Über die (Un)Wichtigkeit des Redens

Nur reden will ich Dolche, keine brauchen. William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler

Rede, haben sie gesagt.
Such‘ das Gespräch, haben sie gesagt.
Sprich über das, was Dich belastet, haben sie gesagt.
Reden kann Mißverständnisse aufklären, haben sie gesagt.
Im Gespräch lassen sich Irrtümer aus dem Weg schaffen, haben sie gesagt.

Dass dies nicht jeder so sieht, haben sie leider nicht gesagt.

„Ignorieren ist noch keine Toleranz.Theodor Fontane

Ist schweigen wirklich Gold? Oftmals ja. Doch hat mensch sich für das Silber (reden) einmal entschieden, kam dabei gar unedles Metall aus seinem Mund, was liegt dann näher, als zu versuchen, diesen MetallVerbalschrott in die Tonne zu treten und den Versuch zu wagen, erneut nach Silber zu suchen?

Das Schlimmste ist nicht: Fehler haben, nicht einmal, sie nicht bekämpfen, ist schlimm. Schlimm ist, sie zu verstecken.Bertolt Brecht

Verstecken ist spaßig…solange mensch Kind ist und dies spielerisch tut. Doch wie kann mensch lernen, seine „Fehler“ – vielmehr: Schwächen – zu sehen, wenn sie ihm nicht in aller Ehrlichkeit aufgezeigt werden (dürfen)? Selbstreflexion wäre ein Weg. Doch nur und ausschließlich auf das Selbst zurückgeworfen, kann auch dieser Weg schnell zum Irrweg werden.
Ein wunderbares Zitat, wie ich finde, und nur eines von Vielen, die sich mit diesem Thema beschäftigen (Lao Tse und Lessing wären noch hervorzuheben.
Mir erscheinen diese Worte als völlig schlüssig und klar, und es wäre hilfreich (gewiss nicht nur für mich) , könnte jeder sie verinnerlichen und danach handeln.
Nun, ich bin Lichtjahre von Weisheit entfernt. Und doch schäme ich mich meiner Fehler, meiner Schwächen, wenn diese dazu beitrugen, andere fühlende Wesen zu verletzen. Und nur zu gerne bin ich bereit, sie zu korrigieren, Dinge in Zukunft anders zu handhaben, wenn denn das „Anders“ nützlich(er) ist.
Aber:
So wenig wie die Welt ausschließlich aus schwarz und weiß besteht, so wenig ist auch die menschliche Interaktion einseitig mit Fehlern behaftet.
Aktion-Reaktion…wertfrei, ohne Schuldzuweisung, einfach Fakt.

Warum ich das Alles schreibe?
Weil ich genau die Menschen, welche (aus völlig unterschiedlichen und mir zudem [teils] unbekannten Gründen heraus) ein Gesprächsangebot ausschlugen und/oder zwar mitverfolgen, was ich online so veranstalte (und auf FB gar kommentierten 😉 ) leider nur auf diesem Weg fragen kann, was aus Eurer Sicht sogar die kleinsten Respektbezeugungen – einen Gruß, ein Hallo oder ein klärendes Gespräch –  überflüssig machen ?
Mit einer Antwort rechne ich freilich nicht…

Sollte aber nicht jeder Mensch die Chance erhalten, zu erfahren, was dem Anderen an ihm so sehr mißfällt, dass selbst die „guten Seiten“ diese Schwächen nicht wenigstens relativieren, abschwächen, tolerabel machen? Und – jetzt mal völlig egozentriert – bin ich in Euren Augen wirklich ein solch großes asshole, dem nichts Anderes gebührt als völlige Ignoranz?
Seid Ihr (kleiner, dennoch Plural!!) , die Ihr es für richtig befindet, mir eine solche „Behandlung“ angedeihen zu lassen, denn selbst ohne Fehl und Tadel? Dann, aber nur dann, wäre eine derart ignorante Überheblichkeit vielleicht (!) angebracht.

Herzliche Grüße aus dem Haus der offenen Türen…

PS für promovierte Mitlesende: Dieses EINE Mal habe ich tatsächlich eine Zitatensammlung bemüht… 😉
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2 Kommentare zu “Über die (Un)Wichtigkeit des Redens

  1. Dhammapata

    Herr Dhammapata geht offensichtlich davon aus, daß das Enthüllen meiner Fehler bei mir auf Widerstand stößt. Das kann passieren. Und das umso mehr, als ich immer noch meiner Angst vor Verurteilung oder Ablehnung oder Strafe gar, verhaftet bin, respektive wenn mich mein Verlangen richtig zu sein beherrscht. Ich bezweifle, dass sich meine Abwehr gegen eine Enthüllung auflöst, wenn ich die infrage kommenden Enthüller a priori als gute Boten begreifen will. Zumal nicht mal so Glasklar ist, was ein Fehler ist. Wenn ich denn aber erkenne, dass ich ein Fehler gemacht habe, wird sich der Schatz nicht durch derartige Betrachtung des Enthüllers offenbaren. Der Schatz enthüllt sich erst mit Auflösung meiner Ängste, Und das wiederum braucht neue Erfahrungen. Und die geschehen oder geschehen nicht, unabhängig davon, wie ich den Enthüller betrachte. Meine Betrachtung ist davon abhängig, welche Erfahrung ich mit dem Enthüller mache bzw. in welcher weise ich mit meinen Fehler und mit mir als Handelnden umzugehen gelernt habe.

    Des Weiteren geht Herr Dhammapata davon aus, dass die Betrachtung des Enthüllers auf Stolz beruht. Es gibt viele andere Gründe für die Abwehr der Enthüllung oder gegen den Enthüller. Und es gibt viele Gründe, sich nicht in den tiefen Tälern der Demut zu tummeln. Zum Beispiel in den unerschöpflichen Seen der Liebe zu ertrinken oder aus ihnen – den Unerschöpflichen- nichts schöpfen zu können. Die Gedemütigte findet ihr Heil dann doch eher in andere Potenzen als in Demut. Unerschöpflich erschöpflich ergießen sich solche unweisen Weisheitssprüche über die Gemüter.

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