Nächste Haltestelle : Endstation

Des Einen Freud‘, des Anderen Leid…

Vermutlich wird es den einen oder anderen treuen Leser geben, den meine Texte (wahlweise) erfreuten, anregten, nachdenklich machten ff.
Andere Leser fanden vielleicht die just benötigten Informationen.
Ganz unnütz war dieser Blog für eine Anzahl Mitmenschen also gewiss nicht.

Natürlich gab es auch Kritiker, das ist auch gut und richtig so. Kritik hält mich immer zum Nachdenken an, lässt mich mein Tun hinterfragen und schützt vor Betriebsblindheit.
Kritik eröffnet mir auch die Chance, „Dinge besser machen“ zu können. Ich habe versucht, diese Chancen zu nutzen…

Mit manchem Artikel habe ich mir zudem gewiss keine Freunde gemacht…das lag dann aber auch nie in meiner Absicht, denn die kritischen Beiträge sollten ja „wachrütteln“ (siehe Begrüßungsseite) und nicht für „likes“ sorgen.

Schaden/Nutzen-Abwägung…

…kann ich nicht. Will ich auch nicht.
Mir genügt der Gedanke – resultierend aus diesbzgl. erfolgter „Kritik“ -,  durch meine Aktivitäten (virtuell und im echten Leben) möglicherweise (!!) Menschen geschadet haben zu können (!!) vollends, um zu sagen:

Feierabend, das war’s

Es ist schon witzig irgendwie. Die (nicht eben wenigen) Angriffe der Menschen, die mich aufgrund meines Engagements für Erwerbslose zum „Feindbild“ erklärten, vermochten nicht, mich langfristig auszubremsen. Auch diverse „Attacken“ aus den eigenen Reihen waren zwar teils sehr unangenehm, dennoch keine wirkliche Bremse.
Kriegsvokabular nutzend wäre „shot by friendly fire“ wohl die noch am besten passende Formulierung, um auszudrücken, was mich letztlich zur Aufgabe brachte…

HerzSchmerz

Den „letzten Gong“ schlug mein Körper, der mich heute Nacht schmerzlich daran erinnerte, dass er nicht mehr der Belastbarste ist.
Diejenigen unter meinen Lesern, welche mich persönlich kennen, wissen, dass meine Pumpe mir seit geraumer Zeit Schwierigkeiten macht.
Die Alten prägten den Spruch von „sich etwas zu Herzen nehmen“ ( und viele weitere rund um die Verletzlichkeit dieses Organs)
Es steckt viel Wahrheit in diesen Küchenkalendersprüchen, wie ich erkennen durfte.

Zu Herzen nehmen

Ja, die Gedanken, Menschen durch mein Tun – welches niemals jemandem schaden sollte – geschädigt zu haben, der Anlass gewesen zu sein, dass ihnen Ungemach widerfuhr/widerfährt, sind mir im doppelten Wortsinn an’s Herz gegangen.
Heute Nacht schlußendlich deutlich fühlbar.
Das Geringste, was ich nunmehr tun kann, um zumindest künftig niemandem unwissentlich (!!) zu schaden, ist, meine Tätigkeit zu beenden. Dazu gehört auch (!!) das Beenden meiner Bloggerzeit….Worte ohne Aktion sind nun mal nicht meins.
Und meine Pumpe wird es mir hoffentlich danken…

 

Vieles bleibt ungesagt…

…und manches wäre besser vielleicht un“gesagt“ geblieben.
si tacuisses philosophus mansisses und so...


Nur zu gerne würde ich noch über den ein oder anderen Menschen schreiben, die zu dieser meiner „Entscheidungsfindung“ ebenfalls viel beigetragen haben.
Ich tu es nicht. Es wäre irgendwie „anrüchig“ aus meiner Sicht.
Nur soviel: Offene Worte, Ehrlichkeit UND klare Ansagen, auch oder insbesondere bzgl. der eigenen (gesellschaftspolitischen) Überzeugung sind aus meiner Sicht immer der bessere Weg , sie lassen weniger Raum für Verletzungen.
Ich denke, dass ich selbst mich genau darum redlich und nicht ganz ohne Erfolg bemüht habe…
Ansonsten halte ich es mit Lao Tse:

So sind die guten Menschen die Lehrer der Nichtguten, und die nichtguten Menschen sind der Stoff für die Guten. Wer seine Lehrer nicht werthielte und seinen Stoff nicht liebte, der wäre bei allem Wissen in schwerem Irrtum. Das ist das große Geheimnis.“ – Kapitel 27, Übersetzung Richard Wilhelm, 1911 (Wiki)

Und doch bin ich unendlich traurig…

Danke

Mein Dank geht daher an all meine „Lehrer“, an die diversen Sorten „Stoff“ und nicht zuletzt natürlich an all die anderen Leser, die mir die Treue hielten.
Es hat überwiegend Spaß gemacht mit Euch.
Man liest sich (vielleicht) irgendwo in den Weiten des www

Habe fertig.

 

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14 Kommentare zu “Nächste Haltestelle : Endstation

  1. Hallo liebe Ellen! Du hast den Artikel im Mai geschrieben. Es geht Dir vermutlich wieder besser und das ist sicher für viele erfreulich -auch für mich- und ich wage es, weiter meine kritischen Gedanken, bezogen auf Lao Tses Weisheit über die Lehrer ect., hier einzubringen.

    Was ist ein Geheimnis? Ein Geheimnis ist eine Sache oder ein Geschehen, ein Vorgang oder eine Möglichkeit und auch Unmöglichkeit, oder einfach nur eine Meinung, vielleicht aber auch eine universelle Gesetzmäßigkeit, der, die, das geheim ist. Bis Er, Sie ,Es entdeckt wird. Dabei kann es sich bei dem nun nicht mehr Geheimen, wenn auch für viele noch Verborgenen, um etwas für alle Zeiten unumstößliches handeln, aber auch um eine Entdeckung, deren Richtigkeit Zeitgebunden ist, bzw. der Subjektivität , insbesondere dem geistigen Vermögen des Entdeckers unterworfen ist.
    Und das, was Lao Tse das große Geheimnis nennt, ist das Ergebnis seines Dafürhaltens aus seiner Erfahrung. Ebenso könnte ich jetzt den Unerfahrenen in Sache Philosophie, Psychologie und Lebenskunde das „Geheimnis“ offenbaren, dass solche Weisheiten, wenn sie denn von so einem Berühmten Lehrer wie Lao Tse als Geheimnis verbucht, vom Leser registriert bzw. aufgenommen werden, leicht einer Unumstößlichkeit und mangelnden Reflexion hingegeben sind. Und dem können tragische Folgen folgen. Hier festigt Lao Tse, im Tenor mit der Jahrhundert alten religiösen und kulturellen Tradition, die unheilvolle Unterteilung der Menschen in die Guten und Nichtguten. Schlimmer noch! Er Teilt dem Lehrer Gut zu und dem Schüler nichtgut. Wohl dem, der bereit ist Fehler zu machen und daraus zu lernen, denn, so ist er ein guter Mensch und guter Schüler und nicht automatisch ein Nichtguter. Das große „Geheimnis“ ist also eher, dass der Mensch, insbesondere das Kind, der Schüler, der noch wenig bewusste, der Getäuschte, der „Verirrte“, der Wütende, eines jeden Menschen Meister bzw. Lehrer ist. Denn, sie beherrschen die Welt, wenn wir an ihnen (dem Stoff) nichts lernen. Und es reicht, wenn ich den Stoff zähneknirschend oder mit Widerwillen oder verärgert etc. begegne, wenn ich denn ihm nicht die Schuld dafür zuweise und bereit bin, die eigentliche Ursache meiner Befindlichkeit in mir zu finden. Ich muss den Stoff also nicht a priori lieben. So gesehen, ist Herr Lao Tse im schweren Irrtum.
    Nachwort: Freilich bin auch ich in einem großen Irrtum, wenn ich die Grenzen meines Dafürhaltens nicht erkenne. Denn der „Stoff“ braucht zu meinem Schutze oftmals eine Antwort, bevor ich „weise“ reagieren kann.

  2. Wer weiß es schon! Vielleicht geht es weiter, wenn Ellen wieder gesund ist und es genug Leute gibt, die ihr das Kreuz gegen nicht gefertigte Kritik stärken. Sie stark
    machen gegen Angriffe!!!!! Alles Liebe u. Gute und neuen Mut!

  3. Ich bin es noch einmal, liebe liebe Ellen –

    hier kommt etwas, was Dir und Deinen Lesern gefallen wird und Dich aufbauen könnte – ein Videoclip auf YouTube, das ich großartig finde und was D.i.c.h zeigen könnte (mit Sicherheit – meine Liebste und ich sehen uns ähnlich gestrickt, wir sind eben „so“):

    Sei pixelgeherzt (!), Du hast über all die Zeit soo viel Herz, Engagement und Kraft gezeigt in Deinem Blog – verwende es jetzt erst einmal für Dich ! – und komme bitte wieder ins www, wenn es Dir besser geht – bitte bitte bitte !

    Olaf und Anja aus Hamburg wollen das.
    Und mit Sicherheit soo soo viele andere auch – glaube mir bitte.

    🙂 😉

    Bitte schreibe hier wieder, wenn es für Dich geht. Wann immer es sein sollte und wird. Ich/ wir werden bis dahin hier immer wieder vorbeischauen.

  4. Ellen, liebe ellen,

    hoffentlich funktioniert die Kommentarfunktion noch un d Du kannst das hier lesen…
    Längere Zeit habe ich – ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen – bei Dir nicht vorbeigeschaut. Vielleicht erinnerst Du Dich: Ich war ebenfalls Trucker in den 80er Jahren (Hallo Truckine 😉 ) und war von Deiner Erfindung des „Ungerechtigkeitsdetektors“ begeistert.
    Angesichts Deiner Worte in diesem Post bin ich etwas erschrocken und mache mir Sorgen um Dich. Bitte achte auf Dich und Deine Gesundheit, so gut es geht.
    Bin im Herzen bei Dir.

    Alles Gute für Dich, Du großartige Frau !

    Liebe herzliche Grüße aus Hamburg
    von
    Olaf

  5. Liebe Ellen,

    vor allem anderen wünsche ich Dir von Herzen gute Genesung, ein entspanntes Umfeld frei von belastenden Gedanken!

    Als ich Deine message von einer Woche las, ging es fix in den Kommentarbereich um dort dann festzustellen, ad hoc gar nbicht antworten zu können. Verfolge Deinen blog erst seit Anfang des Jahres, hab hier und da kommentiert, nach üblichen Kriterien eher nicht ausreichend für eine umfassende Einschätzung, aber da war/ist von Beginn an ein intuitiv positives Licht über allem gewesen. Stets begleitete mich das sichere Gefühl es hier mit einem sehr offenen, authentischen Menschen zu tun zu haben, der u.a. nicht im Sinn hat, „anderen Schaden zuzufügen“. Und genau das reflektierst Du nun für Deinen Rückzug. Bin offen gesagt irritiert.

    Auch im Wochenverlauf fand ich keine Worte und bin schließlich der Frage auf den Grund gegangen – warum?

    Hab´s seit gestern, es ist die von Dir beschriebene „Endstation“, die ich -vermutlich aus anderen Mitiven und Kosequenz/Ausrichtung- ebenfalls empfinde. Ein Punkt, an dem man deutlich spürt das es nicht weitergeht und auch keine Abzweigung erkennbar ist. Und mit Rückzug ist es so eine Sache, einfach abschalten, alles Belastende zur Seite schieben, sich vielleicht von der Spiritualität verführen lassen. Ob das klappt?

    Da sind die Momente in denen man jemanden mit mehr Erfahrungshorizont bräuchte, jemand der es ehrlich meint. Fühlt sich nicht gut an und ich denke Du weißt/spürst wovon ich da gerade schreibe. Und das sich das vor allem auf das Herz niederschlägt, ist so, leider oder vielleicht auch gut so, soweit man auf diese Stimme zu hören und sie zu beachten vermag.

    Hoffe, Du bewertest die Ursache dieser „Endstation“ mit etwas Abstand anders und suchst nicht so sehr bei Dir selbst!

    Liebe Ellen, nochmals gute Besserung und auch sonst alle Gute für Dich!

    Lieben Gruß

    Carlo

  6. Ellen es stimmt mich traurig das du aufhören willst. Ich habe deinen Blog über lange Zeit verfolgt und fand Ihn sehr gut.

    Das du wegen „friendly fire“ aufgibst stimmt mich noch trauriger. Ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung wie sehr man unter Druck gerät wenn man sich öffentlich wehrt. Bis zur Bedrohung der Existenz in meinem Fall.

    Gerade deswegen respektiere ich deinen Entschluß und kann Ihn nachvollziehen. Trotzdem werde ich deinen Blog sehr vermissen.

    Ich wünsche dir alles Gute 🙂

  7. Liebe Ellen,

    das ist natürlich eine ganz traurige Nachricht für mich. Und ich bin sicher: für viele andere auch.

    Eine wichtige menschliche Stimme weniger in den Weiten – und oft auch Engen! – des Internets!

    Ich hoffe, wir bleiben in Verbindung miteinander.

    Jetzt aber erstmal ganz rasche Gesundung!!!

    Liebe Grüße
    Holdger

  8. ….der Mensch allgemein denk viel zu wenig an den Tod auch seinen eigenen!
    Wir sind auch nur Tiere als „Leihgabe“ auf der Erde!

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