MainArbeit/bundesweit – Angst essen Seele auf

Der ein oder andere Leser erinnert sich gewiss noch an Fassbinders filmisches Meisterwerk mit dem von mir hier übernommenen Titel. Eine Filmkritik dazu lautete:

…Ein Melodram, das mit kühler Brillanz die Mißachtung von Minderheiten und die Mechanismen sozialer Unterdrückung analysiert…

http://www.dieterwunderlich.de/Fassbinder_angst.htm

(Zu) weit hergeholt?

Die Erfahrungen der letzten Zeit zeigten mir einmal mehr, dass die einprägsamen Worte des Filmtitels an Aktualität nichts eingebüßt haben.
Fassbinder möge mir verzeihen 😉 , ich übertrage mit diesem Artikel meine hochgekochten Emotionen angesichts der mir berichteten, erneuten Mißachtung jedweden Respektes gegenüber Menschen, die (auch) nicht-deutscher Herkunft sind.
Doch trotz  Zorn und Empörung, trotz der „Einsicht in die Notwendigkeit des Wehrens“, sind weitergehende „Schritte“ seitens der Betroffenen nicht gewünscht.

Die Betroffenen haben Angst vor weiteren Schikanen, vor weiterer Übergriffigkeit. Stillschweigendes Ertragen, in der Hoffnung, bald der Knute des Jobcenters entfliehen zu können, eine ordentlich bezahlte Arbeit zu erlangen…Angst essen Seele auf…und bindet mir die Hände

Fragen über Fragen

Ist es eigentlich statthaft, Leistungsberechtigten zu untersagen, das Büro verlassen zu dürfen?
Ist es in Ordnung, mit den Worten „Keiner verlässt den Raum“ demonstrativ aufzustehen und die Tür zu schließen?
Ist es vielleicht schon als rassistisch anzusehen, wenn ein anwesender Dolmetscher der Mitarbeiterin erklärt, dass ihr massives, lautstarkes Auftreten vor allem den mitanwesenden Kindern Angst bereitet, da weder diese noch die Eltern gut genug deutsch sprechen, und diese darauf erwidert:

„Warum gehen die dann nicht zurück in ihre Heimat“
(Der Vater war in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt)

Ist es noch human, lautstark Schuldzuweisungen zu äußern, obwohl der Fehler eindeutig auf Seite der MainArbeit zu suchen ist (Doppelterminierung zur identischen Uhrzeit in zwei verschiedenen Büros) ?
Ist es ermessensfehlerfrei, wenn der Hinweis auf einen hier sinnvollen Deutschkurs abgebügelt wird mit den Worten: „Hier entscheide ich und es gibt eine Maßnahme, keinen Deutschkurs“ ?
Ist es professionell, herum zu brüllen?

Die Antworten mag sich der geneigte Leser selbst geben…

Hätte, wäre, wenn…

Ich bin überzeugt davon, dass hier sehr Vieles „schief gelaufen“ ist. Ein solches Verhalten wie das dieser MainArbeiterin ist nicht nur skandalös, menschenverachtend, angstauslösend, respektlos und für die Betroffenen zutiefst demütigend.

Ein solches Verhalten wirft zudem ein schlechtes Licht auf alle Kollegen, die sachlich/freundlich/professionell/rechtskonform versuchen, ihrem Auftrag, Bedürftige zu unterstützen, nachzukommen.

Es verwundert daher nicht, dass sehr viele Betroffene nicht mehr willens und in der Lage sind, zu differenzieren. Bei Menschen, die derartig negative Erfahrungen machen mussten, ist es nachvollziehbar, wenn sie verallgemeinern.

Ein solches Verhalten schadet somit auch den Kollegen!
Mit Verlaub, gehen Euch, die Ihr Euch so verhaltet, auch die eigenen Kollegen am Ar*** vorbei?
Was, wenn auch in Offenbach ein derart Gedemütigter die Selbstbeherrschung verliert?
Was, wenn es zu Gewaltausbrüchen kommt?
Seht Ihr denn niemals in den Spiegel der Vernunft?
Bedenkt Ihr , die Ihr so selbstgerecht handelt, dass sich die Wut auch bei einem Unbeteiligten entladen kann?
Fehlt Euch, die Ihr Euch so benehmt, jedwedes Mitgefühl? Sogar das für die „eigene Seite“?
Den Eindruck kann man durchaus gewinnen…

Sehr gerne hätte ich hier (insbesondere, da aus meiner Sicht – aka meine MEINUNG!-  hier mehrmals auch gegen div. Gesetze verstoßen wurde)  „Ross und Reiter“ benannt.
Ein solches Verhalten ist nicht hinnehmbar, Rechtsmittel stünden zur Verfügung.
Doch leider ist die Sorge vor weiteren Repressionen sowohl seitens der Betroffenen als auch des Dolmetschers (der auch „Kunde“ der MainArbeit ist) zu groß.

Das Ok, anonymisiert zu bloggen, habe ich bekommen…der, nicht nur von mir erwünschte, Klartext muss leider ausbleiben.

Angst essen eben Seele auf…

 

 

 

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5 Kommentare zu “MainArbeit/bundesweit – Angst essen Seele auf

  1. Ganz klare Antwort;: in beiden Fällen NEIN!

    Ein Jobcenter-Mitarbeiter hat keine Kompetenz und rechtliche Handhabe einem
    Leistungsbezieher das Verlassen seines Büros untersagen zu können! Macht er
    es, liefert er ausreichende Handhabe dienstrechtlich gegen ihn vorzugehen. Das
    ist klar missbräuchlich!
    Einen Kunden/Besucher am Verlassen des Zimmers durch missbräuchliche An-
    wendung -einer im übrigen nicht existierenden Schlüsselgewalt- des Türe-ver-
    schliessens hindern zu wollen, macht sich der Mitarbeiter sofort der Freiheits- beraubung und Nötigung -als beliehender Vertreter des Jobcenters- auch in jedem Fall einer strafverschärfenden Amtsstraftat schuldig! Hier ist sofort mit einer vollumfänglichen Strafanzeige, parallel zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde, zu reagieren und der Betreffende ist unverzüglich aus dem Dienstverhältnis zu entlassen!!! Die Anschuldigung wiegt -gegenüber den arbeits- und persönlichkeitsrechtlich zu schützenden Interessen durch den AG- so schwer, dass unter Hintenanstellung der Unschuldsvermutung im weiteren eine sofortige Entfernung allein geboten ist.

    Im übrigen wäre der so in seiner Selbstbestimmung und -verfügung Behinderte ohne Zweifel zum Einsatz (nach Aufforderung zum Rücktritt und Ankündigung der
    Selbsthilfe) einfacher körperlicher Gewalt berechtigt. Bei so etwas soll eine kräftige
    Ohrfeige manchmal hilfreich in der Kommunikationsübermittlung sein!!!

    • Hallo Piedro und Herr Ritter,

      seht es mir bitte nach, dass ich „in einem Aufwasch“ Euer beiden Kommentare beantworte 😉

      Es bleibt mir leider keine Handlungsmöglichkeit.Die Betroffenen müssten da selbst aktiv werden, denn (m)ein Vorgehen aufgrund HörenSagen wäre nicht zielführend. Übergriffig obendrein…
      Piedro,der von Dir erwähnte Testikel-Schutz wäre dann ja nicht notwendig, wenn es zu solch Verhalten nicht käme…ja, ich weiß, hätte hätte Fahrradkette 😉
      Auch die von Ihnen, Herr Ritter, genannten „Mittel zur Kommunikationsübermittlung“ wären obsolet.
      Ich denke, wir sind uns einig, dass körperliche Mittel zur Abwehr institutioneller Gewalt als Einzelform höchst ungeeignet sind.Ausnahmen bestätigen wohl aber auch hier die Regel…

      Und erneut im Konjunktiv: Wäre die Charta der Selbstverständlichkeiten (siehe Aktionen zum 2ten Oktober) wirklich selbstverständlich, müssten wir uns über solche Vorfälle keinen Kopf machen. Es gäbe diese Vorfälle schlicht nicht…

  2. Was nehmen sich manche Sb raus,so was gehört nicht hintern Schreibtisch sondern weckgesperrt am besten in den Keller und nicht vergessen denn Schlüssel weg zu werfen.Mit freundlichen grüßen Nives

  3. es ist die Angst weswegen die Menschen sehr viele „Dummheiten“ macht vom stehlen,lügen bis Religionen bei zu treten und dem Tod ansich!

    • Liebe Ellen, da du mir soooo eine schöne Vorgabe gibst, darf ich den Herrn H. mal zitieren: „Es gibt drei Arten von Frauen: Die Schönen, die Intelligenten und die Mehrheit.“ Mit Verlaub, besonders schön kannst du demnach nicht sein. 😉

      „Ist es eigentlich statthaft, Leistungsberechtigten zu untersagen, das Büro verlassen zu dürfen?“

      Räusper. Nö. Das ist ein Straftatbestand, und im Amt ist das nicht spaßig, wenn ein Staatsanwalt sich damit beschäftigen muß.

      „Ist es in Ordnung, mit den Worten “Keiner verlässt den Raum” demonstrativ aufzustehen und die Tür zu schließen?“

      Nö. Aber es ist ratsam die Testikel zu schützen, wenn der Beistand nicht mit Vornamen Ellen heißt.

      „Ist es vielleicht schon als rassistisch anzusehen, wenn ein anwesender Dolmetscher der Mitarbeiterin erklärt, dass ihr massives, lautstarkes Auftreten vor allem den mitanwesenden Kindern Angst bereitet, da weder diese noch die Eltern gut genug deutsch sprechen, und diese darauf erwidert: … “

      Och, nicht nur rassistisch. Dieser Mitarbeit hat sich nachhaltig dafür diskaulifiert, in einer deutschen Behörde auch nur die Pinkelsteine aus dem Urinal zu lutschen.

      Angst essen eben Seele auf…

      Anders ist so ne Seele halt nicht los zu werden.

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