Cari*** OF – Wenn Arroganz mit Feigheit kopuliert


caritas
bedeutet übersetzt: Barmherzigheit.
Barmherzigkeit = ein Herz, welches sich erbarmt, auch Nächsten-Liebe genannt
.

Geht man nun so vor, wie es (leider) en vogue ist, und vermischt deutsche – oder wie hier möglich, lateinische – Worte mit englisch, können durchaus absurde Wortkreationen entstehen.
Ich warte bereits auf den Tag, an welchem das vom katholischen Pfarrer gesprochene Wort zum Sonntag zu cari-TV mutiert.
Oder darauf, dass die von katholischen Gemeinden geführten Armenspeisungen in cari-food umgetauft werden.
Cari-Job gibt es bereits…

Vorweg, weil wichtig!

Wenngleich ich dem, was sich aus – irgendwann in grauer Vorzeit löblich angedachten – kirchlichen Hilfeorganisationen entwickelt hat, kritisch bis offen ablehnend gegenüber stehe, so verkenne ich dennoch nicht, dass viele der Mitarbeiter wirklich „Gutes tun“ wollen. Ich unterstelle also niemandem, der dort tätig ist, per se „Negatives“.

Wie passen aber „Barmherzige Arbeit“ und boshafte Feigheit zueinander?

Bis jetzt schrieb ich eher allgemein (kryptisch 😉 ).
Jetzt folgt Klartext.
Im Mai erstattete ich Strafanzeige gegen einen Kommentator meines Blogs. Der Straftatbestand der üblen Nachrede  und der der Beleidigung ist erfüllt, mangels öffentlichem Interesse wurde ich von der Staatsanwaltschaft jedoch auf den Privatklageweg verwiesen.
Der Verfasser der Schmähungen ist entgegen meiner damaligen Vermutung (die ich noch immer zutiefst bedaure!) KEIN Mitarbeiter der MainArbeit.
Es ist ein (führender) Mitarbeiter einer „Untergruppe“ der Caritas.

Nein, ich bin kein Streithansel!

Was ich mit meiner damaligen Strafanzeige bezweckte, war, dass ich den Namen des Täters herausfinden und ihn danach „zur Rede stellen“ wollte.
Ich wollte wissen, was Menschen dazu bringt, in der vermeintlichen Anonymität des Internets beleidigend zu werden. Ohne Kenntniss der Person, ohne Sachkritik, ohne zumindest rudimentäres Wissen um die von ihm zum Anlass genommenen Sachverhalte…wie in meinem Fall.
Ich wollte diesem Menschen in die Augen sehen und ihn fragen:

Warum?

Ein solches Verhalten ist möglicherweise auf der „psychologischen Schiene“ erklärbar. Ich bin aber kein Psychologe und maße mir da nichts an.
Nein, ich wollte den Menschen erleben, sehen, hören…und vielleicht sogar irgendwie zumindest ansatzweise seine Handlung „nachvollziehen können“.
Jenseits meiner Grundhaltung ( die, dass alle „Schlechtigkeiten“ der Menschen auf die drei Geistesgifte – oder zumindest eines davon – Gier, Hass und Verblendung zurück zu führen sind ) wollte ich nicht einfach nur entsprechend Arschloch mitfühlend denken.
Angesichts der Tatsache, dass die Verrohung in Wort und Tat rapide zugenommen hat, dass es bereits Suizide gab aufgrund von verbalen Attacken im I-Net, schien es mir wichtig, mit solchen Menschen das Gespräch zu suchen.

Kontakt aufgenommen und dann?

Tja, es möge mir bitte niemand mehr erzählen, dass „über Dinge reden“ der Königsweg sei!
Ein Königsweg muss nach meiner Auffassung nämlich eines sein: Be-geh-bar!

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich rief diesen Menschen heute an und schlug (sachlich, ruhig, tendenziell nicht mal unfreundlich) ein klärendes Gespräch vor, vielmehr :
Ich wollte es vorschlagen.
Doch dazu kam es nicht .
Herr G. „bot an“, mich zurück zu rufen. Nun, ich denke, dass ich meine Telefonnr nicht ausgerechnet einem Menschen überlasse, der offenbar Probleme mit dem Mindestmaß an Anstand hat (sonst wäre er „anonym“ nicht so krass unterwegs) verstehen auch meine Leser .
Es erfolgte – jedwede Grundform der Höflichkeit ausser Acht lassend – ein rüdes Unterbrechen meines Satzes (in welchem ich ansetzte, ihm vorzuschlagen, nachzuschauen, wann ein persönlicher Gesprächstermin möglich sei) mit den Worten, „dann ginge es eben nicht“ und der Hörer wurde aufgeknalltlegt.

Schlussfolgerung und Konsequenz

Ein solches Verhalten in seiner Gesamtheit ist aus meiner ganz persönlichen Sicht eine Gemengelage aus Arroganz, Uneinsichtigkeit und Feigheit.
Oder um es gewohnt 😉 polemisch zu formulieren:
Kein Arsch inne Büx, aber zuvor anonym den Bunten geben.

Das ist schon ein Stück weit erbärmlich, und wenn auch da das Wort erbarmen drinsteckt, hat das alles mit der postulierten „Barmherzigkeit“ sehr, sehr wenig gemein…
Jetzt könnte ich die Angelegenheit auf sich beruhen lassen. Könnte!
Da ich aber weder mit Feigheit noch mit Überheblichkeit gut zurecht komme und es mir jetzt noch wichtiger erscheint, zu sehen, wes Geistes Kind da unter dem Mäntelchen der „barmherzigen Arbeitsgelegenheits-Beschaffung“ zu Hause ist, werde ich den Privatklageweg gehen.
Zuvor ist es in Hessen verpflichtend, ein Schlichtungsgespräch zu suchen.
Tja, Nichts anderes wollte ich ja, nur eben ganz ohne Schiedsmann… aber bitte, wer das nicht will, der bekommt dann eben Post von Herrn Frei
http://www.offenbach.de/offenbach/themen/rathaus/aemter-und-gesellschaften/schiedsamt/amt/schiedsamt.html

Ob der Schiedsmann die ladungsfähige Privatadresse erhält, weiß ich nicht. Zur Not müsste die Ladung dann an den Arbeitsplatz erfolgen.
Ebensowenig weiß ich, wie die Caritas als Arbeitgeber reagieren könnte (!), würde sie erfahren, wie wenig ein Mitarbeiter die christliche Ethik privat achtet…

Formal darf in der Caritas nur tätig werden, wer der christlichen Werte-Gemeinschaft angehört.
Dadurch wird sogar die Kündigung eines Mitarbeiters wegen dessen Austritt aus der katholischen Kirche legitimiert -> http://www.n-tv.de/ratgeber/Kirchlicher-Arbeitgeber-muss-entschaedigen-article12025186.html

Vermutlich ist es aber ein himmelweiter Unterschied zwischen der „Wichtigkeit“  zwingend notwendiger Konfessionszugehörigkeit und der Wichtigkeit des Handelns nach christlich-ethischen Werten.
Wäre ich zynisch, würde ich wohl von einer Mogelpackung schreiben 😉 …
Im Übrigen gilt dieses Konfessions-Prinzip freilich nur für „echte Angestellte“.
Als Ein-Euro-Jobber sind selbstverständlich auch Atheisten, Buddhisten, Muslime ff bei Caritas willkommen… Ethik ist offenbar biegsam.

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6 Kommentare zu “Cari*** OF – Wenn Arroganz mit Feigheit kopuliert

  1. Das was Du beschreibst ist so alt wie Kirche oder Caritas selbst. Hiermit hast Du Dir allerdings keinen Gefallen getan, vermutlich sogar ein klassisches „Eigentor“ geschossen.
    Denn wenn überhaupt auch nur die Möglichkeit einer „Einsicht“ etc. pp. bestanden hätte, was ich ebenfalls stark bezweifeln würde, jetzt garantiert nicht mehr.

    Du verkennst ein klassisches Dogma der Kirche – dem (reuigen) Sünder zu verzeihen.
    Das gilt aber selbstverständlich nur für Menschen die die Kirche – ihr Sein, Handeln und Selbstverständnis, nicht in Frage stellen.
    Kurioserweise wird dieses Verhalten, ein gewisser „Korpsgeist“, umso stärker je tiefer man in der Hierarchie herunter geht. Bestes Beispiel dafür ist das konsequente „Totschweigen“ der offenen und sehr deutlichen innerkirchlichen wie gesellschaftlichen Kritik des Papstes in seinem „Evangelii Gaudium“ in den „unteren Etagen“.
    Unnötigerweise, denn für eine Beleidigung spielt die religiöse, sexuelle, weltanschauliche usw. Orientierung (zunächst) keine Rolle, hast Du mit dieser Vermengung von persönlichem Fehlverhalten und altbekannter Kritik aber genau das („in Frage stellen“) getan.

    In diesen „friedvollen“ Zeiten hast Du eine uralte Militärregel nicht bedacht – NIEMALS eine 2. Front aufmachen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

    Dennoch, vielleicht kommt ja einmal der Tag an dem nicht nur der Regenbogen sondern der Regen selbst bunt ist. 😉

    • Hallo,

      Du hast gewiss Recht mit Deiner Auffassung, dass ich mir mit dem „Vermischen“ keinen Gefallen getan habe.
      Ich vermute aber, dass ich auch ohne diese Verquickung nicht „durchgedrungen“ wäre, denn hätte es vor Erscheinen des Artikels auch nur den Hauch einer Einsicht gegeben, wäre das Telefonat anders verlaufen.

      Zu der Institution Kirche habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis, das hier darzulegen (oder auch nur der Versuch) würde definitiv den Rahmen sprengen.
      Daher nur ganz schlicht:
      Die Kritik des Pabstes in seinem “Evangelii Gaudium” habe ich mit Überraschung und echter Freude wahrgenommen (wann sprach zuletzt ein Pabst so klar UND zeigte zudem in seinem HANDELN, dass er AUCH die Ausgrenzung von Menschen als schädlich befindet?)
      Dass ich das Dogma der Kirche bzgl Sündern verkenne, stimmt.
      Denn vor diesem Pabst, der aus meiner Sicht die allen Religionen zugrunde liegende Lehre – (Nächsten)Liebe – glaubwürdig lebt, hatte ich innerlich „dicht gemacht“ in Bezug auf Religionen aller couleur. Nicht umsonst sah und sehe ich ja auch den Buddhismus eher als Lehre denn als Religion (darüber ließe sich gewiss trefflich diskutieren), weil er ohne Dogmen klarkommt. Weil er nicht Glauben, sondern Einsicht als sinnvoll „ansieht“ ect ect.
      Ich tu mich daher schwer mit Begrifflichkeiten wie Sünde, Sühne und Vergebung…

      Du kennst mich nicht, vermute ich mal. Um zu erklären, wie ich so „ticke“, ist hier aber nicht der richtige Ort.Daher verkürzt (sinnvoll ja/nein?):
      Nachdem ich wusste, welcher Orga der benannte Mensch angehört, war mein Unverständnis ob seines Verhaltens noch größer.
      Warum?
      Einem JC-MA hätte ich es noch eher „zugestanden“, derart beknackt zu reagieren, weil er/sie durch mein dauerhaftes Anprangern sich bloßgestellt fühlen könnte. Irgendwo identifizieren sich ja doch viele Menschen mit ihrem Arbeitgeber bzw. den ihrer Arbeit zugrunde liegenden Gesetzen und Vorschriften.
      Traurig, bedauerlich, dennoch ein uralter Hut…
      Ob es in meiner Sozialisation zu suchen ist, dass meine Denkmuster – TROTZ besseren Wissens, trotz meiner Versuche, sich solchen Themen rational zu nähern – mir noch immer vorgeben:
      Ein „Mann der Kirche“ verfügt über eine höhere „Moral“, Ethik, Humanität ff als ein anderswo Tätiger
      tja, das weiß ich nicht.
      Der Kopf weiß, dass es nicht so ist, dass es IMMER am jeweiligen Menschen liegt, wie er sich verhält (dazu gehört wahrscheinlich auch die Nicht-Unterordnung unter den herrschenden Korpsgeist)
      Und doch:
      Mich macht es ungleich zorniger, wenn ein „Mann der Kirche“ Schädliches tut.
      Ob es an der aus meiner Sicht da vorliegenden Heuchelei liegt? An meiner christlichen Sozialisation? An beidem oder etwas ganz anderem? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass es (noch) so ist…

      Noch kurz zu der „Militärregel“.
      Mit eher „strategischem Vorgehen“ habe ich es noch immer nicht wirklich. Zwar versuche ich mich in rationaler Einschätzung, aber noch immer spielen mir da meine Emotionen häufig diverse Streiche 😉
      Kann natürlich Nachteile mit sich bringen, vielmehr, das hat es bereits einige Male.
      Dennoch, „so“ zu sein, ist eben auch ein Teil von mir und bislang habe ich damit „nur“ mir Ungemach bereitet…für meine Unterstützten blieb „meine Art“ bislang folgenlos.
      Dennoch arbeite ich da an mir…

      Die Vorstellung, dass auch der Regen eines Tages bunt sein könnte, ist schön 🙂 Das spricht die Träumerin in mir an. Vermutlich habe ich aber nicht zu 100% verstanden, was Du damit meintest…

  2. „Dadurch wird sogar die Kündigung eines Mitarbeiters wegen dessen Austritt aus der katholischen Kirche legitimiert“
    Dies ist so nur bedingt richtig. Wenn der Mitarbeiter im verkündigungsnahen Bereich arbeitet (z.B. Erzieher, Pfarrer/in …) dann wäre eine Kündigung gerechtfertigt. Im verkündigungsfernen Bereich (also bei einer Tätigkeit in der Verwaltung) ist eine Kirchenzugehörigkeit nicht zwingend. Hier muss die Kirche den gekündigten oder abgelehnten Mitarbeiter entschädigen. (Quelle: AG Berlin, 54 Ca 6322/13, https://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Rechtsprechung6/ArbGBerlin131218.pdf, Hess. LAG 3 Sa 742/10 https://openjur.de/u/307449.html und eigene Erfahrung)

    Ansonsten kann ich in Bezug auf Kirche und Gesellschaft nur sagen: Wo persönliches Macht-, Geltungs- und Profitstreben mit hineinspielt, bleiben christliche Werte in unserer Gesellschaft leider auf der Strecke …

    Ein Schuss vor den Bug mag den Beleidiger möglicherweise eine Weile stoppen. Ob er dadurch langfristig umdenkt? Es wäre natürlich zu hoffen.

    • Danke für die Konkretisierung, liebe Ecem.
      Ich war da wohl etwas „kurz angebunden“ mit meinem statement 😉 , begründet in der Vermutung, dass mein link angeklickt wird – aus dem geht diese Differenzierung auch ziemlich deutlich hervor –

      Deine Feststellung zu Werten vs. persönlichen „Vorteilsnahmen“ kann ich leider nur unterstreichen…

      Ob ein Schuss vor den Bug nachhaltig wirkt? Ich wage es, das zu bezweifeln, insbesondere nach der gestrigen Reaktion des Herrn.
      Das Schlimme ist aus meiner Sicht nicht einmal das anonyme Beleidigen. Ich zitiere mich selbst sinngemäß aus einem meiner Kommentare:
      Was für ein Menschenbild generell hat so jemand? Wie wenig Respekt vor anderen Menschen hat derjenige, ganz allgemein? Es steht zu befürchten, dass Menschen, die derlei Handlungen virtuell/anonym vollziehen, ihre vermeintliche „Überlegenheit“/Macht auch im echten Leben an vermeintlich „Unterlegenen“ demonstrieren“
      Die Befürchtung habe ich nach wie vor, auch (oder gerade weil?) es sich um keinen Mitarbeiter der MainArbeit handelt!Diese Tatsache bedeutet nämlich nicht, dass derjenige nicht in der Position ist, seine Vorstellung von dem, wie man mit Mitmenschen umgehen darf, auch im echten Leben umzusetzen.
      Da ich weiß, dass auch Du sehr gut zwischen den Zeilen kannst, Ecem, weiß ich ebenso, dass Dir ziemlich klar ist, welches „Ressort“ von dem Betreffenden da „betreut“ wird…

      Was ich eigentlich bezweckte, schrieb ich ja.
      Der erste Ansatz, einen Menschen mit seiner schädlichen Handlung direkt zu konfrontieren und dadurch zum Nach/Umdenken zu bringen, ging leider in die Hose.

      lG
      Ellen

  3. Sehr gut geschrieben so das man es verstehen kann. Es gibt halt noch immer genug Hirntote…Mit freundlichen grüßen Nives Neugebauer

    • Tja Nives, was soll ich „sagen“ ?
      Vermutlich funktioniert das Gehirn bei solchen Menschen sogar ausnehmend gut…bis auf den Bereich, der für Empathie zuständig ist. Manche Forschungen gehen da von einem Defekt im paralimbischen System aus, aber zu jeder Studie gibt es natürlich Gegenmeinungen.
      Müßig, darüber nachzudenken…es bleibt lediglich, sich dieser Sorte Mensch ohne Angst entgegen zu stellen, sie mit Nase in die von ihnen produzierte Sch**** zu drücken.
      Bei Katzen hat man das zur Sauberkeitserziehung früher auch gemacht 😉 ob mit nachhaltigem Erfolg und mit welchen sonstigen, möglichen Folgen, weiß ich nicht.
      Versuch macht kluch…

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