Neue Kategorie im Blog – das ABC der Charaktere von Jobcentermitarbeitern

Nahezu jeder Leistungsberechtigte des (A)Sozialgesetzbuch 2 weiß ein Lied davon zu singen, wie es sich „anfühlt“, wenn der Umgang mit ihm nicht im Mindesten dem entspricht, was gemeinhin als „auf Augenhöhe“, höflich, rechtskonform usw usf bezeichnet wird.
Wenigen Leistungsberechtigten hingegen widerfährt „Positives“ , dennoch – oder gerade deswegen – sollte
auch dies nicht unerwähnt bleiben.

Das Gesetz – das SGB2 also – ist für die Betroffenen schon schlimm genug. Darum geht es in dieser Kategorie auch nicht.
Ich möchte mich hier denjenigen widmen, die das in Teilen sehr schwammig gehaltene Gesetz umsetzen, den Mitarbeitern der bundesweiten Jobcenter.
Sie sind letztlich für die rechtskonforme Umsetzung verantwortlich. Dass dies häufig nicht „gelingt“, hat viele Ursachen.
Wie diese Mitarbeiter aber mit den Menschen umgehen, liegt ausschließlich in deren Verantwortung, ist also keine Gesetzesangelegenheit, vielmehr „Charaktersache“

Charaktere von A bis Z

Einige meiner Leser wissen, dass ich an einem (hoffentlich trotz der unangenehmen Materie unterhaltsamen) Buch arbeite, welches voraussichtlich im März 2015 erscheinen wird.
Ein kleines Kapitel darin widmet sich den verschiedenen Charakteren der Menschen, die letztlich verantwortlich sind für das Wohl und Wehe unzähliger Betroffener des SGB2.
Ohne große Übertreibung kann man durchaus sagen:

Letztlich sind sie „Herr über Leben und Tod“, zumindest mittelbar.

Bah, watt habt Ihr für e’ne fiese Charakter

Manch Leser wird noch die wunderbare Komödie „Die Feuerzangenbowle“ kennen. Der Ausspruch, den ich hier als Zwischenüberschrift wählte, stammt von dem Physiklehrer Crey, genannt „Bömmel“.Ein deftiger Lausejungenstreich brachte ihn zu dieser Äußerung.

Anders als im Film bewirkt aber leider manch „fieser Charakter“ in Gestalt eines Jobcentermenschen weitaus Schlimmeres als die Offenbarung von Ringelsocken (in der Komödie wurden „Bömmels“ Schuhe versteckt).

Charakter“studien“…

…durfte ich im Laufe der mithin siebenjährigen Unterstützungstätigkeit, häufig unfreiwillig, zur Genüge machen.
Vorwiegend in der MainArbeit Offenbach, aber auch in einigen anderen Jobcentern. Studien schrieb ich übrigens bewusst in Apostrophen, schließlich habe ich nicht studiert.
Es sind unzählige „Momentaufnahmen“, die sich im Laufe der Zeit zu diversen Charaktereinschätzungen verdichteten.
In meinem „Charakter ABC“ erhebe ich daher weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf  „empirische Erhebungen“ 😉
Es sind die Erfahrungen, die ich machen durfte und musste, welche mich anregten, die verschiedensten Charaktere alphabetisch zu sortieren.
Misch-Charaktere 😉 sind dabei natürlich auch völlig normal.
Wichtig zu erwähnen ist vielleicht noch, dass ich selbstverständlich nur davon ausgehen kann, wie sich die Mitarbeiter gegenüber den Leistungsberechtigten zeigen.
Dieses Verhalten aber gibt selbstredend keinerlei Aufschluss darüber, wie diese Herrschaften im privaten Leben „drauf sind“. Stellte man Berufsleben dem privaten gegenüber, könnte man zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen…das aber ist (allerspätestens seit Milgram http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment ) nun so gar keine neue Erkenntniss…

Peu á peu

Künftig und in unregelmäßigen Abständen werden in dieser neuen Kategorie also – gewohnt sarkastisch – Typisierungen auftauchen, bis ich das Alphabet abgearbeitet habe.
Von F wie „Die Freundliche“ bis X wie „Xanthippe“ wird vieles vertreten sein…

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4 Kommentare zu “Neue Kategorie im Blog – das ABC der Charaktere von Jobcentermitarbeitern

    • Wie andernorts geschrieben, schalte ich den Kommentar sehr, sehr gerne frei, wenn….
      In freudiger Erwartung 😉 grüßt
      E. Vaudlet

  1. Hiermit hat sich schon jemand mit dem Thema befasst, hier ein Zitat:

    „In Ihren Interviews mit 15 Beschäftigten des Jobcenters in Hamburg stellten Sie fest, dass es sehr verschiedene Typen von Vermittlern und Sachbearbeitern in den Leistungsabteilungen gibt. Was waren die größten Unterschiede?“

    http://www.taz.de/!116761/

    • Nunja, ich bin weder Sozialforscherin/Soziologin o.Ä.
      Natürlich ist die belastende Situation der Mitarbeiter w/m nicht von der Hand zu weisen. Dies erklärt vieles, aber es rechtfertigt eben nicht deren schädlichen Handlungen.
      Meine Sicht der Dinge besagt, dass diese Menschen – und seien ihre Handlungen noch so verdammenswert – nicht dafür „gehasst“ werden sollten, da sie leider den verschiedensten Geistesgiften unterliegen.Oder ggfs. sogar „krank“ sind.
      Ein altes Zitat:
      Nicht den Stock hasse ich, der mir Schmerzen bereitet, sondern den, der ihn führt.
      Ihn aber führt der Hass.
      Also gilt es, den Hass zu hassen.


      Das bedeutet dennoch nicht, dass die schädlichen Handlungen nicht mit aller Kraft verhindert/“bekämpft“ werden müssen. Um es profan auszudrücken:
      Wenn sich ein Mitarbeiter ob seiner Vorgehensweisen derart disqualifiziert, dass er besser seinen Stuhl räumen sollte, dann würde ich durchaus alles mir mögliche dazu beitragen, dass dies auch geschieht = schädliche Handlungen künftig verhindern (es zu versuchen)
      Und doch würde ich keine Sekunde zögern, genau diesen Mitarbeiter aus einem brennenden Haus zu zerren…

      Jetzt bin ich abgeschweift.
      Das Kapitel „Charakter ABC“ soll, wie das entstehende Büchlein überhaupt, lediglich auf sarkastische Weise und mit Erlebnisschilderungen gespickt, den Finger in bekannte Wunden legen.
      Nicht anklagend, nicht mit empört-moralischem Zeigefinger, nicht „politisch“.
      Das überlasse ich denjenigen, die dieses Metier besser beherrschen als ich.

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