Polizeigewalt 2 – Hamburg, meine Perle…

…die, wie so viele Perlen vor ihr, den (Gentrifizierungs/Spekulanten) Säuen zum Fraß vorgeworfen wird.

Vorweg: Ich lieb(t)e Hamburg, insbesondere der Kiez hat(te) es mir seit über 30 Jahren regelrecht „angetan“. Warum? Ich weiß es nicht…ich weiß nur, dass sich bei meinem ersten Besuch bereits ein nicht erklärbares Gefühl des „Nach-Hause-kommen“ in mir breitmachte. Vielleicht erklärt sich diese Affinität ja damit, dass ich in einem früheren Leben der Störtebeker war 😉 ?
Spass beiseite…

Gefahrengebiet Milieu

Die Berichte über die Ausschreitungen, über den (angeblichen) Angriff auf die Davidswache, über die nachfolgende Erklärung ganzer Stadtteile zum Gefahrengebiet habe ich  sehr genau verfolgt.
Die Meinungsmache Berichterstattung war eindeutig: Der pöse schwarze Block wird immer gewaltbereiter, die Autonomen schrecken vor brutalsten Übergriffen nicht zurück ect.pp.

Grundrechte partiell adé, auch wenn sich der „Grund“ hierfür als Falschdarstellung herausstellt…

Hieß es zu Anfang noch unisono (auch Dank der gleichgeschalteten Medien), dass die Übergriffe auf Beamte der Davidswache dem linksautonomen Spektrum zuzuordnen sind, Zitat:

„…Politik und Polizei ordneten die Attacke auf die Davidwache dem linksautonomen Spektrum zu. Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch wurde in der Meldung mit den Worten zitiert: „Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele ist völlig ungeeignet und kontraproduktiv.

und reagierte man mit der unbefristeten Einrichtung von sog. Gefahrengebieten,musste jetzt zurückgerudert werden:

Die Hamburger Polizei musste einräumen, dass die Attacke anders ablief als ursprünglich von ihr dargestellt. Pressesprecher Mirko Streiber sagt, die Opfer der Attacke seien keine Beamten aus der Davidwache gewesen, sondern eine Streifenwagenbesatzung. Laut Streiber seien die drei Beamten des Weges gekommen und von der flüchtenden „Tätergruppe“ angegriffen worden, die aus der Richtung Davidwache gekommen sei. Die Attacke auf die Polizisten habe sich nicht direkt vor der Davidwache, sondern etwa 200 Meter entfernt an der Ecke Hein-Hoyer-Straße und Seilerstraße abgespielt.
Im Innenausschuss am Montagabend erklärte Hamburgs Innensenator zu der Steinattacke auf den Polizisten, wegen derer inzwischen wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt wird, es sei nicht entscheidend, ob der Angriff „die Einzeltat eines alkoholisierten Kiezbesuchers“ sei – sie sei als Ausdruck einer zunehmenden Gewaltbereitschaft zu bewerten.

Quellen: Spiegel online Stern
Die Gefahrengebiete freilich werden aufrecht erhalten…
Ich war nicht dabei, somit kann auch ich nur spekulieren, was, warum in Hamburg wirklich geschah.
Hinter dieser Spekulation und über Allem steht jedoch die Frage:

„cui bono?“ – Wem nutzt es?

Spätestens, wenn man den Nutzen (nicht nur) für den neuen Eigentümer der sog. Esso-Häuser realisiert, geht an dem Wort Menschenverachtung kein Weg mehr vorbei.Der gewinnorientierte Umgang mit Wohnraum hat Menschenleben gefährdet. Der Zustand der ESSO-Häuser wurde in Kauf genommen, um teurer, größer, profitträchtiger neu bauen zu können.

Rote Flora, die Demonstration und die Gewalt…

…aus Sicht der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritische Polizisten

Zitat Pressemitteilung (ausführlich als PDF auf der Seite der Kritischen Polizisten zu finden):
Der Einsatz vom 21.12.2013 selbst, eine angemeldete Demonstration von Anbeginn einzukesseln, zur Kundgebung zu machen (ohne Auflösungsverfügung bzw. Verbot!) ist so ziemlich das Dämlichste was sich eine Polizeiführung erlauben kann. Eigentlich. Aber in Hamburg gelten seit Schill/Ole von Beust und (unvergessen) Schwarz-Grün andere Regeln. Die vorstehende „Zwischenbilanz“ wird von über 700 verletzten Menschen sowie einzelner krasser Gewaltexzesse und einem durch und durch gescheiterten Einsatzkonzept am 21.1213 sowie der Tage danach überkrönt.
Dass die Zerschlagung der Demonstration vom 21.12.2013 rechtswidrig war, scheint nur noch untergeordnet zu interessieren. Wenn überhaupt…

Zusammengefasst…

…wage ich das nachfolgende Fazit:
Preiswerter, bezahlbarer Wohnraum für Menschen steht den Plänen der Investoren und deren Gier nach Profit ebenso im Weg wie ein autonomes Zentrum (wieviel Grundstücks-Wert hat die Rote Flora?) Nicht nur die Menschenwürde wird dem Profit geopfert.
Die Profiteure werden hofiert und hochgehalten, die Gegner der Gentrifizierung kriminalisiert, da ist keine Lüge zu billig, da heiligt der Zweck jedes Mittel.
Da wird in Teilen „die Polizei“ übelst instrumentalisiert, während andere Teile, allen voran der Pressesprecher der GdP – Wendt – als Überzeugungstäter den Einpeitscher geben.
Der Mensch zählt nicht, ist er nicht zahlungskräftig. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Kiez-Rentner handelt, um einen „Lampedusa-Flüchtling“ oder einen mittellosen, „linken“ Künstler.
Es wird zunehmend kälter, auch in Hamburg…und das hat nichts mit dem Wetter zu tun…

Zur gewinnträchtigen, künstlichen Wohnraumverknappung in Hamburg hier noch die Gruppe Gutzeit:

 

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