materialspuren der Matratze oder der Kleidung von Oury Jalloh auf. Mit diesen hätte es aber verschmolzen sein müssen. Ebenfalls verschwunden sind die Videobänder von der Durchsuchung der Zelle, hinzu kommen weitere Ungereimtheiten aus jüngster Zeit.

Quelle und weitere Informationen Initiative Oury Jalloh

Nein, „sie“ sind (noch) nicht alle gleich…

…allerdings halte ich es für fragwürdig, angesichts immer brutaler werdender und  (aus meiner Sicht) sich häufender Fälle von Polizeigewalt noch von „Einzelfällen“ zu sprechen, wie es die Vorsitzenden der Polizeigewerkschaften so gerne tun.
Die Augen verschließen zu wollen vor (sozial)rassistisch motivierten Übergriffen ist ebenso töricht wie gefährlich.

Das nachstehend verlinkte Kunstwerk deckt sich daher (noch) nicht mit meiner Auffassung. Die Symbolik hingegen – jenseits des Tattoo-Kürzels 😉 – finde ich  sehr treffend. Sie besagt nach meiner Interpretation, dass einer gewaltbereiten Staatsmacht der einzelne Bürger nichts entgegensetzen kann, obschon er selbst ein starker Mensch ist.
Das Bild symbolisiert treffend das Gefühl der „gefühlten Nacktheit“.
Und es ist ein Symbol für Mut.Sich einer Übermacht entgegen zu stellen, erfordert diesen…und vielleicht begreift am Ende sogar der deutsche Michel, dass der, der in einer (vermeintlichen) Demokratie schläft, in der Diktatur aufwachen kann.
Die Hoffnung stirbt zuletzt…

http://the-night-angels.de/

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