Petition an die Hamburger Bürgerschaft – doch nicht zeichnungswürdig?

In einem meiner letzten Artikel rief ich zur Mitzeichnung der „Petition zum Erhalt vertraulicher, psychosozialer Beratung“ auf.
Ich möchte an dieser Stelle auf eine „Gegenmeinung“ aufmerksam machen, deren Logik gegenüber ich mich nach reiflicher Überlegung nicht wirklich verschließen kann.

Diskussionswürdig ist das Thema ohnehin, ich würde mich freuen, Eure Meinung zu lesen.
Von Petitiönchen und Petitessen

 

Scheinbar geht es dabei um „Leidtragende dieser absurden Maßnahmen sind ca. 100.000 erwerbslose und/oder unterbeschäftigte Menschen in Hamburg.“ Tatsächlich jedoch schlicht und einfach um die „Kohle“ für Träger, die bereits jetzt den Ansatz vertreten, dass Erwerbslose grundsätzlich psychisch/sozial instabil sind, folglich „betreut“ werden müssen und sei es mit so untauglichen Mitteln wie “Telefonberatung“ sowie zu diesem Zweck sich über Jobcenter finanzieren lassen.

Um es klar und unmissverständlich  zu sagen, dieser Hamburger Sonderweg – die „psychosoziale Betreuung“ als Seitenzweig des Jobcenters, muss insgesamt beendet werden – sofort, je schneller desto besser.

Die Petition müsste also lauten – „Wir fordern die Hamburger Vereine, die sich über die Jobcenter für eine massenhafte, psychosoziale Betreuung von Erwerbslosen finanzieren lassen, auf von diesem Irrweg abzulassen und unverzüglich eine sozial verträgliche Finanzierung für eine unabhängige, ganzheitliche Beratung anzustreben.“

Wir erinnern uns, na ja wie soll eine 21-jährige Petentin („Strohfrau“?) sich wohl „erinnern“, bereits in den Ursprungspapieren zum SGB II (Hartz IV) war von „psychosozialer Unterstützung“ die Rede. Mehr und mehr kristallisierte sich mit einer 3-er Klassifizierung der wahre Charakter von Hartz IV heraus, die Verwaltung von angeblich “Arbeitsmarktfernen”, tatsächlich “Überflüssigen” ja sogar unterstellt “Lebensuntüchtigen”, die „Verpsychiatrisierung“ und Entrechtung nahm ihren Lauf.

Ihren Niederschlag fand sie in massenhaften Maßnahmen wie „Strukturierung des Alltags“, „10.000 Schritte“, „6000 Schritte um die Alster“,  etc. pp.
Maßgeblich dabei, Träger die für Geld offensichtlich alles machen was sich noch irgendwie als „gute Tat“ vermarkten und in klingende Münze verwandeln lässt.
Spätestens seit sich die Grünen, wir erinnern uns Ihrer Rolle bei Hartz IV?, in Gestalt einer Dipl. Volkswirtin und einer Politologin und der Aussage „…Der präventiven Arbeit zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit den Boden zu entziehen,…“ zu Wort gemeldet haben, müssten allerdings bei allen Aktiven die Alarmglocken schrillen. Tun sie aber nicht, es geht ja angeblich um die „armen Erwerbslosen“ die bald keine „Telefonberatung“ mehr „genießen“ dürfen, bzw. deren Beratungsinhalte angeblich von ihren „hilflosen Beratern“ weitergegeben werden müssen.
Falsch, liebe Petentin und Unterstützer, denn

  1. psychosoziale Beratung gehört grundsätzlich nicht auch nur in die Nähe von Jobcentern oder BA,
  2. psychosoziale Beeinträchtigungen sind i.d.R. Folge und nicht Ursprung von Arbeitslosigkeit, s. Grüne „…präventive Arbeit…“,
  3. Telefonberatung ist ein gänzlich ungeeignetes Instrument bei tatsächlich vorhandenen Beeinträchtigungen, geriert aber hohe „Fallzahlen“,
  4. gegen Übergriffe (Begehrlichkeiten) seitens des Jobcenters gibt es geeignete, berufsspezifische Möglichkeiten, z.B. Sozialdatenschutz i.V.m. Vertraulichkeit (Zeugnisverweigerungspflicht nicht nur gegenüber Gerichten), ein BSG-Urteil das spätestens bei Widerspruch eine externe Beratung grundsätzlich bejaht und die interne für untauglich erachtet (Korrektiv), usw., die die Träger und/oder einzelne Mitarbeiter einsetzen können und müssen, s. vor allem aber Punkt 1.
  5. wer sich seine an Fallzahlen gebundene „soziale (Gold)Ader“ ausgerechnet von Jobcentern als „Maßnahmen“ finanzieren lässt (§ 16a Nr. 3), darf sich doch nicht wundern, wenn diese auf dem Rechtskreis SGB II bestehen und „Ergebnisse“ sehen wollen, die ihre Daseinsberechtigung als „Überflüssigenverwaltungseinheit“ bestätigen,
  6. andere Finanzierungsarten/-zwecke – Arbeitslosenzentren/-treffs, kennen solche Begehrlichkeiten nicht und wären ohnehin die besseren Ansprechpartner
Schon mitbekommen? Es gibt einen neuen fashiontrenddie Petition. Auch bekannt als die “neue Verantwortungslosigkeit”. (m.a.W. – mitzeichnen, sich den Schweiß von der Stirn wischen und…warten)
Von Petitiönchen und Petitessen
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6 Kommentare zu “Petition an die Hamburger Bürgerschaft – doch nicht zeichnungswürdig?

  1. Mit dieser „Gegenmeinung“ tue ich mir schwer. Du schreibst, dass Du Dich „deren Logik gegenüber nach reiflicher Überlegung nicht wirklich verschließen“ kannst. Um die Logik beurteilen zu können, muss man wohl die Verhältnisse in Hamburg einigermaßen kennen … und ich kenne sie nicht.

    Wenn ich die Petition nicht ganz falsch verstehe, wendet sie sich doch gerade gegen die Instrumentalisierung durch die Ämter/“Jobcenter“ und plädiert für eine unabhängige Beratung ohne Vernetzung mit jenen Ämtern.

    Ich frage mich also: was weiß der Gegenmeinungsautor, was ich nicht weiß? Woher stammt beispielsweise die Information, dass es sich bei der Petentin um eine 21-Jährige handelt (was imho schlecht recherchiert ist, nach meiner – sehr kurzen – Recherche ist die junge Dame nämlich 25 oder 26 Jahre alt). Aber sei´s drum, was hat dieses Alter mit Inhalt/Gehalt/Ernsthaftigkeit der Petition zu tun?

    Unter dem Petitionstext finden sich Links zu weiterführenden Informationen. Der erste Link funzt bei mir nicht mehr richtig. Folge ich den anderen beiden, erfahre ich die Namen von zwei Beratungsstellen, die (vermutlich mit anderen) von den Fisimatenten des Hamburger Senats betroffen sind. Beim kurzen Querlesen von deren Internetauftritten (http://www.arbeitslosen-telefonhilfe.de , http://www.spsh.de) springt mich kein Hinweis auf nicht unabhängige Beratung an. Selbst wenn ich unterstelle, dass diese Beratungsstellen auch öffentlich gefördert werden (ist das nicht genau das, was wir wollen?), impliziert das noch keine Nicht-Unabhängigkeit der Beratung. Vielmehr wehren sich diese Beratungsstellen (und die Petentin) gerade gegen den Versuch der Instrumentalisierung.

    • Hallo Frank und Carola
      Ich bin etwas „neben der Spur“ (warum, könnt Ihr im späteren Beitrag lesen…mit „Abgrenzung“ klappt es momentan nicht sooo dolle 😦 ) daher jetzt ungefiltert mein Kommentar:

      Tja Frank, was soll ich jetzt sagen? Grundsätzlich sehe zunächst einmal meinen „Fehler“: Ich habe nicht bis in den Nano-Bereich recherchiert und weiß demgemäß nicht, ob finanzielle Abhängigkeit/Förderung nicht eben doch die vermeintliche Unabhängigkeit ad absurdum führt.Der Verdacht liegt allerdings sehr nahe…
      Unter Beachtung des „Wes Brot ich ess’…“ stimme ich in diesem Punkt der „Gegenmeinung“ zu.
      Da es ja diesen Modellversuch gab/gibt, ist also bereits eine direkte Kooperation mit der team.arbeit gegeben. Dass diese bereits große „Unsicherheiten“ für die Ratsuchenden mit sich bringt, ist daher aus meiner Sicht ebenso logisch wie die Forderung der „Gegenmeinung“ nach absoluter Unabhängigkeit solcher Beratungsstellen bzw. dem Streben danach.
      Das meinte ich mit „sich der Logik nicht verschließen können“
      Ich denke aber, dass es die Petentin Paulun durchaus ernst meinte, ich vermute auch, dass viele Mitarbeiter diesen demokratischen Weg der Bürgereingabe als das Mittel der Wahl sehen.
      Kurzum, ich vermute hinter dieser Petition lautere Absichten, eben weil sie NICHT von den Trägern gestartet wurde.

      Die Härte der Wortwahl und auch eine gewisse Überheblichkeit (abstellen auf Alter/Beruf der Petenten und Unterstützer) sind hingegen definitiv nicht meins.
      Nunja, und der „Rundumschlag“, dass es quasi ein „Modehype“ ist, Petitionen zu starten, um sich vom eigenen schlechten Gewissen freizukaufen, selbst nicht andersweitig aktiv werden zu müssen (so ja auch der Tenor Carolas) ist aus meiner Sicht einigermaßen „abgehoben“, sorry für diese Wortwahl.
      Was bitte ist denn – bleiben wir bei DIESER Petition – bitteschön „aktiver Widerstand/aktives Tun“ ? Sich mit 5/10/50 Mann vor das Rathaus zu stellen und postulieren, dass dieser Scheiß rundweg abgeschafft gehört, dass die Jobcenter ihre klebrigen Finger aus wirklich sozialer Arbeit heraus zu halten haben?
      Oder wie soll so etwas funktionieren?
      Hier hätte ich in genau dem Zusammenhang mit DIESER Petition doch mal gern praxisnahe Tipps 😉 !
      Fakt ist doch, dass die Führungsetagen (mit schielendem Auge auf die abzugreifende Kohle) die Entscheidungen treffen, mit wem (hier Jobcenter) sie dafür in die Kiste hüpfen.
      Wie sollte aus Sicht der Petitionskritiker da seitens der unteren Chargen widerständisch gehandelt werden, wie?
      Ist es nicht gerade ein Zeichen für erwachendes politisches Interesse, ist es im digitalen Zeitalter nicht grade naheliegend, zunächst die ersten „Protestschritte“ online zu „wagen“?
      Wer sagt denn, dass daraus nicht mehr erwachsen kann?
      Noch ein Wort zur „Emotionalität“ (welche ich in dieser Petition nun nicht erkennen kann):
      Soll die Sprache des „Protestes“ sich etwa denen angleichen, die nur noch verkopft/versachlicht daherkommen?Petitionen, abgefasst in kaltem Polit-Sprech?Ich weiß ja nicht…aber ent-emotionalisiert war und ist ja bekanntermaßen auch nun wirklich nicht mein Ding 😉

      Nachtrag http://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article123791437/Sozialberatung-fuer-Langzeitarbeitslose-wird-gekuerzt.html

      • Ebenso „ungefiltert“ zurück: Warum so kratzbürstig, Gnä`Frau? Schließlich hast Du um Meinungen gebeten, sogar mit der Androhung von Freude. 😉

        Niemand hat von Dir erwartet/verlangt, bis in die sub-atomare Ebene zu recherchieren. Das hab ich übrigens auch nicht getan. Mich hat – rein intuitiv – an der Schreibe der „Gegenmeinung“ etwas zunächst nicht Greifbares gestört. Darum bin ich etwas eingestiegen, obwohl Hamburg nicht so unbedingt mein zentrales Fachgebiet ist. Mein erster Eindruck hat sich bestätigt, der Autor will Stimmung gegen Petitionen allgemein und gegen die fragliche im Besonderen machen. Dabei greift er nicht nur zu platter manipulativer Polemik (unterschwellig erzeugte Logikkette: Petentin = 21 Jahre alt = jung = unselbständig = Strohfrau), sondern macht die Petentin auch noch jünger, damit´s passt.

        Und so geht´s dann munter weiter. Beratungsstellen werden mit windigen Maßnahmeträgern in einen Topf geworfen, der Petentin wird widersprochen und im nächsten Satz das gefordert, was sie auch fordert, etc. etc. …

        Zitat Ellen: „…ob finanzielle Abhängigkeit/Förderung nicht eben doch die vermeintliche Unabhängigkeit ad absurdum führt.Der Verdacht liegt allerdings sehr nahe…
        Unter Beachtung des “Wes Brot ich ess’…” stimme ich in diesem Punkt der “Gegenmeinung” zu.“

        Vor einigen Jahren gab es in NRW unter der Ägide von Rüttgers´Club eine ähnliche Entwicklung. Hartz IV war grade frisch eingeführt und der Beratungsbedarf von Betroffenen wuchs und wuchs. Unabhängige Beratungsstellen (sie existierten schon lange und wurden seit Jahr und Tag mit öffentlichen (Landes-)Mitteln gefördert (nicht ausschießlich daraus finanziert!)), leisteten gute Arbeit und kamen damit den Argen in die Quere, denn sie berieten im Sinne der Betroffenen. Bei der Suche nach Einsparmöglichkeiten für den Landeshaushalt fielen – Überraschung! – die Förderungen von eben diesen unabhängigen Beratungsstellen reihenweise weg. Das hat einigen die weitere Arbeit unmöglich gemacht, mindestens aber stark eingeschränkt.

        Zurück nach Hamburg.

        Wir erinnern uns: Der derzeitige Erste Bürgermeister ist Olaf Scholz. Dieser schmierige spezialdemokratische Parteikarrierist war Generalsekret(är) der Bundessozen während der Enststehungsphase der Agenda 2010. Also in einflussreicher Position. In der ersten Großen (Merkel-)Koalition war er als ein Vorgänger von Frau Von-der-Lügen Bundesarbeitsminister. Ich erinere mich noch bestens an ein (Sommer?-)Fernsehinterview, in dem er Arge-Opfer verhöhnte und arge Zwangstermine als heiteren Plausch bei Kaffee und Kuchen beschrieb.

        Tja, und nun legt der Senat eben jenes Agenda 2010-Fans die Axt an die unabhängigen Beratungen in Hamburg … öffentliche Förderung nur gegen Kumpanei mit den Behörden.

        • Nee, Frank, so gar nicht kratzbürstig, ich bedaure es echt, wenn meine Schreibe so rüberkam 😦

          Zitate Frank:
          Mich hat – rein intuitiv – an der Schreibe der “Gegenmeinung” etwas zunächst nicht Greifbares gestört
          der Autor will Stimmung gegen Petitionen allgemein und gegen die fragliche im Besonderen machen. Dabei greift er nicht nur zu platter manipulativer Polemik (unterschwellig erzeugte Logikkette: Petentin = 21 Jahre alt = jung = unselbständig = Strohfrau)…“

          hmmm, das, was Dir kratzbürstig erschien, ist ein Zeichen von „Verunsicherung“…ich schätz(t)e den Autoren als äußerst kompetenten Aktiven mit kaum zu übertreffender Sachkenntnis rund um Alles, was soziale Arbeit/SGB und politische Zusammenhänge betrifft.
          Dieses über Jahre unveränderte (Ein)Schätzen einerseits, das „Nicht-Greifbare“ (eine Art unangenehmes Bauchgefühl beim Lesen jetzt) andererseits…keine gute Mischung, die sich in mir da ein Gefecht lieferte…

      • „Ich habe nicht bis in den Nano-Bereich recherchiert“

        muss man auch nich …ne umfassende grundkenntnis des sachverhaltes reicht im allgemeinen .

        „Unter Beachtung des “Wes Brot ich ess’…” stimme ich in diesem Punkt der “Gegenmeinung” zu.“

        so isses und die entwicklung für beratungsstellen war absehbar …denn es liegt NICHT im interesse der „obrigkeit „einen weg aus dem elend aufzuzeigen /zu ermöglichen , weil da eben handfeste wirtschaftliche interessen dahinter stehen .

        nicht mal das erleichtern von besonderen lebenslagen ist politisch gewollt .

        allerdings wird es mir immer ein rätsel bleiben , bei der ganzen vorhersehbarkeit der entwicklung (allgemein )auf /um den (rechts)sektor des SGBII…warum bitte stellen die betroffenen in ehrenamtlicher arbeit (wies ja auch punktuell passiert )nicht(mehr ) eigene (als alternative) , und damit UNABHÄNGIGE beratungsmöglichkeiten auf die beine (als beispiel seien genannt „KEAS“..“ALI GEGENWIND „…mensch …ZEHN jahre HARTZIV ..also auch ZEHN jahre zeit …an klugen köpfen fehlts doch nich , zum teufel :(..allerdings wird sich in der „szene „in ewigen hick -hack ergangen über das „wie „/was is richtig /falsch ….

        „Sich mit 5/10/50 Mann vor das Rathaus zu stellen und postulieren, dass dieser Scheiß rundweg abgeschafft gehört, dass die Jobcenter ihre klebrigen Finger aus wirklich sozialer Arbeit heraus zu halten haben?“

        klingt wie die frage , was eher da war ..die henne oder das ei und /oder ..warum es eben soweit kommen konnte , wo die gegenwehr nach dem motto „wehret den anfängen „geblieben ist , obwohl schon bei zeiten philosophiert /ausgemalt wurde , wie die propheten , wies mal (zum nachteil der betroffnen , logisch )enden wird …aber, beim philosophieren isses eben geblieben , es folgten keine taten .(wie zB. ein netz flächendeckender hilfsangebote auf ehrenamtlicher basis )..kein (nennenswerter )ernstzunehmender widerstand …nix …und nun kann man denen , die sich , aus protest vors rathaus stellen würden , nur noch tee und ne „bemme :)“reichen , denn es war zu erwarten , das JEDE lücke seitens der JC/BA ausgenutzt wird, um rechte zu versagen /den zugang zu recht zu erschweren und /oder unmöglich zu machen , denn nur so bleibt das „humankapital „erhalten /fügsam /erpressbar (mit existenzentzug )…

        es wird schlicht probiert , wie weit man gehen kann…einer machts vor (in dem falle hamburg )..alle machens nach …es interessiert keinen , das keiner macht , was er soll . und diese „modellprojekte „werden dann bundesweit , bei erfolg (für wen ?)stillschweigend umgesetzt und somit wird das „armenrecht „restlos beerdigt !

        „Ist es nicht gerade ein Zeichen für erwachendes politisches Interesse, ist es im digitalen Zeitalter nicht grade naheliegend, zunächst die ersten “Protestschritte” online zu “wagen”?“

        naja…der satz entlockt mir ein 🙂 ..und ich bleibe dabei :

        die deutschen werden gern regiert und jammern und barmen …veränderungen bitte nur, wenn die „jacke „wirklich schon lichterloh brennt , aber dann bitte veränderungen ohne mühe ..unbequem darfs nich sein , geld darfs nich kosten , zeit auch nich ..da is ne petition grade das richtige ..e klick /ne unterschrift und man is e „held „/e widerständler 🙂 und wenn sich nischt ändert sind andere dran schuld, nämlich die , die nicht mitgezeichnet haben .(und so wird es auch kommuniziert )

        wieviel erwerbslose /erwerbsgeminderte …aufstocker gibts ?

        wieviel jahre gibts hartzIV ?

        welchen NENNENSWERTEN widerstand hat es (zB)im vorfeld einer jeden , gravierenden /noch mehr existenzverunsichernden „verschlimmbesserung „gegeben ?

        wieviel petitionen hats in der selben zeit , zu themen rund um hartzIV gegeben ?
        ,
        welche petitionen waren von erfolg gekrönt ?(und ..es dürfte einen kausalen zusammenhang geben zwischen der aufzeigung von problemen mit /durch /in den petitionen angesprochenen sachverhalten und ….der schliessung der lücken im nachgang der petitionen im regelwerk von hartzIV)

        was haben die betroffnen SELBST zur entspannung ihrer lage getan (ausser ganze foren mit immer den selben fragen „zu zu pflastern „)?(was mich immer wieder grämt , denn , wenn einer nen fehler macht , müssen den nich alle anderen auch machen , das nennt man LERNEN (aus den fehlern anderer )und „politisches interesse zeigen „fängt beim LERNEN /BILDUNG …an !

        mal ehrlich „politisches interesse „is mehr, als sich nur e „ablass „per petition zu diversen themen zu holen ..politisches interesse hat was mit BILDUNG /mehraufwand /arbeit(mühseliger kleinarbeit ) zu tun .(und offenbar scheints ja auch welche zu geben , deren „politisches interesse „früchte trägt …wenn sie auch nich gross sind , aber, sie wurden zu ernst zu nehmenden gegnern , denen man , wenn auch nicht offiziell, aber hinter vorgehaltener hand , seitens der „oberen „repekt zollt …und nun stelle man sich das flächendeckend vor …

        „Soll die Sprache des “Protestes” sich etwa denen angleichen, die nur noch verkopft/versachlicht daherkommen?Petitionen, abgefasst in kaltem Polit-Sprech?Ich weiß ja nicht…aber ent-emotionalisiert war und ist ja bekanntermaßen auch nun wirklich nicht mein Ding ;)“

        naja..obs dein ding is ..:)

        allerdings , denke ich , wenn ich unmissverständlich verstanden werden will , in meinem anliegen , isses schon besser, den adressaten sprachlich da „abzuholen „wo er steht …denn es trennen uns ja (erlebnis,-LEBENS )welten ..und da ist der „kleinste , gemeinsame nenner „vermutlich ne sachliche sprache (und obendrein isses dann ne sprache auf „augenhöhe „/einer ebene .)und wir sind doch nicht bildungsfern 🙂 🙂 🙂 🙂 .

  2. „Wer auch immer etwas nicht auf die Reihe bekommt, Mist gebaut hat, schlicht und ergreifend zu feige ist Sachen in seinem Verantwortungsbereich selbst anzugehen und/oder brutal genug ist massiv eigene Interessen hinter etwas “Sozialem” zu verbergen, der tritt mit markigen Worten scheinbar zugunsten einer Benachteiligtengruppe eine Petition los und Schuld an dem Versagen haben dann „wir alle“ vor allem natürlich diejenigen, die nicht mitzeichnen.“

    diesem satz ist eigendlich nichts hinzu zu fügen.

    man scheint der meinung zu sein /werden …anstatt seine geschicke selbst in die hand zu nehmen und den (sicher )unbequemen weg des widerstandes gegen „ungeliebtes „gehen zu müssen /sollen …reicht ein „papierchen „und alles wird „gut „und wenn eben nich , dann lags nich an dem desinteresse der adressaten an der gewünschten veränderung , sondern an den „verrätern „, die eben das „papierchen „mit angeblich so wichtigem anliegen , nicht gezeichnet haben .

    so, oder so ähnlich ist die kommunikation , die so manche petition begleitete.

    mir kommt der derzeitige „boom „an petitionen vor, wie ne art ablasshandel ..man hat unterschrieben und sich somit vom AKTIVEN tun/MITWIRKEN als BÜRGER freigekauft .

    vergessen wird aber,, das man auch da , vorm unterschreiben den kopf einschalten sollte und das anliegen bis zum schluss durchdenken sollte /sich informieren /hintergründe suchen sollte , (ne medaille hat IMMER 2 seiten )…emotionen haben bei sowas, aus meiner sicht nix verloren ..und die meisten handeln aber leider eher emotional und eben NICHT sachlich ..

    deswegen „geistern „aus meiner sicht ,im moment auch anliegen als petition durchs netz , die , sollte dem entsprochen werden (was aus desinteresse der „oberen „eher nicht zu erwarten ist )eher schädlich für die „zielgruppe „enden könnte …also da klaffen vorstellung der sich beteiligenden „zielgruppe „und zu erreichendes endergebnis mehr als weit auseinander )..ebenso die vorstellung über die motivation des petenten als „heilsbringer „aus reiner menschenliebe !

    ne petition mag sicher ein brauchbares demokratisches mittel sein , allerdings denke ich , um , das das anliegen ERNST genommen wird, bedarf es noch einiger anderer faktoren , zB. begleitend einen verifizierbaren /nachweisbaren /erlebbaren widerstand gegen die sache selbst …nur e „papierchen „..und /oder wenn die „papierchen „zu einer sache im „schwarm “ 🙂 auftreten und ansonsten wird die sache selbst in der öffendlicheit nicht /kaum wahr genommen …naja, all das dürfte eher nicht von erfolg gekrönt sein , weil der nachdruck fehlt .

    auch wäre diesem /jenem petenten zu wünschen , ne petition nicht einfach , im hochgefühl ner emotion einfach „hin zu rotzen „..sondern zu bedenken (zielsetzung ), klar zu formulieren , so das missverständnisse über das ziel der petition weitestgehend ausgeschlossen sind , so das eben nicht der berühmte „pferdefuss „dabei rauskommen kann , sollte der petition doch mal entsprochen werden ….naja, aber wenigstens kann sich dann keiner beklagen , von denen , die solche petitionen gezeichnet haben , im überschwang der emotionen , ohne sich sachkenntnis anzueignen .

    eigenes erleben ist nicht in jedem falle SACHKENNTNIS !.

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