Das andere Ich ergründen

Kraft durch Freude – Präsentiert von Ihrem Jobcenter!

Bisweilen denke ich, der Gipfel der Möglichkeiten argen Schwachsinns sei nun definitiv erreicht, aber es geht scheinbar immer noch ein Stück toller.

In Reutlingen dürfen derzeit 15 „resignierte Langzeitarbeitslose“ unter der fachkundigen Anleitung geschäftstüchtiger Bildungsträger der Kunst frönen und sich als Laienschauspieler vor Publikum zum Affen machen.

Die Teilnehmer lernen „übers Kreativsein in der Gruppe“, ihr Selbst- und Körperbewusstsein, Stimme, Sprachkompetenz und Ausdrucksfähigkeit zu schulen und weiterzuentwickeln. Und dabei entdecken sie vielleicht ganz neue Talente und Fähigkeiten an sich.

Man lernt beim Theaterspielen alles, was man auch im richtigen (Arbeits-)Leben braucht. Und das bringt Freude und Energie. Meinen jedenfalls die beiden involvierten Schauspiel-Pädagogen. Nun, das mag auf die beiden ganz besonders zutreffen (da sie ansonsten vermutlich auch arbeitslos wären).

Das Reutlinger Jobcenter findet die Kosten von 65.000 € pro Kurs absolut angemessen, denn aus der vorherigen Theater-Maßnahme haben mindestens die Hälfte der 14 Teilnehmer den Weg in einen versicherungspflichtigen Job als Hausmeister, im Lager oder im Verkauf gefunden, einen Mini-Job oder eine Arbeitsgelegenheit ergattert oder zumindest eine Therapie begonnen.

Ob die Neu-Schauspieler ohne dieses tolle Projekt wohl auch eine Therapie brauchen würden?

Wie dem auch sei, bei der nächsten Maßnahme lernen „resignierte Langzeitarbeitslose“ dann vermutlich ihren Namen zu tanzen. Da werden die vielen schlangestehenden Arbeitgeber aber staunen!

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2 Kommentare zu “Das andere Ich ergründen

  1. Das beweisst einmal mehr das man als Geschäftsführer oder Mitarbeiter eines Jobcenters nicht unbedingt über logisches Denkvermögen oder sonstige Fähig-
    keiten verfügen muss, das angeblich so wenige Geld der Jobcenter -an statt es
    in sinnvolle Massnahmen zu investieren- in Selbstbeweihräucherungsaktionen
    ohne Sinn und Verstand zu „verballern“.
    Denke mal über strafrechtliche Antworten nach -denn die „Vermittlung“ solcherart
    missbrauchter Leistungsempfänger in anschliessende Minijobs, Arbeitsgelegenheiten oder Therapien entspricht eindeutig nicht der Aufgaben-
    stellung der „Behörde“ Jobcenter unter den Vorgaben des SGB-II.

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