Bubi ist ein Idiot – oder: Vom scheinbaren Versagen in Zeiten des Fördern und Forderns

Bubi ist ein Idiot…der Titel dieser Kolumne, geschrieben von Strafverteidiger Heinrich Schmitz, hat mich zunächst doch sehr irritiert.
Als ich den Artikel  http://www.theeuropean.de/heinrich-schmitz/9488-bubi-eine-wahre-geschichte-ueber-das-system dann durchgelesen hatte, stellte sich einmal mehr tiefe Nachdenklichkeit ein.
Denn auch ich kenne solche Menschen…die letzten Tage erst hatte ich einen „Idioten“ bei mir aufgenommen, da akute Obdachlosigkeit drohte.
Aber der Reihe nach…

Formen und Normen

Es ist wahrlich keine subjektive Wahrnehmung, wenn ich schreibe, dass unser vermeintlich „so wunderbar funktionierendes, soziales Netz“ sehr große Löcher hat. Mit der Einführung der unsäglichen Agenda 2010 und der dort beinhalteten „Hartz-Gesetze“ wurde letztlich auch das Ende der individuellen Hilfestellung eingeläutet.
Nein, ich werde gewiss nicht das Hohelied auf alte Zeiten anstimmen, denn auch das „alte System“ (BSHG = Bundessozialhilfegesetz) war für die Betroffenen kein Zuckerschlecken.
Doch war es immerhin möglich, individuelle Hilfe zu bekommen, wenn man um diese nachsuchte. Wenngleich auch in den Sozialämtern oft ein rauher Ton herrschte, so wurden die Betroffenen dennoch als Mensch wahrgenommen, nicht als BG-Nummer.
„Man“ kannte eben seine Pappenheimer, wusste um die unterschiedlichsten Problemlagen ( was nicht heißt, dass alle Mitarbeiter vor Mitgefühl nur so strotzten) und meist auch, wie „man“ damit umzugehen hatte. „Man“ wusste auch, dass manche Hilfebedürftigen sehr „speziell“ waren.
Anders als in den heutigen, „hartzigen Zeiten“, in denen ohne Rücksicht auf die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung, mögliche Traumata, intellektuelle oder emotionale Einschränkungen ect. ect. von jedem Hilfebedürftigen das Gleiche abgefordert wird. Es wird normiert, was nicht normiert werden kann…one size fits all, das funktioniert eben nur in der Textilbranche, und selbst da nicht immer.

Funktionieren oder…

…am System zerbrechen, früher oder später, auf die eine oder andere Art.

Was im Umkehrschluss keinesfalls bedeutet, dass die angepasst Funktionierenden vor dem Zerbrechen geschützt wären. Denn während es die „Non-Konformisten“ früher erwischt (wohl denen, die ihren Widerstandsgeist bewahren können), kommt bei den Angepassten das Leid eher schleichend daher. Aber es kommt.
Es äußerst sich vielleicht zunächst in eher diffuser Unbehaglichkeit, in  psychosomatischen Beschwerden, in “grundloser” schlechter Laune und so manchem mehr. Dem Grunde nach könnte ich hier, etwas spekulativ (?), sogar einen Bogen spannen bis hin zu PEGIDA, aber dies hier ist kein politischer Beitrag…
Fakt ist:
Dieses “Sozialsystem” ist schon allein aus einem Grund als unmenschlich zu bezeichnen: Weil es keinen Raum bietet für Unterschiede.
Aber Menschen sind nun einmal unterschiedlich!
“Der Mensch” – auch der leistungsbeziehende Mensch, der “Hartzer” – ist  kein Teil einer homogenen Masse.
Der Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen nicht nur durch Geschlecht, Alter, Hautfarbe usw.
Der Mensch ist noch immer ein Individuum mit eigenen Wünschen und  Problemen, mit einer Vergangenheit, die ihn prägte, mit eigenen Fähigkeiten, Träumen, Sehnsüchten und Abneigungen.
Wir sind eben Menschen, keine Humanoiden!

Menschen wie „Bubi“…
haben in diesem System keinen Platz.
„Bubi’s“ Werdegang steht hier exemplarisch, ich könnte – aus momentanem, direktem Miterleben heraus – auch die Geschichte von „Tracey“ skizzieren (Der Name ist ebenfalls nicht echt)
Tracey ist jung, sie sieht gut aus und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Sie schaut nicht weg bei menschlichem Leid, ist meist fröhlich und sehr hilfsbereit.
Doch Tracey ist, wie auch „Bubi“, nach den Wertevorstellungen Vieler (und insbesondere nach der Einschätzung ihres Jobcenter-„Beraters“) nicht mehr als eine asoziale Kriminelle.
Dass Tracey niemals „bodenständig sozialisiert“ war, dass ihr eigener Vater versuchte, sie schon in frühester Jugend auf den Strich zu schicken, dass sie niemanden hatte, der sie auffing, dass Drogen gerade dann am verführerischsten sind, wenn das Umfeld kaum zu ertragen ist…all das weiß man im Jobcenter nicht, all das steht nicht in Traceys Akte.
Und das ist vermutlich auch gut so, denn selbst wenn man darum wüsste, so wäre sie noch immer „eine eigenverantwortliche Erwerbsfähige“, die zu funktionieren hat.Punkt. Egal wie. Sonst Sanktion.Gerne auch auf 0,00 €.
Das System ist nun mal nicht zum wirklichen Helfen da. Auch nicht dazu, um auf die individuell belastenden Hintergründe eines Menschen einzugehen.
Funktioniere oder verrecke, so einfach ist das.
Tracey wollte funktionieren, aber es gelang ihr nicht.Wirkliche Hilfe (zur Selbsthilfe) erhielt sie nie. Das sieht das Hartz-System nicht vor.
Tracey ist jetzt obdachlos…

Funktionsunfähigkeit und die (tödlichen) Folgen

Wurde anhand von „Bubis“ und „Traceys“ Geschichten gezeigt, wie schnell mensch in diesem System zum „asozialen Kriminellen“ werden kann, so ist dies doch nur ein winziger Ausschnitt dessen, was es bedeutet, den Anforderungen eines fordernden Systems nicht gewachsen zu sein.
Nein, ich schreibe jetzt nicht über die rasante Zunahme depressiver Erkrankungen, auch nicht über die zahllosen Suizide, die in (un)mittelbarem Zusammenhang mit „Hartz4“ stehen.
Ebensosowenig schreibe ich über Deutschlands ersten Hungertoten nach Kriegsende, zu ihm (André Kirsch) hier nur ein link. Es steht jedem Leser frei, sich diese belastende Schilderung lesenderweise anzutun ->
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e1992c0af5213.php

Ich schreibe nicht darüber, weil all dies unter uns „alten Aktivisten“ leider sattsam bekannt ist.
Ich schreibe auch deshalb nicht darüber, weil diejenigen, die “ so etwas“ nicht glauben wollen, es auch dann nicht tun würden, erschienen auch noch hunderte weiterer Artikel darüber.
Worüber ich aber schreiben möchte ist, dass ich es mittlerweile auch als unfassbar töricht empfinde, wie mit menschlichen Potentialen umgegangen wird.

Sich in die Gegenseite hineindenken…

…ist oft hilfreich. Versucht mensch nun, das „System“ zu verstehen, ist relativ schnell klar, welche „Sorte Mensch“ – auch oder insbesondere unter Zuhilfenahme der „Hartz-Gesetze“ – gezüchtet werden soll.
Ora et labora (Bete und arbeite) war früher, heute lautet die Devise consumo et labora (konsumiere und arbeite).
Erwünscht ist der unreflektierte Mensch, der auch unter den unsäglichsten Bedingungen schuftet, immer vom irrigen Wunsch beseelt, sich das kaufen zu können, von dem die Werbung ihm vorgaukelt, dass es unerlässlich für ihn sei. Ein „nützlicher Idiot“, sozusagen.
Was ich dabei nicht begreifen kann:
Gerade die „Bubis“ und „Traceys“ sind doch wie geschaffen dafür,  solch „nützliche Idioten“ zu werden.
Gäbe man ihnen die Chance, das zu tun, was sie können, mögen und wollen, sie würden sich doch in’s Zeug legen! Glückliche, zufriedene Konsumsklaven, die das, was sie tun, gerne tun. Auch, aber nicht nur wegen des Geldes…

Warum um alles in der Welt investiert man also nicht ordentlich in diese Menschen, es rechnet sich doch langfristig? Warum nimmt man ihre Vorstellungen (welche selten völlig unrealistisch sind) nicht ernst?
Wie töricht ist es also, Potentiale brachliegen zu lassen oder diese Menschen so lange zu schurigeln, bis sie sich völlig aufgeben? Es wäre ein so Leichtes, sie zu konditionieren, man müsste doch nur ein wenig auf ihre Wünsche eingehen…

Dass ich im vorherigen Absatz versucht habe, den zynischen „Advocatus Diaboli“ zu geben, ist dem geneigten Leser hoffentlich klar 😉
Meine persönliche Denke ist selbstredend völlig anders.
Mit meinen, schlichten Gedanken – z.B. denen, dass jeder Mensch ein Dasein in Würde führen dürfen soll, unabhängig von seinen Verdiensten, einfach, weil er ein Mensch ist – stehe ich zwar auch nicht allein da, aber:
So etwas ist im Zeitalter der Effizienz doch eher verschrieen als

Sozialromantisches Gutmenschentum

Meinetwegen. Ist mir persönlich völlig egal, als was „man“ meine Denke bezeichnet. Denn es geht nicht um mich, nicht um meine Befindlichkeiten.
Es geht um alle Traceys und Bubis, um alle Ayshes und Zorans, es geht um die betroffenen Menschen.

Völlig unerwähnt von mir blieben zudem diejenigen, die weder „behindert“, noch „kriminell“ sind. Hier sind die Individualisten gemeint, die mit ihren Lebens-und Wertevorstellungen ebenfalls nicht in das „System“ passen. Künstlertypen, unkonventionell Daherkommende, Menschen, die eher unangepasst, nicht obrigkeitshörig sind usw.
Statt hier zu unterstützen, werden auch diese Menschen mit Forderungen überzogen und vermeintlichen „Notwendigkeiten“ konfrontiert, die mit allem zu tun haben, nur nicht mit der Lebenswirklichkeit dieser Personen. Und dann ist man seitens der Jobcentermitarbeiter noch verwundert, weshalb ihnen Mißtrauen, Verachtung und „mangelnde Kooperationsbereitschaft“ entgegenschlägt?
Das ist nun wirklich naiv!

Um zum Abschluss zu kommen:
Menschen WIRKLICH zu fördern, die eine Förderung wünschen und brauchen, muss überhaupt nichts mit humaner Einstellung zu tun haben.
Man kann dies auch unter dem Gesichtspunkt kalter Effizienz angehen, sachlogisch, rechnerisch:
Investiert man in die von den Betroffenen erwünschte Förderung, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diejenigen dann in ihrem Wunschberuf auch verbleiben. Denn das, was sie tun, ist das, was sie mögen.
Nachhaltigkeit lässt grüßen.
Verfrachte ich einen solchen Menschen hingegen in Zeitarbeit  oder ähnlich prekäres Gedöns, liegt es auf der Hand, dass die „innerliche Kündigung“ schon vor dem ersten Arbeitstag ausgesprochen wird.
Dann grüßt der Drehtür-Effekt.
Ob man es also aus mitfühlend-humaner Sicht betrachtet oder nur rechnerisch kalkuliert, nicht individuell zu fördern ist und bleibt in jedem Fall eine Narretei!
Und solange solche Narretei vorherrscht, werden Menschen wie ich nicht ruhen. Denn vielleicht haben auch die Bubis und Traceys so doch noch eine Chance…

 

 

 

 

 

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3 Kommentare zu “Bubi ist ein Idiot – oder: Vom scheinbaren Versagen in Zeiten des Fördern und Forderns

  1. Jou! Soag i doch! Woran aber liegt´s, dass es nicht verändert werden kann? Weil`s gar so viele Bubis etc. gibt. Weil es „keiner“ wirklich verändern will? Oder weil die Bubis es nicht ändern wollen? Jedes Wesen, ob ich oder eine Kommune oder ein Staat, ist zuvorderst bestrebt, sich zu erhalten. OK, oder auch nicht OK, wenn’s nicht rech gelingt, seins bestrebt, sich zu zerstören. Das brauchen´s nicht mal zu bemerken. Gewiss, zur Selbsterhaltung gehört nicht allein die Absicherung dessen was ist, sondern ebenso der Wandel, die Reifung. Letzteres propagieren die Bubis und ihre Mutti auch. Die Absicherung aber scheint zu siegen. Wobei den Bubis und der Mutti freilich nicht klar ist, was sie wirklich absichern; was nicht gesehen werden darf. Da geht´s de Mensche wie de Leut. Vorerst jedenfalls gelingt des mit derene Absicherung. ! Ohne Reifung aber erzwingen sie den Wandel; bis hin zur Vernichtung. Ich und vermutlich auch kein anderer wird bemessen können, wie viel Bewusstheit, Absicht, Kalkül oder Plan hinter der Bewahrung des Vorhandenen steckt. Es ist das Spiel der uns beherrschenden Mächte (einige sagen verkürzt, die Geistesgifte), die verhindern, dass wir –also die Gesamtheit, die bei allen Gegensätzlichkeiten immer auch als eine Einheit wirkt- einen echten Fortschritt hinbekommen. Vielen ist mit Hilfe der Loslösung aus der Knechtschaft religiöser Fundamentalismen, sowie der Ausweitung von Handel und Wirtschaft eine Gewisse Freiheit gelungen. Mehr Menschen aber verlieren –wenngleich kaum erkennbar- ihre Freiheit an einen Fortschritt, der nicht wirklich einer ist. Allem voran dem globalisierten Wirtschaftssystem, welches freudig, geduldig oder verzweifelt oder voller Hass getragen wird. Fast könnte ich glauben, dieses System ist eine Art Perpeto Mobile. Politiker werden zunehmend zu Statisten. „Gut“ ausgestattet freilich. Und sie dürfen es sich gestatten, mit bester Absicht und reinem Gewissen ihr soziale Netzt zu installieren. Und nach Besiegelung des Handelsabkommen, werden neue Netze gestrickt. Großmaschiger!!!???? Bei gleichzeitigem Angebot von Wohlstand, von Glanz und Gloria. Da braucht´s kein Nostradamus um zu wissen, wie das endet. Allein das subjektive Gefühl der Diskriminierung vergiftet Menschen und ganze Gesellschaften. Wenn´s „gut“ geht, finden sie sich bei DSDS oder als Fußballweltmeister etc., etc.. Wenn´s nicht gut geht, im Extremfall bei der IS.

  2. Juristen haben gemeinhin den Vorteil, dass sie mit den menschlichen Aspekten ihrer Fälle nicht/wenig in Kontakt geraten. Dabei hilft ihnen das Zeitmanagment ihrer Büros und ganz allgemein Ausbildung, Ausführung und Ansehen ihres Berufes.
    Mit „Bubi“ wagt jemand den Blick über den (schützenden) Tellerrand und das ist, gerade wegen der nach wie vor distanzierten Sprache, insofern beklemmend, als dahinter die Frage steht: „Warum tut „ihr“ das Menschen an?“.
    Ohne Zwang, ja noch nicht einmal eine irgendwie geartete Notwendigkeit – einfach so.
    Das lasse ich mal so stehen und erspare mir jegliche Vergleiche, Parallelen, etc. mit der Vergangenheit.

    Mich hat dieser Artikel allerdings dazu bewegt noch einmal über den Begriff „soziales Netz“, besser „soziale Netze“ nachzudenken.
    Viele hundert oder tausend Male gebraucht ist mir nie? in den Sinn gekommen, den so gebrauchten Begriff „Netz“ von der Wortbedeutung her mit einem bestimmten Beruf und somit einer gänzlich anderen Verwendung in Verbindung zu bringen.
    Zwar kennen wir alle den Begriff „durchs Netz gefallen“ – das beschreibt ein Phänomen das so angeblich nicht vorgesehen ist und somit scheinbar dem Konstruktionsprinzip, dem Zweck des „Netzes“ widerspricht.
    Erst wenn man das Netz mit einer im übrigen sehr alten Bedeutung und einem ebenso alten Gewerbe in Verbindung bringt, ergibt sich ein anderer Sinn.

    In der Fischerei hat ein Netz genau den Sinn, der im sozialen Sinn oftmals als „Einzelfall“ oder schlimmstenfalls als „Unfall“ oder „ungenügende, fehlerhafte Konstruktion“ dargestellt wird.
    Die Maschen der Netze dienen einem ganz bestimmten Zweck/Nutzen – z.B. nur bestimmte Fischarten oder bestimmte Größen zu fangen, hingegen alles andere konstruktionsbedingt und somit mit voller Absicht ! durchzulassen.
    Unter diesem Blickwinkel dienen Netze also dem „Abfischen“ des (noch) Nutz- oder Brauchbaren !, alles „andere“ fällt durch die Maschen.

    Da macht dann auch die fehlende gesamtheitliche Betrachtung und die Zersplitterung in kleine und kleinste „Zielgruppen“ per Gesetz einen Sinn – jede für sich genommen macht nur einen Bruchteil der Gesamtheit aus und das gilt eben auch für die scheinbar absichtslosen „Konstruktionsfehler“ der Netze, erst recht im Zusammenwirken derselben.
    Unter diesem Blickwinkel sehen wir den massiven Widerspruch zwischen postuliertem (Schein)Anspruch und der Realität, ähnlich wie bei der scheinbaren Vereinfachung der Gesetze und Handhabung.
    Aus „alles aus einer Hand“ wurde in der Realität – aus 2 Gesetzen (BSHG und AFG) wurden 3 (SGB II, SGB III, SGB XII) und aus 2 Behörden (Sozialamt, BA) wurden ebenfalls 3 (Sozialamt, Jobcenter, BA). So weit so schlecht.
    Tatsächlich ist es allerdings noch weitaus komplizierter, denn durch den Totalitätsanspruch des SGB II = unterster Anspruch (i.V.m. Verschärfungen gegenüber anderen Gesetzen z.B. SGB V), wurden sämtliche „Ausweichslösungen“ abgeschafft/blockiert.
    Bei einer nahezu „Volllbeschäftigung“, auch dies einmal nicht systemkonform gebraucht sondern = fast alle vorhandenen Arbeitsplätze sind besetzt, müssen halt die Maschen etwas größer werden – ein höherer Ertrag beim „Abfischen“ ist nicht notwendig und sogar unerwünscht um bestimmte Negativbilder zu erhalten/befördern.

    Befördert wird das Ganze durch eine Regelungs“wut“ die wiederum m.E. ihren Grund in dem sprunghaften Anwachsen des Juristenanteils im Bundestag hat.
    Der Glaube der Juristen an die (absolute) Bestimmtheit wird zum Albtraum, ein unübersehbarer Wust von Gesetzen und Verordnungen einerseits zur Geißel für Betroffene (auch die der „anderen Seite“) andererseits zu einer überbordenden Sicherheitsgarantie für bestimmte Berufe und Bevölkerungsgruppen die sich diese leisten können.
    In erheblichem Widerspruch zu den Anfängen der Republik, in dem das Prinzip der Legitimität immerhin so weit beachtet wurde, dass es (später) sogar seinen Ausdruck im Art. 20 Abs. 4 des GG fand, erlebt die Legalität losgelöst von der Legitimität eine Renaissance die ihresgleichen sucht. Man achte einmal darauf wie häufig, in welchem Zusammenhang und von wem der Begriff „legal“ gebraucht wird.
    Das geht von der faktischen Abschaffung des Rechtsschutzes bzw. der Rechtssicherheit im SGB II über sklavenähnliche Beschäftigungsverhältnisse und -bezahlungen bis zu Menschenhandel in Form von bestellbarer und per Trennung wieder abschiebbarer „Katalogware Frau“ einerseits sowie „phantasievollster“ Anwendung der AO andererseits – alles LEGAL.

    Hier mache ich jetzt aber doch den großen Schnitt, denn obgleich „Alles mit Allem“ zusammenhängt, wird es irgendwann einfach zuviel.

  3. In diesem Sinne, stellt sich – so ganz von selbst- die Frage: Wer ist kein Bubi oder eine Traceys? Gut getarnt freilich!

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