Wie kann man von Grundsicherung leben? – offener Brief an Heinrich Alt


Eigentlich darf ich mich überhaupt nicht mehr aufregen.
Eigentlich beschäftigen mich reale Probleme.
Eigentlich könnte und müsste mir das Propaganda-Geseiere des BA-Vorstands H. Alt dort vorbeigehen, wo auch bei
mir die Sonne niemals hinein scheint 😉

Uneigentlich konnte ich mir dennoch das Dampfablassen nicht verkneifen…
Wen es interessiert, ich beziehe mich auf H. Alts Antwort bezüglich der Frage: Wie kann man von der Grundsicherung leben?
Hier der Artikel
http://www.tagesspiegel.de/meinung/hartz-iv-wie-kann-man-von-der-grundsicherung-leben/11181368.html#commentInput

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Guten Tag, Herr Alt

Mit diesem Schreiben möchte ich Sie zunächst meines Mitgefühls versichern.
Diese Einleitung mag (nicht nur) Sie zu Recht erst einmal befremden, seien Sie aber bitte versichert, dass ich diese Worte durchaus ernst meine.Die Erläuterung hierzu folgt etwas später.

Zunächst aber stelle ich klar, weshalb ich mich überhaupt veranlasst sehe, Ihnen zu schreiben:
Da sind zum Einen die Aussagen in Ihrem – mit Journalisten der Süddeutschen Zeitung geführten – Interview, auf die ich mich beziehe. Und im Tagesspiegel fand ich eine ähnlich lautende, bemerkenswerte Antwort von Ihnen auf die Leserfrage:
Wie kann man von der Grundsicherung leben?
http://www.tagesspiegel.de/meinung/hartz-iv-wie-kann-man-von-der-grundsicherung-leben/11181368.html#commentInput
Ich zitiere zunächst einmal auszugsweise. Sie sagten:

„… Es gibt keine Klassengesellschaft mehr…“
„…Armut wurde sichtbar und deutlich abgebaut…“
„…Ich halte es für Unsinn zu sagen, Hartz IV ist Armut per Gesetz…“
„…Nur Lebenskünstler können dauerhaft am Existenzminimum leben. Als Überbrückung ist das vertretbar, aber auf lange Sicht ist Transferbezug menschenunwürdig…“
„…Wir lösen das Problem der Menschen nicht, in dem wir immer nur über Geld reden…“
„…Ich sehe keine viel zitierte und oft beschworene Verrohung der Gesellschaft. Im Gegenteil. Ich sehe viel zivilgesellschaftliches Engagement in Form von Patenschaften, Jobcoaches, Sozialfirmen und Unternehmen die bereit sind, auch soziale Verantwortung zu übernehmen…“

Soviel zu Ihren Einlassungen.
Jetzt komme ich auf mein Eingangsstatement zurück, dem des Ihnen gegenüber ausgesprochenen Mitgefühls.
Was, außer Mitgefühl, kann oder sollte man einem Menschen gegenüber auch sonst aufbringen, wenn eben dieser Mensch augenscheinlich an völligem Realitätsverlust leidet?
Wenn die Wahrnehmung offenbar völlig gestört ist?

Meine Besorgnis, es könnte sich gar um eine beginnende psychische Einschränkung handeln, möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Nun bin ich kein promovierter Psychiater oder Psychologe, weiß aber, dass die Erkrankten Schwierigkeiten mit der Konzentration und logischen Abfolgen haben. So geraten alltägliche Gedanken durcheinander und können auch nicht mehr geordnet werden. Es werden unverständliche Dinge gesagt, die in keinem Zusammenhang stehen.

Nein, Herr Alt, bitte legen Sie dieses Schreiben jetzt nicht ob dieser , meiner Vermutung naserümpfend zur Seite!
Die Alternativerklärung zu psychisch bedingtem Realitätsverlust ist nämlich keineswegs angenehmer.

Unterstellte man nämlich völlige geistige Gesundheit hinsichtlich der Realitätswahrnehmung, dann blieben letztlich nurmehr blanker Zynismus, fehlendes Mitgefühl, Egozentriertheit und notorisches Lügen zu attestieren.
Dies in einem Maße, dass ein Laie wie ich sofort erneut geneigt wäre, zu pathologisieren.
Und so weit ich weiß, nennt man ein solches Krankheitsbild soziopathisch.

Ich habe Ihre Einlassungen immer und immer wieder gelesen und doch stehen diese im eklatanten Gegensatz zur Lebenswirklichkeit, die (auch) ich als langjährige Unterstützerin der Leistungsberechtigten wahrnehme.
Von „meiner Sorte“ gibt es unzählige, weitere Menschen mit einem großen Erfahrungsschatz . Es gibt (Ex)Mitarbeiter, die ebenfalls die Mißstände anprangern.Von den Millionen Betroffenen mit einschlägigen Erfahrungen schreibe ich erst gar nicht.
Daher frage ich mich in ernsthafter Besorgnis:
Was ist bloß los mit dem  Vorstand der Bundesagentur für Arbeit? Ist er krank und wenn ja, ist diese Krankheit heilbar?

Nein, Herr Alt, ich möchte Sie weder beleidigen noch unterstelle ich Ihnen etwas. Ich bin lediglich besorgt und suche nach Erklärungen.

Erklärungen dafür, wieso Sie die mannigfachen Studien renommierter Wissenschaftler wie Prof. Butterwegge, Prof. Spindler u.v.m. zum Thema „Armut per Gesetz“ als Unsinn abtun.

Erklärungen dafür, wieso das millionenfach öffentlich geschilderte, erlebte Leid der Betroffenen von Ihnen als eher „subjektive Wahrnehmung“ abgetan wird.

Erklärungen dafür, wie Sie sagen können, dass die Höhe der Regelleistungen auf Dauer nur Lebenskünstlern das (Über)Leben sichert, wenig später aber behaupten, Probleme seien nicht mit Geld zu lösen.

Erklärungen dafür, wieso ausgerechnet „Sozialfirmen“ und „Jobcoaches“ – vermutlich meinen Sie hier die sog. „Bildungsträger“/Maßnahmenbetreiber – gesellschaftliches Engagement unterstellt wird. Das Engagement dieser (g)GmbH’s ist zweifelsfrei vorhanden, nur dient es nicht den Betroffenen, vielmehr der Geldvermehrung des Trägers (wenige Ausnahmen mögen die Regel bestätigen)

Erklärungen auch dafür, wie ein völlig aus dem Ruder gelaufener Niedriglohnsektor, wie prekäre Arbeit, die den Arbeitenden ob schlechtester Bezahlung in der Abhängigkeit des Jobcenters belässt, „den Menschen das Gefühl geben kann, gebraucht zu werden“.

Letztlich auch Erklärungen dafür, wie das Missverhältnis von Arbeitssuchenden/Unterbeschäftigten in Relation zu vorhandenen „Jobs“ (denn Arbeitsplätze gibt es immer weniger) – also etwa 8:1 – durch „intensive Betreuung“ verändert werden könnte.
Es gäbe noch viele Fragen meinerseits, die ich Ihnen, allen Lesern und mir allerdings erspare, denn ich rechne freilich nicht mit einer Antwort Ihrerseits.
Nur eines noch:
Eingangs versicherte ich Sie meines Mitgefühls, ausgehend von der Vermutung, dass einer solchen „Realitätsferne“ wahrscheinlich eines der oben genannten Krankheitsbilder zugrunde liegt.
Da sich niemand seine Erkrankung auswählt, bleibe ich – wenngleich zähneknirschend – auch dabei.

Mein ungleich größeres Mitgefühl, mein Engagement und meine Unterstützung aber erhalten die Menschen, die unter der von Ihnen mitgetragenen und belobigten „Agenda 2010“ seit Jahren leiden.
Die Menschen, die Ihre Worte völlig zu Recht als blanken Hohn empfinden.Die Entrechteten, die Gedemütigten, die arm und krank Gemachten, die Ausgegrenzten.
Da diese Menschen an einer (möglichen, aber unwahrscheinlichen) Antwort auf diesen Brief interessiert sein könnten, habe ich diesen an diversen Stellen im Internet veröffentlicht. Der guten Ordnung halber weise ich darauf hin.

Es grüßt Sie – rein prophylaktisch baldige Genesung wünschend –
Bürgerin Ellen Vaudlet

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6 Kommentare zu “Wie kann man von Grundsicherung leben? – offener Brief an Heinrich Alt

  1. Ach, der Alt. Der ist doch wie eine gehirngewaschene und schlecht programierte Handpuppe. (Sind alles Wiedersprüche, ich weiß. Denn eine Puppe hat kein Gehirn und eine Handpuppe braucht kein Programm, sondern eine Hand.) Gleiches gilt für diese andere Figur – wie war doch gleich deren Name????

    Der sondert auf jeden Fall nur immer wieder die selben Phrasen ab, die er im Arbeitsagentur-Konditionierungscamp eingesagt bekommen hat. Da gehen auch die „Jobcenter“-Mitarbeiter hin, denn aus deren Mündern kommt bei jeder Gelegenheit – gefragt oder ungefragt – genau derselbe geistige Dünnpfiff.

    Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing‘. Und klinge es auch noch schö schräg in meinen Ohren. Ich halte das aus, solange ich dafür bezahlt werde. Das ist die Haltung solcher Leute.

    #############

    Zusatz: Warum kommen die Kommentareinträge in solch schrecklich falscher Reihenfolge? Die neuesten oben, die älteren unten? Das liest sich katastrophal – immer rauf- und runterscrollen.

  2. Ich weiß nicht liebe Ellen, was Du meintest, wohin die Sonne Dir niemals hinscheint. Gleich Deiner Reaktion ist auch bei mir das Kopfkino angesprungen, vor allem so im Vergleich mit meinen Turnübungen. Und so war mein Kopfkino ein lustiges Kino. Wir müssen das nicht vertiefen, zumal ich es nicht so mit der englischen Sprache habe. Ich bin –um es mit Forrest Gump zu sagen- nur ein einfacher Mensch. “Sun inside makes your ass shine bright” Ich könnte mir das wie folgt übersetzen: Dass die Sonne in mir drin aus mir ein Ass macht. Bright ist doch ein Kartenspiel? Oder? OK! Es könnte auch Brücke heißen.
    Ich finde sachliche Stellungnahmen – auch wenn sie „nur“ Wiedergaben sind- nicht doof, eher nützlich, weil nicht alle, alle Beiträge gelesen haben.
    Ich habe, liebe Ellen, nicht geschrieben, dass Du am Keifen bist. Gehe mal auf Feisbug, da kannst Du schriftliches Gekeife wahrnehmen. Und in den Torkschous wird auch kräftig herumgekeift.

  3. Aufgemerkt 😉 als Kommentator-Name steht da zwar C.Vole, aber dennoch bin ich es, Ellen, die Blogbetreiberin (geht leider nicht anders, liegt an meiner Schusseligkeit i.V.m. wordpress…Passwort und so)

    Lieber Freund, hallo Peter

    Euer beider Kommentare haben näheres Eingehen verdient, das hole ich nach, versprochen.
    Vorab erst einmal nur in aller Kürze:
    Mit der (feinen) Ironie hab‘ ich es offenbar nicht so…die sollte im offenen Brief eigentlich rüberkommen, denn mitnichten unterstelle ich da Krankheitsbilder.O.k., ging daneben…
    Was ich nicht wollte, war einmal mehr an nicht vorhandenes Mitgefühl appellieren wie seinerzeit im offenen Brief an v.d.L. (Tod im JC Neuß)
    Ich wollte auch nicht „pseudo-intellektuell-sachlich“ 😉 schreiben.
    Echte sachliche Stellungnahmen zu diesem Thema haben landauf-landab viele kluge Köpfe abgegeben, da hätte ich nur wiederholen können, auch doof.
    Wie auch immer, der Brief ist raus/veröffentlicht und dem Grunde nach ohnehin „sinnlos“, sähe man Sinn ausschließlich darin, (ad hoc) etwas Wesentliches bewirken/erreichen zu wollen.
    Nun gut.
    Peter, zwei Anmerkungen zu Deinem Kommentar:
    1. unter „keifen“ verstehe ich nun doch einen etwas anderen Duktus als den meinen…und, kann mensch eigentlich auch schriftlich keifen? Muss ich drüber nachdenken…
    2.DAS! möchte ich nun doch zu gerne sehen, wie Du es schaffst, dass Dir die Sonne DA, wo ich es meinte, hineinscheinen kann (Au weh, ich habe Kopfkino).
    Ich vermute, dieser Akt wäre reif für das Guinnessbuch der Rekorde. Vielleicht auch Patentreif und vermarktungsfähig. Dann sollte man einen chicen, englischen Begriff dafür finden und es als günstige Alternative zum http://de.wikipedia.org/wiki/Anal_bleaching anbieten.
    Slogan „Sun inside makes your ass shine bright“ oder so…
    Nix für ungut, aber diese Steilvorlage MUSSTE ich nutzen 😀 😀 , war nicht böse gemeint, gelle

  4. Es ist ebenso Vorsicht geboten, Schuldfähigkeit an Gesundheit zu Koppeln. Denn, welchem wie Gesunden ist welche Schuld zuzuweisen, und wer klagt an, und wer verkündet den Schuldspruch? In gewisser Weise ist solch eine Koppelung praktisch. So kann Hitler schuldig gesprochen werden. Und das Volk? Nach Meinung des Herrn Manfred Lütz –Psychiater seines Zeichens- war Hitler gesund. Schon allein deswegen, so Herr Lütz, weil ein Kranker solches Werk nicht vollbringen könne. In diesem Sinne ist, aber ohne Schuldspruch, Frau Merkel und ihr ganzer Stab vollkommen gesund. Defacto aber wird das Elend doch wohl eher von jenen geschaffen, die weder erwachsen noch wirklich gesund sind. Und wer glaubt, er gehöre zu den wirklich gesunden, der finde einen Ausgang aus dem permanenten und kaum nützlichen Gekeife. Klar doch, ist´s gesund Dampf abzulassen. Kabarettisten haben sich darauf spezialisiert. Aber, sie verbinden ihre Aktionen nicht an die Erwartung, dass sich durch ihr Gebaren etwas ändert. Täten sie das, produzierten sie erneute Aggressionen. Und es könnte doch auch gesund sein, einen Revolver in die Hand zu nehmen!!!???? Wer will wem vorschreiben, auf welchem Level der Entwicklung sich ein Mensch zu befinden habe? Apropos Entwicklung! Wer von Euch kauft im Supermarkt Fleisch? Sind „wir“ vielleicht doch alle nicht ganz gesund? Is natürlich Quatsch! Wir haben uns lediglich , und das zu unserem Schutze, sozusagen als Lebenserhaltungsmaßnahme, einige Charaktereigenschaften ausgebildet. Und die hauen wir uns gegenseitig um die Ohren. Gibt es eine Lösung? Kann es eine Lösung geben, wenn die Machtverhältnisse so eindeutig sind? Resignieren? Mir hilft es, doch wenigstens hin und wieder die Sonne dahinein scheinen zu lassen, wo sie bei Dir Ellen, niemals hineinscheint.

  5. liebe Ellen,
    Du erlaubst mir eine in Nuancen etwas andere Sicht auf dieses Interview ff.? 😉

    Ich denke wir sollten Herrn Alt weder in seiner Funktion überschätzen noch in seiner Motivation unterschätzen.
    Herr Alt wird (außertariflich) dafür bezahlt, genau diese Allgemeinplätze in Sprechblasenform abzusondern wie geschehen.
    Dazu gehören auch die merkwürdigen „Widersprüche“ in Form des Scheinverständnisses („…Lebenskünstler…“, „…nicht dauerhaft…“) –
    eine äußerst widerwärtige Form der intellektuellen Absicherung, wohl wissend, dass andere sein dreckiges Geschäft erledigen müssen, werden und sogar wollen.

    Er ist Teil einer „Elite“ die in Form der „organisierten Unverantwortlichkeit“ letztlich feudalistisch/sozialrassistisch denkt und handelt. Das ist aber weder zynisch noch sarkastisch erst recht nicht pathologisch. Vorsicht mit der Krankheitszuweisung, es gibt Verbrecher denen jegliches Unrechtsbewußtsein fehlt, dennoch sind sie nicht, wie im Krankheitsfalle, schuldunfähig!

    Sie sind davon ÜBERZEUGT, dass ihnen der größere Teil des Kuchens ZUSTEHT und fühlen sich häufig selbst damit noch nicht ihrem Anteil gemäß oder auch nur „angemessen“ „ent-/belohnt“.
    Ich meinerseits bin davon überzeugt, dass diese Menschen (Polit-, Wirtschafts- und auch Kultur“eliten“) sich längst auf einer höheren homininen Entwicklungsstufe „wähnen“ (homo supersapiens?), anders ist ihre „Überzeugung“ m.E. nicht mehr zu erklären. Die häufig benannte „Gier“ ist als Erklärung einfach zu schwach und zu „menschlich“ (homo sapiens)!

    Du kannst Gift darauf nehmen – besser nicht, dass ihnen angesichts der Tages“gage“ von Marco Reus in Höhe von 6.000 € (s. 90 Tagessätze) die Galle hochgekommen ist – nicht etwa wegen des Umstandes sondern wegen der Öffentlichkeit, s.a. Rücktritt BP Horst Köhler – „Militär schützt Wirtschaftswege“.
    Lediglich die durchaus vorhandene Angst vor einem „sozialen Orkan“ dürfte sie davon abhalten, dies offiziell zum Maßstab zu nehmen.
    Da verhalten sie sich doch lieber etwas dezenter und „begnügen“ sich mit inoffiziellen Privilegien, lukrativen Wirtschaftspositionen (Aufsichtsräte etc.), Stundensätzen bei Nebenverdiensten von 1.000 – 10.000 €, usw., die sich ebenfalls zu vierstelligen (Gesamt)Tagessätzen summieren.
    Der BILD verdanken wir übrigens eine derartige Auflistung (für BT-Abgeordnete), die bei einem offiziellen Abgeordneten“gehalt“ (Diäten u. Pauschale) von ca. 11.500 € nur mit geldwerten Privilegien!, d.h. einige Positionen blieben unberücksichtigt, auf über 30.000 €/Monat/Person kam.

    Nun darf man sich diese „Eliten“ allerdings nicht als eine mehr oder minder homogene Masse vorstellen, sondern eher wie ein Raubtierrudel, dass zwar jederzeit, einzeln oder gemeinsam die „Schafe“ auch ohne Not (Hunger) reißt, bei der geringsten Schwäche des anderen Raubtieres dieses jedoch ebenfalls sofort anfällt. Oder um es im Schachjargon auszudrücken, Herr Alt ist ein „Bauer“, der von der Gesamtheit der Spieler/des Rudels jederzeit geopfert wird, wenn es auch nur opportun scheint!
    Mein Bedauern für diese selbstgewählte (statt zumutbare) „Zwangsarbeit“ ist allerdings nicht vorhanden. 😉

    Im Übrigen gilt für das Duo Alt/Weise mein Spruch „alt und weise“ = „nomen NON est omen“ (der Name ist KEIN Zeichen/“Programm“)

  6. „Die Alternativerklärung zu psychisch bedingtem Realitätsverlust ist nämlich keineswegs angenehmer.

    Unterstellte man nämlich völlige geistige Gesundheit hinsichtlich der Realitätswahrnehmung, dann blieben letztlich nurmehr blanker Zynismus, fehlendes Mitgefühl, Egozentriertheit und notorisches Lügen zu attestieren.“

    VOLLTREFFER! 🙂

    Zitat:
    Wir müssen ihnen glaubhaft das Gefühl vermitteln, dass wir ihnen etwas zutrauen, um ihre Eigenverantwortung zu stärken. Wenn wir zu fürsorglich handeln, nehmen wir ihnen das Selbstbewusstsein.

    Die menschenwürdige Existenzsicherung wird also negiert, um das Selbstbewußtsein der Betroffenen nicht zu negieren. Das ist nicht mal mehr zynisch, das ist NUR widerwärtig, Auch das größte Selbstbewußtsein schafft keine Arbeitsplätze, ermöglicht keine Qualifikationen, führt nicht zu auskömmlicher Entlohnung, so lange der Bewerbungsdruck auf dem Arbeitsmarkt anhält und der Niedriglohnsektor derart „ausgebaut“ bleibt.

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