Jenseits der Lüge…

…oder die Aufgabe „real-politischer“ Aktivitäten.

Um es klar zu sagen:
Ich gebe auf! Nein, nicht mein „allgemeines Engagement“, nicht die Hilfestellung für Betroffene und auch nicht die (fragwürdige?) politische Teilhabe in Form von Demo-Teilnahme, Petitionen, Veröffentlichung von politischen Schweinereien ect pp.
Da bleibt Alles wie gehabt.
Eine direkte „Bürgerbeteiligung“ auf kommunalpolitischer Ebene überlasse ich aber künftig anderen…

Schuster, bleib bei Deinem Leisten

Wenn ich mich meiner ganz eigenen Realität stelle, ist es unübersehbar, dass meine „Art“ 😉 – dieser unausrottbare Glaube an das Gute in fast jedem Menschen – nicht kompartibel ist mit dem verlogenen Hurengeschäft Politik.
Ich habe die Schnauze voll von Unehrlichkeit, Unredlichkeit, Doppelzüngigkeit…es reicht, solchen Dingen im Alltagsleben zu begegnen, völlig aus, ich kann und will mir das auf einer weiteren Ebene nicht zusätzlich noch antun.
Ich bin überzeugt davon, dass eine andere („bessere“) Welt möglich ist, es liegt aus meiner Sicht an jedem von uns, hierzu beizutragen.

Ergänzung

 
Natürlich trägt auch das „politische Einmischen“ dazu bei, für eine gerechtere Welt sorgen zu wollen aber ich gebe es offen zu:
Sachvorträge, Arbeitkreise (…sich im Kreis drehen 😉 ) Begegnungen mit Menschen, von denen ich ziemlich genau weiß, dass sie an anderen Menschen eher wenig Interesse haben – es vielmehr um das eigene Vorankommen geht – ich mag das Alles nicht.
Und vor Allem: Es tut mir nicht gut, insbesondere gesundheitlich!
Ich denke, dass es wichtig ist, den eigenen „Standpunkt“ zu kennen, nur so kann es ein Zusammenwirken der verschiedenen Kräfte geben. Mögen diejenigen also politisch mitmischen, die es verkraften, mit Menschen in den Dialog zu treten, deren „Machtposition“ nützlich sein kann, denen „die andere Seite“ (Leistungsbezieher, Prekäre,ff) dem Grunde nach aber am A**** vorbeigeht. Mögen diejenigen versuchen, dort Überzeugungsarbeit zu leisten.
Ich sehe mich andernorts besser untergebracht…in der direkten Arbeit für Betroffene des A-Sozialsystems…

Erkenntnissgewinn

Nun, ich habe versucht, mit der politischen Materie zurecht zu kommen. Versuch macht kluch… 😉 Da ich feststellen durfte, dass Ehrlichkeit (wenn überhaupt) eher „unten“ zu finden ist, mache ich jetzt die Rolle rückwärts.“Meine“ Betroffenen setzen sich zunehmend mit  Hintergründen auseinander, entwickeln kritisches Bewusstsein, beginnen zu hinterfragen.
Und sie engagieren sich selbst für Andere. Somit (denke ich zumindest) trage auch ich meinen Part dazu bei, dass sich die „Zustände“ noch ändern können. Schlicht dadurch, dass ich „infiziere“ 🙂
Der Erkenntnissgewinn ist der, dass meine Persönlichkeit eher dazu geeignet ist, zu helfen und ein wenig „wachzurütteln“.
Das findet dann auf einer eher emotionalen Schiene statt, mit der in der Politik generell und auch bei sonstigen „Vertretern der anderen Seite“ eher kein Blumentopf zu gewinnen ist.
Und bevor ich an den ganzen Unehrlichkeiten und Lügen verbittere, zum Zyniker werde oder Ähnliches, ziehe ich die Reißleine.

That’s it (Janis Joplin)

 

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6 Kommentare zu “Jenseits der Lüge…

  1. „That’s it (Janis Joplin)“

    da wir grad bei dam’ol‘ fashion sound sind:
    Neil Young – Don’t Let It Bring You Down

    Lyrics:
    Old man lying by the side of the road
    With the lorries rolling by,
    Blue moon sinking from the weight of the load
    And the building scrape the sky,
    Cold wind ripping down the alley at dawn
    And the morning paper flies,
    Dead man lying by the side of the road
    With the daylight in his eyes.

    Don’t let it bring you down
    It’s only castles burning,
    Find someone who’s turning
    And you will come around.

    Blind man running through the light of the night
    With an answer in his hand,
    Come on down to the river of sight
    And you can really understand,
    Red lights flashing through the window in the rain,
    Can you hear the sirens moan?
    White cane lying in a gutter in the lane,
    If you’re walking home alone.

    Don’t let it bring you down
    It’s only castles burning,
    Just find someone who’s turning
    And you will come around.

    Don’t let it bring you down
    It’s only castles burning,
    Just find someone who’s turning
    And you will come around.

    Don’t let it bring you down !!!
    Ronald

  2. Zitat Ellen: „Und bevor ich … zum Zyniker werde oder Ähnliches …“

    Das finde ich jetzt gar nicht nett … ich fühle mich herabgewürdigt. 😉

    Ernst beiseite: Für´s politische Geschäft muss man gemacht sein. Es ist halt ein Geschäft. Um auch nur irgend etwas zu erreichen, muss man nicht nur zahllose Kompromisse machen, sondern auch unselige Koalitionen eingehen. Wenn Du das eine Zeit lang getan hast, hast Du vermutlich Stück für Stück 80 bis 90% Deiner Ziele verraten. Macht aber nix, das merkst Du dann nicht mehr. Korrumpierbarkeit führt gnädigerweise in die politische Demenz. 😉

  3. Hallo Ellen,

    bin heute „in between“, deshalb leider nur kurz 😉

    Kann Deine Gedanken und Gefühle in diesem Punkt verstehen, ging mir bis vor wenigen Monaten ebenso. Wie Du zutreffend anmerkst, Politik ist ein Hurengeschäft!

    Da wir aber alle, tagtäglich und weltweit, von den Folgen der Politik betroffen sind, ist zumindest wichtig Durchblicker zu sein/bleiben. Ansonsten ist man fix Opfer dessen, was Politik gegenwärtig wieder verstärkt verbreitet um die Massen gefügig zu machen – ANGST!

    Kennst Du Marianne Gronemeyer?

    Falls nicht – sie hat einen interessanten Vortrag gehalten vor der Erich Fromm-Stiftung, Thema „Dem Konsumsmus trotzen“. Interessant wird es u.a., als es um Alternativen geht, hier konkret dem Verhalten eines Deserteurs, sich verweigern und ab Seite 12, wenn es um das Aufhören geht (da stehen sie dann blöd da mit all ihren Raffinessen!).. Man kann das durchaus auch auf Politik beziehen. Mit geht es deutlich besser, seit ich mit einer derartigen Einstellung agiere. Bleibe politisch im Bilde, kommentiere bisweilen bissig, lasse all das aber nicht mehr an mich heran. Muß ja auch nicht sein!

    http://www.marianne-gronemeyer.de/resources/Fromm+Vortrag+2012.pdf

    Lieben Gruß und angenehmen Restsonntag

    Carlo

    • Lieber Carlo,

      irgendwie habe ich es völlig verpeilt, auf Deine Kommentare zu antworten. Bitte sieh’s mir nach, wenn Du kannst.
      Ganz klar, ich bleibe sehr wachsam und versuche auch weiterhin, durchzublicken. Ausblenden ist ebensowenig mein Ding wie Angst.
      Angst lähmt, macht handlungsunfähig oder bringt unangebrachte Reaktionen hervor…die eigentliche „schützende Angst aka Instinkt“ meine ich damit aber nicht.
      Dem Grunde nach: Was habe ich zu verlieren ausser mich selbst? Wovor sollte ich Angst haben? Obschon ich Marianne Gronemeyer bislang nicht gelesen habe, so habe ich dennoch bereits vor geraumer Zeit dem Irrsinns-Konsumismus abgeschworen, ich definiere mich auch schon lange nicht mehr über die Arbeit oder äußerliche Attribute 😉
      Ich bin also von „Denen“ nicht mehr leicht einzufangen…
      Und ganz langsam erkenne ich auch, was mich als Mensch (!) weiterbringt, Politik gehört da nicht dazu.So weit, mit unaufrichtigen Menschen direkt umzugehen, bin ich (noch) nicht.
      Ich nehme es hin, dass Menschen so sind/sein können, pflege aber doch lieber Umgang mit ehrlichen Häuten 🙂 Das bekommt mir einfach besser, erhält meine positive Energie, lässt mich für Andere da sein, ohne mich ausgesaugt zu fühlen. Somit profitiere auch (aber eben nicht nur) ich davon.

      Sei herzlich gegrüßt
      Ellen

      • Hallo Ellen,

        mach Dir keinen Kopf wg. Nachsicht. Es ist wie es ist und OK, denke das trifft unser gegenseitiges Grundverständnis.

        Hab zu dem Artikel übersehen den zweiten Part des Themas mit einzüfügen – das Abseits als wirtlicher Ort.

        Zwar gilt dies auch und gerade dem Konsumismus, aber ich bin mittlerweile überzeugen mit dieser Grundeinstellung auch Entwicklungen wie in der Politik oder H4 begegnen zu können. Bin rückblickend betrachtet jedenfalls nicht undankbar, mit H4 konfrontiert worden zu sein und mich mittlerweile ins „Abseits“ zu stellen und dieses als wirtlicheren Ort erkannt zu haben als das Hamsterrad davor. Das befreit erheblich und beinhaltet viele neue Horizonte.

        OK, freut mich für Dich das Du zu einer Einstellung wie beschrieben gefunden hat. Denke über die „Clowns“ in der Politik vermögen wir beide auch zu lächeln, bei aller Tragik die von dort aus aufgeströmt wird.

        Alles Gute und einen schönen Tag

        Carlo

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