ProArbeit Dietzenbach – Eingliederungsvereinbarung für ein Kind !

Ich verspüre grad‘ einen sehr, sehr großen Zorn!
Die Bekannte meines langjährigsten Freundes bat um Rat
. Es ging „eigentlich“ zunächst nur um das leidige Thema KdU.
Im Verlauf des Gespräches kamen wir auf ihre Kinder zu sprechen und da dachte ich zunächst, ich habe mich verhört:

Eingliederungsvereinbarung für einen 14 (!!) jährigen Schüler

So richtig volles Programm, mit Bewerbungsunterlagen, EinVorladungen – sanktionsbewehrt versteht sich – bei Verstoß gegen die Pflichten der EinV wird die 100% Sanktion fällig ect.pp.

( EGV wird nochmals eingeschwärzt und erneut eingefügt)
Nun sagt der Gesetzgeber ausnahmsweise einmal glasklar, wer ein erwerbsfähiger Hilfebedürftiger denn überhaupt ist:

§ 7 Abs. I Satz 1 SGB II definiert den Begriff des „erwerbsfähigen Hilfebedürftigen“ und nennt dazu vier Kriterien. Eines davon (Nr. 1) ist das Alter (von 15 bis 65).

Hallo, Frau V. vom Team U25 …

…leiden Sie an Dyskalkulie und können 14 nicht von 15 unterscheiden, sind Sie schlicht kackdreist, resultiert ihr Vorgehen vielleicht aus einer Mischung von Menschenverachtung und schierer Bosheit oder sind Sie einfach nur so doof wie ein Meter Feldweg??
Die Wahrheit dürfte wie immer irgendwo in der Mitte angesiedelt sein, zusätzlich mit leichtem Überhang von Allmachtsphantasien.

Rechtsbruch und Druck, Druck, Druck

Ich war natürlich ziemlich geschockt, denn die EGV trug die Unterschriften von Mutter und Sohn . Auf Nachfrage, warum so ein Dreckswisch überhaupt unterschrieben wurde, erzählte die Betroffene von dem hohen Druck, welchen diese „Fachkraft“ aufgebaut hatte, von „müssen“ sei die Rede gewesen, von Sanktionen, wenn er sich weigere, der Junge sei wegen seines Zeugnisses beschimpft worden ect. ect. ect.
Ich maße mir nicht an, die Mutter zu kritisieren, sie hat nach der Trennung von ihrem Mann mit den Kindern und dem ihr unvertrauten Stress mit dieser Pseudo-Behörde genug zu kämpfen.Dennoch gestattete ich mir  Nachhaken, fragte,ob sie denn immer sofort ohne Nachdenkfrist ihre Unterschrift leisten würde, wenn man ihr es sage. Die Antwort war ein Nein, dem Grunde nach sei sie sogar sehr vorsichtig…aber dieser enorme Druck….

Schlechte Presse…

hatte die ProArbeit Dietzenbach seit der „Gnadenlos Gerechten Helena Fürst“als TV-Sozialschnüfflerin meines Wissens nach nicht mehr wirklich zu vermelden. Das kann sich sehr rasch ändern, und wenn die Mutter ihr OK gibt, wird es das auch!
Dass die Jobcenter junge Menschen gerne massiv unter Druck setzen, siehe Schüler unter Druck/Spiegel oder Jobcenter droht Schülern mit Sanktionen/Stern
ist ein mieser, alter Hut. Eines unterscheidet die Schüler in den Artikeln (und die einschlägigen Foren sind ebenfalls voll von dieser Problematik) aber gravierend von dem Jungen aus Dietzenbach:

Die drangsalierten, jungen Menschen waren wenigstens „de jure“ erwerbsfähig, sie waren/sind allesamt 15 Jahre oder älter.

Das muss öffentlich skandalisiert werden!

Zu diesem unsäglichen Vorgehen addiert sich, dass vom 11 (!!) jährigen Geschwisterkind Zeugnisse der Grundschule (!) eingefordert wurden, ganz „fürsorglich“ möchte man prüfen, ob hier vielleicht Leistungen nach dem Bildung und Teilhabe Paket in Form von Nachhilfe erforderlich sei!

Liebe Leser, macht Euch den Spaß und klickt mal auf den link zu Bildung und Teilhabe 😉 Ihr werdet feststellen, dass ein kleiner Teil dieser Mittel zunächst besser beim Verfasser dieser kommunalen Homepage des Kreises Offenbach aufgewandt werden müsste, siehe:

Bildung und Teilhabe
„Mit dabei sein!“ sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft. Daher werden Ihnen neben dem moonatlichen Regebedarf auch sogenannte Leistungen für Bildung und Teilhabe gewährt. Informieren Sie sich!

Was folgt, nach dem ich fertig damit bin, mal wieder im Kreis zu kotzen?

Sobald ich diese EinV in Kopie habe, werde ich durchstarten. Leistungsbescheide voller Fehler, viel zu kurze Frist zur KdU-Kostensenkung,dazu dieses grob rechtswidrige Vorgehen gegen Kinder…das gibt nicht nur Kündigung der EinV, Dienst-und Fachaufsichtsbeschwerde, Widerspruch und Überprüfungsanträge, da werde ich härtere Geschütze auffahren (müssen)

Ich entschuldige mich für die harte Wortwahl. Auch Menschen mit Rechenschwäche mögen sich bitte nicht angegangen fühlen. Aber ein deftiger Wortschwall ist für mich ein wichtiges Ventil 😉
Danke für Euer Verständnis.

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12 Kommentare zu “ProArbeit Dietzenbach – Eingliederungsvereinbarung für ein Kind !

  1. Pingback: Anonymous

    • Hallo Piedro,
      ja, widerlich ist ein sehr passendes Wort. Ich bin dazu noch deutlich verärgert, wie man seitens der Medien damit (nicht) umgeht:
      Zitate:
      Es ist „nur“ ein Hauptschüler, das Jobcenter meint es nur gut, vielleicht wollen die ja helfen ect ect. Angefragt hatte ich bei Frontal21, Stern, Spiegel und unserem örtlichen Blättchen. Letzteres hat unter Umständen noch Interesse, bleibt abzuwarten.
      Die „Großen“ kann man getrost in die Tonne hauen…
      Ich sitze jetzt grad an einem geharnischten Schreiben, der „Kündigung“ dieser EinV sozusagen.
      Danke für Dein Hilfsangebot, wenn Du evtl.noch über vernünftige Pressekontakte verfügen solltest, sehr gerne.
      Vor Ort werde ich das Ding höchstpersönlich einstampfen 😉

      Noch ein Wort zur Mutter:
      Wie ich als Gastleser in verschiedenen Foren sah, wird diese arg unter Beschuss genommen, das macht mich traurig.
      Die Foristen/Aktivisten/Berater überschätzen meiner Ansicht nach sowohl die I-Net-Aufklärung genau so sehr, wie sie die Unwissenheit (gepaart mit Angst) der Betroffenen unterschätzen. Da sind auch Mütter keine Ausnahme, leider.
      Es hilft wirklich nur geduldige Aufklärung und immer, immer, immer wieder die Übermittlung des kleinen 1×1 für eLB’s.
      Klar ist das manchmal nervig, aber da muss Berater eben durch 😉

      lG
      Ellen

  2. Nach der ersten oberflächlichen Einschätzung auf Grund der geschildeten Sach-
    und Rechtslage ein klar rechtswidriges Vorgehen. Sollte sich die Angaben zum
    „aufgebauten Druck“ seitens der Sachbearbeiterin nachweisen lassen, unbedingt
    DAB und Strafantrag wg.d.V.d. Nötigung (§ 240 StGB) als Amtsdelikt stellen.

    Grundsätzlich kann ich mich immer nur wiederholen: gegen die missbräuchlichen
    Massnahmen der Sachbearbeiter kann man sich längerfristig nur dann mit Aussicht
    auf Erfolg zur Wehr setzen, wenn man jede notwendig werdende Strafanzeige auch
    schreibt. Die geht an das Rechtsamt der Stadt, an den aufsichtsführenden RP, die
    Kontrollabteilung im Wiesbadener Ministerium….und schlussendlich in die Personal-
    akte des Mitarbeiters. Der -wenn er dann fleissig DAB´s und Anzeigen darin ge-
    sammelt hat- ganz bestimmt keine Aussicht auf unbefristete Übernahmen oder
    spätere Pensionen hat!

    Das man mit dieser Konsequenz u.U. auch Erfolg haben kann, kann man an der
    aktuellen Entwicklung eines Leistungsbeziehers absehen: nach dem mehrere
    Personen der MainArbeit mit Strafanträgen und Schadenersatzklagen behaftet
    sind, würde die MainArbeit die Zuständigkeit für diesen Kunden gerne auf ein
    anderes Jobcenter abwälzen!

    • Da stimme ich in allen Punkten zu. Da der Geschäftsführer dieser Sozialbehörde selbst Jurist ist, könnte er das auch entsprechend beurteilen.

      Aktuelle Strafanzeige gegen einen SB:

      http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-behoerdenwillkuer-im-jobcenter-cochem–9001599.php

      Zitat:

      Letztlich ist das, was die Sachbearbeiterin hier als eine Entscheidung bei der sie von ihrem Ermessen Gebrauch macht wertet, nichts anderes als eine strafbare Nötigung. Da es sich bei der Leistung um das Existenzminimum handelt, stehen die Betroffenen mittellos da, woraus sich der Vorwurf einer Körperverletzung ableiten lässt.

      In diesem Fall wurde der (vermutlich) rechtswidrigen Forderung des JC per Widerspruch begegnet und ein vorläufigen Bescheid erlassen, den der SB ignorierte und eine Leistungseinstellung veranlaßte. Am nächsten Tag lag die Anzeige vor: Nötigung im Amt und eben Körperverletzung.

      Eine weitere Möglichkeit ist es auch, den Geschäftsführer anzuschreiben und der eigenen Empörung Ausdruck zu geben. Sollen sie merken, daß solche Machenschaften heutzutage nicht unbemerkt bleiben und nicht nur die Betroffenen bewegt.

      Die Mailadresse wird auf der Seite der Sozialbehörde zwar nicht genannt, aber sie läßt sich finden. 😉

  3. Aber, aber, liebe Ellen, wer wird sich denn so echauffieren … Das ist ganz schlecht für´s Karma. Denk an die böse Schere im Kopf. 😉

    Um mal kurz Deine Bildungslücke zu schließen, den „moon-atlichen Regebedarf“ gibt es für bei Mondenschein rege Erwerbslose.

    Love and peace! 🙂

    • 🙂 Ich bin doch viel zu müde, um jetzt noch einen buddhistisch-liebevoll angehauchten Crash-Kurs in Sachen „Mensch und Handlung“ zu verfassen, lieber Frank.
      Du weißt eh genau, wie ich was so meine 😉
      Aber weil Du grad mal wieder den Spöttischen raushängen lässt, gaaanz kurz nur:
      Zorn (und ich bin noch immer zornig) kann und sollte als Antriebsrad genutzt werden, um Heilsames in Schwung zu bringen.Wenn ich es hinbekommen sollte, dass die ProArbeit und insbesondere diese Verblendete so richtig „Stress“ bekommen, liegt bzw. offeriere ich damit zeitgleich den Weg, es künftig besser zu machen.
      Lernen, Kausalität begreifen usw.
      Letztlich ist die böse Schimpfe 😉 eine Riesenchance…SB und co. können sie wahrnehmen, oder auch nicht.
      Ich prangere nicht an, um i-wen in den Dreck zu ziehen („Rache“ oder ähnliches Gedöns), vielmehr in der (jaaaa,ja naiven 😉 ) Hoffnung, dass bei vielen Menschen doch noch ein „Schalter“ umgeht, wenn sie heftigst konfrontiert werden.
      Und wenn das nicht funzt, dann klappt es evtl., weil „man“ sich nicht nochmal öffentlicher Schelte ausgesetzt sehen will…
      glG
      Ellen

      • Alles klar! 🙂

        Dann drück ich die Daumen, dass Dir die Betroffenen ein hinreichend robustes Mandat erteilen, damit Du der armen verirrten argen Seele buddhistisch-liebevoll den Hintern versohlen und sie so auf die Pfade der Tugend zurückführen kannst.

        Zitat Ellen: „…das gibt nicht nur Kündigung der EinV, Dienst-und Fachaufsichtsbeschwerde, Widerspruch und Überprüfungsanträge, …“

        Ich gehe davon aus, dass Du die Formulierung „Kündigung der EinV“ nur der besseren Verständlichkeit halber gewählt hast. Da eine Kündigung mangels passender Rechtsgrundlage nicht möglich ist, ist hier ja die „Einwendung der Nichtigkeit“ nach § 58 Abs. 2 Satz 1 und 3 i.V. mit § 40 Abs. 1 SGB X der Rechtsknüppel der Wahl.

  4. Das ist ja der Hammer, so was kann man sich gar nicht vorstellen ich… Mir fehlen die Worte. Diese Dreistigkeit und unverschämt heit. Da hast du mal wieder einen Riesen Felsbrocken an dich gerissen aber so wie ich dich kenne wirst du das auch packen.

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