Traurigkeit…oder der Unterschied zwischen verstehen und fühlen

Ziemlich merkwürdige Überschrift, ich geb’s ja zu 😉
Im weiteren Verlauf des Artikels werde ich weiterhin in „Merkwürdigkeiten“ abdriften, will heißen, für die allermeisten Leser wird sich weder Hintergrund noch Sinn erschließen…Aber was soll’s, ein Blog ist ja letztlich nichts Anderes als ein öffentliches „Tagebuch“, und meine Gedanken sind eben nicht immer nachvollziehbar . Und manchmal (fernab von Sozialpolitischem und Buddhismus) sind diese Gedanken auch reichlich unsortiert…

Könntest Du nur wieder bei mir sein…

Wie manch Leser weiß, ist (eingestellte) Musik immer ein Ausdruck meiner aktuellen Emotionen. Das oben verlinkte Lied der Christin Daeé aus dem „Phantom der Oper“ steht bei mir sinnbildlich für Traurigkeit, für gefühlten oder realen Verlust.
Ja, derzeit fühle ich „Verluste“, sehne ich mich nach dem „Seelengleichklang“, den ich vor langer Zeit bei und mit einem mittlerweile verstorbenen Menschen hatte.
Diese Sehnsucht wird meist dann wieder wach, wenn Menschen, die in mein Leben traten und Ähnliches verhießen, sich eben doch nicht als der Gleichklang entpuppten, als der sie mir erschienen.

Irren ist menschlich

Zugegeben, der Spruch ist sehr abgedroschen. Und dem Grunde nach müsste ich über derart Dingen stehen…hat doch jede Form der Enttäuschung nur und ausschließlich damit zu tun, dass mensch (in diesem Falle: Ich) Dinge sieht und entsprechend auch interpretiert, Enttäuschung liegt somit immer die eigene Erwartung zugrunde. Aber auch wenn sehr bewusst gegen jedwede Erwartung „angekämpft“ wird, dieses „Programm“ ist sehr schwer zu entfernen…

Ohne Vorbehalte

Das ist mein Credo und wird es auch immer bleiben. Für mich gibt es weder „die Blondinen“, noch „die Zigeuner“, schon gar nicht „die Hartzer“.Ich verwehre mich gegen jede Form der Gleichmacherei. Somit (was mir genug Schelte aus den eigenen Reihen einbrachte) gibt es dementsprechend auch nicht „die Amtsschergen“ (Frank, Du verzeihst hoffentlich 😉 )

Demut

Vermutlich muss ich noch besser verstehen lernen, was Demut im originären Sinne bedeutet. Denn bis vor ganz kurzer Zeit glaubte ich felsenfest, verstehen zu können, was „Abqualifizierung“, „Abstempeln“ oder „Mißachtung“ für diejenigen, welche ich im Jobcenter unterstütze, bedeutet. Rückblickend: Das war recht anmaßend.
Und wieder ein abgedroschener Spruch: „Hochmut kommt vor dem Fall“.
Denn wirklich fühlen (!) konnte ich es nicht. Ich war „nur“ Helfer, niemals betroffen.Hier und jetzt weiß ich, zwischen Verstehen aus Mitgefühl und wirklichem Fühlen liegen noch immer Welten…

Echte Betroffenheit…

…kann nur aus Selbstbetroffenheit entstehen, alles Andere ist, mit Verlaub, als wenn ein werdender Vater den Gebärschmerz der Mutter „verstehen“ will.
Tja, und nun kann ich dieses Gefühl (nicht das mit der Geburt, das kenne ich bereits 😉 , das der Hartz-Betroffenen) sehr gut empfinden.
Es ist kein wirklich gutes Gefühl, wenn man erfährt, dass trotz durchaus vorhandener „Sympathien“ eine Begegnung auf Augenhöhe nicht gewollt ist. Es schmerzt, dass „man“ die „Gegenseite“ ist und bleibt, und damit „social misfits“
Es schmerzt,zu erkennen, dass die bewusst gesetzten „Signale“ diametral zu den eigentlichen Vorstellungen des „Signalgebers“ stehen.
So etwas ist, aus meiner bescheidenen Sicht, nicht aufrichtig. Und diese Unaufrichtigkeit schmerzt, sehr sogar…

Damit nicht genug…

…auch ein früherer Freund (der sich brüsk von mir abwandte) nahm kurzfristig wieder Kontakt auf. Meine Worte waren (trotz aller Achtsamkeit) wohl dazu geeignet, mich erneut in den Orkus zu befördern. Tja, ich werde wohl den Begriff „Freundschaft“ in zweifacher Hinsicht auf den Prüfstand stellen müssen. Wenn Ehrlichkeit -entweder- kaum vorhanden ist oder -andererseits- meine ehrlichen Worte immer wieder abgewatscht werden…darf man dann von Freundschaft sprechen?
Ich bin da ratlos….

Verstehen

Die Krux ist, dass ich nahezu jede „Motivation zur Handlung“ intellektuell als auch emotional verstehen kann. Da sind jede Menge „eigene Befindlichkeiten“, da sind Ängste, da gibt es so Vieles…Ich verstehe das, durchaus auch auf der emotionalen Ebene. Ich bin niemandem gram…ausser mir selbst.
Denn  die Menschen, weswegen ich Schmerz verspüre, sind genau die Menschen, die ich so verflixt gerne mag…
Und ich höre auch nicht auf, (diese) Menschen (Plural!) zu mögen, „nur“, weil sie mich verletzten. Vermutlich wissen sie es nicht einmal…
Alles, was ich möchte, ist Ehrlichkeit. Aber bitte ohne Aggression, ohne „mich auf ignore stellen“.
Ich durchschaue auch (zunächst) kein Blendwerk, insbesondere, wenn ich Menschen mag.Das gilt für die Vetreter des vermeintlich Positiven als auch für die, die leider verbittert sind (scheinen?)
Und es gibt es einen Unterschied zwischen Ehrlichkeit und „verbaler Übergriffigkeit“. Fatal (im 1ten „Fall“)  wenn sich wohlwollende Worte unterscheiden von den eigentlichen Gedanken, wenn mensch (warum auch immer) „täuschen“ will.Und und und…
Ich verstehe all dieses Verhalten, jeder hat da so seine ganz eigenen Gründe, Alles ist menschlich…es schmerzt dennoch…

Zudem ist die aktuelle politische Situation in Thailand  auch nicht geeignet, im dortigen (mit unserem Wat befreundeten Kloster) zur Besinnung zu finden – Auszeit = Fehlanzeige …irgendwie habe ich grad‘ das Gefühl, derzeit die goldene A****Karte gezogen zu haben (Feststellung, ohne Anflug von Selbstmitleid ) )

 

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5 Kommentare zu “Traurigkeit…oder der Unterschied zwischen verstehen und fühlen

  1. Hallo Ellen,

    ein paar spontane Zeilen, ergo unsortiert ;-):

    Hauptsache Du hast Gedanken und Gefühle, kannst darüber reden oder schreiben. sortieren kann man sich auch später, idealerweise hilft jemand.

    Irren ist menschlich und sollte man sich verzeihen. „Enttäuscht sein“ würde ich nicht assozieren das dem eine eigene, falsche Erwartung an einen anderen vorausgeht. Bin mittlerweile soweit dies durchaus mit Erkenntnis und Erlösung zu verknüpfen. Wie wäre es mit „sich selbst getäuscht haben“ und da ist dann auch die Sache mit den Programmen, die nachwirken (volle Zustimmung!). Meineiner nennt die auch Konditionierung und wenn du die mal alle nach der Reihe durchgehst, landest du mitunter in frühester Kindheit.

    Ohne Vorbehalte – ja, goldrichtig, immer und immer wieder, ansonsten reibst Du dich nur auf und damit kaputt, wirst zu so einer Art Terminator gegen Dich selbst. Auch wenn z.B. in den JC die Wahrscheinlichkeit gering ist auf Verständnis oder Anteilnahme zu treffen, ist es aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Gehst Du hingegen bereits mit NEGATIV oder bullshit ran/rein, wird es auch so sein – immer. und dadurch siegt letztlich auch das JC gegen Dich. Übrigens – Erkenntnisse sind regelmäßig wertvoller als sich „durchgesetzt“ oder profiliert zu haben zu haben.

    Demut – warum siehst Du eine Querverbindung zu Hochmut?

    Spontan kommt mir zu Demut der Gedanke „ohne Vorbehalte“, die Dinge zunächst einmal so zu sehen wie sie sind, neugierig und offen sein, nicht erwarten.

    Echte Betroffenheit – richtig, geht nicht wenn nicht selbst gleich oder zumindest annähernd betroffen gewesen. Gutes Theorieverständnis und praktische Randerfahrungen reichen nicht aus. Weit verbreitet sind Worte wie Mitgefühl, Beileid etc, die sich regelmäßig als oberflächliche, hohle Floskeln erweisen. Bin selbst z.B. mittlerweile sehr differenziert in der Wortwahl geworden, mitunter sollte man in bestimmten Situationen erstmal den Mund halten bzw. die Tastatur ruhen lassen. Es ist viel dran an der Weisheit „Ich weiß das ich nichts weiß“. Aber wer versteht das wirklich und vor allem, reflektiert auch so? Aus eigener Erfahrung – erst wenn Du den Boden berührt hast, weiß du wirklich wie er sich anfühlt

    Gegenseitiges „Verstehen“ wäre einfach, wen mehr bei sich wären, Offenheit und Ehrlichkeit spüren und vermitteln,, damit auch und gerade Fehlverhalten oder Irren positiv auf-/annehmen. Bedingunslosigkeit und auch Demut gehören hier mit hinein.

    Ein aufrichtige Bemerkung am Ende – nach meinem Verständnis hast Du KEINE A…karte gezogen. Du reflektierst vielmehr auf hohem Niveau. Das „Problem“ scheint vielmehr zu sein, in dieser Gesellschaft mit einer humanistischen, vertauensvollen, ehrlichen Charakter/Einstellung der „Depp“ oder Loser zu sein bzw. als solcher hingestellt zu werden, in jedem Fall zu den Außenseitern zu gehören. Und das soll/“will“ man gemäß all der vorgelagerten Programme nicht sein. Und schon läuft das innere Mahlwerk. Bis man dem entsprungen ist, kann eine kleine Ewigkeit dauern, grundlegender Wille vorausgesetzt. Hoffe selbst mittlerweile soweit zu sein. Schaun mer mal?

    Bin vor kurzem auf die Serie „House of Lies“ aufmerksam geworden, ist eine Gruppe von Consultans, die vorführen wie man in dieser „Welt“ agieren muß um beachtet zu werden bzw. „nach vorne“ zu kommen. Einfach irre, aber entspricht den gegenwärtigen Realitäten, nicht nur auf dieser Ebene. Schau Dir das mal an falls Du es noch nicht kennst, läuft spät auf einem der ÖR-Kanäle!

    OK, wie eingangs geschrieben, spontan und unsortiert……

    Lieben Gruß

    Carlo

  2. Liebe Ellen,
    deine Worte machen mich betroffen und traurig oder wenn ich mich besser interpretieren könnte sogar wütend, genau gesagt alles zusammen Gefühlschaos.
    Ich bin nur froh darüber, dass ich nicht allein bin denn zurzeit denke ich, alles was ich tue ist verkehrt und ständig renne ich mit dem Kopf gegen die Wand. Wenn mich einer ruft bin ich da, obwohl es mir auch nicht gut geht u. immer u. immer wieder gehe ich an die Grenzen und was bleibt auf der Strecke, Ich. Ellen du weißt nicht wie gut ich, das alles verstehe ich sitze hier lese deinen Beitrag und heule, so werden auch meine Zeilen ankommen. Ich bin ausgebrannt und keiner ist da, der das versteht, mit den Gedanken bin ich schon wieder bei einem Beistand, ich frag mich oft wer ist für mich da? Der Mensch der gut tun würde, der ist NEIN ich kann nicht weiter…

    • Hallo Moni,

      letztes Jahr hatte ich einen Punkt erreicht an dem ich dachte/fühlte – jetzt geht gar nichts mehr, trotz aller Analyse und zig Versuchen -ruckblickend betrachtet“- faule Kompromisse zu machen. Bin damals auf ein Kurzvideo von Erich Fromm gestoßen, daß so etwas wie den finalen Schlüssel übergeben hat. Gab und gibt zwar noch Nachwehen, aber das haut nicht mehr um.

      Vielleicht ein interessanter Blickwinkel für Dich?

    • Liebe Moni,
      wenn Du magst, ruf mich an, ich schicke Dir gerne meine Festnetznr, wenn Du mir via Handy ganz kurz Bescheid gibst.
      Lass‘ uns reden…wenn Du willst und fühl Dich umarmt
      Ellen

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