Die Würde des Menschen…passt nach dem Tod in ein Fäkalienrohr!

Ich kann es mittlerweile nicht mehr zählen, wie oft ich bereits das Liebermann-Zitat strapazierte. Als ich die Hintergründe zu nachstehendem offenen Brief las, drehte sich mir der Magen erneut um und

Ich kann wieder einmal gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!

Ich frage mich, wie weit „Effizienz“ noch ausgelegt werden soll.Einige Ideen drängen sich ja förmlich auf…das fängt bei Soylent Green (is[s]t Menschenfleisch) an und hört bei Lampenschirmen der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts auf…

Dass die Aufregung der Bürger darüber, dass Menschen ihre letzte Ruhe in einem Scheißhaus-Rohr finden sollen, vom Friedhofsbetreiber nicht geteilt wird, ist verständlich, denn, Zitat:

…Die Bedenken der Bürger kann Karl-Heinz Könsgen von der Friedhofsgesellschaft, früher Geschäftsführer einer Kanalbau-Firma, nicht nachvollziehen…

Es ist aus seiner Sicht gewiss  praktisch, ob man nun von besten Geschäftsbeziehungen zu früheren Lieferanten von Rohren ausgeht oder von einem eventuellen Restbestand dieser aus seiner früheren Firma…unter’m Strich wird es immer „effizient“ bleiben.Und ja, natürlich ist dieser Gedanke pure Spekulation von mir.Spekulation, die sich förmlich aufdrängt allerdings…

Bitte unterstützt das Bürgerbegehren , kopiert nachstehenden Text (oder schreibt Eure eigenen Gedanken) und schickt es dem verantwortlichen Bürgermeister, danke!

Weitere Infos:
Kanalrohrbestettung/SWR

Mailadresse für Eure Empörung: http://www.horrweiler.de/kontakt.html

Wichtig: Da der Initiator einen Brief-Flashmob erreichen möchte, sendet Eure Post-Briefe bitte erst am 30.04.2014 ab!

Der offene Brief

OFFENER BRIEF AN BÜRGERMEISTER LINNEMANN

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Linnemann, geehrte Damen und Herren des Gemeinderat von Horrweiler
Ich schreibe hier, als Ventil sozusagen, meine Meinung nieder, wobei das Grundgesetz mein Kompass darstellt.
Mit Entsetzen habe ich über die „Entsorgung“ der Verstorbenen in Ihrer Gemeinde gelesen. Wer oder was gibt Ihnen das Recht, so würdelos mit den Toten umzugehen?
Die Angehörigen zahlen im Voraus für 10 Jahre für Grab und Friedhofspflege.
Herr Bürgermeister, wo fließt dieses Geld hin? Sie brauchen Geld um die Friedhofs halle zu renovieren?

In der Vergangenheit gab es ja schon oft Berichte über „Sozialbestattungen“, preiswert verbrannt in Nachbarländern und versenkt in einer Urne auf der anonymen Wiese. Die gezeigte Effizienzsteigerung läßt eine weitere Gewinnmaximierung vermuten, nicht mehr und nicht weniger.

Eine zynische Gesellschaft hinterlässt eben auch zynische Ergebnisse. Archäologen werden in kommenden Jahrhunderten sicherlich rätseln, wie eine solche Entwicklung zustande kommen konnte. Nun müssen wir noch bedenken, dass die SPD-Wissenschaft, unter Führung des MdB Prof. Lauterbach ja herausgefunden hatte, dass Armut im Land 10 Jahre des einzelnen würdelosen Menschenleben im Durchschnitt kostet.

Hier ergeben sich dann die konsequenten Zusammenhänge, faktisch von der Wiege bis zur Bahre!

Eine Grabstelle kostet laut Bericht rund 1.600€.
2m lang, 65cm breit. Wie viel Kanalrohre passen in solch ein „Grab“, wenn ich sie senkrecht stelle und das Rohr 25cm Durchmesser hat? Nenne das Ergebnis durch die Gesamtkosten der Grabstelle geteilt und berechne mit, dass in jedem Rohr drei Urnen Platz finden.
So, nun habe ich die Textaufgabe zur deutschen Sozialökonomie aufgeschrieben

… Mir wird grad selber schlecht

Ein Sozialbegräbnis geht immer zulasten der Kommune. Ob es nun einen Rabattunterpreis für die Kommune gibt, ist dem Beitrag nicht zu entnehmen aber sicherlich wird der Friedhofsbetreiber seinen guten Schnitt bei derart pietätlosen Auslastung machen …

Bei Bedarf wird der Rasen nur noch mal hochgerollt„

Mal sehen, was denen als Nächstes einfällt. Pietätlos gedacht ist so eine Leiche doch auch ein rohstoffträger und eine eingeäscherte Leiche wäre doch auch gut für den Winterdienst. Sarkasmus ende. Dabei fällt mir gerade der Film soylent Green ein.

Herr Bürgermeister Linnemann bitte gehen Sie sammeln, oder streichen Sie die Halle selbst. Sollte mehr zu renovieren sein, mobilisieren Sie die Einwohner Ihrer Gemeinde, deren Namen Sie in „Horrorweiler“ umbenennen sollten. Ich bin sicher, dass Kirchen – Gemeinde eine Kollekte für die Renovierung starten wird.

Selbstverständlich erwartet Sie so eine Beerdigung nicht und für mich ist Ihr Verhalten in dieser Sache mehr als verabscheuungswürdig.

Ein Bürgerbegehren bezüglich dieser Sache wurde von Ihrem „Rat“ abgelehnt. Haben Sie Angst, dass das Geld (3000 .-€), nicht mehr in Ihre Kasse fließt?

Des Weiteren bin ich sicher, dass Ihnen der Spruch „wer keinen Respekt vor den Toten hat, hat auch keinen von den Lebenden“bekannt ist.

Ich appelliere im Interesse Ihrer eigenen Zukunft, der Ihrer Kinder und der von uns allen, in der Zukunft wieder den richtigen Weg zu beschreiten.

Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass ich dieses Schreiben als offenen Brief im Internet Posten werde.

Mit freundlichen Grüßen

Richard Georg Albrecht Graf von Albrechtshaus

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3 Kommentare zu “Die Würde des Menschen…passt nach dem Tod in ein Fäkalienrohr!

  1. eingehend auf Bestattung der einzelne Mensch für eine „geregelte“ Bestattung sorgen ist völliger Unsinn,in dutzenden,hunderten Jahren wird nur noch das Wildschwein durch „Wasserlassen“ Deinem Grab ein Zeichen geben,no more!
    bye bye
    P.S:Abläufe zeigen die Welt und alles ist in Bewegung…………….

    • Hallo Christof,
      ich gestehe, dass ich Deinen Kommentar nicht wirklich einzuordnen weiß…
      Ist er eine schlichte Feststellung, ist er Kritik an der Kritik?
      Grundsätzlich hast Du vollkommen Recht, es ist das ewige Rad von werden, sein und wieder vergehen, der körperliche Überrest wird Eins mit der Erde und damit letztlich mit Allem…so oder so.
      Diese eher philosophische Betrachtungsweise findet ihren Niederschlag aber eben nicht in „unserer“ traditionellen, würdevollen Bestattung, da diese sich des einzelnen, verstorbenen Menschen annimmt.
      Diese letzte, individualisierte Würde mag aus Sicht mancher Menschen nicht wirklich wichtig sein (ich selbst habe mich auch dagegen entschieden und werde wohl eins mit dem Meer), für die allermeisten Menschen aber ist sie sogar sehr wichtig.
      Und hier nun aus rein finanziellen Erwägungen (!) heraus Arme nach ihrem Tod in einem Fäkalienrohr zu versenken, ist einfach nur menschenverachtend und zynisch .
      Weil eben…mit Fäkalienrohr – aus meiner Sicht völlig zu Recht – assoziiert wird, dass arme Menschen nur einen Scheißdreck wert sind…

      • Hallo Ellen
        es ist wirklich egal was Du oder ich einordnen können oder nicht,der Mensch und alle lebenden Wesen auf Erden sind ein absolutes NICHTS,kaum ein winziges Sandkörnchen im Laufe der Entwicklung der Materie generell im ganzen Weltall!
        Ein Mensch der sein oder anderer auch nur erwähnt ist schon ein absolutes NICHTS!
        Christof Bieker
        P.S:Ellen was glaubt Du wird Deine Person in tausend Jahren sein abgesehen von
        Milliarden Jahren,nur gemessen an der Entstehung der Erde die kaum Sekunden ausmacht was das Weltall ausmacht!

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